Institut der Wirtschaftsprüfer veröffentlicht neue Anwendungshinweise zum Werthaltigkeitstest nach IAS 36 (IDW RS HFA 40)

Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) hat am 2. Juni 2015 die Verabschiedung der finalen Fassung des IDW RS HFA 40 „Einzelfragen zu Wertminderungen von Vermögenswerten nach IAS 36“ bekanntgegeben (siehe IDW-Website). Die finale Fassung der Stellungnahme weist gegenüber der im Juni 2014 veröffentlichten Entwurfsfassung keine wesentlichen Änderungen auf. Mit der neuen Stellungnahme werden die bisher in IDW RS HFA 16 „Bewertungen bei der Abbildung von Unternehmenserwerben und bei Werthaltigkeitsprüfungen nach IFRS“ enthaltenen Anwendungshinweise zu IAS 36 ersetzt und deutlich erweitert. Die vom IDW veröffentlichten Stellungnahmen zur Rechnungslegung erlangen insbesondere dadurch Bedeutung, dass deutsche Abschlussprüfer bei der Prüfung von IFRS-Abschlüssen angehalten sind, die in den Stellungnahmen enthaltenen Anwendungshinweise grundsätzlich zu beachten und nur bei Vorliegen von gewichtigen Gründen von ihnen abzuweichen. In besonderen Einzelfällen vertretbare Abweichungen sind vom Abschlussprüfer schriftlich und an geeigneter Stelle (z. B. im Prüfungsbericht) darzustellen und ausführlich zu begründen.

Hintergrund für die deutlich erweiterten Anwendungshinweise ist der Umstand, dass die Regelungen des IAS 36 zu Wertminderungen von nicht-finanziellen Vermögenswerten (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwerten) in ihrer praktischen Anwendung regelmäßig komplexe Anwendungsfragen aufwerfen, die zu teilweise kontroversen Diskussionen zwischen Abschlusserstellern und -prüfern führen. Darüber hinaus betrachten nationale und internationale Enforcement-Einrichtungen den Werthaltigkeitstest unverändert als einen besonders fehleranfälligen Aspekt der IFRS-Rechnungslegung. Die neue Stellungnahme soll daher als Anwendungsunterstützung für die Praxis dienen, bestehende Auslegungsunsicherheiten beseitigen und zur Verbesserung der Qualität der Abschlüsse beitragen.

Die Stellungnahme befasst sich u. a. mit Problembereichen bei der Ermittlung des Nutzungswerts. Dabei wird sowohl ausführlicher auf die Schätzung der Zahlungsströme und ihre Zusammensetzung als auch die Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes und seine einzelnen Bestandteile eingegangen. In diesem Zusammenhang wird als ein wichtiger Punkt auch die Berücksichtigung von Ertragsteuern näher thematisiert. Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt der Stellungnahme bilden die Abgrenzung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sowie die Besonderheiten bei der Ermittlung des Nutzungswerts und Buchwerts solcher Einheiten. Dabei wird u. a. auch ausführlicher auf die Allokation und Reallokation des Geschäfts- oder Firmenwerts und die Behandlung von sog. Corporate Assets eingegangen. Des Weiteren befasst sich die Stellungnahme u. a. auch noch mit den Unterschieden zwischen Nutzungswert und Fair Value, dem Zeitpunkt und Anlass von Werthaltigkeitstests, der Werthaltigkeitsprüfung von nach der Equity-Methode bilanzierten Anteilen sowie ausgewählten wesentlichen Anhangangaben. Schließlich enthält die Stellungnahme auch Hilfestellungen bei der Werthaltigkeitsprüfung für zahlungsmittelgenerierende Einheiten mit Geschäfts- oder Firmenwert und nicht beherrschenden Anteilen. Zu diesem Themengebiet war das IFRS Interpretations Committee zwar schon vor einiger Zeit um Klärung verschiedener Fragen gebeten worden, hatte jedoch damals eine weitergehende Bearbeitung abgelehnt, so dass es hier an konkretisierenden Leitlinien innerhalb der IFRS bislang fehlt.

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