Accounting Aktuell Blog

Discussion Paper zu Business Combinations under Common Control veröffentlicht (DP/2020/2)

Am 30. November hat der IASB das Discussion Paper zu Business Combinations under Common Control (BCUCC) veröffentlicht.

Bislang sind Unternehmenszusammenschlüsse, bei denen die sich zusammenschließenden Unternehmen oder Geschäftsbetriebe sowohl vor als auch nach dem Zusammenschluss von derselben Partei beherrscht werden, vom Anwendungsbereich des IFRS 3 “Unternehmenszusammenschlüsse” ausgenommen (IFRS 3.B1). Unternehmen haben daher gemäß IAS 8.10 f. eine geeignete Rechnungslegungsmethode zu entwickeln und anzuwenden. Dies führt bislang dazu, dass einige Unternehmen BCUCC unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanzieren und andere unter Anwendung einer Buchwertmethode, die wiederum in der Praxis in unterschiedlichen Variationen zu beobachten ist (beispielsweise Buchwerte aus dem Konzern- oder einem Teilkonzernabschluss bzw. prospektiv oder retrospektive Darstellung). Auch wird die Buchwertmethode in der Praxis unterschiedlich bezeichnet, z.B. predecessor method, pooling of interests method oder merger method. Um die für die Bilanzierung von BCUCC bestehende Regelungslücke zu schließen und eine einheitliche Vorgehensweise in der Praxis zu gewährleisten, wurde bereits 2012 ein Forschungsprojekt in das Arbeitsprogramm des IASB aufgenommen, welches nun in der Veröffentlichung des Discussion Paper mündete.

Folge 20 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Ein neuer Beitrag unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ ist online. Der IASB hat im März 2020 das Diskussionspapier „Business Combinations – Disclosures, Goodwill and Impairment“ veröffentlicht, in dem etliche Vorschläge zur Verbesserung der Goodwill-Bilanzierung nach IFRS enthalten sind. Andreas Bödecker und Dr. Daniel Worret erläutern die vorgeschlagenen Änderungen im Detail und gehen auf Hintergründe ein.

Neugierig? Dann schauen Sie rein, auf unserer Homepage oder auf YouTube, wie immer nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht. 

IASB veröffentlicht ED zu Änderungen an IFRS 16 im Zusammenhang mit Sale und Leaseback-Transaktionen

Der IASB hat am Freitag den Entwurf eines Vorschlags zur Änderung von IFRS 16 veröffentlicht (ED/2020/4 Lease Liability in a Sale and Leaseback). Der Entwurf ist die Folge einer IFRS IC Agenda-Entscheidung aus Juni dieses Jahres zu Sale und Leaseback-Transaktionen mit variablen Leasingzahlungen. Im Rahmen dieser Entscheidung war das IFRS IC zu der Auffassung gekommen, dass der über die Rückmiete zurückbehaltene Anteil an einem veräußerten Vermögenswert auch bei ausschließlich variablen Leasingraten nicht null ist und in diesen Fällen zum Beispiel die erwarteten Leasingzahlungen herangezogen werden sollten. Der nun veröffentlichte Entwurf schlägt daher Regelungen für die folgenden Bilanzierungsfragen im Falle eines Sale und Leaseback vor:

Entwurf des ersten delegierten Rechtsakts zur EU-Taxonomie-Verordnung

Am 20. November 2020 hat die Europäische Kommission den Entwurf des ersten delegierten Rechtsakts zur Taxonomie-Verordnung für die beiden Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel vorgelegt und zur öffentlichen Konsultation gestellt. Die Taxonomie ist das neue Klassifikationssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten in der EU und verpflichtet bestimmte große (Mutter-)Unternehmen zu einer Erweiterung der nichtfinanziellen Berichterstattung. Ich habe über diese neuen Berichtspflichten in meinem Blogbeitrag vom 4. August 2020 berichtet.

Folge 19 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Ein neuer Beitrag unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ ist online. Gegenstand der aktuellen Folge ist DRS 27 „Anteilmäßige Konsolidierung“. Der Standard konkretisiert die Kriterien für das Vorliegen eines Gemeinschaftsunternehmens gemäß § 310 Abs. 1 HGB und enthält Regelungen zur Technik der anteilmäßigen Konsolidierung gemäß § 310 Abs. 2 HGB. DRS 27 ist erstmals für HGB- und PublG-Konzernabschlüsse anzuwenden, deren Geschäftsjahre nach dem 31.12.2019 beginnen. Michael Deubert und Dr. Stefan Lewe erläutern die wesentlichen Neuerungen, die DRS 27 im Vergleich zum Vorgängerstandard, DRS 9, mit sich bringt.

Interessiert? Dann schauen Sie rein: Auf unserer Homepage oder auf YouTube Wie immer nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht!

DPR veröffentlicht nationale Prüfungsschwerpunkte für das Enforcement der Jahresfinanzberichte 2020

Die Deutsche PrĂĽfstelle fĂĽr Rechnungslegung e.V. (DPR) hat gestern auf der 12. Jahrestagung „Bilanzkontrolle und AbschlussprĂĽfung“ des Deutschen Aktieninstituts (DAI) die von der European Securities and Markets Authority (ESMA) bereits angekĂĽndigten einheitlichen europäischen PrĂĽfungsschwerpunkte (siehe hierzu meinen Blogbeitrag vom 28. Oktober) ĂĽbernommen und um zwei nationale Punkte ergänzt.

Ă–ffentliche Konsultation der ESMA: Konkretisierung der nichtfinanziellen Berichtspflichten nach Artikel 8 der Taxonomie-VO

Am 5. November 2020 hat die ESMA ein Konsultationspapier zu ihren geplanten Ratschlägen an die Europäische Kommission zur Konkretisierung der neuen nichtfinanziellen Berichtspflichten nach Artikel 8 der Taxonomie-VO veröffentlicht. Artikel 8 der Taxonomie-VO verpflichtet bestimmte große (Mutter-)Unternehmen anzugeben, wie und in welchem Umfang ihre Tätigkeiten mit als ökologisch nachhaltig einzustufenden, d.h. taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Dies beinhaltet auch die Angabe von drei „grünen“ Finanzkennzahlen: der Anteil der taxonomiekonformen Umsatzerlöse sowie der Anteil der taxonomiekonformen Investitions- und Betriebsausgaben. Ich habe über diese neuen nichtfinanziellen Berichtspflichten in meinem Blogbeitrag vom 4. August 2020 zuletzt berichtet.

Gemeinsame europäische Prüfungsschwerpunkte für das Enforcement der Jahresfinanzberichte 2020 veröffentlicht

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat heute die gemeinsamen Prüfungsschwerpunkte veröffentlicht, die die europäischen Enforcer bei der Prüfung der Jahresfinanzberichte 2020 kapitalmarktorientierter Unternehmen berücksichtigen sollen (ESMA Prüfungsschwerpunkte). Zusätzlich zu diesen europäischen Themen wird die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) weitere nationale Schwerpunkte setzen. Die DPR wird trotz der aktuellen Neuregelung des Enforcements unverändert für die Jahresfinanzberichte 2020 primär zuständig sein.

Vorschlag des Europäischen Rats zur Verschiebung der ESEF-Anforderungen

Nach dem ESEF-Umsetzungsgesetz, das entsprechende EU-Vorgaben in deutsches Recht umsetzt, müssen WpHG-Inlandsemittenten ihre Rechnungslegungsunterlagen (Abschlüsse, Lageberichte und „Eide“) für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2019 beginnen, ESEF-konform, d.h. in einem einheitlichen elektronischen Format, offenlegen. Diese ESEF-konform wiedergegebenen Unterlagen sind durch den Abschlussprüfer zu prüfen. Ich habe darüber bereits mehrfach berichtet, ausführlicher beispielsweise in meinem Blogbeitrag am 24. Januar zum Regierungsentwurf dieses Gesetzes.

Nun ist das Thema auf EU-Ebene im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie noch einmal angepackt worden. Am 16. Oktober hat der Europäische Rat eine Änderung von Art. 4 Abs. 7 der EU-Transparenzrichtlinie vorgeschlagen. Danach soll den Mitgliedstaaten die Möglichkeit eingeräumt werden, die Anforderungen an die von ESEF betroffenen Unternehmen um ein Jahr zu verschieben. Eine Befassung des Europäischen Parlaments mit diesem Änderungsvorschlag ist für den 16. November geplant.

Ob es zu der vorgeschlagenen Ă„nderung kommt und ob in diesem Fall Deutschland von dem Mitgliedstaatenwahlrecht Gebrauch machen und die Ă„nderung in deutsches Recht umsetzen wird, ist derzeit noch unklar. Ich werde Sie ĂĽber die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Libanon und Iran als mögliche neue Hochinflationsländer

Es zeichnet sich ab, dass – vorbehaltlich der weiteren Entwicklung bis zum Jahresende – fĂĽr Unternehmen mit dem libanesischen Pfund oder dem iranischen Rial als funktionaler Währung IAS 29 fĂĽr Berichtsperioden, die am oder nach dem 31.12.2020 enden, anzuwenden ist. 

Dies unter anderem, weil es fĂĽr den Iran sehr wahrscheinlich ist und fĂĽr den Libanon Anhaltspunkte dafĂĽr vorliegen, dass die kumulierte Dreijahresinflation Ende Dezember 2020 ĂĽber 100% liegen wird – und diese Länder damit aus Sicht der Rechnungslegung Hochinflationsländer werden.

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