Weiterentwicklung der EU-Taxonomie: Einbezug sozialer Ziele sowie umweltschädlicher und -neutraler Aktivitäten

Während die neuen Berichtspflichten nach Artikel 8 der Taxonomie-Verordnung für die laufende Berichtsperiode 2021 gerade erst konkretisiert wurden (ich berichtete am 12.7.2021), wird bereits mit Hochdruck an der Weiterentwicklung der EU-Taxonomie gearbeitet.

Unter der aktuellen „grünen“ Taxonomie-Verordnung aus dem Jahr 2020 ist über Wirtschaftstätigkeiten zu berichten, die einen wesentlichen Beitrag zu den Umweltzielen der EU-Taxonomie, wie z.B. dem Klimawandel, leisten. Ende dieses Jahres wird die Europäische Kommission einen Bericht über die Erweiterung der Taxonomie um soziale Ziele veröffentlichen. In dem Bericht soll zudem Stellung genommen werden zu Wirtschaftstätigkeiten, die die ökologische Nachhaltigkeit erheblich beeinträchtigen bzw. die keine erheblichen Auswirkungen auf die ökologische Nachhaltigkeit haben („negative and low impact activities“).

Eine der Aufgaben der Platform on Sustainable Finance (PSF) ist es, die Kommission bei diesem Vorhaben zu beraten. In diesem Zusammenhang hat die PSF nun zwei Berichte veröffentlicht, um öffentliches Feedback zur Weiterentwicklung der EU-Taxonomie einzuholen. Kernaussagen dieser Berichte sind:

  • Soziale Taxonomie: Eine soziale Taxonomie ist ein Instrument, um Investitionen in Aktivitäten zu lenken, die zu Zielen wie menschenwürdige Arbeit, integrative Gemeinschaften, erschwingliche Gesundheitsversorgung und bezahlbarer Wohnraum beitragen.
  • Erweiterung im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit: Eine erweiterte Taxonomie im Zusammenhang mit den Umweltzielen zielt darauf ab, den ökologischen Wandel in der gesamten Wirtschaft zu unterstützen. Hierfür ist es erforderlich, Klarheit zu schaffen über Aktivitäten, die die ökologische Nachhaltigkeit erheblich beeinträchtigen bzw. die keine erheblichen Auswirkungen auf sie haben. Ziel ist es, den Wandel in Bereichen zu unterstützen, die derzeit eine erhebliche ökologischen Beeinträchtigung verursachen.

Bis zum 27. August 2021 kann nach kostenloser Registrierung zu den beiden Berichten Stellung genommen werden. Nach Prüfung der eingegangenen Stellungnahmen wird die PSF der Kommission im Herbst 2021 Abschlussberichte mit ihren Empfehlungen für die Weiterentwicklung der EU-Taxonomie vorlegen.