Accounting Aktuell Blog

DRSC veröffentlicht DRÄS 10

Wie das DRSC am 31. Oktober 2019 auf seiner Website berichtet hat, wurde bereits am 17. Oktober 2019 der Deutsche Rechnungslegungs Ă„nderungsstandard Nr. 10 (DRĂ„S 10) verabschiedet.

DRÄS 10 dient im Wesentlichen der Anpassung von DRS 25 „Währungsumrechnung im Konzernabschluss“. Diese Anpassung bestehen insbesondere in der Klarstellung von Regelungen zur Inflationsbereinigung durch Indexierung in DRS 25 Tz. 104. Im Vergleich zum Entwurf des Änderungsstandards (E-DRÄS 10), über den wir bereits am 4. Juli 2019 berichtet haben, haben sich nur geringfügige Änderungen ergeben. Eine Liste dieser Änderungen steht auf der Website des DRSC zum Download bereit. Neben einer leichten Umformulierung der Tz. 104, zusätzlichen Begründungen und der Aufnahme eines Beispiels zwecks besserer Verständlichkeit hat sich das DRSC dazu entschlossen, den dynamischen Verweis auf IAS 29 „Rechnungslegung in Hochinflationsländern“ in Tz. B40 des DRS 25 aufzuheben. Stattdessen wird in DRS 25 in einer neuen Tz. 104a eine Empfehlung zur Ermittlung und Erfassung von Inflationsgewinnen/-verlusten aus der Nettoposition monetärer Posten aufgenommen.

Ferner nimmt DRÄS 10 Änderungen an DRS 16 „Halbjahresfinanzberichterstattung“, DRS 19 „Pflicht zur Konzernrechnungslegung und Abgrenzung des Konsolidierungskreises“ sowie DRS 23 „Kapitalkonsolidierung (Einbeziehung von Tochterunternehmen in den Konzernabschluss)“ vor. Dabei handelt es sich um redaktionelle Änderungen, die aufgrund des Zweiten Gesetzes zur Novellierung von Finanzmarktvorschriften aufgrund europäischer Rechtsakte (Zweites Finanzmarktnovellierungsgesetz – 2. FiMaNoG) erforderlich geworden sind.

Das DRSC hat DRÄS 10 zum Zwecke der Bekanntmachung gemäß § 342 Abs. 2 HGB an das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz weitergeleitet.

DRSC veröffentlicht E-DRS 36 zur Segmentberichterstattung

Unternehmen, die ihren HGB-Konzernabschluss freiwillig um eine Segmentberichterstattung erweitern, haben dabei derzeit DRS 3 zu beachten. Dieser Standard ist zwischenzeitlich umfassend überarbeitet worden. Gestern hat der HGB-Fachausschuss des DRSC das Ergebnis dieser Überarbeitung als Entwurf eines neuen Standards – E-DRS 36 „Segmentberichterstattung“ – veröffentlicht.

Wesentliches Merkmal des Standardentwurfs ist eine deutlich stringentere Implementierung des Management Approachs im Vergleich zu DRS 3. Künftig hat die Abgrenzung von Segmenten, die Bestimmung, welche Segmentdaten anzugeben sind, und die Ermittlung dieser Segmentdaten grundsätzlich in Übereinstimmung mit der internen Berichterstattung zu erfolgen, die von der Konzernleitung vorrangig für die Konzernsteuerung genutzt wird. Dies gilt auch dann, wenn bei dieser Datenermittlung Ansatz- und Bewertungsmethoden abweichend vom Konzernabschluss ausgeübt werden. Bestimmte Segmentangaben sind allerdings auch dann zu machen, wenn sie der Konzernleitung lediglich regelmäßig berichtet werden, auch ohne dass sie steuerungsrelevant sind.

Anders als für die Kapitalflussrechnung und den Eigenkapitalspiegel sieht E-DRS 36 für die Segmentberichterstattung keine bestimmte Darstellung vor. Unternehmen können damit entsprechend dem Management Approach ihrer internen Berichtsstruktur folgen.

Es besteht die Möglichkeit, zum E-DRS 36 bis zum 31. Dezember 2019 Stellung zu nehmen. Auch wenn der Standardentwurf noch keinen konkreten Erstanwendungszeitpunkt enthält, dürfte der endgültige Standard damit voraussichtlich frühestens für Geschäftsjahre anzuwenden sein, die nach dem 31. Dezember 2020 beginnen.

DRSC verabschiedet DRĂ„S 9 unter Vorbehalt

Nach dem HGB-Fachausschuss des DRSC am 17. Oktober hat nun auch der IFRS-Fachausschuss des DRSC am 25. Oktober dem Deutschen Rechnungslegungs Änderungstandard Nr. 9 zugestimmt. Damit reagiert das DRSC auf die derzeit laufende Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie der EU in das deutsche Recht durch das sogenannte ARUG II. Insbesondere sind folgenden Änderungen an bestehenden Standards vorgesehen:

  • In DRS 17 „Berichterstattung ĂĽber die VergĂĽtung der Organmitglieder“ werden sämtliche Konkretisierungen handelsrechtlicher Berichtspflichten gestrichen, die fĂĽr börsennotierte Aktiengesellschaften gelten, da diese Berichtspflichten durch ARUG II gestrichen und – in geänderter Form – in das Aktiengesetz ĂĽberfĂĽhrt werden. Des Weiteren wird die Angabe von Vergleichszahlen grundsätzlich nur noch empfohlen und nur noch in einem IFRS-Konzernabschluss unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtend.
  • In DRS 20 „Konzernlagebericht“ werden die Ă„nderungen der (Konzern-)Erklärung zur UnternehmensfĂĽhrung durch das ARUG II berĂĽcksichtigt. KĂĽnftig muss in der (Konzern-)Erklärung auf die Internetseite des Unternehmens Bezug genommen werden, auf welcher bestimmte Informationen rund um die OrganvergĂĽtung öffentlich zugänglich gemacht sind oder werden, u.a. der neue aktienrechtliche VergĂĽtungsbericht.
  • Im Vergleich zu E-DRĂ„S 9 – ĂĽber diesen hatte ich in meinem Blogbeitrag am 3. Juli 2019 berichtet – haben sich nur geringfĂĽgige Ă„nderungen ergeben. Diese hat das DRSC in einem Dokument zusammengestellt.

Da das Gesetzgebungsverfahren zum ARUG II noch nicht abgeschlossen ist, steht die Verabschiedung des DRĂ„S 9 unter zwei Vorbehalten. Zum einen besteht der Vorbehalt, dass die im Anhang und im Lagebericht vorgesehenen Ă„nderungen auch in das endgĂĽltige Gesetz einflieĂźen. Zum anderen wurde das Datum der Erstanwendung von DRĂ„S 9 offengelassen: dieses steht unter dem Vorbehalt des Erstanwendungszeitpunkts im endgĂĽltigen Gesetz.

ESMA veröffentlicht PrĂĽfungsschwerpunkte fĂĽr 2020 – Enforcer sollen neue Berichtsstandards genauestens ĂĽberwachen

Die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) hat am 22.10. die gemeinsamen Prüfungsschwerpunkte veröffentlicht, die die europäischen Enforcer bei der Prüfung der Jahresfinanzberichte 2019 börsennotierter Unternehmen berücksichtigen sollen (abrufbar unter https://www.esma.europa.eu/document/european-common-enforcement-priorities-2019-annual-financial-reports). Die Schwerpunkte spiegeln einerseits – wie auch in den Vorjahren – die Änderungen durch IFRS 16 sowie IFRS 9 und IFRS 15 wider. Zum anderen wurden Themen aufgegriffen, die von den zuständigen nationalen Enforcementstellen im Rahmen ihrer Tätigkeiten im Jahr 2019 erkannt wurden.

Die gemeinsamen PrĂĽfungsschwerpunkten im Zusammenhang mit dem IFRS-Abschluss 2019 sind:

  • spezifische Fragen im Zusammenhang mit IFRS 16 „Leasingverhältnisse“, da bei ihrer Anwendung, insbesondere bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses und des Abzinsungssatzes, ein erhebliches Ermessen erforderlich ist;
  • Verbesserung der Informationen, die durch die erstmaligen Standardanwendungen in 2018 in den IFRS-AbschlĂĽssen ausgelöst wurden. Dies ist fĂĽr Kreditinstitute der IFRS 9 „Finanzinstrumente“ in Bezug auf erwartete Kreditausfälle und einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos sowie fĂĽr Industrieunternehmen der IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ in Bezug auf die Umsatzrealisierung, wenn wesentlichen Annahmen und Bewertungen vorzunehmen sind; und
  • die Anwendung von IAS 12 „Ertragsteuern“ mit Fokus auf aktiven latenten Steuern, die sich aus Verlustvorträgen ergeben (vgl. dazu auch die folgende Verlautbarung der ESMA: https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esma-sets-out-expectations-regarding-application-ias-12).

Die ESMA hebt auch die potenziellen Auswirkungen der IBOR Reform auf die Finanzberichterstattung hervor und betont, wie wichtig eine rechtzeitige Angabe der Folgen daraus ist. Im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten weist sie zudem auf die jüngsten Änderungen des IFRS 9 zum Hedge Accounting hin. Unternehmen sollten sich frühzeitig mit den Auswirkungen beschäftigen und den diesbezüglichen EU-Endorsement-Prozess verfolgen, der voraussichtlich rechtzeitig für den Jahresabschluss 2019 abgeschlossen sein wird.

Bezüglich der nichtfinanziellen Informationen geht die ESMA auf die Grundsätze der Wesentlichkeit und Vollständigkeit der Angaben ein, die für die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen maßgeblich sein sollten, einschließlich der Bedeutung einer ausgewogenen und verständlichen Berichterstattung. Dies sollte auch gelten für Angaben zu Umwelt- und klimabedingten Belangen, Key-Performance-Indikatoren, die Verwendung von Rahmenwerken (wie z.B. GRI) und Angaben zu Lieferketten.

Darüber hinaus erinnert die ESMA die Emittenten daran, wie wichtig es ist, angemessene Angaben zu Gründen und Nutzen von Änderungen an verwendeten Alternative Performance Measures verstehen können, insbesondere in Bezug auf Änderungen aufgrund der Umsetzung von IFRS 16.

Zudem erwartet die ESMA von den Emittenten, alle notwendigen Schritte zur Umsetzung der Anforderungen des Europäischen einheitlichen elektronischen Berichtsformats (ESEF) zu unternehmen, die ab dem Jahresabschluss 2020 gelten. Auch Angaben zu möglichen Auswirkungen eines Brexit seien von den Unternehmen im Auge zu behalten.

Es ist zu empfehlen, dass sich die Bilanzierer im Rahmen der Aufstellung des nächsten IFRS Konzernabschlusses mit den ESMA Prüfungsschwerpunkten auseinandersetzen. Die zusätzlichen nationalen Prüfungsschwerpunkte der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung werden im Rahmen der 11. Jahrestagung Bilanzkontrolle und Abschlussprüfung „Bilanzierung, Berichterstattung und Enforcement in Recht und Praxis“ am 18. November 2019 in Frankfurt a.M. bekanntgegeben werden.

 

Folge 3 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Der neueste Beitrag unserer Webcast-Reihe “PwC Accounting and Reporting Talks” ist nun verfügbar. In der Oktoberausgabe sprechen Ulrike Schmitz-Renner und Dr. Martin Schönberger über die Bilanzierung von Customizingaufwendungen bei Cloudmodellen nach HGB und IFRS. Insbesondere geht es dabei um die Aktivierungsfähigkeit von Aufwendungen zur Implementierung von über die Cloud bereitgestellte Software. Da die Software bei “Software-as-a-Service”-Modellen selbst regelmäßig nicht zu aktivieren ist, wird diskutiert, ob und unter welchen Umständen Customizingaufwendungen zu aktivieren sind. 

Interesse geweckt? Schauen Sie rein, auf unserer Homepage oder auf YouTube, wie gewohnt auf Deutsch, nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht. 

IFRS IC Agenda-Entscheidung zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes unter IFRS 16 finalisiert

Das IFRS IC hat in seiner September-Sitzung seine vorläufige Entscheidung aus dem Juni zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes unter IFRS 16 finalisiert. Konkret ging es um die Frage, ob bei der Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes das Zahlungsprofil des Leasingvertrags zu berücksichtigen ist. Das Zahlungsprofil eines Leasingvertrags entspricht typischerweise einem Annuitätendarlehen, so dass gefragt war, ob ein entsprechendes Zahlungsprofil auch bei der Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes zugrunde zu legen ist. Fraglich war insbesondere, ob alternativ auf den Zinssatz für eine endfällige Finanzierung („bullet repayment loan“) zurückgegriffen werden kann.

In seiner finalen Agenda-Entscheidung hat das IFRS IC nun festgestellt, dass die Definition des Grenzfremdkapitalzinssatzes im IFRS 16 nicht explizit die Berücksichtigung des Zahlungsprofils verlangt. Gleichwohl wäre es jedoch konsistent mit der Zielsetzung des IASB, bei der Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes von einem Zinssatz für ein Darlehen auszugehen, das ein vergleichbares Zahlungsprofil aufweist wie der Leasingvertrag. Dies erscheint insb. dann naheliegend, wenn ein solcher Zinssatz ohne Weiteres beobachtbar ist.

Die Ermittlung eines angemessenen Grenzfremdkapitalzinssatzes stellt letztlich in erheblichem Maße eine Ermessensentscheidung des Unternehmens dar. In Ausübung dieses Ermessens sind m.E. die hierzu jeweils vorhandenen Informationen zu berücksichtigen. Liegt einem Unternehmen ein Zinssatz für ein Darlehen vor, das ein vergleichbares Zahlungsprofil aufweist wie der Leasingvertrag, erscheint es m.E. auf Basis der IFRS IC-Entscheidung naheliegend, diesen Zinssatz als Ausgangspunkt zugrunde zu legen. Andernfalls sind vom bilanzierenden Unternehmen im Rahmen eines pflichtgemäßen Ermessens andere sachgerechte Schätzverfahren zur Ableitung eines angemessenen Grenzfremdkapitalzinssatzes festzulegen.

Der Wortlaut der IFRIC-Agenda-Entscheidung ist ĂĽber folgenden Link zu erreichen.

IASB finalisiert Phase 1 seines Projekts zur „IBOR-Reform“

Der IASB hat Ă„nderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 veröffentlicht und damit die Phase 1 des Projekts „Interest Rate Benchmark Reform“ abgeschlossen. Die Vorschläge stehen im Zusammenhang mit der Reform von Referenzzinssätzen (z. B. LIBOR), speziell mit der gegenwärtig bestehenden Unsicherheit darĂĽber, wann und wie die aktuellen Referenzzinssätze ersetzt werden.

Die Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 haben zur Folge, dass Hedge-Beziehungen, die ansonsten in Folge dieser Unsicherheit zu beenden gewesen wären, fortzuführen sind. Dies wird dadurch erreicht, dass Unternehmen für Zwecke bestimmter zukunftsgerichteter Beurteilungen unterstellen sollen, dass der Referenzzinssatz, auf dem ein abgesicherter Zahlungsstrom oder die Zahlungsströme eines Sicherungsinstruments basieren, durch die Reform nicht verändert wird. Im Zusammenhang mit den vorgenannten Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 wird IFRS 7 um Angabepflichten ergänzt, die insbesondere Art und Umfang der Betroffenheit des Unternehmens von der Reform der Referenzzinssätze betreffen.

Die Ă„nderungen sind ĂĽberwiegend deckungsgleich mit den Vorschlägen in ED/2019/1 „Interest Rate Benchmark Reform“. Im Vergleich zum ED umfassen die finalen Ă„nderungen insbesondere eine zusätzliche Anpassung an IAS 39, wonach während der Unsicherheit durch die Reform auch solche Sicherungsbeziehungen weitergefĂĽhrt werden können, deren Effektivität auĂźerhalb der 80-125% Bandbreite liegt (wenn alle anderen Voraussetzungen erfĂĽllt sind).

Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen, anzuwenden. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung ist möglich.

Die Finalisierung der Ă„nderungen markiert zugleich den Beginn der Phase 2 des Projekts „Interest Rate Benchmark Reform“, während der sich der IASB mit den potenziellen Auswirkungen der tatsächlichen Ă„nderung von Referenzzinssätzen beschäftigen und die Notwendigkeit weiterer Standardänderungen erörtern wird.

Referentenentwurf zur Umsetzung der ESEF-VO in das HGB

Ein Unternehmen, das als Inlandsemittent Wertpapiere begibt und nach WpHG zur Erstellung eines Jahresfinanzberichts verpflichtet ist, muss diesen mit Wirkung zum 1. Januar 2020 nach den Vorgaben der sogenannten ESEF-Verordnung (ESEF-VO) der EU-Kommission in einem einheitlichen elektronischen Format erstellen.

FĂĽr die Erstellung von Jahresfinanzberichten gilt die ESEF-VO unmittelbar. In der Regel mĂĽssen Inlandsemittenten allerdings keinen Jahresfinanzbericht erstellen, da sie schon nach den handelsrechtlichen Vorschriften zur Offenlegung der entsprechenden Rechnungslegungsunterlagen verpflichtet sind. Um sicherzustellen, dass die Formatvorgaben der ESEF-VO auch auf diese Rechnungslegungsunterlagen Anwendung finden, hat das Bundesministerium der Justiz und fĂĽr Verbraucherschutz gemeinsam mit dem Bundesministerium der Finanzen den Referentenentwurf eines entsprechenden Umsetzungsgesetzes vorgelegt.

Der Referentenentwurf sieht für Kapitalgesellschaften, die als Inlandsemittent Wertpapiere begeben und keine Kapitalgesellschaften i.S.d. § 327a HGB sind, insb. folgende Neuregelungen im HGB vor:

  • Jahres- und KonzernabschlĂĽsse, (Konzern-)Lageberichte sowie die sogenannten (Konzern-)Bilanzeide und (Konzern-)Lageberichtseide sind nach MaĂźgabe des Art. 3 der ESEF-VO elektronisch im XHTML-Format aufzustellen und, abgesehen von den (Konzern-)Lageberichten, mit einer qualifizierten elektronischen Signatur zu versehen.
  • Ein nach § 315e HGB nach IFRS aufgestellter Konzernabschluss ist nach MaĂźgabe der Art. 4 und 6 der ESEF-VO mit Hilfe der iXBRL-Technologie auszuzeichnen („Tagging“).
  • Die nach den Vorgaben der ESEF-VO aufgestellten Rechnungslegungsunterlagen mĂĽssen auch in diesem Format offengelegt werden.

Außerdem stellt der Referentenentwurf klar, dass der (Konzern-)Bilanzeid sowie der (Konzern-)Lageberichtseid nicht Bestandteil von (Konzern-)Abschluss oder (Konzern-)Lagebericht sind, sondern eigenständige Rechnungslegungsunterlagen und als solche offenlegungspflichtig.

Die geänderten Vorschriften sollen erstmals auf Rechnungslegungsunterlagen anzuwenden sein, die für das nach dem 31. Dezember 2019 beginnende Geschäftsjahr aufgestellt werden.

PwC Accounting and Reporting Talks

Die Welt der externen Unternehmensberichterstattung ist vielfältig und komplex – HGB und IFRS, finanzielle und nichtfinanzielle Berichterstattung, neue Vorschriften, neue Auslegungen und neue Themen. 

Bislang haben wir Sie ĂĽber aktuelle Neuerungen ĂĽber unseren Accounting Aktuell Blog sowie mit Hilfe diverser Publikationen auf unserer National Office Homepage informiert. Ab sofort wollen wir unser Knowhow mit Ihnen auch in Form von Webcasts teilen.

In unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ diskutieren unsere Experten für Sie die aktuellen Entwicklungen rund um die externe Unternehmensberichterstattung und ihre Auswirkungen – jeden Monat, auf Deutsch, die ganze Vielfalt, aber nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht. Damit Sie stets up to date bleiben.

Einen Überblick über die „PwC Accounting and Reporting Talks“ gibt das Intro-Video. Und auch die ersten fachlichen Webcasts sind bereits erschienen, „DRS 25: Währungsumrechnung im Konzernabschluss“ und „Auswirkungen von IFRS 16 auf den Impairment Test“. Lassen Sie sich überraschen und schauen Sie rein, über unsere Homepage oder auf YouTube. Und damit Sie nichts verpassen, können Sie die Webcast-Reihe selbstverständlich auch abonnieren, natürlich kostenlos. Senden Sie dazu einfach eine E-Mail an: SUBSCRIBE_Accounting_and_Reporting_Talks@de.pwc.com.

Zwischenbericht über das Monitoring der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte veröffentlicht

Im Juli wurde der erste Zwischenbericht über das Monitoring des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte (2016-2020) („NAP“) durch das Auswärtige Amt veröffentlicht. Dieser deutet auf einen derzeit stark unterschiedlichen Umfang und eine heterogene Qualität der Berichterstattung über die Achtung der Menschenrechte hin. Als wesentliche Gründe wurde der Mangel an konkreten Vorgaben zur Berichterstattung und das Spannungsfeld zwischen der Erwartungshaltung einer transparaten Berichterstattung zum Thema Menschenrechte und den sich dadurch ggf. ergebenden potenziell negativen Reaktionen der Abschlussadressaten genannt.

Der Nationale Aktionsplan zur Umsetzung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte (2016-2020) („NAP“) wurde im Dezember 2016 verabschiedet. In ihm sind die Erwartungen der Bundesregierung an die unternehmerische Sorgfalt von Unternehmen – unabhängig von Größe oder Branche – hinsichtlich der Achtung der Menschenrechte festgehalten. Eines der fünf Kernelemente des NAP ist die Berichterstattung über die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Menschenrechte. Daneben umfasst der NAP die Einrichtung von Verfahrung zur Identifikation von Risiken für Menschenrechtsverletzungen in der Wertschöpfungskette, die Ergreifung von Maßnahmen zur Vermeidung von negativen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Menschenrechte und die Durchführung von Wirksamkeitskontrollen, eine von den Unternehmen abzugebende Grundsatzerklärung sowie die Einrichtung von Beschwerdemechanismen.

Im Rahmen eines Monitoringprozesses wird überprüft, inwieweit die Unternehmen den NAP bislang freiwillig umgesetzt haben. In einem ersten Schritt wurden in der sog. explorativen Phase mittels Unternehmensinterviews und Stakeholdergesprächen wesentliche Herausforderungen und Aktivitäten erhoben, die in Verbindung mit den Anforderungen des NAP sowie den Leitprinzipien der Vereinten Nationen zur Erstellung eines Fragebogens verwendet werden. Der nun vorliegende erste Zwischenbericht stellt die Erfahrungen aus der explorativen Phase des NAP-Monitorings dar und enthält das vorgesehene Bewertungssystem sowie den Fragebogen für die detailliertere Erhebungsphase. Anhand dieses Fragebogens sollen in 2019 und 2020 repräsentative Erhebungen durchgeführt werden, um den Umsetzungsstand des NAP zu ermitteln. Durch das Monitoring soll festgestellt werden, ob im Jahr 2020 mindestens die Hälfte der Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten die Kernelemente des NAP in ihre Prozesse integriert haben. Sollten im Rahmen der Auswertung Defizite in der freiwilligen Umsetzung des NAP festgestellt werden, ist mit weitergehenden regulatorischen Maßnahmen zu rechnen. In verschiedenen anderen Ländern (bspw. Frankreich, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich) gibt es bereits weitergehende nationale Gesetzgebung.

Die Versendung der Fragebögen für die Erhebungsphase 2019 soll in den kommenden Wochen erfolgen. Das Thema Menschenrechte und Sorgfaltspflichten in der Lieferkette kann zum einen für die nichtfinanzielle Berichterstattung i.S.d. §§ 315b f. und 289b ff. HGB relevant sein. Zum anderen gewinnt das Thema verstärkt an öffentlicher Aufmerksamkeit, wie die Diskussion über einen Entwurf des BMZ für weitergehende Gesetzgebung zu den Sorgfaltspflichten von Unternehmen in der Wertschöpfungskette zeigte, der im Frühjahr durch die Medien kursierte. Darüber hinaus gibt es zahlreiche inhaltliche Überschneidung zwischen den Menschenrechten und den Sustainable Development Goals (SDGs), welche im Zentrum der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung stehen. Zugunsten einer aussagekräftigen Auswertung der Umsetzung des NAP ist eine hohe Rücklaufquote und damit eine aktive Teilnahme der befragten Unternehmen wünschenswert.