Kategorie: IFRS

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Folge 5 der PwC Accounting and Reporting Talks online

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Der neueste Beitrag unserer Webcast-Reihe “PwC Accounting and Reporting Talks” ist nun verfügbar. IAS 7 „Kapitalflussrechnungen“ war um neue Angabepflichten ergänzt worden, deren Umsetzung in der Praxis von Investoren und dem IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) des IASB ausgesprochen kritisch kommentiert worden ist. Dr. Sebastian Heintges und Dr. Peter Feige erläutern die Hinweise des IFRS IC, wie die neuen Regeln in IAS 7 von ihrem Unternehmen in sinnvolle, aussagekräftige Angaben umgesetzt werden sollten.

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Folge 4 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Der neueste Beitrag unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ ist verfügbar – zu einem brandaktuellen Thema. Die Reform von EURIBOR, EONIA & Co. – auch als „IBOR-Reform“ bezeichnet – ist in aller Munde und betrifft eine Vielzahl von Finanzinstrumenten. In der Novemberausgabe unserer Webcast-Reihe erläutern Peter Flick und Christian Mertes, was sich hinter der Reform verbirgt und welche bilanziellen Folgen sich daraus ergeben, nach IFRS genauso wie nach HGB.

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DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte 2020

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat auf der 11. Jahrestagung „Bilanzkontrolle und Abschlussprüfung“ – Bilanzierung, Berichterstattung und Enforcement in Recht und Praxis am 18. November 2019 folgende nationale Schwerpunkte für die Prüfungen der Abschlüsse 2019 im kommenden Jahr 2020 veröffentlicht:

Wertminderungstest beim Geschäfts- oder Firmenwert sowie bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, insbesondere Marken – IAS 36

  • Bestimmung der sachgerechten Ebene des Wertminderungstests
  • Ermittlung des Nutzungswerts mit Hilfe plausibler Annahmen und unter BerĂĽcksichtigung des speziellen Risikos des Vermögenswerts bzw. der ZGE
  • Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzĂĽglich der Kosten der VeräuĂźerung aus der Perspektive eines unabhängigen Marktteilnehmers und unter Beachtung der Fair-Value-Hierarchie. Erfordernis einer Kalibrierung der Inputparameter anhand des Transaktionspreises beim erstmaligen Ansatz
  • Auswirkungen von IFRS 16 auf den Wertminderungstest beim Geschäfts- oder Firmenwert

 

Konzernlagebericht

  • Darstellung der Auswirkungen von IFRS 16 auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
  • Darstellung und Berechnung von bedeutsamsten Leistungsindikatoren unter BerĂĽcksichtigung der Erstanwendung von IFRS 16, insbesondere Bereinigung von Effekten bei alternativen Leistungskennziffern, Anfertigung einer Ăśberleitungsrechnung zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

 

Diese beiden Schwerpunkte ergänzen die drei gemeinsamen europäischen PrĂĽfungsschwerpunkte zum IFRS 16 „Leasingverhältnisse“, IFRS 9 „Finanzinstrumente“ bzw. 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ und IAS 12 „Ertragsteuern“, die von der ESMA am 22. Oktober 2019 veröffentlicht wurden und ĂĽber die ich am 24. Oktober 2019 bereits berichtet habe.

ESMA veröffentlicht PrĂĽfungsschwerpunkte fĂĽr 2020 – Enforcer sollen neue Berichtsstandards genauestens ĂĽberwachen

Die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) hat am 22.10. die gemeinsamen Prüfungsschwerpunkte veröffentlicht, die die europäischen Enforcer bei der Prüfung der Jahresfinanzberichte 2019 börsennotierter Unternehmen berücksichtigen sollen (abrufbar unter https://www.esma.europa.eu/document/european-common-enforcement-priorities-2019-annual-financial-reports). Die Schwerpunkte spiegeln einerseits – wie auch in den Vorjahren – die Änderungen durch IFRS 16 sowie IFRS 9 und IFRS 15 wider. Zum anderen wurden Themen aufgegriffen, die von den zuständigen nationalen Enforcementstellen im Rahmen ihrer Tätigkeiten im Jahr 2019 erkannt wurden.

Die gemeinsamen PrĂĽfungsschwerpunkten im Zusammenhang mit dem IFRS-Abschluss 2019 sind:

  • spezifische Fragen im Zusammenhang mit IFRS 16 „Leasingverhältnisse“, da bei ihrer Anwendung, insbesondere bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses und des Abzinsungssatzes, ein erhebliches Ermessen erforderlich ist;
  • Verbesserung der Informationen, die durch die erstmaligen Standardanwendungen in 2018 in den IFRS-AbschlĂĽssen ausgelöst wurden. Dies ist fĂĽr Kreditinstitute der IFRS 9 „Finanzinstrumente“ in Bezug auf erwartete Kreditausfälle und einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos sowie fĂĽr Industrieunternehmen der IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ in Bezug auf die Umsatzrealisierung, wenn wesentlichen Annahmen und Bewertungen vorzunehmen sind; und
  • die Anwendung von IAS 12 „Ertragsteuern“ mit Fokus auf aktiven latenten Steuern, die sich aus Verlustvorträgen ergeben (vgl. dazu auch die folgende Verlautbarung der ESMA: https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esma-sets-out-expectations-regarding-application-ias-12).

Die ESMA hebt auch die potenziellen Auswirkungen der IBOR Reform auf die Finanzberichterstattung hervor und betont, wie wichtig eine rechtzeitige Angabe der Folgen daraus ist. Im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten weist sie zudem auf die jüngsten Änderungen des IFRS 9 zum Hedge Accounting hin. Unternehmen sollten sich frühzeitig mit den Auswirkungen beschäftigen und den diesbezüglichen EU-Endorsement-Prozess verfolgen, der voraussichtlich rechtzeitig für den Jahresabschluss 2019 abgeschlossen sein wird.

Bezüglich der nichtfinanziellen Informationen geht die ESMA auf die Grundsätze der Wesentlichkeit und Vollständigkeit der Angaben ein, die für die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen maßgeblich sein sollten, einschließlich der Bedeutung einer ausgewogenen und verständlichen Berichterstattung. Dies sollte auch gelten für Angaben zu Umwelt- und klimabedingten Belangen, Key-Performance-Indikatoren, die Verwendung von Rahmenwerken (wie z.B. GRI) und Angaben zu Lieferketten.

Darüber hinaus erinnert die ESMA die Emittenten daran, wie wichtig es ist, angemessene Angaben zu Gründen und Nutzen von Änderungen an verwendeten Alternative Performance Measures verstehen können, insbesondere in Bezug auf Änderungen aufgrund der Umsetzung von IFRS 16.

Zudem erwartet die ESMA von den Emittenten, alle notwendigen Schritte zur Umsetzung der Anforderungen des Europäischen einheitlichen elektronischen Berichtsformats (ESEF) zu unternehmen, die ab dem Jahresabschluss 2020 gelten. Auch Angaben zu möglichen Auswirkungen eines Brexit seien von den Unternehmen im Auge zu behalten.

Es ist zu empfehlen, dass sich die Bilanzierer im Rahmen der Aufstellung des nächsten IFRS Konzernabschlusses mit den ESMA Prüfungsschwerpunkten auseinandersetzen. Die zusätzlichen nationalen Prüfungsschwerpunkte der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung werden im Rahmen der 11. Jahrestagung Bilanzkontrolle und Abschlussprüfung „Bilanzierung, Berichterstattung und Enforcement in Recht und Praxis“ am 18. November 2019 in Frankfurt a.M. bekanntgegeben werden.

 

Folge 3 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Der neueste Beitrag unserer Webcast-Reihe “PwC Accounting and Reporting Talks” ist nun verfügbar. In der Oktoberausgabe sprechen Ulrike Schmitz-Renner und Dr. Martin Schönberger über die Bilanzierung von Customizingaufwendungen bei Cloudmodellen nach HGB und IFRS. Insbesondere geht es dabei um die Aktivierungsfähigkeit von Aufwendungen zur Implementierung von über die Cloud bereitgestellte Software. Da die Software bei “Software-as-a-Service”-Modellen selbst regelmäßig nicht zu aktivieren ist, wird diskutiert, ob und unter welchen Umständen Customizingaufwendungen zu aktivieren sind. 

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IFRS IC Agenda-Entscheidung zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes unter IFRS 16 finalisiert

Das IFRS IC hat in seiner September-Sitzung seine vorläufige Entscheidung aus dem Juni zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes unter IFRS 16 finalisiert. Konkret ging es um die Frage, ob bei der Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes das Zahlungsprofil des Leasingvertrags zu berücksichtigen ist. Das Zahlungsprofil eines Leasingvertrags entspricht typischerweise einem Annuitätendarlehen, so dass gefragt war, ob ein entsprechendes Zahlungsprofil auch bei der Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes zugrunde zu legen ist. Fraglich war insbesondere, ob alternativ auf den Zinssatz für eine endfällige Finanzierung („bullet repayment loan“) zurückgegriffen werden kann.

In seiner finalen Agenda-Entscheidung hat das IFRS IC nun festgestellt, dass die Definition des Grenzfremdkapitalzinssatzes im IFRS 16 nicht explizit die Berücksichtigung des Zahlungsprofils verlangt. Gleichwohl wäre es jedoch konsistent mit der Zielsetzung des IASB, bei der Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes von einem Zinssatz für ein Darlehen auszugehen, das ein vergleichbares Zahlungsprofil aufweist wie der Leasingvertrag. Dies erscheint insb. dann naheliegend, wenn ein solcher Zinssatz ohne Weiteres beobachtbar ist.

Die Ermittlung eines angemessenen Grenzfremdkapitalzinssatzes stellt letztlich in erheblichem Maße eine Ermessensentscheidung des Unternehmens dar. In Ausübung dieses Ermessens sind m.E. die hierzu jeweils vorhandenen Informationen zu berücksichtigen. Liegt einem Unternehmen ein Zinssatz für ein Darlehen vor, das ein vergleichbares Zahlungsprofil aufweist wie der Leasingvertrag, erscheint es m.E. auf Basis der IFRS IC-Entscheidung naheliegend, diesen Zinssatz als Ausgangspunkt zugrunde zu legen. Andernfalls sind vom bilanzierenden Unternehmen im Rahmen eines pflichtgemäßen Ermessens andere sachgerechte Schätzverfahren zur Ableitung eines angemessenen Grenzfremdkapitalzinssatzes festzulegen.

Der Wortlaut der IFRIC-Agenda-Entscheidung ist ĂĽber folgenden Link zu erreichen.

IASB finalisiert Phase 1 seines Projekts zur „IBOR-Reform“

Der IASB hat Ă„nderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 veröffentlicht und damit die Phase 1 des Projekts „Interest Rate Benchmark Reform“ abgeschlossen. Die Vorschläge stehen im Zusammenhang mit der Reform von Referenzzinssätzen (z. B. LIBOR), speziell mit der gegenwärtig bestehenden Unsicherheit darĂĽber, wann und wie die aktuellen Referenzzinssätze ersetzt werden.

Die Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 haben zur Folge, dass Hedge-Beziehungen, die ansonsten in Folge dieser Unsicherheit zu beenden gewesen wären, fortzuführen sind. Dies wird dadurch erreicht, dass Unternehmen für Zwecke bestimmter zukunftsgerichteter Beurteilungen unterstellen sollen, dass der Referenzzinssatz, auf dem ein abgesicherter Zahlungsstrom oder die Zahlungsströme eines Sicherungsinstruments basieren, durch die Reform nicht verändert wird. Im Zusammenhang mit den vorgenannten Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 wird IFRS 7 um Angabepflichten ergänzt, die insbesondere Art und Umfang der Betroffenheit des Unternehmens von der Reform der Referenzzinssätze betreffen.

Die Ă„nderungen sind ĂĽberwiegend deckungsgleich mit den Vorschlägen in ED/2019/1 „Interest Rate Benchmark Reform“. Im Vergleich zum ED umfassen die finalen Ă„nderungen insbesondere eine zusätzliche Anpassung an IAS 39, wonach während der Unsicherheit durch die Reform auch solche Sicherungsbeziehungen weitergefĂĽhrt werden können, deren Effektivität auĂźerhalb der 80-125% Bandbreite liegt (wenn alle anderen Voraussetzungen erfĂĽllt sind).

Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen, anzuwenden. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung ist möglich.

Die Finalisierung der Ă„nderungen markiert zugleich den Beginn der Phase 2 des Projekts „Interest Rate Benchmark Reform“, während der sich der IASB mit den potenziellen Auswirkungen der tatsächlichen Ă„nderung von Referenzzinssätzen beschäftigen und die Notwendigkeit weiterer Standardänderungen erörtern wird.

PwC Accounting and Reporting Talks

Die Welt der externen Unternehmensberichterstattung ist vielfältig und komplex – HGB und IFRS, finanzielle und nichtfinanzielle Berichterstattung, neue Vorschriften, neue Auslegungen und neue Themen. 

Bislang haben wir Sie ĂĽber aktuelle Neuerungen ĂĽber unseren Accounting Aktuell Blog sowie mit Hilfe diverser Publikationen auf unserer National Office Homepage informiert. Ab sofort wollen wir unser Knowhow mit Ihnen auch in Form von Webcasts teilen.

In unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ diskutieren unsere Experten für Sie die aktuellen Entwicklungen rund um die externe Unternehmensberichterstattung und ihre Auswirkungen – jeden Monat, auf Deutsch, die ganze Vielfalt, aber nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht. Damit Sie stets up to date bleiben.

Einen Überblick über die „PwC Accounting and Reporting Talks“ gibt das Intro-Video. Und auch die ersten fachlichen Webcasts sind bereits erschienen, „DRS 25: Währungsumrechnung im Konzernabschluss“ und „Auswirkungen von IFRS 16 auf den Impairment Test“. Lassen Sie sich überraschen und schauen Sie rein, über unsere Homepage oder auf YouTube. Und damit Sie nichts verpassen, können Sie die Webcast-Reihe selbstverständlich auch abonnieren, natürlich kostenlos. Senden Sie dazu einfach eine E-Mail an: SUBSCRIBE_Accounting_and_Reporting_Talks@de.pwc.com.

Neues zum Goodwill-Impairmenttest

Der IASB diskutiert bereits seit Längerem über mögliche Änderungen an den bestehenden Vorschriften zur Durchführung von Wertminderungstests für Geschäfts- und Firmenwerte (Goodwills) sowie immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer.

Die Tests sind z. Zt. zwingend jährlich durchzuführen und bei Vorliegen von Hinweisen auf eine mögliche Wertminderung (sog. trigger events).

Im Gespräch war u. a. die WiedereinfĂĽhrung einer verpflichtenden planmäßigen Abschreibung der o. g. Posten. In seiner Juni-Sitzung sprach sich  nunmehr eine Mehrheit der Board-Mitglieder gegen diese Idee aus. Im fĂĽr Ende 2019 avisierten Discussion Paper soll vorgeschlagen werden, beim bisherigen „Impairment-Only-Modell“ zu verbleiben und dieses sogar dahingehend zu vereinfachen, dass das Erfordernis einer jährlichen WertminderungsprĂĽfung gestrichen werden soll. Dies erstaunt im Hinblick auf die zuvor gefĂĽhrten Diskussionen zur WiedereinfĂĽhrung einer planmäßigen Abschreibung, die gerade auch der Tatsache geschuldet waren, dass man subjektiv die Goodwill-Ansätze in vielen AbschlĂĽssen als sehr hoch empfand und man in der Praxis nur selten wesentliche Wertminderung von Goodwills beobachten kann. Der nunmehr vorgeschlagene Ansatz, der sogar die jährliche ĂśberprĂĽfung abschaffen will, ist in dieser Hinsicht m. E. eher kontraproduktiv hinsichtlich der Zielsetzung des IASB das Problem „too little, too late“ anzugehen.

Da die Abstimmung für diesen Vorschlag im Board jedoch knapp ausfiel (8 zu 6), soll das Discussion Paper weiterhin Argumente für und wider das Impairment-Only-Modell vs. die Wiedereinführung einer planmäßigen Abschreibung enthalten.

Exposure Draft zu Änderungen an IFRS 17 „Versicherungsverträge“ veröffentlicht

Am 26. Juni 2019 hat der International Accounting Standards Board (IASB) den Exposure Draft (ED) zur Änderung von IFRS 17 veröffentlicht. Mit den vorgeschlagenen Änderungen am Standard hat der Board auf die Herausforderungen reagiert, denen sich Unternehmen im Rahmen der Implementierung des IFRS 17 ausgesetzt sehen, und eine Reihe von Erleichterungen zur Diskussion gestellt. Maßstab für eine Berücksichtigung war zum einen die Konsistenz der vorgeschlagenen Anpassungen mit den bestehenden Grundprinzipien des IFRS 17 und zum anderen, das Ausmaß, in dem die Änderungen die bereits begonnene Implementierung des Standards beeinflussen.

Die vorgeschlagenen Ă„nderungen lassen sich grob in vier Bereiche einteilen:

  • Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkt: Um einerseits dem hohen Implementierungsaufwand Rechnung zu tragen, andererseits die Anwendung des Standards nicht unnötig hinauszuzögern, wird eine Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts um ein Jahr auf den 1. Januar 2022 vorgeschlagen. Analog soll die fĂĽr Versicherungsunternehmen unter bestimmten Voraussetzungen geltende spätere Frist zur Anwendung des IFRS 9 ebenfalls um ein Jahr verlängert werden.
  • Zusätzliche Ausnahmen vom Anwendungsbereich: Bereits jetzt sind einzelne Verträge, die grundsätzlich die Kriterien eines Versicherungsvertrags erfĂĽllen, vom Anwendungsbereich des IFRS 17 ausgenommen (zum Beispiel von Herstellern im Zusammenhang mit dem Verkauf von GĂĽtern gewährte Garantien). Der Exposure Draft schlägt nun weitere (optionale) AnwendungsausschlĂĽsse vor, die insbesondere fĂĽr Banken von Relevanz sind. Betroffen sind zum Beispiel bestimmte Kreditkartenverträge, die auch Versicherungsleistungen beinhalten, oder einzelne Kreditverträge, bei denen dem Schuldner bei Eintritt eines Versicherungsfalls Zahlungen erlassen werden.
  • Ă„nderungen im Rahmen des Ansatzes/der Bewertung von Versicherungsverträgen:
    • Verteilung der Anschaffungskosten (acquisition costs): In vielen Fällen beziehen sich vom Versicherungsunternehmen gezahlte Provisionen ökonomisch auch auf erwartete Vertragsverlängerungen. Der Exposure Draft sieht vor, dass diese Kosten – anders als bisher – unter bestimmten Voraussetzungen den erwarteten Vertragsverlängerungen zugeordnet werden können. Ist dies der Fall, mĂĽssen die aktivierten Anschaffungskosten regelmäßig auf ihre Werthaltigkeit hin ĂĽberprĂĽft werden.
    • Verteilung des Gewinns (contractual service margin) ĂĽber die Vertragslaufzeit: FĂĽr Verträge, die neben dem Versicherungsschutz auch Investmentservices beinhalten, schlägt der Exposure Draft vor, beide Leistungen – d.h. nicht nur die Versicherungsleistung – bei der Verteilung zu berĂĽcksichtigen.
    • Anwendung der Risikominderungsoption (risk mitigation option): Der Exposure Draft schlägt vor, dass neben Derivaten auch RĂĽckversicherungsverträge als Instrument zur Risikominderung verwendet werden können.
    • Erfassung von Gewinnen bei proportionaler RĂĽckversicherung: Sofern die zu Grunde liegenden Versicherungsverträge verlustbringend sind (und entsprechend bereits im Zugangszeitpunkt ein Aufwand erfasst wird), sollen unter bestimmten Voraussetzungen Erträge aus proportionaler RĂĽckversicherung teilweise ebenfalls bereits im Zugangszeitpunkt erfasst werden können.
    • Ăśbergangsvorschriften: Den Ăśbergangsvorschriften werden durch den Entwurf diverse Vereinfachungen hinzugefĂĽgt.
  • Bilanzausweis: Der Ausweis von Versicherungsverträgen soll nicht mehr auf Basis von Gruppen, sondern auf Basis von (i.d.R. größeren) Portfolien erfolgen.

Andere von diversen Stakeholdern aufgeworfene Themen – wie beispielsweise die Definition der unit of account oder der Umfang der bei Rückversicherungsverträgen zu berücksichtigenden Zahlungen – wurden nicht in den Exposure Draft aufgenommen.

Der IASB sieht fĂĽr den Exposure Draft eine verkĂĽrzte Kommentierungsfrist bis zum 25. September 2019 vor; die finalen Ă„nderungen sollen dann Mitte 2020 verabschiedet werden.