EU übernimmt Änderungen an IFRS 3 in europäisches Recht

Die Europäische Union hat den im Oktober 2018 veröffentlichten Änderungsstandard „Definition eines Geschäftsbetriebs (Änderungen an IFRS 3)“ für die Anwendung in Europa übernommen. Die Frage, ob ein Geschäftsbetrieb (business) erworben wurde, ist insbesondere bei der Beurteilung relevant, ob die Regelungen zu Unternehmenszusammenschlüssen des IFRS 3 anzuwenden sind oder nicht Die entsprechende Übernahmeverordnung vom 21. April 2020 wurde am 22. April 2020 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Die Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.

Der Änderungsstandard sieht eine erstmalige prospektive Anwendung der geänderten Definition auf Erwerbe vor, deren Erwerbszeitpunkt in Geschäftsjahren liegt, die am oder nach 1. Januar 2020 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Trotz der recht späten EU-Übernahme wurde der Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung unverändert in der Übernahmeverordnung übernommen.

Der vom IASB veröffentlichte Änderungsstandard enthält auch eine Vielzahl von erläuternden Anwendungsbeispielen, die die korrekte Anwendung der neuen Definition sicherstellen sollen. Hier ergibt sich für europäische IFRS-Anwender die Erschwernis, dass grundsätzlich nur der Standardtext mit den integralen Anhängen, nicht aber die dazugehörigen Ergänzungsmaterialien (z.B. erläuternde Anwendungsbeispiele, Umsetzungsleitlinien, Grundlagen zur Beschlussfassung) in das europäische Recht übernommen werden und damit diese ergänzenden Materialien auch nicht in die Amtssprachen der EU übersetzt werden.

Die Inhalte des Änderungsstandard haben wir u.a. in der Folge 9 unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ und einem Blog-Beitrag vom Oktober 2018 vorgestellt.

 

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