IDW zu weiteren Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Rechnungslegung nach IFRS

Das IDW hat auf seiner Homepage ein Update des fachlichen Hinweises des IDW zu Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung und deren Prüfung (Teil 3) veröffentlicht. Wir hatten über den bisherigen Hinweis in einem Blogbeitrag vom 14. April 2020 berichtet.

Zur Rechnungslegung nach IFRS enthält das Update folgende neue FAQs:

  • Aufstockungsbeträge zum Kurzarbeitergeld: Leistet ein Arbeitgeber an die Arbeitnehmer Aufstockungsbeträge zum Kurzarbeitergeld, handelt es sich nach Auffassung des IDW um kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer i.S.v. IAS 19.9 die als laufender Personalaufwand zu erfassen sind. Eine Rückstellung ist nicht zu bilden. Dies entspricht der schon bisher von uns vertretenen Auffassung (siehe HGB direkt/IFRS direkt, Ausgabe 8, April 2020).
  • Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung von FInanzinstrumenten nach IFRS 9: Das IDW thematisiert Einzelfragen zur Zulässigkeit einer Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten infolge der Corona-Pandemie, zur Berücksichtigung zukunftsgerichteter Informationen und zur Portfoliobildung im Rahmen der Ermittlung von Wertminderungen sowie zu möglichen Folgen der Corona-Pandemie für die Anwendung von Hedge Accounting auf die Absicherung geplanter Transaktionen. Wir verweisen zu diesen Themen auch auf unsere Publikationen “IFRS für die Praxis: Coronavirus: Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung nach dem 31. Dezember 2019” vom 13. März 2020, “IFRS für die Praxis: Die Ermittlung erwarteter Kreditverluste durch Industrieunternehmen in Zeiten der Coronakrise” vom 24. April 2020 sowie “IFRS für die Praxis: Post-Model-Adjustments bei der Ermittlung erwarteter Kreditverluste in Zeiten der Coronakrise” vom 14. Mai 2020.
  • Auswirkungen auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16: Ist während der Corona-Pandemie die Nutzungsmöglichkeit einer bspw. angemieteten Immobilie signifikant eingeschränkt, so ist nach Auffassung des IDW die planmäßige Abschreibung des Nutzungsrechts während der Zeit der eingeschränkten Nutzungsmöglichkeit der Immobilie fortzuführen. Darüber hinaus nimmt das IDW beispielhaft zur Bilanzierung von Mietzugeständnissen (Erlass bzw. Stundung von Leasingzahlungen) im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen beim Leasinggeber (vgl. hierzu auch unsere internationale Publikation “In depth: Accounting implications of the effects of coronavirus”, FAQs 4.6-4.9) und zu den Auswirkungen sog. force majeure-Klauseln in Leasingverträgen auf die Bilanzierung dieser Verträge nach IFRS 16 (vgl. auch “IFRS direkt: Auswirkungen von Covid-19 auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS” vom 23. April 2020) Stellung.
  • Berichterstattung über die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Anhang: Das IDW schließt sich der Empfehlung der ESMA an, Informationen über signifikante Effekte der Corona-Pandemie (möglichst auch auf quantitativer Basis) als Teil der Erläuterungen zu den in der GuV dargestellten und ausgewiesenen Beträgen in einer separaten Angabe (single note) im Anhang des Abschlusses darzustellen. Einer ggf. beabsichtigten getrennten Darstellung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in der GuV (z.B. Pro-Forma-Darstellungen o.ä.) steht das IDW kritisch gegenüber. Über die Erwartungen der ESMA an den Zwischenabschluss und den Zwischenlagebericht in Zeiten der Coronakrise berichteten wir auch in einem IFRS direkt vom 28. Mai 2020.
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