Erleichterungen bei der rückwirkenden Anwendung geänderter Rechnungslegungsmethoden aufgrund von Agenda-Entscheidungen des IFRS IC (ED/2018/1)

Das IFRS IC veröffentlicht regelmäßíg sog. NIFRICs, d. h. Entscheidungen zur Nichtaufnahme von Fragestellungen auf seine Agenda. Diese Ablehnungsentscheidungen enthalten oft auch materielle Aussagen zur IFRS-Bilanzierung, denen zwar keine direkte Rechtswirkung zukommt, die jedoch die Auffassung des IFRS IC zu einer standardkonformen Bilanzierung abbilden, so dass ihnen eine faktische Bedeutung zukommt.
In ED/2018/1 schlägt der IASB Erleichterungen für die bilanzielle Abbildung freiwilliger Änderungen von Rechnungslegungsmethoden aufgrund derartiger NIFRICs vor.

Bislang sieht IAS 8 vor, Änderungen von Rechnungslegungsmethoden – außer bei anderweitig bestehenden Übergangsvorschriften – retrospektiv vorzunehmen, es sei denn, die Anpassung von Vergleichsinformationen für eine oder mehrere frühere Perioden ist undurchführbar (impracticable). An den Nachweis der Undurchführbarkeit werden dabei hohe Hürden gestellt, so dass ein Abweichen von einer retrospektiven Anwendung i. d. R. nicht möglich ist.

Für Änderungen von Rechnungslegungsmethoden aufgrund von NIFRICs soll künftig eine Ausnahme gelten. So sollen bei der Frage einer retrospektiven Anwendung Kosten-Nutzen-Überlegungen mit einbezogen werden, d. h. die neu angewandte Rechnungslegungsmethode ist nur insoweit retrospektiv anzuwenden, als der Nutzen aus der retrospektiven Anwendung für die Abschlussadressaten die hierfür anfallenden Kosten übersteigt.

Stellungnahmen zum Vorschlag werden bis zum 27. Juli erbeten. Ein geplanter verpflichtender Anwendungszeitpunkt liegt noch nicht vor.

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