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√Ąnderungsvorschl√§ge f√ľr das IFRS Foundation Due Process Handbook

Die IFRS Foundation hat k√ľrzlich einen Entwurf zur √Ąnderung ihres Due Process Handbooks ver√∂ffentlicht („Proposed amendments to the IFRS Foundation Due Process Handbook„).

Zur Erinnerung: Das IFRS Foundation Due Process Handbook (Handbook) legt¬†die f√ľr den IASB und das IFRS IC geltenden Verfahrensprozesse zur Entwicklung von Regelungen (due process) fest. Das sog. Due Process Oversight Committee (DPOC) der IFRS Foundation ist verantwortlich f√ľr die √úberwachung der Einhaltung dieser Verfahren. Es √ľberpr√ľft diese im Zeitablauf und nimmt ggf. √Ąnderungen aufgrund sich √§ndernder Konventionen und Meinungen vor.

In diesem Blog m√∂chte ich Ihnen einen kurzen √úberblick √ľber die Vorschl√§ge des Entwurfs geben und Bereiche hervorheben, die meiner Meinung nach f√ľr Abschlussersteller und andere Interessengruppen in der Praxis besonders relevant sind.

Das DPOC schl√§gt folgende √Ąnderungen am Handbook vor:

  1. Klarstellung der Rolle und des Status der vom IFRS IC veröffentlichten Agenda-Entscheidungen (sog. NIFRICs)

Die vorgeschlagenen √Ąnderungen sollen Folgendes klarstellen:

  • Ziel der in den NIFRIC enthaltenen Erl√§uterungen ist die Verbesserung einer einheitlichen, konsistenten Anwendung der Regelungen der IFRS.
  • Die Erl√§uterungen sind so zu geben, dass sie erkl√§ren, wie die in den IFRS-Regelungen enthaltenen Grunds√§tze und Anforderungen auf den der Agenda-Entscheidung zugrundeliegenden Sachverhalt anzuwenden sind.
  • Durch eine Agenda-Entscheidung d√ľrfen keine bestehenden IFRS-Regelungen ge√§ndert oder erg√§nzt werden.

Durch diese √Ąnderungen werden in der Zukunft umfangreichere, aussagekr√§ftigere Erl√§uterungen der Agenda-Entscheidungen erwartet, was zu einer Verbesserung des Verst√§ndnisses der Auffassung des IFRS IC durch die Adressaten der NIFRICs f√ľhren d√ľrfte.

  1. Einf√ľhrung der M√∂glichkeit eigene Agenda-Entscheidungen des IASB zu ver√∂ffentlichen

Es wird vorgeschlagen, dem IASB analog zum IFRS IC die Möglichkeit zu geben, eigene Agenda-Entscheidungen (sog. Board Agenda Decisions) zu veröffentlichen.

Ziel dieses Vorschlags ist es, dem IASB ebenfalls ein Mittel zur Verf√ľgung zu stellen, welches einer einheitlichen, konsistenten Anwendung der Regelungen der IFRS dient. Die Ver√∂ffentlichung von Board Agenda Decisions soll dabei dem Verfahrensprozess (due process) zur Entwicklung von NIFRICs folgen.

Klar betont wird, dass die Board Agenda Decisions nicht in Konkurrenz zu den Entscheidungen des IFRS IC stehen oder gar den bisherigen Prozess ersetzen sollen. Fragen zur Anwendung bestehender Regelungen sollen weiterhin direkt an das IFRS IC gestellt werden. Die Veröffentlichung von Board Agenda Decisions wird daher nur in seltenen Fällen erwartet.

Meiner Meinung nach ist dieser Vorschlag sinnvoll, da es dem IASB hierdurch erm√∂glicht wird, bestimmte Fragen i. Z. m. der Implementierung neuer Regelungen effizienter und zeitnaher zu behandeln. Dies erm√∂glicht Hilfestellung bei dringenden Implementierungsfragen ‚Äď z. B. im Zusammenhang mit der zeitnahen k√ľnftigen erstmaligen Anwendung eines neuen Standards -, die im Rahmen des regul√§ren Standard-Setting-Prozesses nicht schnell genug beantwortet werden k√∂nnten.

  1. Zeitliche Umsetzung von √Ąnderungen der Rechnungslegungsgrunds√§tze aufgrund von NIFRICs

Bisher gab es keine klaren Aussagen zum Stellenwert von Agenda-Entscheidungen des IFRS IC sowie zur Frage, wie schnell von Unternehmen erwartet wird, √Ąnderungen ihrer Rechnungslegungsmethoden, die sich aus einer IFRS IC Agenda-Entscheidung ergeben, durchzuf√ľhren.

Die Vorschl√§ge stellen klar, dass NIFRICs neue, hilfreiche Informationen liefern k√∂nnen, die das Unternehmen davon √ľberzeugen, seine bisherigen Rechnungslegungsmethoden zu √§ndern. Dies bedeutet jedoch nicht, das die Anwendung der bisherigen Rechnungslegungsmethoden zwingend einen Fehler darstellt, nur weil sie mit einer Agenda-Entscheidung nicht √ľbereinstimmen.

Zur Frage, wann sich aus einer Agenda-Entscheidung ergebende √Ąnderungen von Rechnungslegungsmethoden angewendet werden m√ľssen, sollen ebenfalls Ausf√ľhrungen in das Handbook aufgenommen werden. Der IASB hatte hierzu bereits ge√§u√üert, dass den Unternehmen seiner Auffassung nach gen√ľgend Zeit (sufficient time) f√ľr derartige √Ąnderungen von Rechnungslegungsmethoden zu geben sei. Zu Einzelheiten dar√ľber, was genau unter „gen√ľgend Zeit“ zu verstehen ist, m√∂chte ich Sie auf einen Artikel der stellvertretenden Vorsitzenden des IASB, Sue Lloyd, verweisen, der hierzu Stellung nimmt: Link

 

Weitere √Ąnderungsvorschl√§ge zum Handbook betreffen:

  • die Aktualisierung der Vorgehensweise f√ľr Auswirkungsanalysen (effective analysis),
  • die Kategorisierung und den Review der von der IFRS Foundation erstellten Schulungsmaterialien (educational material),
  • Klarstellungen zum erforderlichen Konsultationsprozess vor Aufnahme wesentlicher Projekte (major projects) auf den Arbeitsplan des IASB und
  • Kl√§rung bestimmter Aspekte im Zusammenhang mit der IFRS-Taxonomie.

 

Sie erreichen den Entwurf √ľber folgenden Link.

Die Kommentierungsfrist endet am 29.7.2019.