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Neue IDW-Verlautbarung zur Abgrenzung von Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten bei Gebäuden

Am 8. März 2014  hat der Immobilienwirtschaftliche Fachausschuss des IDW eine neue Stellungnahme zur handelsrechtlichen Abgrenzung von Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten bei Gebäuden veröffentlicht. Sie ersetzt die entsprechende bisherige Stellungnahme des Wohnungswirtschaftlichen Fachausschusses aus dem Jahre 1996.

An der bisherigen Abgrenzung von Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten von Gebäuden ändert sich nichts. Stattdessen wurden einige Klarstellungen und Ergänzungen vorgenommen, insb. die folgenden:

  • Die Abgrenzung von Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten betrifft sowohl Wohn- als auch Gewerbeimmobilien.
  • Werden selbständig verwertbare Anlagen errichtet, bspw. entsprechend dimensionierte Aufdach-Photovoltaikanlagen oder Blockheizkraftwerke, sind diese nicht als Gebäudeerweiterung, sondern als eigenständige Vermögensgegenstände zu behandeln.
  • Von einer wesentlichen Verbesserung eines Gebäudes (und damit nachträglichen Herstellungskosten) kann beispielsweise ausgegangen werden, wenn dessen Ausstattungsstandard in mindestens drei der zentralen Bereiche (Heizung, Sanitär, Elektroinstallation/Informationstechnologie, Fenster und Wärmedämmung) angehoben wird.
  • Die Grundsätze für die Abgrenzung zwischen Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten gelten auch dann, wenn von der Möglichkeit Gebrauch gemacht wird, die wesentlichen physisch separierbaren Komponenten eines Gebäudes getrennt planmäßig abzuschreiben. So sind Ausgaben für den Austausch einer Komponente zwar immer zu aktivieren, anderweitige Ausgaben aber nur dann, wenn sie zur Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des Gebäudes insgesamt – also nicht nur einer Komponente – führen.

Die neue Verlautbarung ist auf alle noch „offenen“ handelsrechtlichen Abschlüsse anzuwenden.

Anwendungsbereich und Implikationen des IFRIC 21

Am 20. Mai 2013 veröffentlichte der IASB die Interpretation IFRIC 21 „Abgaben“. Diese Interpretation enthält Regelungen zum Zeitpunkt der bilanziellen Erfassung von Verpflichtungen aus öffentlichen Abgaben. Ausgenommen sind jedoch insb. Abgaben, deren Bilanzierung von anderen Standards geregelt wird (insbesondere Ertragsteuern i. S. d. IAS 12 wie bspw. KSt und GewSt) sowie Beträge die nur „on behalf of governments“ abgeführt werden und somit zu keiner wirtschaftlichen Belastung führen (insbesondere USt). Zielsetzung der Regelungen des IFRIC 21 ist es, die derzeit in der Praxis existierenden Bilanzierungsunterschiede hinsichtlich des Zeitpunkts der Erfassung von Verpflichtungen zur Zahlung von Abgaben zu eliminieren.

Bei öffentlichen Stellen im Sinne des IFRIC 21 handelt es sich um Regierungsbehörden, Institutionen mit hoheitlichen Aufgaben und ähnliche Körperschaften, unabhängig davon, ob diese auf lokaler, nationaler oder internationaler Ebene angesiedelt sind.

Eine öffentliche Abgabe im Sinne der Interpretation setzt nicht voraus, dass an die betreffende öffentliche Stelle zu leisten ist, vielmehr fallen hierunter auch Zahlungen an nicht-öffentliche Stellen, wenn die Abgabe auf der Grundlage hoheitlicher Regelungen (d. h. auf Grundlage eines Gesetzes oder sonstiger Regelungen öffentlicher Stellen) erhoben wird. Somit kann
IFRIC 21 potentiell alle öffentlichen Abgaben, wie bspw. die Grundsteuer sowie Abgaben aufgrund länder-, branchen- oder industriespezifischer Regelungen betreffen.

In unserem Blog-Beitrag vom 5. Juni 2013 berichteten wir bereits darüber, dass die Interpretation unter anderem klarstellt, dass Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen für öffentliche Abgaben erst dann zu erfassen sind, wenn das in der entsprechenden Rechtsgrundlage verankerte Ereignis, welches die Zahlungsverpflichtung auslöst (sog. verpflichtendes Ereignis) stattgefunden hat, das Unternehmen also unentziehbar verpflichtet ist.

Sofern das Unternehmen sich zumindest theoretisch – bspw. auch durch Einstellen seiner Geschäftstätigkeit – der Verpflichtung noch entziehen könnte, darf eine Verbindlichkeit bzw. Rückstellung nicht angesetzt werden. Andererseits ist eine Verpflichtung immer dann anzusetzen, wenn das verpflichtende Ereignis bereits eingetreten ist, unabhängig davon, ob dem ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen entgegensteht.

Die Interpretation behandelt ausschließlich die Frage des Ansatzzeitpunktes einer entsprechenden
Schuld, explizit ausgenommen ist dagegen die Frage der Gegenbuchung (d. h. Aufwand oder Vermögenswert).

Die Anwendung der Interpretation kann dazu führen, dass eine Verpflichtung zur Zahlung von Abgaben zu einem anderen Zeitpunkt als bisher in der Bilanz erfasst wird. Unternehmen sind in diesem Kontext gut beraten, von ihnen zu zahlende öffentliche Abgaben zu analysieren und ggf. die bisherige Erfassung an die Regelungen des IFRIC 21 anzupassen. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die Vorschrift ebenso für Zwischenabschlüsse gilt.

Obgleich der IFRIC 21 vielfach im Zusammenhang mit der Bankenabgabe diskutiert wird, geht der potentielle Anwendungsbereich also deutlich darüber hinaus. Da es sich zudem um eine Interpretation des IAS 37 „Rückstellungen“ handelt, sind Ausstrahlungswirkungen nicht auszuschließen.

E-DRS 29 „Konzerneigenkapital“ veröffentlicht

Der HGB-Fachausschuss des DRSC hat am 19. Februar 2014 den E-DRS 29 „Konzerneigenkapital” veröffentlicht. Dieser Standardentwurf soll, wenn er als endgültiger Standard durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) bekanntgemacht wird, den bisherigen DRS 7 „Konzerneigenkapital und Konzerngesamtergebnis” ersetzen.

Der Standard gilt für alle Mutterunternehmen, die einen Eigenkapitalspiegel für handelsrechtliche Konzernabschlüsse erstellen. Unternehmen, die ihren handelsrechtlichen Jahresabschluss um einen Eigenkapitalspiegel erweitern, wird empfohlen, den Standard zu beachten.

Gegenüber DRS 7 enthält E-DRS 29 teilweise wesentliche Änderungen und Ergänzungen. Diese betreffen insbesondere folgende Bereiche:

  • Es wurden detaillierte Regelungen zur Behandlung eigener Anteile aufgenommen.
  • Um die Besonderheiten bei der Darstellung des Konzerneigenkapitals bei Mutterunternehmen in der Rechtsform einer Personenhandelsgesellschaft zu berücksichtigen, enthält der Standardentwurf u.a. ein Muster des Konzerneigenkapitalspiegels sowie Beispiele zur Ergebnisverwendung für Mutterunternehmen dieser Rechtsform als Anlagen.
  • Im Unterschied zu DRS 7 verlangt E-DRS 29 keine Überleitung vom Konzernjahresergebnis auf das Konzerngesamtergebnis mehr.
  • Es besteht keine Pflicht mehr, sondern wird nur noch empfohlen, Vergleichszahlen der Vorperiode anzugeben.

Die interessierte Öffentlichkeit hat bis zum 31. Mai 2014 Gelegenheit, den Entwurf zu kommentieren. Damit ist zu erwarten, dass der endgültige Standard noch in diesem Jahr verabschiedet wird und bei einer zeitnahen Bekanntmachung durch das BMJV eine freiwillige vorzeitige Erstanwendung bereits für 2014 möglich sein wird.

Der E-DRS 29 ist auf der Homepage des DRSC verfügbar.

DRS 21 near final Standard „Kapitalflussrechnung“ veröffentlicht

Das DRSC hat am 19. Februar 2014 den DRS 21 „Kapitalflussrechnung“ als near final Standard veröffentlicht und die vorliegende Fassung zur Bekanntmachung an das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz weitergeleitet.

Der Standard gilt für alle Mutterunternehmen, die eine Kapitalflussrechnung für handelsrechtliche Konzernabschlüsse erstellen. Unternehmen, die ihren handelsrechtlichen Jahresabschluss um eine Kapitalflussrechnung erweitern, wird empfohlen, den Standard zu beachten.

Gegenüber dem bisherigen Standard DRS 2 „Kapitalflussrechnung“ enthält DRS 21 einige wesentliche Änderungen und Ergänzungen. Zu diesen zählen u.a.:

  • Jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie andere kurzfristige Kreditaufnahmen, die zur Disposition der liquiden Mittel gehören, müssen künftig in den Finanzmittelfonds einbezogen und offen abgesetzt werden. Bisher bestand lediglich ein Einbeziehungswahlrecht.
  • Erhaltene Zinsen und erhaltene Dividenden sind der Investitionstätigkeit, gezahlte Zinsen und Dividenden der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen. Bisher hatte eine Zuordnung der erhaltenen und gezahlten Zinsen und der erhaltenen Dividenden zur laufenden Geschäftstätigkeit zu erfolgen.
  • Erstmals geregelt ist die Zuordnung von geleisteten Sanierungszuschüssen an Beteiligungen sowie von Auszahlungen für Deckungsvermögen zur Investitionstätigkeit und von erhaltenen Zuschüssen/Zuwendungen zur Finanzierungstätigkeit.
  • Es besteht keine Pflicht mehr, sondern wird nur noch empfohlen, Vergleichszahlen der Vorperiode anzugeben.

Die Anforderungen an Kapitalflussrechnungen von Kredit- und Finanzdienstleistungsinstituten sowie Versicherungsunternehmen sind nicht mehr in separaten Standards, sondern in Anlagen zum DRS 21 geregelt.

Der Standard ist erstmals für nach dem 31. Dezember 2014 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden, darf allerdings auch schon früher vollumfänglich beachtet werden.

DRS 21 ist als near final Standard auf der Homepage des DRSC verfügbar.

Zuordnung von Vermögenswerten und Schulden zur Fair Value-Hierarchie nach IFRS 13

Im Rahmen von IFRS 13, dem seit 2013 anzuwendenden Standard zur Fair Value-Bewertung, müssen Unternehmen auch für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zwar nicht zum Fair Value bewertet werden, für die aber ein Fair Value ermittelt und im Anhang angegeben wird, eine Zuordnung zur sogenannten Fair Value-Hierarchie vornehmen (IFRS 13.93 (b)). Darüber hinaus müssen die Bewertungsmethode und die verwendeten Inputfaktoren nach IFRS 13.93 (d) erläutert und bestimmte Angaben zu nicht finanziellen Vermögenswerten nach IFRS 13.93 (i) gemacht werden.

Die Fair Value-Hierarchie des IFRS 13.72 ff. basiert auf der bereits aus IFRS 7 bekannten 3-Level-Struktur. Je nach Marktnähe der in die Fair Value-Ermittlung eingeflossenen Bewertungsparameter, erfolgt die Zuordnung zu einem der drei Level:

Um Level 1 handelt es sich bei Vorliegen eines notierten Preises auf einem aktiven Markt, bspw. für eine an der Börse notierte emittierte Anleihe. Für das Vorliegen eines aktiven Markts ist es erforderlich, dass eine regelmäßige Preisstellung erfolgt, geringe Geld-Brief-Spannen vorliegen und es mehrere Preiskontributoren mit nur geringfügig abweichenden Preisen gibt. Bei Krediten und Forderungen sowie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten wird dies üblicherweise nicht der Fall sein, so dass eine Zuordnung zu Level 1 in der Regel ausscheidet.

Level 2 werden Bewertungen bzw. Anhangangaben mit direkt oder indirekt beobachtbaren Inputfaktoren zugeordnet (IFRS 13.81, z.B. Zinskurven, Preisnotierungen an inaktiven Märkten).

Level 3 umfasst Bewertungen auf Basis von Inputfaktoren, die nicht beobachtbar sind (IFRS 13.86).

Sollten Inputfaktoren für ein Bewertungsverfahren jeweils verschiedenen Leveln der Fair Value-Hierarchie zuzuordnen sein, muss zwischen signifikanten und nicht signifikanten Inputfaktoren unterschieden werden. Die Einordnung der gesamten Fair Value-Bewertung bzw. -Anhangangabe richtet sich nach dem Level des am niedrigsten eingestuften signifikanten Inputfaktors (IFRS 13.73 ff.), d.h. liegt ein signifikanter Inputfaktor aus Level 3 vor, ist der Vermögenswert Level 3 zuzuordnen. Eine Einstufung in Level 2 setzt also voraus, dass alle signifikanten Inputfaktoren für das Bewertungsverfahren beobachtbar sind. Für diese Einordnung ist der Einfluss der einzelnen Inputfaktoren auf den Fair Value zum Bewertungsstichtag entscheidend.

Den Fair Value einer Forderung beeinflussen insbesondere der Zinssatz, die Währung und die Bonität des Schuldners. Ein Inputfaktor, wie etwa der Credit Spread, der das Bonitätsrisiko umfasst, muss dann entweder beobachtbar oder nicht signifikant sein, damit eine Einstufung in Level 2 vorgenommen werden kann. Zinssatz und Wechselkurse sind in aller Regel beobachtbar, die Bonität nur in Einzelfällen, wenn für die betreffende Adresse gehandelte Credit-Default-Swap-(CDS)-Spreads verfügbar sind. Wertberichtigte Forderungen sind damit insbesondere dann Level 3 der Fair Value-Hierarchie zuzuordnen, wenn die Wertberichtigung wesentlich und zudem nicht auf einen am Markt beobachtbaren Credit Spread zurückzuführen ist.

In den Fair Value einer Verbindlichkeit ist neben Zinssatz und Währung vor allem das eigene Ausfallrisiko einzubeziehen. Darüber hinaus können sonstige Inputfaktoren vorliegen, wie z.B. ein Risiko vorzeitiger Rückzahlung („pre-payment risk“) oder im Rahmen der Diskontierung berücksichtigte interne Kostenzuschläge bzw. Gewinnmargen. Diese sonstigen Inputfaktoren sind in der Regel nicht beobachtbar.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, für die die Angabe eines Fair Value nach IFRS 7.29 nicht erforderlich ist, sind von der Zuordnung zur Fair Value-Hierarchie ausgenommen. Das gilt selbst dann, wenn der Fair Value freiwillig angegeben wird, bspw. für kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalinstrumente der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“.

Weitergehende Informationen zur Zuordnung der Inputfaktoren im Rahmen der Fair Value-Hierarchie bietet auch die am 4. Januar 2014 veröffentlichte Stellungnahme zur Rechnungslegung des IDW „Einzelfragen zur Ermittlung des Fair Value nach IFRS“.

Führung von Gesellschafterkonten als erlaubnispflichtiges Bankgeschäft?

Vielfach unterhalten Gesellschafter von Personenhandelsgesellschaften Guthaben auf Privat-, Verrechnungs- oder Darlehenskonten bei der Gesellschaft (z.B. stehen gelassene Gewinnansprüche oder gewährte Darlehen). Dabei handelt es sich nach Auffassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) um ein genehmigungspflichtiges Bankgeschäft in Form des Einlagengeschäfts, falls bestimmte Bagatellgrenzen (> 5 Einzelanlagen bei einem Gesamtbetrag > 12.500 Euro oder betragsunabhängig > 25 Einzelanlagen) überschritten werden (vgl. hierzu Merkblatt der BaFin „Hinweise zum Tatbestand des Einlagengeschäfts“). Dies gilt nur dann nicht, wenn

  • den Gesellschaftern ausreichend „bankübliche Sicherheiten“ (z.B. Schuldbeitritte oder Bankbürgschaften) gewährt werden oder
  • die Gesellschafter für ihre Forderungen einen Rangrücktritt im Insolvenzfall nach § 39 Abs. 2 InsO schriftlich vereinbart haben.

Werden genehmigungspflichtige Bankgeschäfte ohne Erlaubnis betrieben, droht eine Geld- oder Freiheitsstrafe (§ 54 Abs. 1 Nr. 2 KWG). Darüber hinaus sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft ggf. schadensersatzpflichtig (vgl. BGH-Urteil, Az. VI ZR 56/12 „Winzergelder“).

Der Hauptfachausschuss (HFA) und der Fachausschuss Recht des IDW haben sich mit der Thematik befasst. Beabsichtigt ist, das Gespräch mit der BaFin mit dem Ziel einer anderen Auslegung des KWG zu suchen. Aufgrund der bestehenden Rechtsunsicherheit wird allerdings derzeit empfohlen, die Möglichkeit eines Rangrücktritts nach § 39 Abs. 2 InsO zu nutzen.

IASB beabsichtigt Klarstellung zur Zwischengewinneliminierung aus „Downstream“-Transaktionen mit assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen

Im Rahmen seiner Januar-Sitzung kündigte der IASB an, noch im 1. Quartal 2014 den Entwurf einer Änderung des IAS 28 zu veröffentlichen. Hierin soll klargestellt werden, dass Zwischengewinne aus „Downstream“-Transaktionen zwischen einem Partnerunternehmen und seinen assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen immer in voller Höhe des auf das Partnerunternehmen entfallenden Anteils zu eliminieren sind. Dies soll auch dann gelten, wenn der beim Partnerunternehmen im Rahmen der Equity-Methode erfasste Beteiligungsbuchwert niedriger als der zu eliminierende Gewinn ist. Der den Beteiligungsbuchwert übersteigende Betrag soll als sog. „deferred gain“ ausgewiesen werden. Die Kommentierungsfrist zum Entwurf soll 120 Tage betragen.

Klassifizierung von Bau-ARGEN als Gemeinschaftsunternehmen nach IFRS 11

Gemäß IFRS 11 „Gemeinsame Vereinbarungen“ ist es für die Klassifizierung einer gemeinsamen Vereinbarung (joint arrangement) und der sich hieran anschließenden Bilanzierung entscheidend, ob die beteiligten Parteien, die gemeinschaftlich die Führung ausüben, direkte Rechte an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden haben oder ob sie lediglich Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzen. In diesem Zusammenhang hat sich der Hauptfachausschuss des Instituts der Wirtschaftsprüfer (HFA des IDW) zur Klassifizierung von typisch deutschen Bau-ARGEN in der Rechtsform einer BGB-Außengesellschaft geäußert (siehe Berichterstattung über die 234. Sitzung vom 5. und 6. Dezember 2013 in IDW-Fachnachrichten 1/2014, S. 101) . Das IDW kommt zur Schlussfolgerung, dass es sich bei diesen regelmäßig um Gemeinschaftsunternehmen (joint ventures) handelt, da ein eigenständiges rechtliches Vehikel (die BGB-Außengesellschaft) vorliegt, auf dessen wesentliches Vermögen – die im Bau befindliche Leistung – die beteiligten Parteien nur einen Nettoanspruch besitzen. Insofern haben die beteiligten Parteien ihren jeweiligen Anteil mittels der Equity-Methode in ihren IFRS-Abschluss einzubeziehen. Eine Bilanzierung der anteiligen Vermögenswerte und Schulden, d. h. eine Klassifizierung als gemeinschaftliche Tätigkeit (joint operation) wäre nur dann möglich, wenn der Output der Bau-ARGE vorrangig von den beteiligten Parteien abgenommen würde. Da dies regelmäßig nicht der Fall sein dürfte, scheidet eine derartige Bilanzierung in der Regel aus.

Da die Regelungen des IFRS 11 innerhalb der Europäischen Union in Abschlüssen, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, erstmals verpflichtend anzuwenden sind, sollten betroffene Unternehmen diese HFA-Äußerung bei der anstehenden Umstellung auf IFRS 11 berücksichtigen.

EU übernimmt Änderung der Angabepflichten zu Wertminderungen bei nicht-finanziellen Vermögenswerten nach IAS 36

Die EU hat am 19. Dezember 2013 Änderungen des IAS 36 „Wertminderung von Vermögenswerten“ übernommen (sog. Endorsement; s. Amtsblatt der EU L346 vom 20. Dezember 2013). Damit wird unter anderem eine nicht beabsichtigte Angabepflicht, die im Zuge des Endorsements von IFRS 13 „Bemessung des beizulegenden Zeitwerts“ in IAS 36.134 (c) aufgenommen wurde, korrigiert. Hierdurch wird klargestellt, dass Angaben zum erzielbaren Betrag einer sog. zahlungsmittelgenerierenden Einheit (cash-generating unit) nur dann notwendig sind, wenn für diese während der Periode eine Wertminderung oder –aufholung erfasst wurde. Die Änderung tritt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, in Kraft. Aufgrund der Möglichkeit einer vorzeitigen Anwendung kann jedoch bereits in den aktuell anstehenden Abschlüssen zum 31. Dezember 2013 auf die Angabe verzichtet werden, sofern Anhangangaben zur vorzeitigen Anwendung nach IAS 8.28 sowie ebenfalls durch die Änderung in IAS 36 neu aufgenommene Angaben im Zusammenhang mit vorgenommenen Wertminderungen oder –aufholungen, bei denen der erzielbare Betrag auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten bestimmt wurde, gemacht werden.

EMIR: Zeitpunkt der erstmaligen Meldepflicht sowie Endorsement der Ergänzung des IAS 39 zur Fortführung des Hedge Accounting bei Clearing

Aufgrund der am 16. August 2012 in Kraft getretenen EU-Verordnung “EMIR“ (European Market Infrastructure Regulation) über OTC-Derivate, zentrale Gegenparteien und Transaktionsregister ergibt sich für Derivate, die außerbörslich, also „over the counter“ (OTC), abgeschlossen wurden, eine Meldepflicht, d.h. solche Derivate sind an zentrale Transaktionsregister zu melden. Bis November dieses Jahres lief jedoch noch das Verfahren zur Zulassung der ersten Transaktionsregister. Nun steht mit dem 12. Februar 2014 das Datum fest, zu dem die betroffenen Derivate erstmalig zu melden sind. Ab diesem Zeitpunkt sind fortlaufend für alle abgeschlossenen und nachträglich geänderten OTC-Derivate bis spätestens zum nächsten Arbeitstag u.a. Angaben zum Vertrag und zur Gegenpartei an ein Transaktionsregister zu übermitteln.

Neben der Meldepflicht besteht künftig unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Clearingpflicht für OTC-Derivate, d.h. in den betroffenen Fällen ist die Zwischenschaltung einer zentralen Gegenpartei erforderlich (vgl. auch Blog-Beitrag vom 27. Juni 2013). Offen ist derzeit noch die Veröffentlichung der clearingpflichtigen Derivatekategorien. Hierzu will die ESMA bis September 2014 eine Konkretisierung in Form von technischen Regulierungsstandards veröffentlichen.

Aus dem Clearing ergeben sich auch Folgen für die Bilanzierung der betroffenen Derivate. Da die Zwischenschaltung einer zentralen Gegenpartei zur Ausbuchung des bestehenden OTC-Derivats und Einbuchung eines neuen Derivats führt, wäre eine ggf. vorher bestehende und als solche auch unter IFRS bilanzierte Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting), für die das ursprüngliche Derivat als Sicherungsinstrument designiert worden ist, gemäß den bisherigen Vorschriften des IAS 39 zu beenden. Um dies zu vermeiden, wurden die Regelungen des IAS 39 im Juni dieses Jahres ergänzt  (vgl. auch Blog-Beitrag vom 27. Juni 2013). Die Übernahme in EU-Recht (sog. Endorsement) erfolgte am 19. Dezember, womit die ergänzten Regelungen des IAS 39 für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, auch in der EU gültig sind.

Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in das Jahr 2014!

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