Das IFRS IC empfiehlt dem IASB Standard-setting zu Sale-and-leaseback-Transaktionen unter Einbezug von Objektgesellschaften

Das IFRS Interpretations Committee hat zuletzt in seiner Sitzung am 2. Februar 2021 die Bilanzierung einer Sale-and-leaseback-Transaktion erörtert, bei der das Leasingobjekt nicht direkt veräußert wird, sondern vielmehr im Rahmen eines share deals sämtliche Anteile an einer Objektgesellschaft veräußert werden und sodann der mittels der Objektgesellschaft übertragene Vermögenswert vom Erwerber der Objektgesellschaft zurückgemietet wird. 

Weitere Details zum Sachverhalt und der Analyse des staff findet sich hier.

Fraglich war, ob im vorliegenden Sachverhalt die Regelungen in IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ oder die Regelungen in IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ anwendbar sind.

Für den zu beurteilenden Sachverhalt bestand sehr weitgehende Einigkeit, dass sowohl die Regelungen von IFRS 10 als auch die Regelungen von IFRS 16 einschlägig sind und im vorliegenden Sachverhalt nur eine anteilige Gewinnrealisierung in Betracht kommt. 

Jedoch wurden sowohl im Rahmen der comment letter als auch von Seiten individueller IFRS IC-Mitglieder erhebliche Bedenken geäußert in Bezug auf eine Finalisierung der Agenda-Entscheidung. Diese Bedenken bezogen sich insbesondere darauf, dass 

  • der zu beurteilende Sachverhalt in dieser konkreten Form kaum zu beobachten ist und in der Praxis typischerweise deutlich komplexere Sachverhalte anzutreffen sind; und
  • eine Agenda-Entscheidung zu dem (engen) zu beurteilenden Sachverhalt wenig Klarheit schaffen würde für die überwiegend in der Praxis anzutreffenden komplexeren Sachverhalte.

Vor diesem Hintergrund hat das IFRS IC in seiner Sitzung am 2. Februar 2021 entschieden, dem IASB zu empfehlen die Bilanzierung dieser und ähnlicher Transaktionen im Rahmen eines narrow-scope standard-setting umfassender zu regeln.

Die Empfehlungen des IFRS IC werden dementsprechend auf einem künftigen IASB-Meeting erörtert werden.

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