Accounting Aktuell Blog

Entwurf zu geplanten √Ąnderungen der Hedge-Accounting-Regelungen i. Z. m. der IBOR-Reform

Der IASB hat am 3. Mai 2019 einen Entwurf mit Vorschl√§gen f√ľr √Ąnderungen an IFRS¬†9 und IAS¬†39 ver√∂ffentlicht (ED/2019/1 „Interest Rate Benchmark Reform“). Die Vorschl√§ge stehen in Zusammenhang mit der Reform von Referenzzinss√§tzen (z. B. LIBOR), speziell mit der gegenw√§rtig bestehenden Unsicherheit dar√ľber, wann und wie die aktuellen Referenzzinss√§tze ersetzt werden. Unter den bestehenden Regelungen des IFRS¬†9 und des IAS¬†39 k√∂nnte diese Unsicherheit dazu f√ľhren, dass ein Unternehmen Hedge-Beziehungen beenden muss.

Vor diesem Hintergrund schl√§gt der IASB die Einf√ľhrung von Erleichterungen von bestimmten Anforderungen des Hedge Accounting nach IFRS¬†9 und IAS¬†39 vor. Danach sollen Unternehmen f√ľr Zwecke bestimmter zukunftsgerichteter Beurteilungen unterstellen, dass der Referenzzinssatz, auf dem ein abgesicherter Zahlungsstrom oder die Zahlungsstr√∂me eines Sicherungsinstruments basieren, durch die Reform nicht ver√§ndert werden. Auf diese Weise soll eine Beendigung von Hedge-Beziehungen als Folge der bestehenden Unsicherheit vermieden werden und die Entscheidungsrelevanz der Informationen in den Abschl√ľssen f√ľr Investoren gewahrt bleiben. Die vorgeschlagenen √Ąnderungen sollen erstmals f√ľr Gesch√§ftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen anzuwenden sein. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung soll m√∂glich sein.

Die Vorschl√§ge adressieren nur die Auswirkungen der Unsicherheit bis zur Abl√∂sung der Referenzzinss√§tze (pre-replacement issues). Sobald mehr Informationen √ľber die Abl√∂sung der Referenzzinss√§tze vorliegen, wird der IASB m√∂gliche Auswirkungen der tats√§chlichen Abl√∂sung analysieren (replacement issues) und entscheiden ob weitere Ma√ünahmen ergriffen werden.

Die Kommentierungsfrist endet am 17. Juni 2019.

Die Stellungnahme zur Ver√∂ffentlichung, die auch einen¬†Link¬†auf den Entwurf enth√§lt, ist √ľber folgenden¬†Link¬†zu erreichen. Weitere Informationen zu dem Thema enth√§lt auch unsere Publikation „IFRS direkt: Auswirkungen der Reform des LIBOR und anderer Referenzzinss√§tze – Geplante √Ąnderungen an IFRS 9 und IAS 39 (ED/2019/1)„.

√Ąnderungsvorschl√§ge f√ľr das IFRS Foundation Due Process Handbook

Die IFRS Foundation hat k√ľrzlich einen Entwurf zur √Ąnderung ihres Due Process Handbooks ver√∂ffentlicht („Proposed amendments to the IFRS Foundation Due Process Handbook„).

Zur Erinnerung: Das IFRS Foundation Due Process Handbook (Handbook) legt¬†die f√ľr den IASB und das IFRS IC geltenden Verfahrensprozesse zur Entwicklung von Regelungen (due process) fest. Das sog. Due Process Oversight Committee (DPOC) der IFRS Foundation ist verantwortlich f√ľr die √úberwachung der Einhaltung dieser Verfahren. Es √ľberpr√ľft diese im Zeitablauf und nimmt ggf. √Ąnderungen aufgrund sich √§ndernder Konventionen und Meinungen vor.

In diesem Blog m√∂chte ich Ihnen einen kurzen √úberblick √ľber die Vorschl√§ge des Entwurfs geben und Bereiche hervorheben, die meiner Meinung nach f√ľr Abschlussersteller und andere Interessengruppen in der Praxis besonders relevant sind.

Das DPOC schl√§gt folgende √Ąnderungen am Handbook vor:

  1. Klarstellung der Rolle und des Status der vom IFRS IC veröffentlichten Agenda-Entscheidungen (sog. NIFRICs)

Die vorgeschlagenen √Ąnderungen sollen Folgendes klarstellen:

  • Ziel der in den NIFRIC enthaltenen Erl√§uterungen ist die Verbesserung einer einheitlichen, konsistenten Anwendung der Regelungen der IFRS.
  • Die Erl√§uterungen sind so zu geben, dass sie erkl√§ren, wie die in den IFRS-Regelungen enthaltenen Grunds√§tze und Anforderungen auf den der Agenda-Entscheidung zugrundeliegenden Sachverhalt anzuwenden sind.
  • Durch eine Agenda-Entscheidung d√ľrfen keine bestehenden IFRS-Regelungen ge√§ndert oder erg√§nzt werden.

Durch diese √Ąnderungen werden in der Zukunft umfangreichere, aussagekr√§ftigere Erl√§uterungen der Agenda-Entscheidungen erwartet, was zu einer Verbesserung des Verst√§ndnisses der Auffassung des IFRS IC durch die Adressaten der NIFRICs f√ľhren d√ľrfte.

  1. Einf√ľhrung der M√∂glichkeit eigene Agenda-Entscheidungen des IASB zu ver√∂ffentlichen

Es wird vorgeschlagen, dem IASB analog zum IFRS IC die Möglichkeit zu geben, eigene Agenda-Entscheidungen (sog. Board Agenda Decisions) zu veröffentlichen.

Ziel dieses Vorschlags ist es, dem IASB ebenfalls ein Mittel zur Verf√ľgung zu stellen, welches einer einheitlichen, konsistenten Anwendung der Regelungen der IFRS dient. Die Ver√∂ffentlichung von Board Agenda Decisions soll dabei dem Verfahrensprozess (due process) zur Entwicklung von NIFRICs folgen.

Klar betont wird, dass die Board Agenda Decisions nicht in Konkurrenz zu den Entscheidungen des IFRS IC stehen oder gar den bisherigen Prozess ersetzen sollen. Fragen zur Anwendung bestehender Regelungen sollen weiterhin direkt an das IFRS IC gestellt werden. Die Veröffentlichung von Board Agenda Decisions wird daher nur in seltenen Fällen erwartet.

Meiner Meinung nach ist dieser Vorschlag sinnvoll, da es dem IASB hierdurch erm√∂glicht wird, bestimmte Fragen i. Z. m. der Implementierung neuer Regelungen effizienter und zeitnaher zu behandeln. Dies erm√∂glicht Hilfestellung bei dringenden Implementierungsfragen ‚Äď z. B. im Zusammenhang mit der zeitnahen k√ľnftigen erstmaligen Anwendung eines neuen Standards -, die im Rahmen des regul√§ren Standard-Setting-Prozesses nicht schnell genug beantwortet werden k√∂nnten.

  1. Zeitliche Umsetzung von √Ąnderungen der Rechnungslegungsgrunds√§tze aufgrund von NIFRICs

Bisher gab es keine klaren Aussagen zum Stellenwert von Agenda-Entscheidungen des IFRS IC sowie zur Frage, wie schnell von Unternehmen erwartet wird, √Ąnderungen ihrer Rechnungslegungsmethoden, die sich aus einer IFRS IC Agenda-Entscheidung ergeben, durchzuf√ľhren.

Die Vorschl√§ge stellen klar, dass NIFRICs neue, hilfreiche Informationen liefern k√∂nnen, die das Unternehmen davon √ľberzeugen, seine bisherigen Rechnungslegungsmethoden zu √§ndern. Dies bedeutet jedoch nicht, das die Anwendung der bisherigen Rechnungslegungsmethoden zwingend einen Fehler darstellt, nur weil sie mit einer Agenda-Entscheidung nicht √ľbereinstimmen.

Zur Frage, wann sich aus einer Agenda-Entscheidung ergebende √Ąnderungen von Rechnungslegungsmethoden angewendet werden m√ľssen, sollen ebenfalls Ausf√ľhrungen in das Handbook aufgenommen werden. Der IASB hatte hierzu bereits ge√§u√üert, dass den Unternehmen seiner Auffassung nach gen√ľgend Zeit (sufficient time) f√ľr derartige √Ąnderungen von Rechnungslegungsmethoden zu geben sei. Zu Einzelheiten dar√ľber, was genau unter „gen√ľgend Zeit“ zu verstehen ist, m√∂chte ich Sie auf einen Artikel der stellvertretenden Vorsitzenden des IASB, Sue Lloyd, verweisen, der hierzu Stellung nimmt: Link

 

Weitere √Ąnderungsvorschl√§ge zum Handbook betreffen:

  • die Aktualisierung der Vorgehensweise f√ľr Auswirkungsanalysen (effective analysis),
  • die Kategorisierung und den Review der von der IFRS Foundation erstellten Schulungsmaterialien (educational material),
  • Klarstellungen zum erforderlichen Konsultationsprozess vor Aufnahme wesentlicher Projekte (major projects) auf den Arbeitsplan des IASB und
  • Kl√§rung bestimmter Aspekte im Zusammenhang mit der IFRS-Taxonomie.

 

Sie erreichen den Entwurf √ľber folgenden Link.

Die Kommentierungsfrist endet am 29.7.2019.

 

Europ√§ische Kommission stellt Vorschlag zur Erg√§nzung der Leitlinien f√ľr die nichtfinanzielle Berichterstattung um klimabezogene Angaben vor

Als Teil ihres Aktionsplans zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums √ľberarbeitet die Europ√§ische Kommission die Leitlinien f√ľr die Berichterstattung √ľber nichtfinanzielle Informationen im Sinne der CSR-Richtlinie um klimabezogene Angaben. Durch die Erweiterung der unverbindlichen Leitlinien aus 2017 sollen insbesondere M√∂glichkeiten f√ľr eine Berichterstattung zum Thema Klima und Klimawandel aufgezeigt werden, die im Einklang mit den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (‚ÄěTCFD‚Äú) und dem derzeit entwickelten EU-Klassifikationssystems (‚ÄěTaxonomie‚Äú) f√ľr nachhaltige T√§tigkeiten stehen. Die TCFD wurden vom Finanzstabilit√§tsrat der G20 Staaten ins Leben gerufen.

Der Vorschlag f√ľr eine entsprechende Erg√§nzung der unverbindlichen Leitlinien enth√§lt eine Reihe von Empfehlungen aus dem Bericht der TCFD. So enth√§lt der Entwurf bspw. die Empfehlung, die Widerstandsf√§higkeit des berichtenden Unternehmens gegen den Klimawandel anhand von verschiedenen Klimaszenarien zu beschreiben. Auch nennt der Entwurf eine Reihe von bedeutsamsten Leistungsindikatoren, die von Unternehmen angegeben werden sollten, darunter unterschiedliche Angaben zu Treibhausgasemissionen. Ferner enth√§lt der Entwurf detaillierte Ausf√ľhrungen zu den verschiedenen Risikoarten, die sich aus dem Klimawandel kurz-, mittel- und langfristig f√ľr Unternehmen ergeben k√∂nnen, und welche Angaben in diesem Zusammenhang in Betracht kommen k√∂nnen. F√ľr Institute und Versicherungen nennt die EU-Kommission zus√§tzlich umfassende spezifische Empfehlungen. Abschlie√üend illustriert die EU-Kommission, wie die weitreichenden Vorschl√§ge f√ľr klimabezogene Angaben in die Berichtspflichten der CSR-Richtlinie integriert werden k√∂nnen.

Basierend auf dem deutschen Umsetzungsgesetz der CSR-Richtlinie und den praktischen Erfahrungen aus den ersten Berichtsperioden ist zu beobachten, dass die Empfehlungen sowohl √ľber die gesetzlichen Mindestvorgaben als auch die bisherige Berichtspraxis mitunter deutlich hinausgehen. Die EU-Kommission nutzt die Empfehlungen der TCFD um Unternehmen ‚Äěbest practices‚Äú bez√ľglich der klimabezogenen Berichterstattung an die Hand zu geben. Mitunter scheint die EU-Kommission im vorliegenden Entwurf allerdings auch Angaben vorzuschlagen, die nicht unmittelbar mit der CSR-Richtlinie vereinbar scheinen. So wird die Wesentlichkeitsbeurteilung nicht durchg√§ngig konsistent zur Richtlinie beschrieben, wonach die Wesentlichkeit anhand der Bedeutung von Angaben f√ľr das Verst√§ndnis des Gesch√§ftsverlaufs, des Gesch√§ftsergebnisses, der Lage des Unternehmens sowie der Auswirkungen seiner T√§tigkeiten zu beurteilen ist. Nach dem Vorschlag zur Erg√§nzung der Leitlinien k√∂nnen mitunter auch Angaben, die nur eine der beiden Perspektiven gen√ľgen, wesentlich sein. Auch empfiehlt die EU-Kommission im Einklang mit der TCFD eine Berichterstattung √ľber klimabezogene Chancen, die nach der CSR-Richtlinie jedoch unbeachtet bleiben. Die Ver√∂ffentlichung der finalen Erweiterung der unverbindlichen Leitlinien ist f√ľr Juni 2019 vorgesehen.

Wenngleich die Leitlinien weiterhin unverbindlich bleiben, ist zu vermuten, dass deren Erweiterung um klimabezogene Inhalte ein Indikator f√ľr die Erwartungshaltung der EU-Kommission an die Berichterstattung, insbesondere von Unternehmen im Anwendungsbereich der CSR-Richtlinie, d.h. gro√üe kapitalmarktorientierte Unternehmen sowie gro√üe Institute und Versicherungen mit √ľber 500 Arbeitnehmer, darstellt. Mit den umfassenden Empfehlungen f√ľr die klimabezogene Unternehmensberichterstattung verfolgt die Kommission weiter ihren Aktionsplan und ihre langfristige Vision einer klimaneutralen Wirtschaft bis 2050.

Übernahme von Standardänderungen in EU-Recht

Die Europ√§ische Kommission hat k√ľrzlich

  • √Ąnderungen an IAS 19 zur Bilanzierung von Eingriffen (√Ąnderungen, K√ľrzungen oder Abgeltungen) in leistungsorientierte Versorgungspl√§ne (EU-Amtsblatt vom 14.3.2019) sowie
  • die J√§hrlichen Verbesserungen an IFRS (Zyklus 2015-2017) mit √Ąnderungen an IAS 12, IAS 23 sowie IFRS 3/IFRS 11 (EU-Amtsblatt vom 15.3.19)

in EU-Recht √ľbernommen (Endorsement).

S√§mtliche √Ąnderungen sind erstmals verpflichtend in Berichtsperioden, die am oder nach dem 1.¬†Januar 2019 beginnen, in IFRS-Abschl√ľssen anzuwenden.

Die √Ąnderungen befassen sich im Einzelnen mit Folgendem:

  • IAS 19: Festlegung, dass f√ľr die Ermittlung des laufenden Dienstzeitaufwands und des Nettozinsaufwands (bzw. ‚Äďertrags) nach einem Eingriff in einen leistungsorientierten Versorgungsplan die versicherungsmathematischen Annahmen und die Nettoschuld (bzw. der Nettoverm√∂genswert) im Zeitpunkt des Eingriffs heranzuziehen sind. Ein Beispiel hierzu finden Sie in den¬†International Accounting News 2/2018.
  • IAS 12: Klarstellung der Erfassung der steuerlichen Wirkung aus Dividendenzahlungen ‚Äď diese sind grunds√§tzlich GuV-wirksam zu erfassen, es sei denn, die zum aussch√ľttenden Gewinn f√ľhrende zugrundeliegende Transaktion wurde nicht GuV-wirksam erfasst.
  • IAS 23: Noch nicht zur√ľckgezahlte Fremdmittel, die zur Beschaffung eines qualifizierten Verm√∂genswerts i. S. d. IAS 23 aufgenommen wurden, sind ab dem Zeitpunkt, zu dem dieser Verm√∂genswert im Wesentlichen f√ľr seinen beabsichtigten Gebrauch oder Verkauf hergerichtet ist, mit in die Bestimmung des allgemeinen Fremdkapitalkostensatzes f√ľr andere qualifizierte Verm√∂genswerte, f√ľr die keine speziellen Fremdmittel aufgenommen wurden, einzubeziehen.
  • IFRS 3 und IFRS 11: Erlangt ein Unternehmen durch den Erwerb weitere Anteile Beherrschung i. S. d. IFRS 10 √ľber eine vormals gemeinschaftliche T√§tigkeit, die einen Gesch√§ftsbetrieb darstellt, hat eine Neubewertung des gesamten zuvor gehaltenen Anteils an der gemeinschaftlichen T√§tigkeit zu erfolgen. Erlangt das Unternehmen hingegen nicht die Beherrschung, sondern lediglich gemeinschaftliche F√ľhrung, kommt es zu keiner Neubewertung des bisherigen Anteils.

Neuer Verg√ľtungsbericht: Regierungsentwurf des ARUG II verschiebt Erstanwendung

Derzeit l√§uft die Umsetzung der zweiten Aktion√§rsrechterichtlinie der EU in das deutsche Recht durch ein entsprechend lautendes Gesetz (Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktion√§rsrechterichtlinie ‚Äď das sogenannte ARUG II). Sie ist bis zum 10. Juni 2019 abzuschlie√üen. √úber den Referentenentwurf des ARUG II und seine Auswirkungen auf die Berichterstattung √ľber die Verg√ľtung von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats b√∂rsennotierter Unternehmen, habe ich bereits in meinem Blogbeitrag vom 15. Oktober 2018 berichtet.

Heute hat das Bundesministerium der Justiz und f√ľr Verbraucherschutz den von der Bundesregierung beschlossenen Regierungsentwurf des ARUG II ver√∂ffentlicht. Die wichtigste √Ąnderung im Vergleich zum Referentenentwurf: der Erstanwendungszeitpunkt soll nach hinten verschoben werden! Wird das Gesetz im Juni 2019 im Bundesgesetzblatt verk√ľndet, ist nun vorgesehen, dass der nach den neuen aktienrechtlichen Vorschriften zu erstellende Verg√ľtungsbericht erstmals f√ľr Gesch√§ftsjahre zu erstellen ist, die nach dem 31.12.2019 beginnen. Eine gute Nachricht, gibt dies doch den betroffenen Unternehmen Zeit, sich auf die neuen Vorschriften vorzubereiten.

Diese ist voraussichtlich auch n√∂tig. Denn immer mehr zeichnet sich ab, dass der neue Verg√ľtungsbericht von dem bisher nach handelsrechtlichen Vorschriften zu erstellenden Verg√ľtungsbericht inhaltlich teilweise deutlich abweichen wird. Hier einige ausgew√§hlte Beispiele:

  • Die individualisierte Angabe von Verg√ľtungen soll k√ľnftig davon abh√§ngen, ob sie ‚Äěgew√§hrt und geschuldet‚Äú sind. Nach der Begr√ľndung des Regierungsentwurfs ist dies der Fall, wenn sie faktisch zugeflossen oder f√§llig, aber noch nicht zugeflossen sind. Dies deutet auf einen Unterschied zum bisherigen Recht hin, insbesondere was den Angabezeitpunkt aktienbasierter Verg√ľtungen betrifft.
  • Zu individualisieren sind k√ľnftig auch die Verg√ľtungen ehemaliger Organmitglieder ‚Äď zum Beispiel Ruhegeh√§lter ‚Äď, unabh√§ngig davon, ob sie ihre Organt√§tigkeit im Berichtsjahr oder fr√ľher beendet haben, allerdings nur die ersten zehn Jahre nach der Beendigung ihrer T√§tigkeit.
  • F√ľr jedes Organmitglied ist die j√§hrliche Ver√§nderung der Verg√ľtung, der Ertragsentwicklung des Unternehmens sowie der √ľber die letzten f√ľnf Gesch√§ftsjahr betrachteten durchschnittlichen Arbeitnehmerverg√ľtung vergleichend darzustellen.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Neuregelungen zum Verg√ľtungsbericht bis zur endg√ľltigen Verabschiedung des Gesetzes noch ge√§ndert werden. Denkbar ist dies, nicht zuletzt weil die mittlerweile im Entwurf erschienenen Leitlinien der Europ√§ischen Kommission zur standardisierten Darstellung der Angaben im Verg√ľtungsbericht ‚Äď ich habe dar√ľber in meinem Blogbeitrag vom 5. M√§rz 2019 berichtet ‚Äď auf ein teilweise anderes Verst√§ndnis der zweiten Aktion√§rsrechterichtlinie der EU hinweisen.

EU-Kommission ver√∂ffentlicht den Entwurf der Leitlinien zur standardisierten Darstellung bestimmter Informationen im Verg√ľtungsbericht

Die zweite Aktion√§rsrechterichtlinie der EU sieht u.a. eine Neuregelung der Berichterstattung √ľber die Verg√ľtung von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats b√∂rsennotierter Unternehmen vor. Danach wird sich der k√ľnftige Verg√ľtungsbericht teilweise wesentlich von der bisherigen handelsrechtlich geforderten Verg√ľtungsberichterstattung unterscheiden. Die EU-Richtlinie ist bis zum 10. Juni 2019 in deutsches Recht umzusetzen. In diesem Zusammenhang wurde am 11. Oktober 2018 der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der zweiten Aktion√§rsrechterichtlinie (ARUG II) ver√∂ffentlicht. Dieser Entwurf regelt den Verg√ľtungsbericht im Aktiengesetz (¬ß 162 AktG-E) und orientiert sich dabei eng am Wortlaut der EU-Richtlinie. Ich habe dar√ľber in meinem Blogbeitrag vom 15. Oktober 2018 berichtet.

Am 1. M√§rz 2019 hat die EU-Kommission einen Entwurf der in der Richtlinie bereits angek√ľndigten Leitlinien zur standardisierten Darstellung bestimmter Informationen im Verg√ľtungsbericht vorgelegt, n√§mlich der Informationen gem. Art. 9b Abs. 1 der EU-Richtlinie bzw. ¬ß 162 Abs. 1 AktG-E. Vorgesehen sind insbesondere standardisierte, detaillierte und umfangreiche Tabellen zur Gesamtverg√ľtung pro Vorstandsmitglied, zur Verg√ľtung pro Vorstandsmitglied von anderen Unternehmen desselben Konzerns, zu aktienbasierten Verg√ľtungen pro Vorstandsmitglied, zur Anwendung der Leistungskriterien pro Vorstandsmitglied und zum Vergleich der j√§hrlichen Ver√§nderung der Verg√ľtung mit der Ertragsentwicklung des Unternehmens und mit der durchschnittlichen Arbeitnehmerverg√ľtung. Erg√§nzt werden sollen diese Tabellen um allgemeine √úberblicksinformationen sowie diverse Detailerl√§uterungen, ggf. in Form von Verweisen auf andere frei verf√ľgbare Finanzinformationen.

Daneben enth√§lt der Leitlinienentwurf Hinweise zu den √ľbrigen Angabepflichten, bspw. zur R√ľckforderung von Verg√ľtungsbestandteilen oder zu eventuellen Abweichungen von der sog. Verg√ľtungspolitik, sowie Hinweise zur Auslegung einzelner, in der Richtlinie bzw. in ¬ß 162 AktG-E verwendeter Begriffe.

Der Leitlinienentwurf geht teilweise erheblich √ľber die Anforderungen der EU-Richtlinie bzw. die geplanten gesetzlichen Anforderungen nach ¬ß 162 AktG-E hinaus. So wird bspw. die Angabe von Werten aktienbasierter Verg√ľtungen (inkl. Share Appreciation Rights) zu zwei Zeitpunkten statt nur der Anzahl gew√§hrter oder zugesagter Aktien oder Aktienoptionen gew√ľnscht. Die Anwendung der Leitlinien ist allerdings nicht verpflichtend; sie bleiben auch nach ihrer Ver√∂ffentlichung unverbindlich und werden zudem nicht in deutsches Recht umgesetzt. Es bleibt dennoch abzuwarten, ob die Leitlinien durch ihre Auslegung der EU-Richtlinie nicht den laufenden nationalen Gesetzgebungsprozess beeinflussen.

Bis zum 21. M√§rz 2019 besteht die M√∂glichkeit zur Kommentierung des Leitlinienentwurfs. Eine baldige Ver√∂ffentlichung der endg√ľltigen Leitlinien als Hilfestellung f√ľr den neuen Verg√ľtungsbericht ist zu w√ľnschen, m√ľssen doch voraussichtlich schon b√∂rsennotierte Unternehmen mit Abschlussstichtag 30. September 2019 ihren Verg√ľtungsbericht nach den neuen Vorschriften erstellen.

IDW zu den m√∂glichen Auswirkungen der bevorstehenden Abl√∂sung bestimmter Referenzzinss√§tze auf Abschl√ľsse nach HGB und IFRS und Lageberichte zum 31. Dezember 2018

EONIA, EURIBOR oder andere IBOR-Zinss√§tze werden h√§ufig als Referenzzinss√§tze f√ľr Finanzinstrumente, bspw. variabel verzinsliche Darlehen oder Zinsswaps, sowie in Bewertungsmodellen verwendet. U.a. aufgrund von Zinssatzmanipulationen in der Vergangenheit sollen nach derzeitigem Stand in den n√§chsten Jahren verschiedene bestehende Referenzzinss√§tze, u.a. EURIBOR, LIBOR und EONIA, durch neue Referenzzinss√§tze abgel√∂st werden. Aktuell bestehen noch zahlreiche Unsicherheiten hinsichtlich der Ausgestaltung der neuen Zinss√§tze, ihrer Marktakzeptanz und ihrer Aufnahme in bestehende Vertr√§ge.

Nach Auffassung des Fachausschusses Unternehmensberichterstattung (FAB) und des Bankenfachausschusses (BFA) des IDW sind aus dieser bevorstehenden Abl√∂sung der Referenzzinss√§tze keine Auswirkungen auf aktuell gebildete Bewertungseinheiten in handelsrechtlichen Abschl√ľssen zum 31. Dezember 2018 zu erwarten. Auch unter IFRS ist eine Fortf√ľhrung der aktuell designierten Sicherungsbeziehungen nicht zu beanstanden.

Erwartet das bilanzierende Unternehmen aus der bevorstehenden Abl√∂sung der Referenzzinss√§tze wesentliche Risiken, ist dar√ľber im Lagebericht zu berichten.

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