IBOR-Reform: Exposure Draft zur Phase 2 veröffentlicht

Der IASB hat am 9. April 2020 einen Entwurf mit Vorschlägen für Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 veröffentlicht (ED/2020/1 „Interest Rate Benchmark Reform – Phase 2“).

Die Vorschläge stehen im Zusammenhang mit der Reform von Referenzzinssätzen (IBOR-Reform), speziell mit der Abbildung von Änderungen an vertraglichen Zahlungsströmen und Sicherungsbeziehungen, die in diesem Zusammenhang erforderlich geworden sind, d.h., wenn diese als direkte Folge der IBOR-Reform notwendig ist und die neue und alte Basis für die Bestimmung der vertraglichen Zahlungsströme wirtschaftlich ausgeglichen sind.

Vorgeschlagen wird hierzu im Wesentlichen Folgendes:

  • Modifikationen von Finanzinstrumenten (einschließlich der Aktivierung bereits bestehender Fallback-Klauseln) sollen gemäß IFRS 9.B5.4.5 im Wege der Aktualisierung des Effektivzinssatzes, Modifikationen von Leasingverhältnissen durch Neubewertung gemäß IFRS 16.42 abgebildet werden;
  • Ausnahmen von den Vorschriften zur Beendigung von Sicherungsbeziehungen, die es Unternehmen ermöglichen sollen, durch die IBOR-Reform erforderlich gewordene Änderungen an Designation und Dokumentation von Sicherungsbeziehungen (Designation eines neuen Referenzzinssatzes als gesichertes Risiko sowie entsprechende Aktualisierung der Hedge-Dokumentation) vorzunehmen, ohne dass dies eine Beendigung der betroffenen Sicherungsbeziehungen zur Folge hat; mit einer weiteren Ausnahme soll ein Recycling der Cashflow-Hedge-Rücklage in Folge der Änderung vertraglicher Zahlungsströme verhindert werden;
  • Änderungen am „separately identifiable“-Kriterium, nach denen ein neuer Referenzzinssatz als einzeln identifizierbare Risikokomponente betrachtet werden soll, wenn ein Unternehmen vernünftigerweise erwartet, dass dieser innerhalb von 24 Monaten ab seiner Designation als nicht-vertraglich spezifizierte Risikokomponente das „separately identifiable“-Kriterium erfüllen wird (verlässliche Bewertbarkeit muss jedoch bereits bei Designation gegeben sein); sowie
  • Zusätzliche Angabepflichten mit dem Ziel, den Abschlussadressaten in die Lage zu versetzen Art und Umfang der Risiken, die sich aus der IBOR-Reform für das Unternehmen ergeben, den Umgang mit diesen Risiken sowie die Fortschritte des Unternehmens beim Übergang auf neue Referenzzinssätze, nachvollziehen zu können.

Die vorgeschlagenen Änderungen an IFRS 4 dienen ausschließlich dazu, dass Versicherer, die IFRS 9 noch nicht anwenden, die Erleichterungen zur Abbildung von Modifikationen von Finanzinstrumenten unter IAS 39 analog anwenden.

Der IASB schlägt vor, dass die Änderungen für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen, anzuwenden sind. Eine vorzeitige Anwendung soll zulässig sein.

Stellungnahmen werden vom IASB bis zum 25. Mai 2020 erbeten.

Der Hinweis des IASB, zur Veröffentlichung, der auch den Entwurf enthält, ist über folgenden Link zu erreichen.

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