Kategorie: IFRS

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Fehlendes Endorsement der Änderungen an IFRS 16 zu Mietzugeständnissen i. Z. m. COVID-19

Das Endorsement der Änderungen an IFRS 16 zur Bilanzierung von Mietzugeständnissen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie erfolgt voraussichtlich nicht mehr rechtzeitig vor Aufstellung der (Zwischen-)Abschlüsse zum 30.Juni 2020.

Sofern gleichwohl vor Endorsement der geänderte Standard angewendet wird, entspricht diese Handhabung somit nicht den EU-IFRS.

Weitere Informationen zu möglichen Auswirkungen eines nicht rechtzeitig erfolgenden Endorsements finden Sie in unserem IFRS direkt.

Folge 15 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Eine neue Folge unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ ist online. Wie in den beiden vorangegangen Folgen geht es auch diesmal noch einmal um die bilanziellen Auswirkungen der Corona-Krise. Diesmal stehen die Auswirkungen auf den Impairment Test gemäß IAS 36 im Vordergrund.

Vor dem Hintergrund der weitreichenden wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise wird erwartet, dass bei vielen Unternehmen mittlerweile Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen dürften und dementsprechend bereits im Rahmen der Zwischenberichterstattung im größeren Umfang anlassbezogene Impairment Tests gemäß IAS 36 durchzuführen sind. Mareike Morgenstern und Holger Busack erläutern wichtige Aspekte, die im Rahmen von solchen Werthaltigkeitsprüfungen im COVID-19-Umfeld zu beachten sind.

Neugierig? Dann schauen Sie rein, auf unserer Homepage oder auf YouTube, wie immer nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht.

Angaben zur Risikovorsorge nach IFRS 9 im Zwischenabschluss zum 30. Juni 2020 – neue Publikation veröffentlicht

In Zeiten der Covid-19-Pandemie steht die Risikovorsorge von Banken in der anstehenden Halbjahresberichtssaison im besonderen Fokus.

Bereits bei der Ermittlung der erwarteten Kreditverluste nach IFRS 9 ergeben sich im gegenwärtigen Umfeld vielfältige Herausforderungen (vgl. diesbezüglich u.a. meinen Blogbeitrag vom 8. Mai 2020). Neben der Ermittlung der erwarteten Kreditverluste ergeben sich jedoch auch besondere, nicht zu unterschätzende Herausforderungen in Bezug auf die Angaben zur Risikovorsorge im Zwischenabschluss zum 30. Juni 2020. Die Erstellung belastbarer und aussagekräftiger Angaben, die sachgerecht in eine Gesamtaussage eingebettet sind und die Besonderheiten der gegenwärtigen Lage und der einzelnen Bank angemessen reflektieren, ist dabei von zentraler Bedeutung.

In unserer neuen Publikation IFRS direkt – Schwerpunktthemen für die Zwischenberichterstattung von Kreditinstituten während der Corona-Pandemie stellen wir die Aspekte dar, die unseres Erachtens bei der Erstellung der Angaben zur Risikovorsorge im Zwischenabschluss zum 30. Juni 2020 von besonderer Bedeutung sind: Signifikante Änderungen gegenüber dem Abschluss zum 31. Dezember 2019, zukunftsgerichtete Informationen und Beurteilungen sowie Aussagekraft und Grenzen modellbasierter Berechnungen. Die Publikation richtet sich in erster Linie an Banken, die darin enthaltenen Überlegungen gelten jedoch entsprechend auch für alle IFRS 9-Anwender.

 

BFA ergänzt Fragen und Antworten zu Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Banken

Der Bankenfachausschuss des IDW hat am 30.06. und am 07.07.2020 seine Fragen und Antworten zu Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Banken (siehe hierzu meinen Blogbeitrag vom 30. April 2020) um zwei neue Fragen und Antworten ergänzt. Die aktualisierten Fragen und Antworten sind auf der Corona-Sonderseite des IDW abrufbar.

Zur Rechnungslegung enthält das Update folgende neue FAQ:

Bilanzielle Abbildung des KfW-Unternehmerkredits 2020 (Frage 2.3):

  • Der BFA vertritt die Auffassung, dass, aus dem KfW-Unternehmerkredit 2020 Kreditforderungen sowie Kreditverbindlichkeiten gegenüber der KfW bestehen, die sowohl nach HGB als auch nach IFRS als originäre Forderungen bzw. Verbindlichkeiten der Hausbank voll zu bilanzieren sind.

 

Bilanzielle Abbildung des KfW-Schnellkredits 2020 (Frage 2.3):

  • Anders als bei dem KfW-Unternehmerkredit 2020 wurden für den sog. KfW-Schnellkredit die rechtlichen Rahmenverträge mit dem Ziel geändert, nach HGB für den KfW-Schnellkredit eine Bilanzierung als Treuhandkredit gemäß § 6 Abs. 2 RechKredV und nach IFRS eine Durchleitungsvereinbarung (pass-through arrangement nach IFRS 9) zu erreichen.

HGB

  • Bei Ausreichung des KfW-Schnellkredits im eigenen Namen der Hausbank, bedarf es für die Einordnung als Treuhandkredit einer Regelung, dass die Kreditvergabe nicht für eigene, sondern für „fremde Rechnung“ erfolgt. Eine vollständige Haftungsfreistellung durch die KfW kann nach Auffassung des BFA eine Kreditvergabe „für fremde Rechnung“ und einen Treuhandkredit bewirken, wenn auch die sonstigen Vereinbarungen einer rechtlichen Einordnung als Treuhandgeschäft in der Gesamt-betrachtung nicht entgegenstehen.

IFRS

  • Nach Auffassung des BFA steht es im vorliegenden Fall einer Durchleitungsvereinbarung nach IFRS 9 nicht entgegen, wenn der Einzug per Lastschrift durch die KfW frühestens am gleichen Tag erfolgt wie die Zahlungen des Kreditnehmers bei der Hausbank eingehen.
  • Sofern auch die sonstigen Vereinbarungen zum KfW-Schnellkredit die Voraussetzungen einer Durchleitungsvereinbarung nach IFRS 9 erfüllen, werden die Forderung der Hausbank an den Endkreditnehmer sowie die Verbindlichkeit gegenüber der KfW aus dem KfW-Schnellkredit 2020 – anders als beim KfW-Unternehmerkredit 2020 – nach IFRS ausgebucht.

 

Bilanzielle Abbildung privater Moratorien? (Frage 3.4):

  • Die Inanspruchnahme eines privaten Moratoriums kann ein Indiz für ein erhöhtes Kreditausfallrisiko oder für eine Bonitätsbeeinträchtigung bzw. Einzelwertberichtigung darstellen. Zu möglichen bilanziellen Konsequenzen nach HGB und IFRS verweist der Bankenfachausschuss auf die Ausführungen zu den bilanziellen Konsequenzen, die sich bei Inanspruchnahme des gesetzlichen Moratoriums nach Art. 240 § 3 EGBGB ergeben (Frage 3.2).

Verschiebung des verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkts der Änderungen an IAS 1 zur Klassifizierung von Verbindlichkeiten

Der IASB hat heute Änderungen an IAS 1 veröffentlicht, durch die der verpflichtende Anwendungszeitpunkts der im Januar veröffentlichten Änderungen an IAS 1 zur Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig (zum Inhalt siehe unseren IFRS direkt) um ein Jahr auf den 1. Januar 2023 verschoben wird.

Eine freiwillige vorzeitige Anwendung ist – vorbehaltlich eines noch zu erfolgenden Endorsements – weiterhin möglich.

IDW zu weiteren Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Rechnungslegung nach IFRS

Das IDW hat auf seiner Homepage ein Update des fachlichen Hinweises des IDW zu Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung und deren Prüfung (Teil 3) veröffentlicht. Wir hatten über den bisherigen Hinweis in einem Blogbeitrag vom 14. April 2020 berichtet.

Zur Rechnungslegung nach IFRS enthält das Update folgende neue FAQs:

  • Aufstockungsbeträge zum Kurzarbeitergeld: Leistet ein Arbeitgeber an die Arbeitnehmer Aufstockungsbeträge zum Kurzarbeitergeld, handelt es sich nach Auffassung des IDW um kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer i.S.v. IAS 19.9 die als laufender Personalaufwand zu erfassen sind. Eine Rückstellung ist nicht zu bilden. Dies entspricht der schon bisher von uns vertretenen Auffassung (siehe HGB direkt/IFRS direkt, Ausgabe 8, April 2020).
  • Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung von FInanzinstrumenten nach IFRS 9: Das IDW thematisiert Einzelfragen zur Zulässigkeit einer Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten infolge der Corona-Pandemie, zur Berücksichtigung zukunftsgerichteter Informationen und zur Portfoliobildung im Rahmen der Ermittlung von Wertminderungen sowie zu möglichen Folgen der Corona-Pandemie für die Anwendung von Hedge Accounting auf die Absicherung geplanter Transaktionen. Wir verweisen zu diesen Themen auch auf unsere Publikationen “IFRS für die Praxis: Coronavirus: Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung nach dem 31. Dezember 2019” vom 13. März 2020, “IFRS für die Praxis: Die Ermittlung erwarteter Kreditverluste durch Industrieunternehmen in Zeiten der Coronakrise” vom 24. April 2020 sowie “IFRS für die Praxis: Post-Model-Adjustments bei der Ermittlung erwarteter Kreditverluste in Zeiten der Coronakrise” vom 14. Mai 2020.
  • Auswirkungen auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16: Ist während der Corona-Pandemie die Nutzungsmöglichkeit einer bspw. angemieteten Immobilie signifikant eingeschränkt, so ist nach Auffassung des IDW die planmäßige Abschreibung des Nutzungsrechts während der Zeit der eingeschränkten Nutzungsmöglichkeit der Immobilie fortzuführen. Darüber hinaus nimmt das IDW beispielhaft zur Bilanzierung von Mietzugeständnissen (Erlass bzw. Stundung von Leasingzahlungen) im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen beim Leasinggeber (vgl. hierzu auch unsere internationale Publikation “In depth: Accounting implications of the effects of coronavirus”, FAQs 4.6-4.9) und zu den Auswirkungen sog. force majeure-Klauseln in Leasingverträgen auf die Bilanzierung dieser Verträge nach IFRS 16 (vgl. auch “IFRS direkt: Auswirkungen von Covid-19 auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS” vom 23. April 2020) Stellung.
  • Berichterstattung über die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Anhang: Das IDW schließt sich der Empfehlung der ESMA an, Informationen über signifikante Effekte der Corona-Pandemie (möglichst auch auf quantitativer Basis) als Teil der Erläuterungen zu den in der GuV dargestellten und ausgewiesenen Beträgen in einer separaten Angabe (single note) im Anhang des Abschlusses darzustellen. Einer ggf. beabsichtigten getrennten Darstellung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in der GuV (z.B. Pro-Forma-Darstellungen o.ä.) steht das IDW kritisch gegenüber. Über die Erwartungen der ESMA an den Zwischenabschluss und den Zwischenlagebericht in Zeiten der Coronakrise berichteten wir auch in einem IFRS direkt vom 28. Mai 2020.

IBOR-Reform: Bilanzielle Behandlung von Ausgleichszahlungen aufgrund der Umstellung der Verzinsung von Barsicherheiten von EONIA auf €STR

Vor dem Hintergrund der Ablösung des EONIA durch den €STR als neuer risikofreier Zinssatz für Tagesgelder in der Euro-Zone werden die Clearinghäuser am 27. Juli einheitlich die Zinssätze für Barsicherheiten von in Euro besicherten Derivaten von EONIA auf €STR flat umstellen (sog. discounting switch). Dadurch ändert sich der beizulegende Zeitwert der Derivate, der üblicherweise durch Abzinsung der Zahlungsströme mit dem für die Verzinsung der Barsicherheit gültigen Zinssatz ermittelt wird. Um diesen Effekt auszugleichen, ist zum Zeitpunkt der Umstellung eine einmalige Ausgleichszahlung zwischen den Parteien zu leisten.

Der Bankenfachausschuss des IDW (BFA) hat nunmehr im Rahmen einer gemeinsamen Berichterstattung mit dem Fachausschuss Unternehmensberichterstattung (FAB) die bilanzielle Behandlung dieser einmaligen Ausgleichszahlung nach HGB und IFRS erörtert. Die bilanzielle Behandlung ist hiernach wie folgt:

HGB:

  • Derivate des Handelsbestands: Sofortige erfolgswirksame Erfassung der erhaltenen bzw. geleisteten Ausgleichszahlung in der Gewinn- und Verlustrechnung
  • Derivate des Nichthandelsbestands (Bankbuch): Wahlrecht zur sofortigen erfolgswirksamen Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung oder Verteilung der erhaltenen bzw. geleisteten Ausgleichszahlung über maximal die Restlaufzeit des Derivats. Die gewählte Bilanzierungsmethode ist einheitlich auf alle betroffenen Derivate anzuwenden und im Anhang zu erläutern. Die Bildung einer Drohverlustrückstellung für Derivate außerhalb des Bankbuchs bleibt hiervon unberührt.

IFRS:

  • Sofortige erfolgswirksame Erfassung im Periodenergebnis (profit or loss)

Die gemeinsame Berichterstattung ist bereits im Mitgliederbereich der IDW-Website abrufbar und wird darüber hinaus in Heft 7/2020 der IDW Life veröffentlicht.

IASB veröffentlicht Änderungen an IFRS 17

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat gestern den Änderungsstandard zu IFRS 17 “Versicherungsverträge” veröffentlicht. Der Board schließt damit einen Ende 2018 begonnenen Prozess der Entwicklung gezielter Änderungen und Klarstellungen an IFRS 17 ab, um die Implementierung des Standards, vor allem durch Versicherungsunternehmen, zu erleichtern.

Die Änderungen betreffen alle Unternehmen, die Versicherungsverträge ausgeben. Folgende wesentliche Änderungen wurden an IFRS 17 vorgenommen (u.a.):

  • Der Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 17 wird um zwei Jahre auf den 1. Januar 2023 verschoben, d.h. der neue Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, anzuwenden. Gleichzeitig wurde der Zeitraum für die vorübergehende Befreiung bestimmter Versicherungsunternehmen von der Anwendung des IFRS 9 (temporary exemption from IFRS 9) analog verlängert, so dass für die betroffenen Versicherungsunternehmen die Anwendung von IAS 39 für Geschäftsjahre, die vor dem 1. Januar 2023 beginnen, zulässig bleibt.
  • Unternehmen sind verpflichtet, einen Teil der Kosten der Ausgabe von Versicherungsverträgen (insurance acquisition cash flows) den zugehörigen erwarteten Vertragsverlängerungen zuzuordnen und diese Kosten als Vermögenswert abzugrenzen bis die Vertragsverlängerungen eintreten.
  • Bei der Bestimmung des Teils der contractual service margin, der im Gewinn oder Verlust zu erfassen ist, sind sowohl Versicherungsleistungen (insurance coverage) als auch Kapitalanlageleistungen (investment-return services bzw. investment-related services) zu berücksichtigen.
  • Gewinne aus Rückversicherungsverträgen, die den bei Zugang von belastenden Versicherungsverträgen (onerous underlying insurance contracts) zu erfassenden Verlusten gegenüberstehen, sind unter bestimmten Voraussetzungen teilweise zum gleichen Zeitpunkt wie die Verluste aus den belastenden Verträgen zu erfassen.
  • Weitere Änderungen, betreffen u.a. den Ausschluss von bestimmten Kreditkarten- und ähnlichen Verträgen (verpflichtend) sowie bestimmen Darlehensverträgen (wahlweise), die der Definition eines Versicherungsvertrags entsprechen, aus dem Anwendungsbereich von IFRS 17. Diese Verträge fallen künftig verpflichtend bzw. wahlweise in den Anwendungsbereich von IFRS 9 und ggf. weiteren Standards.


Die Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig.

Für weitere Details zu den Inhalten des Änderungsstandards verweisen wir auf unsere internationale Publikation “In brief – Amendments to IFRS 17, ‘Insurance contracts’”.

Veröffentlichung der Taxonomie-Verordnung im EU-Amtsblatt

Gestern wurde die sog. Taxonomie-Verordnung (VO (EU) 2020/852 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der VO (EU) 2019/2088) in der vom Europäischen Parlament am 18. Juni 2020 verabschiedeten Fassung im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Ich habe hierüber in meinem Blogbeitrag vom 18. Juni 2020 berichtet. Die Verordnung tritt am 12. Juli 2020 in Kraft.

Die Taxonomie-Verordnung bildet einen Rahmen für das neue grüne Klassifikationssystem in der EU und die darauf aufbauenden Berichtspflichten für bestimmte große Unternehmen. Zentrale Umsetzungsfragen wird die Europäische Kommission durch den Erlass von delegierten Rechtsakten regeln.

Der durch die Taxonomie-Verordnung vorgegebene Zeitplan sieht wie folgt aus:

  • Bis 31. Dezember 2020: delegierter Rechtsakt zur Festlegung der technischen Bewertungskriterien für die Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel
  • Bis 1. Juni 2021: delegierter Rechtsakt, der den Inhalt und die Darstellung der neuen Berichtspflichten für Unternehmen, die unter die CSR-Richtlinie fallen, näher erläutert
  • Bis 31. Dezember 2021: delegierter Rechtsakt zur Festlegung der technischen Bewertungskriterien für die Umweltziele Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Kreislaufwirtschaft, Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung, Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und Ökosysteme
  • Ab 1. Januar 2022: die neuen Berichtspflichten für Unternehmen, die unter die CSR-Richtlinie fallen, sind in Bezug auf die Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel für Veröffentlichungen von nichtfinanziellen Berichterstattungen nach der CSR-Richtlinie zu beachten
  • Ab 1. Januar 2023: die neuen Berichtspflichten für Unternehmen, die unter die CSR-Richtlinie fallen, sind in Bezug auf alle sechs Umweltziele für Veröffentlichungen von nichtfinanziellen Berichterstattungen nach der CSR-Richtlinie zu beachten

Wertminderungen von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 im Zwischenabschluss von Kreditinstituten zum 30. Juni 2020 – BFA äußert sich zu den Auswirkungen der Corona-Krise

Der Bankenfachausschuss des IDW (BFA) hatte im März einen Fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Wertminderungen von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 im Quartalsabschluss von Banken zum 31. März 2020 veröffentlicht (Link).

Im heute hierzu veröffentlichten Update stellt der BFA fest, dass die darin getroffenen Aussagen grundsätzlich auch für Zwischenberichte zum 30. Juni 2020 gelten. Danach:

  • führt die Corona-Krise nicht zu einem automatischen Stufentransfer von Finanzinstrumenten von Stufe 1 in Stufe 2 oder 3. Umgekehrt ist es aber auch nicht sachgerecht, Kreditforderungen trotz der Corona-Krise undifferenziert in Stufe 1 zu belassen.
  • ist bei der Ermittlung der Wertminderungen zum 30. Juni 2020 zu berücksichtigen, dass es im Vergleich zur Erstellung der Quartalsabschlüsse zum 31. März 2020 nunmehr wahrscheinlicher und damit weniger unsicher ist, dass die Krise noch länger andauern wird. Diese veränderten Kenntnisse über die wahrscheinliche künftige wirtschaftliche Entwicklung müssen mit in die Berechnungsmodelle (makroökonomische Szenarien und deren Gewichtung) einfließen. Vor diesem Hintergrund ist nach Auffassung des BFA davon auszugehen, dass sich die bilanzielle Risikovorsorge nach IFRS 9 zum 30. Juni 2020 erhöhen wird.
  • sind bestehende Kreditrisikomodelle daraufhin zu untersuchen, ob die auf ihrer Basis ermittelte Risikovorsorge (einschließlich der Vorgehensweise zum Stufentransfer von Finanzinstrumenten) angepasst werden müssen (sog. Post Model Adjustments), um die aktuellen Entwicklungen angemessen widerzuspiegeln. Bei ggf. vorgenommenen Modellanpassungen ist der temporäre Charakter der Corona-Krise zu beachten.

Daneben betont der BFA – wie auch die ESMA (siehe hierzu den Blogbeitrag meines Kollegen Andreas Bödecker vom 22. Mai 2020) die Notwendigkeit transparenter Angaben, die es den Abschlussadressaten ermöglichen, die Einschätzungen des Management nachzuvollziehen und sich ein zutreffendes Bild von der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Finanzinstituts zu machen.

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