IDW trifft Entscheidungen zum neuen Entgeltbericht

Nach dem Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz zwischen Frauen und Männern – kurz „Entgelttransparenzgesetz“ – müssen Unternehmen mit in der Regel mehr als 500 Beschäftigten, die zur Aufstellung eines Lageberichts nach dem HGB verpflichtet sind, in Abhängigkeit von der Tarifanwendung alle drei bzw. fünf Jahre einen sogenannten Entgeltbericht erstellen. Diese Pflicht greift erstmals in 2018. In diesem Bericht ist über Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung und zur Herstellung von Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern zu berichten. Außerdem sind bestimmte Angaben zu Beschäftigtenzahlen zu machen. Berichtszeitraum des ersten Entgeltberichts ist das Kalenderjahr 2016. Dieser Entgeltbericht ist bei kalenderjahrgleichem Geschäftsjahr dem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 als Anlage beizufügen und im Bundesanzeiger 2018 zu veröffentlichen.

Der Hauptfachausschuss (HFA) des IDW hat sich in seiner Sitzung am 29./30. November 2017 mit ausgewählten Fragen zum Entgeltbericht befasst, vor allem, in welchen Fällen ein Entgeltbericht zu erstellen ist. Die Ergebnisse wurden gestern im Mitgliederbereich auf der IDW Homepage bekannt gemacht.

Entschieden wurde vor allem Folgendes:

  • Ist ein Tochterunternehmen nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB von der Aufstellung eines Lageberichts befreit und stellt es auch tatsächlich keinen Lagebericht auf, muss es auch keinen Entgeltbericht erstellen. Ist es nur von der Offenlegung, nicht aber von der Aufstellung eines Lageberichts befreit, muss es einen Entgeltbericht erstellen, diesen aber nicht offenlegen. In beiden Fällen ist eine Angabe im Konzernanhang oder -lagebericht des befreienden Mutterunternehmens nicht erforderlich.
  • Unternehmen, die ausschließlich aufgrund ihrer Satzung bzw. ihres Gesellschaftsvertrags oder freiwillig einen Lagebericht aufstellen, müssen keinen Entgeltbericht erstellen. Gleiches gilt für Unternehmen, die nicht nach dem HGB, sondern nach dem Publizitätsgesetz einen Lagebericht aufstellen müssen.
  • Institute und Versicherungsunternehmen mit in der Regel mehr als 500 Beschäftigten müssen einen Entgeltbericht erstellen.
  • Es gibt keine Entgeltberichtspflicht auf Konzernebene, nur auf Ebene des Einzelunternehmens.

Darüber hinaus wurde entschieden, dass auch bei Unternehmen, deren Geschäftsjahr vom Kalenderjahr abweicht, der Berichtszeitraum anhand von Kalenderjahren – und nicht anhand von Geschäftsjahren – zu bestimmen ist. Auch für diese Unternehmen umfasst der erste Entgeltbericht damit das Kalenderjahr 2016 und der nächste Entgeltbericht die Kalenderjahre 2017 bis 2019 bzw. 2017 bis 2021.

Es bleibt abzuwarten, ob weitere Entscheidungen zu Einzelfragen rund um den Entgeltbericht folgen werden. Falls ja, werde ich darüber zeitnah informieren.