IDW leitet Anpassung zweier Stellungnahmen zur Rechnungslegung an DRS 24 ein

Vergangene Woche hat der Hauptfachausschuss des IDW zwei Entwürfe von IDW Stellungnahmen zur handelsrechtlichen Rechnungslegung verabschiedet. Dabei handelt es sich um die Stellungnahme zur Bilanzierung entgeltlich erworbener Software (IDW ERS HFA 11 n.F.) und zur Aktivierung von Herstellungskosten (IDW ERS HFA 31 n.F.). Mit Hilfe punktueller Anpassungen dieser bereits existierenden Verlautbarungen sollen Unstimmigkeiten zwischen ihnen und dem DRS 24 „Immaterielle Vermögensgegenstände im Konzernabschluss“ des DRSC beseitigt werden. Die Zeit dazu drängt, ist DRS 24 doch erstmals verpflichtend auf Konzernabschlüsse für nach dem 31. Dezember 2016 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden.

Was soll genau geändert werden?

Bei der vorgesehenen Anpassung des IDW RS HFA 11 zur Softwarebilanzierung geht es in erster Linie um sogenannte Modifikationsaufwendungen, d.h. Aufwendungen zur Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung der Software, ein häufiger Fall in der Praxis. Ihre bilanzielle Behandlung soll sich künftig danach richten, wie die Aufwendungen zur Erlangung der ursprünglichen Software behandelt worden sind. Bestand dafür bspw. aufgrund ihres entgeltlichen Erwerbs eine Aktivierungspflicht, sind auch die Modifikationsaufwendungen zu aktivieren, auch dann, wenn das bilanzierende Unternehmen selbst das Risiko der erfolgreichen Modifikation trägt. Demgegenüber richtete sich die bilanzielle Behandlung solcher Aufwendungen nach dem bisherigen IDW RS HFA 11 danach, wer das Risiko der erfolgreichen Modifikation trägt.

Weniger gravierend ist die beabsichtigte Anpassung des IDW RS HFA 31. Dieser hatte in bestimmten Ausnahmefällen die nachträgliche Aktivierung von bereits in Vorperioden aufwandswirksam erfassten Aufwendungen für Vorbereitungshandlungen erlaubt. Dies soll künftig nicht mehr zulässig sein.

Die Neuregelungen beider Stellungnahmen sollen erstmals verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden sein, die nach dem 31. Dezember 2017 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Erstanwendung – und damit ein Gleichlauf mit DRS 24 – ist aber zulässig. Außerdem dürfen Vermögensgegenstände, die vor dem Erstanwendungszeitpunkt angeschafft oder hergestellt worden sind, weiterhin nach den bisherigen IDW-Regelungen bilanziert werden.

Die Entwürfe sind unter folgenden Links auf der Homepage des IDW abrufbar: IDW ERS 11 n.F. und IDW ERS HFA 31 n.F. Bis zum 24. November 2017 kann dazu Stellung genommen werden. Danach ist eine zügige Verabschiedung der finalen Fassungen noch in 2017 vorgesehen.

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