Jährliche Archive: 2015

Disclosure Initiative: Sage klar, knapp nur Wesentliches!

Die Disclosure Initiative des IASB gewinnt an Aufmerksamkeit. Der verpflichtende IASB-Erstanwendungszeitpunkt der Änderungen an IAS 1 zur Disclosure Initiative rückt näher, das EU-Endorsement der Änderungen wird für das vierte Quartal 2015 erwartet und das IASB hat kürzlich einen Entwurf von Leitlinien zur praktischen Umsetzung des Konzepts der Wesentlichkeit veröffentlicht (ED/2015/8: „IFRS Practice Statement: Application of Materiality to Financial Statements“). Auch die European Securities and Markets Authority (ESMA) beschäftigt sich mit der Disclosure Initiative, befürwortet ihre Ziele […]

Neudefinition der Umsatzerlöse nach BilRUG: HFA klärt erste Anwendungsfragen

Das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) darf zwar im Wesentlichen erst für Geschäftsjahre mit Beginn nach dem 31. Dezember 2015 angewendet werden. Zulässig ist allerdings, die Neuregelungen zu den Schwellenwerten und zu den Umsatzerlösen schon vorzeitig anzuwenden. Mit ersten Fragen dazu hat sich der Hauptfachausschuss (HFA) des IDW in seiner Sitzung am 10./11. September 2015 befasst. Die Ergebnisse wurden mittlerweile im Mitgliederbereich auf der IDW Homepage bekannt gemacht. Die Fragen betreffen zum einen die Anwendbarkeit von Aufstellungserleichterungen für […]

IFRS 15: Kundenoptionen zum Erwerb weiterer Leistungen – Spagat zwischen rechtlicher und wirtschaftlicher Sicht – Ausschlag zugunsten der rechtlichen Sicht?

Die TRG tagt am 9. November 2015 erneut zu IFRS 15 – Revenue Recognition from Contracts with Customers und diskutiert auch Kundenoptionen zum Erwerb weiterer Leistungen. Eine der aus unserer Sicht gegenwärtig zu IFRS 15 intensiv diskutierten Fragen ist: Sind Optionen der Kunden auf den Bezug zusätzlicher Güter oder Dienstleistungen als variable Kaufpreisbestandteile schon von Beginn an zu berücksichtigen oder erst, wenn der Kunde sie ausgeübt hat und das Unternehmen dadurch durchsetzbare Rechte und Pflichten […]

HFA verabschiedet Entwurf einer Neufassung der Stellungnahme zum Abschlussprüferhonorar

Nach HGB sind im Anhang oder Konzernanhang von Abschlüssen grundsätzlich Angaben zum Abschlussprüferhonorar erforderlich, aufgeschlüsselt nach diversen Leistungen. Die bisherige Stellungnahme des Hauptfachausschusses des IDW ließ die eine oder andere Frage zum Umfang des Gesamthonorars und zur Abgrenzung der einzelnen Leistungen offen. Mit dem Entwurf einer Neufassung der bisherigen Stellungnahme (IDW ERS HFA 36 n.F.), der am 8. Oktober 2015 vom IDW bekannt gemacht wurde, sollen diese Lücken geschlossen werden. Zu diesem Zweck wurden u.a. […]

Handelsrechtlich unveränderte Gewinnrealisierung bei Abschlagszahlungen nach HOAI a.F. und HOAI n.F. bzw. Abschlagszahlungen nach § 632a BGB

Am 8. Oktober 2015 hat das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) über die 241. Sitzung des HFA berichtet. In dieser wurde erneut das BFH-Urteil vom 14. Mai 2014 (Az. VIII R 25/11) und erstmals das daran anknüpfende BMF-Schreiben vom 29. Juni 2015 diskutiert. Nach dem BFH-Urteil sind Gewinne bei Planungsleistungen eines Architekten oder Ingenieurs bereits dann zu realisieren, wenn ein Anspruch auf Abschlagszahlung nach § 8 Abs. 2 der Verordnung über die Honorare für Architekten- und […]

Änderungen bei den Vorschriften zum Ordnungsgeld und zu den DPR-Prüfungen vom Deutschen Bundestag beschlossen

Der Deutsche Bundestag hat in seiner Sitzung am 1. Oktober 2015 das Gesetz zur Umsetzung der Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie in der Fassung der Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses (BT-Drucks. 18/6220) angenommen. Auswirkungen ergeben sich daraus insbesondere auf das Wertpapierhandelsgesetz. Im Bereich des HGB kommt es nur zu punktuellen Änderungen, neben der Bereinigung von Redaktionsversehen durch das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) insb. in den Bereichen des Ordnungsgelds und der Prüfungen durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR): Unterlassen kapitalmarktorientierte […]

Ausnahme für Versicherungsunternehmen beim EFRAG Endorsement Advice zu IFRS 9

Am 15. September 2015 sprach die EFRAG eine Empfehlung zur Übernahme von IFRS 9 „Finanzinstrumente“ in EU-Recht an die Europäische Kommission aus. Die finale Fassung von IFRS 9 wurde vom IASB am 24. Juli 2014 veröffentlicht. Der neue Standard ersetzt IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“ und ist für die Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, erstmalig verpflichtend anzuwenden. Im Endorsement Advice bestätigt die EFRAG, dass IFRS 9 die qualitativen Kriterien der Relevanz, Verlässlichkeit, Vergleichbarkeit und Verständlichkeit […]

IASB veröffentlicht Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts des IFRS 15

Die bereits im Juli dieses Jahres vom IASB angekündigte Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts des IFRS 15 (siehe Blogbeitrag vom 23. Juli 2015) wurde heute durch Veröffentlichung einer entsprechenden Standardänderung offiziell finalisiert. Damit verschiebt sich der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt des Standards auf den 1. Januar 2018; eine freiwillige vorzeitige Anwendung – vorbehaltlich eines noch zu erfolgenden Endorsements – ist weiterhin möglich. Spannend ist nun, welche Kommentierungen zu den am 30. Juli 2015 vom IASB im ED/2015/6 vorgeschlagenen Klarstellungen […]

PwC-Beilage zu BilRUG in der Zeitschrift Der Betrieb erschienen

Das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) ist am 23. Juli 2015 in Kraft getreten und stellt die größte Reform der handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften seit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) 2009 dar. Auch wenn das BilRUG im Wesentlichen erst in Geschäftsjahren, die nach dem 31. Dezember 2015 beginnen, angewendet werden darf, stellen sich schon heute eine Vielzahl von Fragen zu den Neuregelungen. Um möglichst frühzeitig und umfassend an deren Lösung mitzuwirken, hat PwC eine Sammlung von 12 Aufsätzen zu allen rechnungslegungs- und […]

IASB beschließt Verschiebung der verpflichtenden Anwendung des IFRS 15

Die von allen Seiten erwartete Verschiebung der verpflichtenden Erstanwendung des IFRS 15 um ein Jahr auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1.1.2018 beginnnen, ist gestern vom IASB beschlossen worden. Die formale Umsetzung in den Standard ist für September vorgesehen. Jetzt wird mit Spannung erwartet, wie die Änderungsvorschläge der Technical Resource Group (TRG) vom IASB aufgegriffen werden und wenn ja, wie zügig sie in einen Standardentwurf umgesetzt und zur Kommentierung veröffentlicht werden. Das letzte Wort […]

BilRUG in Kraft getreten

Am 22. Juli 2015 ist das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) im Bundesgesetzblatt 2015, Teil I, S. 1245 ff. verkündet und damit heute, am 23. Juli 2015 in Kraft getreten. Wann die neuen Vorschriften allerdings erstmals angewendet werden dürfen oder anzuwenden sind, hängt von den spezifischen Erstanwendungsregelungen ab: Freiwillig dürfen ab heute nur die neuen Vorschriften rund um die Schwellenwerte, und diese nur gemeinsam mit der erweiterten Definition der Umsatzerlöse, angewendet werden, und zwar auf Jahres- und Konzernabschlüsse […]

Handelsrechtliche Auffassung zur Bilanzierung bei verbilligtem Handyverkauf geändert

Am 23. Juni hat das Institut der Wirtschaftsprüfer (IdW) über die 240. Sitzung des Hauptfachausschusses (HFA) berichtet. In dieser wurde unter anderem ein BFH-Urteil vom 15. Mai 2013 diskutiert. Danach muss ein Mobilfunkunternehmen für die verbilligte Abgabe von Mobilfunkgeräten bei gleichzeitigem Abschluss von Mobilfunkdienstleistungsverträgen mit 24-monatiger Mindestlaufzeit steuerlich einen aktiven Rechnungsabgrenzungsposten bilden. Bislang vertrat der HFA die Auffassung, der Verlust aus einem solchen Handyverkauf sei handelsrechtlich sofort aufwandswirksam zu erfassen. Nunmehr kommt stattdessen die Aktivierung […]

Handelsrechtliche Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen auf dem Prüfstand

In der Sitzung des Bundestags am 18. Juni 2015 hat dieser die Bundesregierung aufgefordert, kurzfristig zu prüfen, ob der bisherige 7-Jahres-Durchschnittszeitraum, über den der Abzinsungssatz für Rückstellungen zu ermitteln ist, angepasst werden muss und ggf. eine angemessene Neuregelung vorzuschlagen. Hintergrund dieser vom Bundestag angenommenen Beschlussempfehlung des Rechtsausschusses des Bundestags ist das derzeitige niedrigere Zinsniveau. Dieses lässt den Abzinsungssatz für Rückstellungen künftig weiter sinken und führt entsprechend zu einer Erhöhung des Wertes der Rückstellungen. Nach der […]

Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) im Bundestag verabschiedet

Am 18. Juni 2015 wurde das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) im Bundestag verabschiedet. Im Gegensatz zum bisherigen Regierungsentwurf dürfen die meisten Neuregelungen nicht mehr freiwillig vorzeitig angewendet werden, sondern erst in Geschäftsjahren, die nach dem 31. Dezember 2015 beginnen. Etwas anderes gilt nur für die Anhebung der Schwellenwerte. Diese dürfen, zusammen mit der erweiterten Definition der Umsatzerlöse, bereits für Geschäftsjahre angewendet werden, die nach dem 31. Dezember 2013 beginnen, vorausgesetzt, die Abschlüsse sind noch offen, wenn das […]

Institut der Wirtschaftsprüfer veröffentlicht neue Anwendungshinweise zum Werthaltigkeitstest nach IAS 36 (IDW RS HFA 40)

Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) hat am 2. Juni 2015 die Verabschiedung der finalen Fassung des IDW RS HFA 40 „Einzelfragen zu Wertminderungen von Vermögenswerten nach IAS 36“ bekanntgegeben (siehe IDW-Website). Die finale Fassung der Stellungnahme weist gegenüber der im Juni 2014 veröffentlichten Entwurfsfassung keine wesentlichen Änderungen auf. Mit der neuen Stellungnahme werden die bisher in IDW RS HFA 16 „Bewertungen bei der Abbildung von Unternehmenserwerben und bei Werthaltigkeitsprüfungen nach IFRS“ enthaltenen […]

E-DRS 32 „Immaterielle Vermögensgegenstände im Konzernabschluss“ veröffentlicht

Der HGB-Fachausschuss des DRSC hat am 13. Mai 2015 den Standardentwurf E-DRS 32 „Immaterielle Vermögensgegenstände im Konzernabschluss“ auf der Homepage des DRSC veröffentlicht. Er soll für alle Mutterunternehmen gelten, die einen handelsrechtlichen Konzernabschluss erstellen. Unternehmen, die einen handelsrechtlichen Jahresabschluss erstellen, wird die Anwendung empfohlen. Der Standardentwurf adressiert insbesondere die folgenden Anwendungsfragen bei der handelsrechtlichen Abbildung immaterieller Vermögensgegenstände: Abgrenzung zwischen materiellen und immateriellen, erworbenen und selbst geschaffenen Vermögensgegenständen sowie von Vermögensgegenständen des Anlage- und Umlaufvermögens; Aktivierungsvoraussetzungen […]

Neue IDW-Verlautbarung zur handelsrechtlichen Behandlung von Kreditderivaten veröffentlicht

Am 8. Mai 2015 wurde die Neufassung der Stellungnahme des Bankenfachausschusses des IDW zur handelsrechtlichen Behandlung von Kreditderivaten im Nichthandelsbestand (IDW RS BFA 1) veröffentlicht. Deren Ausführungen gelten – abgesehen von geschäftszweigspezifischen Besonderheiten – für alle Kaufleute entsprechend. Im Unterschied zur bisherigen Fassung der Stellungnahme ist für die handelsrechtliche Behandlung beim Sicherungsgeber und beim Sicherungsnehmer künftig danach zu unterscheiden, ob es sich bei dem Finanzinstrument um ein freistehendes Kreditderivat oder um ein Kreditderivat handelt, welches […]

Reverse Factoring – Entwurf zur Ergänzung des IDW RS HFA 9

Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat am 7. Mai 2015 einen Entwurf zur Ergänzung des IDW Rechnungslegungsstandards HFA 9 (IDW RS HFA 9) veröffentlicht, der diesen um Erläuterungen hinsichtlich der Bilanzierung von Reverse-Factoring-Transaktionen ergänzt. Bei Reverse-Factoring handelt es sich um eine Finanzierungsform über Forderungsverkäufe, die im Unterschied zum „typischen“ Factoring nicht vom Gläubiger (Lieferant), sondern vom Forderungsschuldner (Kunde) oder der finanzierenden Bank initiiert wird. Im Rahmen von Reverse-Factoring-Vereinbarungen werden in der Regel die Vertragsbedingungen der ursprünglichen Forderung […]

Impairment Transition Group diskutiert IFRS 9 – Anwendungsfragen

Ende April 2015 fand erstmalig ein Meeting der neu gegründeten IFRS Transition Resource Group for Impairment of Financial Instruments (kurz: ITG) statt. Die ITG besteht aus Vertretern von Bilanzerstellern und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften verschiedener Länder. Ziel der ITG ist es, Fragen, die sich bei der Implementierung der IFRS 9-Impairment-Regelungen ergeben, im Rahmen eines öffentlichen Forums zu analysieren und zu diskutieren. Der IASB soll von der ITG fortlaufend über die diskutierten Themen informiert werden, um entsprechend auf die […]

EU-Endorsement des IFRS 9 voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2015

EFRAG hat den Entwurf eines endorsement advice letters zur Übernahme des IFRS 9 in das EU-Recht veröffentlicht. Der Entwurf beinhaltet insbesondere die Einschätzung der EFRAG, inwieweit der neue Standard die Kriterien für ein EU-Endorsement erfüllt und ob der neue Standard dem europäischen Allgemeinwohl förderlich ist (einschließlich einer Kosten-Nutzen-Analyse in Bezug auf die Implementierung). Das Endorsement wird für das zweite Halbjahr 2015 erwartet. IFRS 9 ersetzt die Vorschriften des IAS 39 zu Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten. […]

Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen verkündet

Am 30. April 2015 wurde das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst im Bundesgesetzblatt verkündet. Danach ergeben sich für bestimmte Unternehmen erweiterte Berichtspflichten in der sogenannten Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB, die als Bestandteil des Lageberichts oder auf der Internetseite des Unternehmens abzugeben ist: Für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen, die der paritätischen Mitbestimmung unterliegen, wird eine Geschlechterquote von mindestens 30% (sog. Mindestanteil) […]

Änderungen bei den Vorschriften zum Ordnungsgeld und zu den DPR-Prüfungen geplant

Die Bundesregierung hat am 29. April 2015 den Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie beschlossen. Damit kommt sie ihrer Verpflichtung nach, die Änderungen der EU-Transparenzrichtlinie in deutsches Recht umzusetzen, was bis Ende November 2015 zu erfolgen hat. Handelsrechtlich sind in diesem Zusammenhang nur punktuelle Änderungen vorgesehen, insb. in den Bereichen des Ordnungsgelds und der Prüfungen durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR): Unterlassen kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften die Offenlegung von Rechnungslegungsunterlagen, soll das Ordnungsgeld erheblich […]

IASB plädiert für Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts des IFRS 15

In seiner gestrigen Sitzung hat der IASB vorläufig entschieden, den Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 15 um ein Jahr zu verschieben, d. h. erst für Geschäftsjahre vorzuschreiben, die am oder nach dem 1.1.2018 beginnen. Hierzu soll ein Änderungsentwurf veröffentlicht werden, der neben der Verschiebung des verpflichtenden Anwendungszeitpunkts auch noch von der Transition Resource Group (TRG) vorgeschlagene Klarstellungen enthält. Der Entwurf soll nur eine kurze Kommentierungsfrist haben. Der IASB hat sich aus meiner Sicht zu der Verschiebung entschieden, […]

Leasingprojekt des IASB nähert sich seinem Abschluss

Nach fast neun Jahren Projektdauer, zwei Standardentwürfen und gefühlt unendlichen, teils sehr kontroversen Diskussionen hat der IASB in seiner Sitzung am 17. März 2015 seine Beratungen zum neuen Leasingstandard weitgehend abgeschlossen. Der finale Standard, dessen Veröffentlichung noch für 2015 erwartet wird, wird insbesondere für Leasingnehmer zu weitreichenden Änderungen führen. Die Vorgabe, grundsätzlich alle Leasingverhältnisse in der Bilanz als Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu erfassen und als Finanzierungsvorgang darzustellen, selbst wenn es sich nach den bisherigen Regeln des […]

E-DRS 30 „Kapitalkonsolidierung“ und E-DRS 31 „Konzerneigenkapital“ veröffentlicht

Der HGB-Fachausschuss des DRSC hat am 12. März 2015 die Standardentwürfe E-DRS 30 „Kapitalkonsolidierung“ und E-DRS 31 „Konzerneigenkapital” veröffentlicht. E-DRS 30 soll, wenn er als endgültiger Standard durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) bekanntgemacht wird, den bisherigen DRS 4 „Unternehmenserwerbe im Konzernabschluss” ersetzen. Mit E-DRS 30 sollen zahlreiche Anwendungsfragen der Erst-, Folge-, Ent- und Übergangskonsolidierung bei der Anwendung der §§ 301, 307 und 309 HGB beantwortet werden. Zu den wesentlichen Anwendungsfragen, die […]

Ausweis negativer Zinsen – Aktuelle Diskussionen im IFRS IC und Implikationen für die Praxis

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat auf seiner Sitzung am 5. Juni 2014 beschlossen, für bei ihr getätigte Einlagen bei Überschreitung bestimmter Grenzwerte negative (Einlagen-)Zinsen zu erheben. Geschäftsbanken, die ihre Liquidität kurzfristig bei der EZB deponieren wollen, müssen als Entgelt für die Einlagemöglichkeit einen „Strafzins“ für die sog. Überschussreserven zahlen. Im November 2014 haben erstmals einzelne Kreditinstitute in Deutschland bekannt gegeben, bei Überschreitung bestimmter Grenzwerte negative Zinsen auf Guthaben ihrer Kunden einzuführen. Das IFRS […]

Neues aus dem IFRS IC: Entscheidungen zur Fair Value Hierarchie des IFRS 13 – Levelzuordnung bei sog. Broker Quotes

Das IFRS IC hat sich in seiner letzten Sitzung am 27. Januar im Rahmen einer Agenda-Entscheidung zu einer in der Praxis seit einiger Zeit kontrovers diskutierten Frage geäußert. Hintergrund ist das Erfordernis in IFRS 13, die in den Bewertungstechniken zur Ermittlung des Fair Value verwendeten Inputfaktoren im Rahmen der sog. Fair Value-Hierarchie in drei Level zuzuordnen. Konkret ging es dabei um die Level-Zuordnung bei Preisen, die von Dritten (z.B. Preisserviceagenturen) zur Verfügung gestellt werden. Das […]

Praktische Anwendungsfragen bei der Implementierung von IFRS 9 – Interaktion der Vorschriften zu Wertminderungen mit den Regelungen von IFRS 15 “Revenue Recognition“

Der im Juli 2014 veröffentlichte IFRS 9 „Financial Instruments“ enthält u.a. neue Vorschriften zur Erfassung von Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte auf Basis des sog. expected credit losses-Modells. Bei Anwendung dieser Regelungen in Verbindung mit den neuen Vorschriften des IFRS 15 „Revenue from Contracts with Customers“ können sich für die Ermittlung der erwarteten Verluste (expected credit losses) von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie von contract assets i.S.d. IFRS 15 verschiedene Fragen ergeben. Beispielsweise ist zur Bestimmung […]

Entscheidung der Schweizer Nationalbank zur Entkoppelung des Schweizer Frankens vom Euro kann Lageberichtspflichten auslösen

Am 15. Januar 2015 hat die Schweizer Nationalbank die Entscheidung getroffen, die Koppelung des Schweizer Frankens an den Euro aufzugeben. Bei dieser Entscheidung handelt es sich um ein wertbegründendes Ereignis, das nach dem Stichtagsprinzip keine Auswirkungen auf Bilanz, GuV und Anhang eines handelsrechtlichen Abschlusses zum 31. Dezember 2014 haben darf. Ungeachtet dessen können sich jedoch Berichtspflichten im (Konzern-)Lagebericht ergeben, denn im sogenannten Nachtragsbericht als Bestandteil des (Konzern-)Lageberichts soll auf Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem […]

Folgen der Neubewertung des Schweizer Frankens

Ich möchte Sie darüber informieren, dass die am 15. Januar von der Schweizer Nationalbank getroffene Entscheidung, die Koppelung des Schweizer Frankens an den Euro aufzugeben, ein nicht zu berücksichtigendes Ereignis nach dem Abschlussstichtag i. S. d. IAS 10.3(b) darstellt. Dies hat zur Folge, dass sich aus den Folgen der Entscheidung keine Auswirkung auf die Bilanzierung in Abschlüssen des Geschäftsjahres 2014 ergibt. Ungeachtet dessen möchte ich Sie jedoch auf Folgendes hinweisen: Angabepflichten: Nach IAS 10.21 bestehen für nicht […]

Praktische Anwendungsfragen bei der Implementierung von IFRS 9 – Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte

Nachdem der IASB im Juli letzten Jahres die seit langem erwartete finale Fassung des IFRS 9 „Financial Instruments“ veröffentlichte, kommen nun im Rahmen von Projekten zur Implementierung der neuen Regelungen verschiedene Fragestellungen auf. Insbesondere ist bei der Anwendung der Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten („Classification and Measurement“) unklar, wie bestimmte Begriffe, die in diesem Zusammenhang verwendet werden, auszulegen sind. Will man beispielsweise den für die Klassifizierung erforderlichen sog. SPPI-Test (solely payments of principal […]

Regierungsentwurf des BilRUG veröffentlicht

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat am 7. Januar 2015 den Regierungsentwurf (RegE) eines Gesetzes zur Umsetzung der neuen EU-Bilanzrichtlinie (Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz – BilRUG) veröffentlicht. Wie bereits im Referentenentwurf (RefE) vorgesehen, ist die Erstanwendung der Neuregelungen überwiegend für Geschäftsjahre vorgesehen, die nach dem 31. Dezember 2015 beginnen. Im RegE wurden unter anderem folgende wesentliche Änderungen zum RefE vorgenommen: In Bezug auf die Schwellenwerte nutzt der RegE weiterhin die durch die EU-Bilanzrichtlinie vorgegebenen Spielräume zur […]

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