Delegated Act zu Art. 8 EU Taxonomie für Finanzunternehmen von der EU Kommission verabschiedet

Am 6. Juli 2021 hat die Kommission den delegierten Rechtsakt zu Artikel 8 der EU Taxonomie (C(2021) 4987 final) verabschiedet, der die von Finanz- und Nicht-Finanzunternehmen offenzulegenden Informationen zur Nachhaltigkeit ihrer Tätigkeiten enthält. Der delegierte Rechtsakt wird nun im Rahmen des Mitgesetzgebungsverfahrens dem Europäischen Parlament und dem Rat für einen viermonatigen Zeitraum, der einmal um zwei Monate verlängert werden kann, zur Prüfung vorgelegt.

Festgelegt wird, welche Informationen über den der EU-Taxonomie entsprechenden Anteil der Geschäfts- oder Investitionstätigkeit große Finanz- und Nicht-Finanzunternehmen nach welcher Methodik in welcher Form offenzulegen haben. Ich konzentriere mich in meinem Blogbeitrag auf Finanzunternehmen über die Neuerungen für Nicht-Finanzunternehmen informiert Sie mein Kollege Bernd Kliem.

Finanzunternehmen sind große Banken, Vermögensverwalter, Wertpapierfirmen und Versicherungs-/Rückversicherungsunternehmen. Kern der Verordnung sind Angaben zum Anteil ökologisch nachhaltiger Wirtschaftstätigkeiten an den gesamten Vermögenswerten, die Finanzunternehmen finanzieren oder in die sie investieren. Der delegierte Rechtsakt definiert die betreffenden Kennzahlen, fordert ergänzende Angaben und sieht Berichtspflichten in Form von Tabellen vor.

Unter welchen Bedingungen Wirtschaftstätigkeiten einen wesentlichen Beitrag zu den Umweltzielen der EU Taxonomie leisten, ohne andere Ziele erheblich zu beeinträchtigen – sog. technische Bewertungskriterien – , wird in anderen delegierten Rechtsakten festgelegt. Für die technischen Bewertungskriterien von zwei der insgesamt sechs Umweltziele, und zwar Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel liegen Vorschläge der EU Kommission vor, für die weiteren vier Umweltziele sollen sie bis zum 31. Dezember 2021 formuliert sein.

Bei Banken ist die Green Asset Ratio (GAR), die den Anteil ihrer klimafreundlichen Geschäfte an den bilanziellen Vermögenswerten angeben wird, die zentrale Kennzahl. Hierzu enthält der delegierte Rechtsakt Klarstellungen zur Ermittlung der Kennzahlen etwa zur Einbeziehung von Derivaten oder Staatsanleihen.

Darüber hinaus ist für Banken ab 1. Januar 2026 und damit für das Jahr 2025 eine Kennzahl für außerbilanzielle Vermögenswerte (Green Ratio for financial guarantees (FinGuar KPI)) vorgesehen und eine für Provisionen und Gebühren (Fees and Commission Income KPI, F&C KPI).

Sofern der Handelsbestand eine wichtige Rolle im Geschäftsmodell des Kreditinstituts spielt, ist ein Handelsbuch-KPI offenzulegen, der den Anteil der ökologisch nachhaltigen Finanzinstrumente an ihrem Gesamthandelsbestand bestimmt.