DRSC verabschiedet DRS 26 und DRS 27

Der HGB-Fachausschuss des DRSC hat auf seiner Sitzung am 17.7.2018 DRS 26 „Assoziierte Unternehmen“ und DRS 27 „Anteilmäßige Konsolidierung“ verabschiedet und wird diese in Kürze an das BMJV zur Veröffentlichung nach § 342 Abs. 2 HGB weiterleiten. DRS 26 und DRS 27 sind nach ihrer Bekanntmachung durch das BMJV verpflichtend auf handelsrechtliche Konzernabschlüsse anzuwenden, die aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung (§§ 290 ff. HGB bzw. §§ 11 ff. PublG) oder freiwillig für Geschäftsjahre beginnend nach dem 31.12.2019 aufgestellt werden. Eine vorzeitige vollumfängliche Anwendung der Standards ist zulässig, eine rückwirkende Anwendung jedoch nicht.

DRS 26 konkretisiert die Vorschriften gem. §§ 311 und 312 HGB zur Behandlung assoziierter Unternehmen im Konzernabschluss. Darunter fallen insbesondere die Kriterien für das Bestehen eines assoziierten Unternehmens, auf das durch ein in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird, sowie die Anwendung der Equity-Methode im Konzernabschluss und die im Konzernanhang zu machenden Angaben. Ausweislich der öffentlich zugänglichen Sitzungsunterlagen beschränken sich die Änderungen im finalen Standard gegenüber dem am 12.2.2018 veröffentlichten Entwurf (E-DRS 34, siehe dazu HGB direkt 5/2018) – neben redaktionellen Änderungen – auf die folgenden zwei Aspekte:

  • E-DRS 34.16 sah bei einem Stimmrechtsanteil von weniger als 20% noch eine negative Assoziierungsvermutung vor, die nicht widerlegt zu werden braucht. Nach DRS 26 handelt es sich bei der negativen Assoziierungsvermutung nur noch um einen Indikator. Zusätzlich ist nun zu prüfen, ob unter Berücksichtigung der Gesamtumstände auch bei einem Stimmrechtsanteil von weniger als 20% nicht doch ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird.
  • Kapitalmaßnahmen beim assoziierten Unternehmen, die zu einer anlassbezogenen, nicht periodischen Fortschreibung des Equity-Werts führen, sind nach DRS 26 bei der Anwendung der Equity-Methode auch dann zu berücksichtigen, wenn sie erst nach dem Stichtag des der Equity-Methode zugrundeliegenden Abschlusses, jedoch bis zum Konzernabschlussstichtag erfolgen, sofern dem Mutterunternehmen alle bilanzierungsrelevanten Informationen vorliegen. Dabei kommt es im Unterschied zu E-DRS 34 nicht mehr auf die Auslösung der Kapitalmaßnahme, sondern auf die Kenntniserlangung an.

Regelungsinhalt von DRS 27 ist insbesondere die Konkretisierung der Kriterien für das Bestehen eines Gemeinschaftsunternehmens, was Voraussetzung für das Wahlrecht zur anteilmäßigen Konsolidierung ist (§ 310 Abs. 1 HGB). Ferner konkretisiert DRS 27 neben den Angaben im Konzernanhang, was die entsprechende Anwendung der Vorschriften der Vollkonsolidierung bedeutet (§ 310 Abs. 2 HGB). Ausweislich der öffentlich zugänglichen Sitzungsunterlagen gab es am finalen DRS 27 im Vergleich zum am 12.2.2018 veröffentlichten Entwurf (E-DRS 35, siehe dazu HGB direkt 6/2018) lediglich redaktionelle Änderungen.