Ergänzung des IAS 39 – Novation of Derivatives and Continuation of Hedge Accounting

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat heute, am 27. Juni 2013, eine Ergänzung des IAS 39 – „Novation of Derivatives and Continuation of Hedge Accounting“ – veröffentlicht.
 
Hintergrund der Änderungen ist die künftige Clearingpflicht für standardisierte OTC-Derivate (d.h. außerbörslich abgeschlossene), die sich aufgrund der European Market Infrastructure Regulation (EMIR) ergibt. Die Grafik veranschaulicht das Clearing eines Derivates über eine zentrale Gegenpartei.

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Da die Zwischenschaltung einer zentralen Vertragspartei zur Ausbuchung eines bestehenden OTC-Derivats und Einbuchung eines neuen Derivats führt, wäre eine ggf. vorher bestehende und als solche auch unter IFRS bilanzierte Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting), für die das ursprüngliche Derivat als Sicherungsinstrument designiert worden ist, gemäß den bisherigen Vorschriften des IAS 39 zu beenden.

Sofern im Rahmen des Clearing keine Anpassung der Konditionen der neuen Derivate an möglicherweise seit dem Abschluss des alten Vertrages veränderte Marktkonditionen vorgenommen wird, hat das neu zu erfassende Derivat unter Umständen bereits zu Beginn einen Marktwert der ungleich Null ist und beispielsweise Zinsunterschiede zwischen dem ursprünglichen Abschlusszeitpunkt und dem Clearingzeitpunkt repräsentiert. Die Neudesignation des nun gegenüber der zentralen Gegenpartei gehaltenen Derivats als Sicherungsinstrument in einer neuen bilanziellen Sicherungsbeziehung steht damit aufgrund der vom Standard vorgegebenen Kriterien für Hedge Accounting vor dem Problem größerer Ineffektivitäten im Vergleich zur zuvor bestehenden Sicherungsbeziehung, obwohl sich wirtschaftlich an der Risikoabsicherung kaum etwas geändert haben mag.
 
Die Regelungen zur Ergänzung des IAS 39 sehen nun vor, dass ein Wechsel der Vertragspartei eines Sicherungsinstruments zu einer zentralen Gegenpartei („central counterparty“ oder auch „clearing agency“ genannt) oder zu einem Mitglied des Clearing („clearing member“) keine Beendigung des Hedge Accounting auslöst, sofern ein solcher Wechsel aufgrund gesetzlicher oder aufsichtsrechtlicher Anforderungen bzw. aufgrund der Neueinführung solcher Anforderungen erfolgt und nur Änderungen für das Sicherungsinstrument vereinbart werden, die für den Wechsel der Vertragspartei notwendig sind. Solche Änderungen umfassen auch z.B. Änderungen bezüglich der Sicherheiten und Aufrechnungsvereinbarungen sowie berechneter Gebühren für die Übernahme des Clearing.
 
Die neuen Regelungen sind verpflichtend für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, retrospektiv anzuwenden. Zusätzliche Anhangangaben sind in diesem Zusammenhang nicht erforderlich. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Wenn die neuen Regelungen vorzeitig angewendet werden, ist dies im Anhang anzugeben.

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