Kategorie: Sustainability

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Frist fĂŒr RĂŒckmeldungen zur angestrebten Überarbeitung der CSR-Richtlinie verlĂ€ngert

Im Zuge der anhaltenden Corona-Krise hat die EuropĂ€ische Kommission die Kommentierungsfrist der Konsultation zur Überarbeitung der CSR-Richtlinie (EU-Richtlinie 2014/95/EU) auf den 11. Juni 2020 verlĂ€ngert. UrsprĂŒnglich waren RĂŒckmeldungen auf die insgesamt 45 Fragen bis zum 14. Mai 2020 vorgesehen, wie ich am 21. Februar 2020 gebloggt habe.

Die Kommission sieht unverĂ€ndert vor, bereits bis zum Jahresende die Überarbeitung der Richtlinie abgeschlossen zu haben. Angesichts der sehr breit angelegten Konsultation, die neben den inhaltlichen Angabepflichten u.a. auch die Themen PrĂŒfungspflicht und Anwendungsbereich aufgreift, darf man gespannt bleiben, welchen weiteren Weg die Kommission fĂŒr die nichtfinanzielle Berichterstattung in Europa einschlagen wird. Unternehmen und sonstige Interessierte haben nunmehr gut einen Monat mehr Zeit, sich an der Konsultation zu beteiligen.

Öffentliche Konsultation zur Überarbeitung der CSR-Richtlinie

Am 20. Februar 2020 hat die EU-Kommission eine öffentliche Konsultation zur Überarbeitung der CSR-Richtlinie (EU-Richtlinie 2014/95/EU) gestartet. Bereits am 30. Januar 2020 hatte die EU-Kommission eine erste FolgenabschĂ€tzung zur ÜberprĂŒfung der Regelungen fĂŒr die nichtfinanzielle Berichterstattung veröffentlicht, ĂŒber die ich in meinem Blogbeitrag vom 3. Februar 2020 berichtet habe.

Die Konsultation umfasst insgesamt 45 Fragen, die sich auf die folgenden Themenbereiche beziehen:

  • QualitĂ€t und Umfang der offenzulegenden nichtfinanziellen Informationen,
  • Standardisierung der Berichterstattung,
  • Anwendung des Grundsatzes der Wesentlichkeit,
  • PrĂŒfungspflicht und PrĂŒfungsumfang,
  • Digitalisierung,
  • Format der Berichterstattung (Bestandteil des Lageberichts vs. gesonderter Bericht),
  • Anwendungsbereich der Berichtspflicht,
  • Vereinfachung und Reduzierung des Verwaltungsaufwands fĂŒr die Unternehmen.

RĂŒckmeldungen zur Konsultation sind bis zum 14. Mai 2020 möglich (online Anmeldung erforderlich).

European Corporate Reporting Lab@EFRAG: Bericht zur Verbesserung der klimabezogenen Berichterstattung

Im Rahmen des Aktionsplans der EU zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums wurde durch die EFRAG ein Corporate Reporting Lab ins Leben gerufen. Die Arbeitsgruppe fĂŒr klimabezogene Berichterstattung (Project Task Force on Climate-related Reporting – PTF-CRR) veröffentlichte gestern einen ersten umfangreichen Bericht mit dem Titel „How to improve climate-related reporting – A summary of good practices from Europe and beyond“.

Der Bericht enthĂ€lt eine umfangreiche Bestandsaufnahme zu best practice-Beispielen klimabezogener Berichterstattung sowie zur Verwendung von Klimaszenarioanalysen mit einem Fokus auf der europĂ€ischen Berichterstattungspraxis. Auf Basis der erhobenen Informationen und eines umfangreichen Stakeholderdialogs entwickelt die PTF-CRR Empfehlungen zur Steigerung der QualitĂ€t der klimabezogenen Berichterstattung und weist auf grundlegende Fehler hin, die vermieden werden sollten. Dazu werden in zwei Beilagen die Praxisbeispiele dargestellt und analysiert. Neben der Bedeutung eines solchen Beitrags fĂŒr die berichtenden Unternehmen ist zu erwarten, dass die Ergebnisse der PTF-CRR in Verbindung mit dem Nachtrag zur klimabezogenen Berichterstattung zu den unverbindlichen Leitlinien der EuropĂ€ischen Kommission auch in die Überarbeitung der CSR-Richtlinie einfließen werden. Über die bevorstehende Überarbeitung habe ich bereits zu Beginn der Woche an dieser Stelle berichtet.

Die Arbeitsgruppe stellt grundsĂ€tzlich eine kontinuierliche Verbesserung der Klimaberichterstattung in verschiedenen Bereichen fest. Gleichzeitig zeigt sich, dass es kaum Unternehmen bislang gelingt, das gesamte Spektrum der Klimaberichterstattung gleichermaßen fundiert in ihrer Berichterstattung umzusetzen. Die klimabezogene Berichterstattung stellt die Unternehmen weiterhin vor wesentliche Herausforderungen, um den stetig wachsenden InformationsbedĂŒrfnissen der Adressaten gerecht zu werden, dies gilt insbesondere fĂŒr die Nutzung von Szenarioanalysen.

EU-Kommission: Überarbeitung der Regelungen zur nichtfinanziellen Berichterstattung

Am 30. Januar 2020 hat die EU-Kommission einen Fahrplan zur Überarbeitung der Regelungen zur nichtfinanziellen Berichterstattung angekĂŒndigt.

Hintergrund der geplanten Überarbeitung ist der wachsende Bedarf von Investoren und zivilgesellschaftlichen Organisationen an nichtfinanziellen Informationen, der ĂŒber die bestehenden Berichterstattungspflichten hinausgeht. Derzeit sind bestimmte große Unternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern aufgrund der CSR-Richtlinie (EU-Richtlinie 2014/95/EU) verpflichtet, Angaben in Bezug auf Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie BekĂ€mpfung von Korruption und Bestechung zu machen. Mit der geplanten Überarbeitung sollen zugleich unnötige Belastungen der Unternehmen durch die nichtfinanzielle Berichterstattung reduziert werden. Zur Erreichung dieser Ziele hat die EU-Kommission zunĂ€chst die folgenden Optionen bestimmt:

  1. Ausbau und Erweiterung der bestehenden Leitlinien fĂŒr die Berichterstattung ĂŒber nichtfinanzielle Informationen, Ă€hnlich dem Nachtrag zur klimabezogenen Berichterstattung von 2019, ĂŒber den ich im letzten Jahr berichtet habe;
  2. Entwicklung eines freiwilligen nichtfinanziellen Berichtsstandards;
  3. Überarbeitung der CSR-Richtlinie, u.a. Anpassung des Anwendungsbereichs, genauere Definition der berichtspflichtigen nichtfinanziellen Angaben, verpflichtende Anwendung eines nichtfinanziellen Berichtsstandards, StĂ€rkung des Enforcement-Verfahrens.

Zur UnterstĂŒtzung des weiteren Verfahrens ist eine FolgenabschĂ€tzung in Vorbereitung. In diesem Zusammenhang kann die interessierte Öffentlichkeit bis zum 27. Februar 2020 Feedback zur Initiative der EU-Kommission geben.