Folgen der Neubewertung des Schweizer Frankens

Ich möchte Sie darüber informieren, dass die am 15. Januar von der Schweizer Nationalbank getroffene Entscheidung, die Koppelung des Schweizer Frankens an den Euro aufzugeben, ein nicht zu berücksichtigendes Ereignis nach dem Abschlussstichtag i. S. d. IAS 10.3(b) darstellt. Dies hat zur Folge, dass sich aus den Folgen der Entscheidung keine Auswirkung auf die Bilanzierung in Abschlüssen des Geschäftsjahres 2014 ergibt.

Ungeachtet dessen möchte ich Sie jedoch auf Folgendes hinweisen:

  • Angabepflichten: Nach IAS 10.21 bestehen für nicht zu berücksichtigende Ereignisse nach dem Abschlussstichtag explizite Angabepflichten. Hiernach sind neben einer Beschreibung der Art der erwarteten Auswirkung der Neubewertung des Schweizer Frankens – soweit möglich – auch quantitative Angaben zu den erwarteten finanziellen Auswirkungen zu machen (z. B. Auswirkungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert, auf den beizulegenden Wert von Vermögenswerten und Schulden in Fremdwährung als auch sämtliche weiteren Auswirkungen auf das Geschäft des Unternehmens aufgrund der veränderten Währungssituation). Die notwendigen Ausführungen können im Einzelfall sehr umfangreich sein und z. B. auch eine Sensitivitätsanalyse für Finanzinstrumente gemäß IFRS 7 beinhalten.
  • Impairment: Die sich im Januar 2015 ergebende Neubewertung des Schweizer Franken darf nicht in Wertminderungstests für 2014 berücksichtigt werden. Es ist jedoch zu beachten, dass die in Folge der Entscheidung der Schweizer Nationalbank stattgefundene starke Wechselkursveränderung einen Wertminderungsindikator (Impairment-Indikator) darstellen kann, der die Notwendigkeit eines frühzeitigen weiteren Wertminderungstests in 2015 nach sich zieht. Dieser Test muss auf Basis der neuen in Januar 2015 verfügbaren Informationen erfolgen, wobei nicht nur der veränderte Wechselkurs, sondern auch sämtliche anderen in den Wertminderungstest einfließenden Annahmen zu aktualisieren sind (z. B. durch veränderte Zinssätze beeinflusster Abzinsungssatz, verändertes Geschäftsmodell etc.).
  • Kreditklauseln: Sollte es nach dem Abschlussstichtag durch die Wechselkursänderungen zu einer Verletzung von Kreditklauseln (Covenant-Brüchen) kommen, sind zugrundeliegende langfristige Verbindlichkeiten im 2014er-Abschluss weiterhin als langfristig (non-current) auszuweisen, es sei denn aufgrund der Verletzung wäre eine weitere Bilanzierung nach der Going-Concern-Prämisse nicht mehr möglich.
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