IASB veröffentlicht Klarstellungen zu IFRS 11 „Gemeinsame Vereinbarungen“

Der IASB hat am 6. Mai Änderungen an IFRS 11 „Gemeinsame Vereinbarungen“ veröffentlicht. Hiermit wurde der Tatsache Rechnung getragen, dass in der Praxis der erstmalige Erwerb und Hinzuerwerb von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit, die einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ darstellt, unterschiedlich bilanziert wurden. Gemäß der Änderung sind künftig derartige Erwerbe und Hinzuerwerbe nach den Prinzipien des IFRS 3 und anderer anwendbarer IFRS zu bilanzieren, soweit diese nicht in Konflikt mit Regelungen des IFRS 11 stehen. Dies hat zur Folge, dass in Höhe des erworbenen Anteils an der gemeinschaftlichen Tätigkeit grundsätzlich:

  • die Bewertung der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert im Transaktionszeitpunkt erfolgt, wobei bei Hinzuerwerben von Anteilen unter Beibehaltung gemeinsamer Kontrolle (Joint Control) die bislang gehaltenen Anteile nicht neubewertet werden,
  • ein ggf. entstehender Geschäfts- und Firmenwert sowie latente Steuern aus dem erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten und Schulden (außer Geschäfts- und Firmenwert) anzusetzen sind,
  • die zahlungsmittelgenerierende Einheit (Cash-Generating-Unit), der der Geschäfts- und Firmenwert zugeordnet wurde, mindestens einmal jährlich und bei Hinweisen auf bestehende Wertminderungen einem Wertminderungstest im Sinne des IAS 36 unterzogen werden muss ,
  • Transaktionskosten aufwandswirksam zu erfassen sind sowie
  • die in IFRS 3 und anderen Standards im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen geforderten Angaben zu geben sind.

Die Änderungen gelten nicht, sofern das Berichtsunternehmen und die daran beteiligten Parteien unter gemeinsamer Beherrschung des gleichen obersten beherrschenden Unternehmens stehen (Common Control).

Vorbehaltlich der noch zu erfolgenden Übernahme der Änderungen in EU-Recht (Endorsement), sind die genannten Regelungen prospektiv auf Anteilserwerbe anzuwenden, die in Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen, stattfinden. Eine frühere, freiwillige Anwendung ist zulässig.

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