IASB plädiert für Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts des IFRS 15

In seiner gestrigen Sitzung hat der IASB vorläufig entschieden, den Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 15 um ein Jahr zu verschieben, d. h. erst für Geschäftsjahre vorzuschreiben, die am oder nach dem 1.1.2018 beginnen. Hierzu soll ein Änderungsentwurf veröffentlicht werden, der neben der Verschiebung des verpflichtenden Anwendungszeitpunkts auch noch von der Transition Resource Group (TRG) vorgeschlagene Klarstellungen enthält. Der Entwurf soll nur eine kurze Kommentierungsfrist haben.

Der IASB hat sich aus meiner Sicht zu der Verschiebung entschieden, weil die Zeit für die Unternehmen zu knapp geworden ist. Die Diskussionen in den verschiedensten Gremien und auf verschiedenen nationalen und internationalen Ebenen haben gezeigt, wie viele Anwendungsunsicherheiten und Unklarheiten bei dem für alle Unternehmen zentralen Aspekt – dem Herzstück der Bilanzierung – der Erfassung von Umsätzen noch vorhanden sind: Muss der Standard doch für alle Industrien und alle Geschäftsmodelle Antworten liefern. Sind erstmal die offenen Fragen beantwortet, schließt sich bei den Unternehmen der häufig noch viel aufwändigere und länger dauernde Schritt der Anpassung der Systeme und Prozesse an, dies nicht nur für die Konzernmutter, sondern im Zweifel weltweit für alle Konzerngesellschaften.

Der IASB folgt mit seiner Entscheidung einer gleichlautenden Entscheidung des FASB von Beginn dieses Monats, so dass eine gleichzeitige verpflichtende Anwendung der neuen Regelungen zur Umsatzrealisierung nach IFRS und US-GAAP gewährleistet wird. Eine freiwillige frühere Anwendung des IFRS 15 soll weiterhin – ein EU-Endorsement vorausgesetzt – zulässig sein.

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