Blog-Reihe zu aktuellen IFRS 11-Diskussionen im IFRS IC – Bilanzierung bei Abnahmequoten, die von den Kapitalanteilen abweichen

Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten (joint operations) erfasst jeder Partner seinen vertraglichen Anteil an den Vermögenswerten und Schulden (IFRS 11.20). Bei Gesellschaften, die wegen der Abnahmeverpflichtung der Partner aufgrund sonstiger Tatsachen und Umstände (other facts and circumstances)  i. S. d. IFRS 11.B31-32, Beispiel 5 als gemeinschaftliche Tätigkeit klassifiziert werden, kann es indes zu Abweichungen zwischen der vereinbarten Abnahmequote und der kapitalanteiligen Beteiligung des Partners kommen.

Das IFRS IC stellt fest, dass ein solches Auseinanderfallen von Kapitalbeteiligung und Abnahmequote unterschiedliche Ursachen haben kann und weitere Elemente der gemeinsamen Vereinbarung den Charakter der Differenz erklären können. Die angemessene bilanzielle Erfassung dieser Differenz stellt demnach eine Ermessensentscheidung dar, für die ein Verständnis über die Ursachen der Abweichung ausschlaggebend ist.

Die bestehenden Regelungen der IFRS sind aus Sicht des IFRS IC ausreichend und bedürfen weder einer Interpretation noch einer Anpassung. Folglich hat das IFRS IC dieses Thema (vorläufig) nicht auf seine Agenda (Arbeitsprogramm) genommen.

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