Kategorie: Handelsrecht

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PwC Accounting and Reporting Talks zu den DPR-Prüfungsschwerpunkten 2020 gestartet

Im November hat die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) ihre Prüfungsschwerpunkte für die Saison 2020 veröffentlicht. Dies haben wir zum Anlass genommen, als Folge 6 unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ eine fünfteilige Serie zu veröffentlichen, und zwar zu den folgenden DPR-Themen:

  • Leasingverhältnisse (IFRS 16)
  • Umsatzrealisierung (IFRS 15) und Ertragsteuern (IAS 12, IFRIC 23)
  • Impairment Test (IAS 36)
  • Kreditinstitute: Impairment (IFRS 9) & more
  • Konzernlagebericht & more

Der erste Beitrag zu Leasingverhältnissen (IFRS 16) ist bereits online. In diesem diskutieren Dr. Bernd Kliem und Karsten Ganssauge über ausgewählte Aspekte der neuen Leasingbilanzierung, die die DPR im Fokus hat. Die übrigen Beiträge werden in den nächsten Tagen verfügbar sein.

Neugierig? Dann schauen Sie rein, auf unserer Homepage oder auf YouTube, wie immer nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht.

ARUG II vom Bundesrat beschlossen

Am 14. November hatte der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) in der vom Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz vorgelegten Entwurfsfassung beschlossen. Über die wesentlichen Änderungen im Vergleich zum Regierungsentwurf im Bereich Rechnungslegung hatte ich in meinem Blogbeitrag vom 14. November berichtet.

In seiner heutigen Sitzung hat der Bundesrat beschlossen, gegen das ARUG II in der vom Bundestag beschlossenen Entwurfsfassung keinen Einspruch einzulegen. Damit steht der Inhalt des ARUG II fest, und es ist damit zu rechnen, dass es demnächst im Bundesgesetzblatt verkündet wird und am ersten Tag des folgenden Kalendermonats in Kraft tritt.

Folge 4 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Der neueste Beitrag unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ ist verfügbar – zu einem brandaktuellen Thema. Die Reform von EURIBOR, EONIA & Co. – auch als „IBOR-Reform“ bezeichnet – ist in aller Munde und betrifft eine Vielzahl von Finanzinstrumenten. In der Novemberausgabe unserer Webcast-Reihe erläutern Peter Flick und Christian Mertes, was sich hinter der Reform verbirgt und welche bilanziellen Folgen sich daraus ergeben, nach IFRS genauso wie nach HGB.

Neugierig? Dann schauen Sie rein, auf unserer Homepage oder auf YouTube, wie immer auf Deutsch und nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht.

DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte 2020

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat auf der 11. Jahrestagung „Bilanzkontrolle und Abschlussprüfung“ – Bilanzierung, Berichterstattung und Enforcement in Recht und Praxis am 18. November 2019 folgende nationale Schwerpunkte für die Prüfungen der Abschlüsse 2019 im kommenden Jahr 2020 veröffentlicht:

Wertminderungstest beim Geschäfts- oder Firmenwert sowie bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, insbesondere Marken – IAS 36

  • Bestimmung der sachgerechten Ebene des Wertminderungstests
  • Ermittlung des Nutzungswerts mit Hilfe plausibler Annahmen und unter Berücksichtigung des speziellen Risikos des Vermögenswerts bzw. der ZGE
  • Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Kosten der Veräußerung aus der Perspektive eines unabhängigen Marktteilnehmers und unter Beachtung der Fair-Value-Hierarchie. Erfordernis einer Kalibrierung der Inputparameter anhand des Transaktionspreises beim erstmaligen Ansatz
  • Auswirkungen von IFRS 16 auf den Wertminderungstest beim Geschäfts- oder Firmenwert

 

Konzernlagebericht

  • Darstellung der Auswirkungen von IFRS 16 auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
  • Darstellung und Berechnung von bedeutsamsten Leistungsindikatoren unter Berücksichtigung der Erstanwendung von IFRS 16, insbesondere Bereinigung von Effekten bei alternativen Leistungskennziffern, Anfertigung einer Überleitungsrechnung zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

 

Diese beiden Schwerpunkte ergänzen die drei gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte zum IFRS 16 „Leasingverhältnisse“, IFRS 9 „Finanzinstrumente“ bzw. 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ und IAS 12 „Ertragsteuern“, die von der ESMA am 22. Oktober 2019 veröffentlicht wurden und über die ich am 24. Oktober 2019 bereits berichtet habe.

ARUG II vom Bundestag beschlossen

Gestern hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) in der Entwurfsfassung, die vorgestern vom Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz vorgeschlagen worden ist, beschlossen. Über die wesentlichen Änderungen im Vergleich zum Regierungsentwurf im Bereich Rechnungslegung habe ich in meinem gestrigen Blogbeitrag berichtet.

Legt nun der Bundesrat keinen Einspruch dagegen ein, ist damit zu rechnen, dass es demnächst im Bundesgesetzblatt verkündet wird und damit am ersten Tag des folgenden Kalendermonats in Kraft tritt.

ARUG II auf der Zielgeraden – Weitere Änderungen am Vergütungsbericht und im HGB geplant

Die Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie der EU in das deutsche Recht durch ein entsprechend lautendes Gesetz (Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie – ARUG II) ist auf der Zielgeraden. Über den Regierungsentwurf des ARUG II habe ich bereits in meinem Blogbeitrag vom 20. März 2019 berichtet. Heute stimmt der Deutsche Bundestag über den Gesetzesentwurf ab. Grundlage ist die gestrige Beschlussempfehlung und der Bericht des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz zu diesem Entwurf.

Hier die wichtigsten Änderungen im Vergleich zum Regierungsentwurf im Bereich Rechnungslegung:

  • Über die Vergütung von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats börsennotierter Unternehmen ist künftig ein Vergütungsbericht nach neuen aktienrechtlichen Vorschriften (§ 162 AktG-E) zu erstellen, der die bisherige Vergütungsberichterstattung nach handelsrechtlichen Vorschriften weitgehend ersetzt. Der Erstanwendungszeitpunkt dieses neuen Vergütungsberichts wurde nun noch einmal nach hinten geschoben: zwingend ist er erst für Geschäftsjahre zu erstellen, die nach dem 31. Dezember 2020 beginnen. Bis dahin gelten die derzeitigen handelsrechtlichen Regelungen.
  • Der neue Vergütungsbericht muss eine Erläuterung enthalten, wie die festgelegte Maximalvergütung der Vorstandsmitglieder eingehalten wurde. Dies folgt aus der neu vorgesehenen Verpflichtung des Aufsichtsrats, im Vergütungssystem eine Maximalvergütung der Vorstandsmitglieder festzulegen.
  • Nach dem Regierungsentwurf darf ein Teilkonzern-Mutterunternehmen, dessen Mutterunternehmen seinen Sitz in der EU oder dem EWR hat, auf die Aufstellung eines Konzernabschlusses und -lageberichts auch dann verzichten, wenn der Konzernabschluss und -lagebericht des übergeordneten Mutterunternehmens einschließlich Bestätigungs- und Versagungsvermerk in englischer (statt in deutscher) Sprache offengelegt wird (§ 291 HGB-E). Diese Möglichkeit lässt die Beschlussempfehlung des Rechtsausschusses nun auch für übergeordnete Mutterunternehmen mit Sitz in einem Drittstaat zu (§ 292 HGB-E). Dem Wortlaut nach ist die Offenlegung eines befreienden Konzernabschlusses und Konzernlageberichts in englischer Sprache im Fall eines Drittlands-Mutterunternehmens sogar schon ab dem 1. Tag des Monats möglich, der auf die Verkündung des ARUG II im Bundesgesetzblatt folgt. Im Fall eines EU- oder EWR-Mutterunternehmens soll dies dagegen erst für nach dem 31. Dezember 2020 beginnende Geschäftsjahre gelten.

Nun heißt es abwarten, wie der Bundestag heute abstimmt!

IDW zu den handelsrechtlichen Auswirkungen der IBOR-Reform

EONIA, EURIBOR und andere IBOR-Zinssätze werden häufig als Referenzzinssätze für Finanzinstrumente – z.B. variabel verzinsliche Darlehen oder Zinsswaps – verwendet. Über die bevorstehende Änderung bzw. Ablösung dieser Zinssätze habe ich bereits in meinem Blogbeitrag vom 24. Januar 2019 berichtet.

Am 8. November wurde ein Rechnungslegungshinweis zu den handelsbilanziellen Folgen dieser sogenannten IBOR-Reform in der Zeitschrift „IDW Life“ veröffentlicht (IDW RH FAB 1.020), den der Fachausschuss Unternehmensberichterstattung des IDW zusammen mit dem Bankenfachausschuss des IDW verabschiedet hatte. Diese Verlautbarung enthält im Wesentlichen folgende Kernaussagen, die für alle Unternehmen gelten:

  • Eine Änderung des Referenzzinssatzes bei originären, variabel verzinslichen Finanzinstrumenten (z.B. Darlehen) führt nicht zu deren Ausbuchung.
  • Gleiches gilt für im Abschluss angesetzte derivative Finanzinstrumente (z.B. Zinsswaps).
  • Ändert sich der Referenzzinssatz bei (originären oder derivativen) Finanzinstrumenten, die in eine Bewertungseinheit einbezogen sind, bleibt die Bewertungseinheit grundsätzlich bestehen, es sei denn, sie ist nicht mehr prospektiv wirksam.
  • Etwaige Ausgleichsansprüche und -verpflichtungen infolge der Änderung des Referenzzinssatzes sind ergebnisneutral zu erfassen.

Ergänzend müssen Kreditinstitute eventuelle Änderungen der Zinszahlungsströme aufgrund der Änderung von Referenzzinssätzen bei der Rückstellungsermittlung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs berücksichtigen.

Damit halten sich die handelsbilanziellen Folgen der IBOR-Reform in der Regel in Grenzen.

Da der Rechnungslegungshinweis keinen konkreten Erstanwendungszeitpunkt enthält, ist er ab dem Veröffentlichungszeitpunkt in „IDW Life“ zu beachten.

Fachgespräch des IDW zu IDW ERS BFA 7

Der Bankenfachausschuss des IDW hat schon vor einiger Zeit den Entwurf eines Rechnungslegungsstandards zur Bilanzierung von Pauschalwertberichtigungen bei Kreditinstituten (IDW ERS BFA 7) vorgelegt. Vor Verabschiedung der endgültigen Verlautbarung hat das IDW gestern für den 5. Dezember 2019 zu einem Fachgespräch eingeladen und hierzu auf seiner Homepage eine Diskussionsgrundlage veröffentlicht.

Auch wenn IDW ERS BFA 7 das spezifische Geschäftsmodell von Kreditinstituten berücksichtigt, basieren die Überlegungen auf den allgemeinen handelsrechtlichen Grundsätzen zur Bildung von Pauschalwertberichtigung und sind deshalb von allgemeinem Interesse. Deshalb möchte ich auf den Beitrag in unserem Accounting FS Blog zu dieser Diskussionsgrundlage hinweisen.

Es besteht die Möglichkeit, dem BFA zur Vorbereitung des Fachgesprächs bis zum 22. November 2019 Anmerkungen zukommen zu lassen.

 

 

DRSC veröffentlicht DRÄS 10

Wie das DRSC am 31. Oktober 2019 auf seiner Website berichtet hat, wurde bereits am 17. Oktober 2019 der Deutsche Rechnungslegungs Änderungsstandard Nr. 10 (DRÄS 10) verabschiedet.

DRÄS 10 dient im Wesentlichen der Anpassung von DRS 25 „Währungsumrechnung im Konzernabschluss“. Diese Anpassung bestehen insbesondere in der Klarstellung von Regelungen zur Inflationsbereinigung durch Indexierung in DRS 25 Tz. 104. Im Vergleich zum Entwurf des Änderungsstandards (E-DRÄS 10), über den wir bereits am 4. Juli 2019 berichtet haben, haben sich nur geringfügige Änderungen ergeben. Eine Liste dieser Änderungen steht auf der Website des DRSC zum Download bereit. Neben einer leichten Umformulierung der Tz. 104, zusätzlichen Begründungen und der Aufnahme eines Beispiels zwecks besserer Verständlichkeit hat sich das DRSC dazu entschlossen, den dynamischen Verweis auf IAS 29 „Rechnungslegung in Hochinflationsländern“ in Tz. B40 des DRS 25 aufzuheben. Stattdessen wird in DRS 25 in einer neuen Tz. 104a eine Empfehlung zur Ermittlung und Erfassung von Inflationsgewinnen/-verlusten aus der Nettoposition monetärer Posten aufgenommen.

Ferner nimmt DRÄS 10 Änderungen an DRS 16 „Halbjahresfinanzberichterstattung“, DRS 19 „Pflicht zur Konzernrechnungslegung und Abgrenzung des Konsolidierungskreises“ sowie DRS 23 „Kapitalkonsolidierung (Einbeziehung von Tochterunternehmen in den Konzernabschluss)“ vor. Dabei handelt es sich um redaktionelle Änderungen, die aufgrund des Zweiten Gesetzes zur Novellierung von Finanzmarktvorschriften aufgrund europäischer Rechtsakte (Zweites Finanzmarktnovellierungsgesetz – 2. FiMaNoG) erforderlich geworden sind.

Das DRSC hat DRÄS 10 zum Zwecke der Bekanntmachung gemäß § 342 Abs. 2 HGB an das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz weitergeleitet.

DRSC veröffentlicht E-DRS 36 zur Segmentberichterstattung

Unternehmen, die ihren HGB-Konzernabschluss freiwillig um eine Segmentberichterstattung erweitern, haben dabei derzeit DRS 3 zu beachten. Dieser Standard ist zwischenzeitlich umfassend überarbeitet worden. Gestern hat der HGB-Fachausschuss des DRSC das Ergebnis dieser Überarbeitung als Entwurf eines neuen Standards – E-DRS 36 „Segmentberichterstattung“ – veröffentlicht.

Wesentliches Merkmal des Standardentwurfs ist eine deutlich stringentere Implementierung des Management Approachs im Vergleich zu DRS 3. Künftig hat die Abgrenzung von Segmenten, die Bestimmung, welche Segmentdaten anzugeben sind, und die Ermittlung dieser Segmentdaten grundsätzlich in Übereinstimmung mit der internen Berichterstattung zu erfolgen, die von der Konzernleitung vorrangig für die Konzernsteuerung genutzt wird. Dies gilt auch dann, wenn bei dieser Datenermittlung Ansatz- und Bewertungsmethoden abweichend vom Konzernabschluss ausgeübt werden. Bestimmte Segmentangaben sind allerdings auch dann zu machen, wenn sie der Konzernleitung lediglich regelmäßig berichtet werden, auch ohne dass sie steuerungsrelevant sind.

Anders als für die Kapitalflussrechnung und den Eigenkapitalspiegel sieht E-DRS 36 für die Segmentberichterstattung keine bestimmte Darstellung vor. Unternehmen können damit entsprechend dem Management Approach ihrer internen Berichtsstruktur folgen.

Es besteht die Möglichkeit, zum E-DRS 36 bis zum 31. Dezember 2019 Stellung zu nehmen. Auch wenn der Standardentwurf noch keinen konkreten Erstanwendungszeitpunkt enthält, dürfte der endgültige Standard damit voraussichtlich frühestens für Geschäftsjahre anzuwenden sein, die nach dem 31. Dezember 2020 beginnen.

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