IDW zu den handelsrechtlichen Auswirkungen der IBOR-Reform

EONIA, EURIBOR und andere IBOR-Zinssätze werden häufig als Referenzzinssätze für Finanzinstrumente – z.B. variabel verzinsliche Darlehen oder Zinsswaps – verwendet. Über die bevorstehende Änderung bzw. Ablösung dieser Zinssätze habe ich bereits in meinem Blogbeitrag vom 24. Januar 2019 berichtet.

Am 8. November wurde ein Rechnungslegungshinweis zu den handelsbilanziellen Folgen dieser sogenannten IBOR-Reform in der Zeitschrift „IDW Life“ veröffentlicht (IDW RH FAB 1.020), den der Fachausschuss Unternehmensberichterstattung des IDW zusammen mit dem Bankenfachausschuss des IDW verabschiedet hatte. Diese Verlautbarung enthält im Wesentlichen folgende Kernaussagen, die für alle Unternehmen gelten:

  • Eine Änderung des Referenzzinssatzes bei originären, variabel verzinslichen Finanzinstrumenten (z.B. Darlehen) führt nicht zu deren Ausbuchung.
  • Gleiches gilt für im Abschluss angesetzte derivative Finanzinstrumente (z.B. Zinsswaps).
  • Ändert sich der Referenzzinssatz bei (originären oder derivativen) Finanzinstrumenten, die in eine Bewertungseinheit einbezogen sind, bleibt die Bewertungseinheit grundsätzlich bestehen, es sei denn, sie ist nicht mehr prospektiv wirksam.
  • Etwaige Ausgleichsansprüche und -verpflichtungen infolge der Änderung des Referenzzinssatzes sind ergebnisneutral zu erfassen.

Ergänzend müssen Kreditinstitute eventuelle Änderungen der Zinszahlungsströme aufgrund der Änderung von Referenzzinssätzen bei der Rückstellungsermittlung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs berücksichtigen.

Damit halten sich die handelsbilanziellen Folgen der IBOR-Reform in der Regel in Grenzen.

Da der Rechnungslegungshinweis keinen konkreten Erstanwendungszeitpunkt enthält, ist er ab dem Veröffentlichungszeitpunkt in „IDW Life“ zu beachten.

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