Zuordnung von Vermögenswerten und Schulden zur Fair Value-Hierarchie nach IFRS 13

Im Rahmen von IFRS 13, dem seit 2013 anzuwendenden Standard zur Fair Value-Bewertung, müssen Unternehmen auch für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zwar nicht zum Fair Value bewertet werden, für die aber ein Fair Value ermittelt und im Anhang angegeben wird, eine Zuordnung zur sogenannten Fair Value-Hierarchie vornehmen (IFRS 13.93 (b)). Darüber hinaus müssen die Bewertungsmethode und die verwendeten Inputfaktoren nach IFRS 13.93 (d) erläutert und bestimmte Angaben zu nicht finanziellen Vermögenswerten nach IFRS 13.93 (i) gemacht werden.

Die Fair Value-Hierarchie des IFRS 13.72 ff. basiert auf der bereits aus IFRS 7 bekannten 3-Level-Struktur. Je nach Marktnähe der in die Fair Value-Ermittlung eingeflossenen Bewertungsparameter, erfolgt die Zuordnung zu einem der drei Level:

Um Level 1 handelt es sich bei Vorliegen eines notierten Preises auf einem aktiven Markt, bspw. für eine an der Börse notierte emittierte Anleihe. Für das Vorliegen eines aktiven Markts ist es erforderlich, dass eine regelmäßige Preisstellung erfolgt, geringe Geld-Brief-Spannen vorliegen und es mehrere Preiskontributoren mit nur geringfügig abweichenden Preisen gibt. Bei Krediten und Forderungen sowie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten wird dies üblicherweise nicht der Fall sein, so dass eine Zuordnung zu Level 1 in der Regel ausscheidet.

Level 2 werden Bewertungen bzw. Anhangangaben mit direkt oder indirekt beobachtbaren Inputfaktoren zugeordnet (IFRS 13.81, z.B. Zinskurven, Preisnotierungen an inaktiven Märkten).

Level 3 umfasst Bewertungen auf Basis von Inputfaktoren, die nicht beobachtbar sind (IFRS 13.86).

Sollten Inputfaktoren für ein Bewertungsverfahren jeweils verschiedenen Leveln der Fair Value-Hierarchie zuzuordnen sein, muss zwischen signifikanten und nicht signifikanten Inputfaktoren unterschieden werden. Die Einordnung der gesamten Fair Value-Bewertung bzw. -Anhangangabe richtet sich nach dem Level des am niedrigsten eingestuften signifikanten Inputfaktors (IFRS 13.73 ff.), d.h. liegt ein signifikanter Inputfaktor aus Level 3 vor, ist der Vermögenswert Level 3 zuzuordnen. Eine Einstufung in Level 2 setzt also voraus, dass alle signifikanten Inputfaktoren für das Bewertungsverfahren beobachtbar sind. Für diese Einordnung ist der Einfluss der einzelnen Inputfaktoren auf den Fair Value zum Bewertungsstichtag entscheidend.

Den Fair Value einer Forderung beeinflussen insbesondere der Zinssatz, die Währung und die Bonität des Schuldners. Ein Inputfaktor, wie etwa der Credit Spread, der das Bonitätsrisiko umfasst, muss dann entweder beobachtbar oder nicht signifikant sein, damit eine Einstufung in Level 2 vorgenommen werden kann. Zinssatz und Wechselkurse sind in aller Regel beobachtbar, die Bonität nur in Einzelfällen, wenn für die betreffende Adresse gehandelte Credit-Default-Swap-(CDS)-Spreads verfügbar sind. Wertberichtigte Forderungen sind damit insbesondere dann Level 3 der Fair Value-Hierarchie zuzuordnen, wenn die Wertberichtigung wesentlich und zudem nicht auf einen am Markt beobachtbaren Credit Spread zurückzuführen ist.

In den Fair Value einer Verbindlichkeit ist neben Zinssatz und Währung vor allem das eigene Ausfallrisiko einzubeziehen. Darüber hinaus können sonstige Inputfaktoren vorliegen, wie z.B. ein Risiko vorzeitiger Rückzahlung („pre-payment risk“) oder im Rahmen der Diskontierung berücksichtigte interne Kostenzuschläge bzw. Gewinnmargen. Diese sonstigen Inputfaktoren sind in der Regel nicht beobachtbar.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, für die die Angabe eines Fair Value nach IFRS 7.29 nicht erforderlich ist, sind von der Zuordnung zur Fair Value-Hierarchie ausgenommen. Das gilt selbst dann, wenn der Fair Value freiwillig angegeben wird, bspw. für kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalinstrumente der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“.

Weitergehende Informationen zur Zuordnung der Inputfaktoren im Rahmen der Fair Value-Hierarchie bietet auch die am 4. Januar 2014 veröffentlichte Stellungnahme zur Rechnungslegung des IDW „Einzelfragen zur Ermittlung des Fair Value nach IFRS“.

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