Libanon und Iran als mögliche neue Hochinflationsländer

Es zeichnet sich ab, dass – vorbehaltlich der weiteren Entwicklung bis zum Jahresende – für Unternehmen mit dem libanesischen Pfund oder dem iranischen Rial als funktionaler Währung IAS 29 für Berichtsperioden, die am oder nach dem 31.12.2020 enden, anzuwenden ist. 

Dies unter anderem, weil es für den Iran sehr wahrscheinlich ist und für den Libanon Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die kumulierte Dreijahresinflation Ende Dezember 2020 über 100% liegen wird – und diese Länder damit aus Sicht der Rechnungslegung Hochinflationsländer werden.

Sobald die finalen Daten vorliegen, werden wir Sie hierüber informieren. Folgendes wäre dann zu beachten:  

Die Anwendung des IAS 29 erfolgt rückwirkend; d.h. so, als ob die Volkswirtschaft schon immer hochinflationär gewesen wäre. Der Abschluss ist am Ende der Berichtsperiode an die aktuelle Kaufkraft anzupassen.

Unternehmen mit Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung der libanesische Pfund oder der iranischen Rial ist, müssen gem. IAS 21.43 den Abschluss des Tochterunternehmens nach den Vorschriften des IAS 29 anpassen, bevor dieser in den Konzernabschluss des Mutterunternehmens einbezogen wird. Vergleichsbeträge, die zuvor in einer stabilen Währung dargestellt wurden, sind nicht anzupassen. 

Zum 31. Dezember 2019 galten folgende Länder als hochinflationär i.S.d. IAS 29:

  • Argentinien
  • Süd-Sudan
  • Sudan
  • Venezuela
  • Simbabwe

Weitere Informationen zur Anwendung von IAS 29 finden Sie bspw. in unserem im Dezember 2018 veröffentlichten IFRS für die Praxis anlässlich der erstmaligen Einstufung von Argentinien als Hochinflationsland.

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