Disclosure Initiative: Sage klar, knapp nur Wesentliches!

Die Disclosure Initiative des IASB gewinnt an Aufmerksamkeit. Der verpflichtende IASB-Erstanwendungszeitpunkt der Änderungen an IAS 1 zur Disclosure Initiative rückt näher, das EU-Endorsement der Änderungen wird für das vierte Quartal 2015 erwartet und das IASB hat kürzlich einen Entwurf von Leitlinien zur praktischen Umsetzung des Konzepts der Wesentlichkeit veröffentlicht (ED/2015/8: „IFRS Practice Statement: Application of Materiality to Financial Statements“). Auch die European Securities and Markets Authority (ESMA) beschäftigt sich mit der Disclosure Initiative, befürwortet ihre Ziele und empfiehlt eine zeitnahe Umsetzung durch die Unternehmen (vgl. Public Statement: Improving the Quality of disclosures in the financial statements).

Die Initiative wurde vom IASB ins Leben gerufen und richtet sich im Wesentlichen gegen die Überfrachtung der IFRS-Finanzberichte. Grundgedanke ist, dass wesentliche, relevante Informationen nicht durch die Darstellung von unwesentlichen Informationen verschleiert werden sollen.

Wir teilen die Meinung der ESMA und des IASB: Es ist notwendig, die Aussagekraft der Abschlüsse zu erhöhen. Die Änderungen des IASB alleine werden wenig bewirken. Ersteller, Prüfer, Enforcer und Adressaten sollten an einem Strang ziehen. Der Wille der Parteien, etwas zu ändern, muss vorhanden sein, sonst wird die Disclosure Initiative zum „Rohrkrepierer“. Etwas zu ändern lohnt sich, geht es doch darum, ob der Konzernabschluss zum bloßen „Compliance“-Dokument verkommt oder ein Baustein guter Corporate Governance bleibt. PwC hat seinen IFRS Musterkonzernabschluss 2015 grundlegend überarbeitet, um die Ideen der Disclosure Initiative aufzugreifen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

/* */