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IASB fordert Verbesserung der Informationen zu Reverse-Factoring-Vereinbarungen

In seinem kĂĽrzlich veröffentlichten Entwurf ED/2021/10 “Supplier Finance Arrangements“ schlägt der IASB Ă„nderungen an IAS 7 und IFRS 7 vor, die verbesserte Informationen zu sog. Reverse-Factoring-Vereinbarungen fordern. 

Ausgangspunkt für die Überlegungen des IASB war die Einschätzung, dass die hierzu durch die Unternehmen derzeit bereitgestellten Informationen den Informationsbedürfnissen der Investoren nicht gerecht werden.

Delegierter Rechtsakt zu den Klimazielen im Amtsblatt veröffentlicht – somit keine Verschiebung der erstmaligen Berichtspflichten der EU-Taxonomie

Mit Ablauf des 8. Dezember 2021 verstrich die Frist für das Europäische Parlament und den Rat der EU zur Ablehnung des von der Europäischen Kommission vorgelegten delegierten Rechtsakts zu den Klimazielen (sog. Klima-Taxonomie). Dieser Rechtsakt legt die technischen Bewertungskriterien für die beiden Klimaziele „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“ fest, über die gemäß Artikel 8 der Taxonomie-Verordnung von bestimmten Unternehmen zu berichten ist. Der delegierte Rechtsakt wurde bereits im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Er tritt damit nach zwanzig Tagen in Kraft, wodurch es zu keiner Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkt der Berichterstattung nach der Taxonomie-Verordnung kommen wird. Somit haben Unternehmen im Anwendungsbereich bereits ihre im Jahr 2022 zu veröffentlichende nichtfinanzielle Berichterstattung um die jeweils einschlägigen Kennzahlen zu ergänzen.

Neues zur Klassifizierung von Verbindlichkeiten – Erneute Ă„nderungen an IAS 1 vorgeschlagen

Im Januar 2020 hatte der IASB eine Änderung an IAS 1 veröffentlicht, die klarstellte, dass sich die Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig nach den Rechten richtet, über die das bilanzierende Unternehmen am Abschlussstichtag verfügt. Darin wurde auch geregelt, wie Rechte zum Aufschub der Erfüllung einer Verbindlichkeit, die von dem Vorhandensein bestimmter künftiger Bedingungen abhängig sind, bei der Klassifizierung der Verbindlichkeit als kurz- oder langfristig zu berücksichtigen sind.

Neuregelungen zum Ertragsteuerinformationsbericht im EU-Amtsblatt veröffentlicht

Am 11. November hatte das EU-Parlament eine Richtlinie angenommen, die die EU-Bilanzrichtlinie um Regelungen zum sogenannten Ertragsteuerinformationsbericht erweitert. Ziel dieses ertragsteuerbezogenen „Public Country-by-country Reporting“ ist eine öffentliche Kontrolle, ob in der EU tätige Unternehmen Steuern dort zahlen, wo Gewinne erwirtschaftet werden. Ich hatte darüber in meinem Blogbeitrag am 12. November berichtet.

BaFin gibt nationalen Prüfungsschwerpunkt und zusätzliche Hinweise für 2022 bekannt

Zusätzlich zu den Prüfungsschwerpunkten der ESMA wird die BaFin bei der Prüfung der IFRS Abschlüsse 2021 einen Fokus auf die immer häufiger eingesetzten Lieferkettenfinanzierungen (Reverse Factoring) legen. Beim Reverse Factoring handelt es sich um Vereinbarungen, in denen sich Käufer und Verkäufer darauf verständigen, dass die Schuld des Käufers von einem Drittunternehmen beglichen wird. Im Rahmen ihrer Prüfungen will die BaFin vor allem auf den Ausweis von Reverse-Factoring-Transaktionen in Bilanz und Kapitalflussrechnung achten. Zudem wird sie die Angaben im Anhang und Lagebericht überprüfen. Zur Abbildung im IFRS Konzernabschluss hat das IFRS IC im Rahmen einer Agenda Entscheidung im Dezember 2020 konkretisierende Vorgaben veröffentlicht (siehe hierzu auch IFRS für die Praxis).

Endorsement IFRS 17 “Versicherungsverträge“

Am 19. November hat die EU-Kommission den Endorsementprozess abgeschlossen und IFRS 17 „Versicherungsverträge“ mit der Verordnung EG/2021/2036 in europäisches Recht übernommen; die Entscheidung und die entsprechende Verordnung wurden am 23. November veröffentlicht. Die Neuregelungen sind wirksam für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Die Vorschriften zur Gruppierung von Versicherungsverträgen wurden dabei allerdings nicht vollständig übernommen. Während in der vom IASB verabschiedeten Fassung Verträge, die mit mehr als einem Jahr Abstand voneinander ausgestellt wurden, nicht in ein und dieselbe Gruppe aufgenommen werden dürfen, sieht die EU-Fassung unter bestimmten Voraussetzungen ein Wahlrecht für die Unternehmen vor, von diesem Grundsatz der Jahreskohorten abzuweichen. Nutzt ein Unternehmen dieses Wahlrecht, hat es dies mit weiteren Erläuterungen im Anhang anzugeben.

EFRAG veröffentlicht Bericht zum aktuellen Stand der Arbeiten an EU-Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung

Im Rahmen der Umsetzung der geplanten Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) hatte die europäische Kommission der EFRAG den Auftrag zur Erarbeitung von Entwürfen für EU-Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und zur Reform ihrer Governance-Struktur erteilt (siehe hierzu meinen Blogbeitrag vom 18. Mai 2021).