Keine Sofortabschreibung digitaler Vermögensgegenstände in der Handelsbilanz

Nach einem BMF-Schreiben vom 26. Februar 2021 ist es steuerlich zulässig, in Gewinnermittlungen für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2020 enden, sogenannte digitale Wirtschaftsgüter – im BMF-Schreiben näher spezifizierte Computerhardware und für die Dateneingabe und -verarbeitung erforderliche Betriebs- und Anwendersoftware – sofort aufwandswirksam als Betriebsausgabe geltend zu machen. Dieses Wahlrecht darf nicht nur auf entsprechende neu angeschaffte oder hergestellte Wirtschaftsgüter, sondern auch auf entsprechende Wirtschaftsgüter angewandt werden, die in früheren Wirtschaftsjahren angeschafft oder hergestellt wurden.

Der Fachausschuss Unternehmensberichterstattung (FAB) des IDW hat sich mit den Konsequenzen des BMF-Schreibens für die handelsrechtliche Rechnungslegung befasst. Gestern wurden im Mitgliederbereich der Homepage des IDW dazu folgende Ergebnisse veröffentlicht:

  • Da sich die handelsrechtliche Nutzungsdauerschätzung an den betrieblichen Realitäten ausrichten muss, ist eine Sofortabschreibung derartiger Vermögensgegenstände handelsrechtlich regelmäßig nicht zulässig, es sei denn, es handelt sich um GWG im Sinne des § 6 Abs. 2 Satz 1 EStG.
  • Wertunterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz führen (bei isolierter Betrachtung) zum Ansatz passiver latenter Steuern.
  • Eine handelsrechtlich notwendige Abschreibung über mehr als ein Jahr führt nicht dazu, dass die steuerliche Möglichkeit einer Sofortabschreibung ins Leere läuft.