Folge 9 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Ob ein Erwerb als Unternehmenszusammenschluss zu bilanzieren ist oder nicht, hängt im Wesentlichen davon ab, ob ein Geschäftsbetrieb erworben wurde. So sind beim Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten die Anschaffungskosten zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten auf die erworbenen Vermögenswerte und Schulden entsprechend der relativen Werte aufzuteilen. Es entfällt im Gegensatz zum Erwerb eines Geschäftsbetriebs sowohl der Ansatz von Steuerlatenzen, als auch der Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. Bargain Purchases.

Die Anwendung der bestehenden Regelungen zur Beurteilung, ob der Erwerb eines Geschäftsbetriebs vorliegt, war in der praktischen Anwendung komplex und wurde unterschiedlich ausgelegt. Daher wurden die bestehenden Leitlinien geändert. So ist zukünftig z. B. bei der Beurteilung keine Analyse mehr notwendig, ob ein Marktteilnehmer die Möglichkeit hat, fehlende Inputfaktoren bzw. Prozesse zu ersetzen. Ebenfalls wurde klargestellt, dass der Erwerb eines Geschäftsbetriebs mindestens den Erwerb eines substanziellen Prozesses und eines Inputfaktors voraussetzt. Weiterhin wurde zur Erleichterung der Beurteilung ein optionaler sogenannter „concentration test“ eingeführt und eine Reihe von Anwendungsbeispielen zur Erläuterung des neuen Konzeptes aufgenommen. Die geänderten Regelungen sind – soweit das EU-Endorsement in Q1/2020 erfolgt – auf Unternehmenserwerbe in Geschäftsjahren anzuwenden, die am oder nach dem 1.1.2020 beginnen.

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