Praktische Anwendungsfragen bei der Implementierung von IFRS 9 – Interaktion der Vorschriften zu Wertminderungen mit den Regelungen von IFRS 15 “Revenue Recognition“

Der im Juli 2014 veröffentlichte IFRS 9 „Financial Instruments“ enthält u.a. neue Vorschriften zur Erfassung von Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte auf Basis des sog. expected credit losses-Modells. Bei Anwendung dieser Regelungen in Verbindung mit den neuen Vorschriften des IFRS 15 „Revenue from Contracts with Customers“ können sich für die Ermittlung der erwarteten Verluste (expected credit losses) von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie von contract assets i.S.d. IFRS 15 verschiedene Fragen ergeben.

Beispielsweise ist zur Bestimmung der erwarteten Verluste – und damit der zu erfassenden Wertminderung – der Barwert der Differenz aus vertraglichen Cashflows und den vom Unternehmen erwarteten Cashflows aus dem Vertrag zu ermitteln. Da contract assets nur in dem Umfang bilanziert werden, zu dem eine Realisierung hochwahrscheinlich ist, stellt sich die Frage, ob nur die bilanzierten Cashflows oder alle vertraglich möglichen Cashflows (d.h. auch die, die nicht hochwahrscheinlich sind) für die Ermittlung der Wertminderung zugrunde zu legen sind.

Sollte ein Vertrag gleichzeitig zu einer Forderung und einem contract asset mit gleicher Fälligkeit führen (bspw. wenn ein Teil des Entgelts von der Erfüllung bestimmter Bedingungen abhängt), stellt sich die Frage, in welchem Umfang die Cashflows, die das Unternehmen von dem Schuldner aus diesem Vertrag insgesamt erwartet, der Forderung bzw. dem contract asset zuzurechnen sind, insb. damit der Zuordnung der erwarteten Cashflows auf die Forderung bzw. das contract asset die jeweilige Höhe der Wertminderung beeinflusst wird.

Diese Fragestellungen befinden sich derzeit noch international in Diskussion. Über aktuelle Entwicklungen hierzu halten wir Sie auf dem Laufenden.

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