Fünftes Update: IDW zu weiteren Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Rechnungslegung

Gestern hat das IDW auf seiner Homepage ein fünftes Update seines fachlichen Hinweises zu Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung und deren Prüfung Teil 3) veröffentlicht.

Dieses Update enthält vor allem zwei neue FAQs zur Rechnungslegung nach HGB:

Frage 2.3.15: Sofortabschreibung sogenannter digitaler Vermögensgegenstände in der Handelsbilanz:

Auslöser der FAQ ist ein BMF-Schreiben vom 26. Februar 2021, nach dem es steuerlich zulässig ist, in Gewinnermittlungen für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2020 enden, sogenannte digitale Wirtschaftsgüter – im BMF-Schreiben näher spezifizierte Computerhardware und für die Dateneingabe und -verarbeitung erforderliche Betriebs- und Anwendersoftware – sofort aufwandswirksam als Betriebsausgabe geltend zu machen. Über die handelsrechtlichen Auswirkungen – vor allem, dass eine Sofortabschreibung derartiger Vermögensgegenstände handelsrechtlich regelmäßig nicht zulässig ist – hat das IDW bereits am 22. März berichtet; die Berichterstattung wird in Frage 2.3.15 lediglich wiederholt. Mehr darüber erfahren Sie in meinem Blogbeitrag vom 23. März.

Frage 2.3.16: Qualifizierung stiller Einlagen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds als Fremd- oder Eigenkapital

Im Merkblatt „Rekapitalisierungen: Stille Beteiligung und Nachrangdarlehen“ (Stand 12. Februar 2021) des Wirtschaftsstabilisierungsfonds könnten einige Formulierungen nahelegen, dass die vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds geleisteten Einlagen beim empfangenden Unternehmen per se als Eigenkapital auszuweisen sind. Das IDW weist darauf hin, dass eine allgemeingültige Wertung nicht möglich ist, sondern jeder Vertrag nach den für Genussrechtskapital entwickelten Grundsätzen (IDW St/HFA 1/1994) zu würdigen ist, d.h. zu beurteilen ist, ob die dort genannten vier Kriterien für den Ausweis als Eigenkapital (Nachrangigkeit im Insolvenz- oder Liquidationsfall; Erfolgsabhängigkeit der Vergütung; Verlustteilnahme bis zur vollen Höhe der Einlage; Längerfristigkeit der Kapitalüberlassung) kumulativ erfüllt sind.

Alle Informationen und fachlichen Hinweise des IDW zur Corona-Krise finden Sie hier.