Accounting Aktuell Blog

Änderungen an IFRS 12 gelten noch für 2017er-Abschlüsse

Im Amtsblatt der EU vom 8. Februar wurden die Jährlichen Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2014-2016) veröffentlicht und damit in EU-Recht übernommen (Endorsement). Dabei hat die EU trotz des erst jetzt erfolgten Endorsements für die Änderungen an IFRS 12 bewusst am verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt 1. Januar 2017 festgehalten. Dies bedeutet für Unternehmen, deren Abschluss noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben wurde, dass diese die Änderungen noch in ihren IFRS-Konzernabschlüssen zum 31.12.2017 umsetzen müssen.

Inhaltlich besagen die Änderungen, dass – mit Ausnahme der zusammengefassten Finanzinformationen nach IFRS 12.B10-B16 – sämtliche anderen Angabepflichten des IFRS 12 auch für Anteile gelten, die nach IFRS 5 als zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte oder aufgegebene Geschäftsbereiche klassifiziert sind (oder die zu einer Veräußerungsgruppe gehören, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert ist).

Für die ebenfalls in den Jährlichen Verbesserungen enthaltenen Änderungen an IFRS 1 und IAS 28 stellt sich die o.g. Problematik nicht, da sie erstmals verpflichtend in Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, anzuwenden sind (Einzelheiten zum Inhalt der Jährlichen Verbesserungen (Zyklus 2014-2016) finden Sie in der Dezember 2016-Ausgabe unserer International Accounting News).

DRSC verabschiedet DRS 25 „Währungsumrechnung im Konzernabschluss“

Der HGB-Fachausschuss des DRSC hat auf seiner heutigen Sitzung DRS 25 „Währungsumrechnung im Konzernabschluss“ verabschiedet, der dem BMJV zur Veröffentlichung nach § 342 Abs. 2 HGB zugeleitet werden soll. DRS 25 ist nach seiner Bekanntmachung durch das BMJV verpflichtend auf handelsrechtliche Konzernabschlüsse anzuwenden, die aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung (§§ 290 ff. HGB bzw. §§ 11 ff. PublG) oder freiwillig für die Geschäftsjahre beginnend nach dem 31.12.2018 aufgestellt werden.

DRS 25 konkretisiert die Grundsätze zur Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen nach der modifizierten Stichtagskursmethode nach § 308a HGB und adressiert in diesem Zusammenhang bestehende Zweifelsfragen bei den einzelnen Vollkonsolidierungsmaßnahmen. Ferner konkretisiert der Standard die Grundsätze zur Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften in den Handelsbilanzen II der einbezogenen Unternehmen und empfiehlt deren entsprechende Anwendung in den handelsrechtlichen Jahresabschlüssen. Außerdem werden die Anforderungen an die Angaben zur Währungsumrechnung im Konzernanhang im Standard konkretisiert.

Ausweislich der öffentlich zugänglichen Sitzungsunterlagen beschränken sich die Änderungen im finalen Standard gegenüber dem am 1.9.2017 veröffentlichten Entwurf (E-DRS 33, siehe dazu HGB direkt 4/2017, neben reinen redaktionellen Änderungen, auf folgende Punkte:

 

  • In DRS 25.37 wurde eine Empfehlung aufgenommen, die unrealisierten Währungskursgewinne aus der Anwendung des § 256a Satz 2 HGB innerhalb der gesonderten Angabe der Erträge und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung nach § 277 Abs. 5 Satz 2 i.V.m. § 298 HGB kenntlich zu machen. Begründet wird dies damit, dass die (unrealisierten) Währungsgewinne keiner gesetzlichen Ausschüttungssperre unterliegen und diese Information für die Abschlussadressaten deshalb relevant ist.
  • Zur Vereinfachung der Bereinigung von Währungskurseffekten im Rahmen der Zwischenergebniseliminierung (§ 304 HGB) wurde ergänzt, dass das zu eliminierende Zwischenergebnis in fremder Währung auch mithilfe anderer in der Praxis gebräuchlicher Verfahren (z.B. Bruttogewinnverfahren) ermittelt werden darf (DRS 25.85).
  • Ferner darf aus Vereinfachungsgründen bei der Aufwands- und Ertragseliminierung auf eine Umgliederung der währungskursbedingten Aufrechnungsdifferenzen in die Posten „Sonstige betriebliche Erträge“ bzw. „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ verzichtet werden (DRS 25.87).

IDW trifft weitere Entscheidungen zum neuen Entgeltbericht

Nach dem Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz zwischen Frauen und Männern – kurz „Entgelttransparenzgesetz“ – müssen Unternehmen mit in der Regel mehr als 500 Beschäftigten, die zur Aufstellung eines Lageberichts nach dem HGB verpflichtet sind, in Abhängigkeit von der Tarifanwendung alle drei bzw. fünf Jahre einen sogenannten Entgeltbericht erstellen. Diese Pflicht greift erstmals in 2018. Berichtszeitraum des ersten Entgeltberichts ist das Kalenderjahr 2016, unabhängig vom Geschäftsjahr des Unternehmens. Dieser Entgeltbericht ist bei kalenderjahrgleichem Geschäftsjahr dem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 als Anlage beizufügen und im Bundesanzeiger 2018 zu veröffentlichen.

Über erste Entscheidungen des Hauptfachausschusses (HFA) des IDW zur Entgeltberichterstattung habe ich letzten Monat an dieser Stelle bereits berichtet. Nun wurden weitere Entscheidungen des HFA zu diesem Thema im Mitgliederbereich auf der IDW Homepage bekannt gemacht:

  • Der Entgeltbericht muss erst bis zum Zeitpunkt der Offenlegung des Lageberichts erstellt sein, dem er als Anlage beizufügen ist, nicht schon zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts.
  • Weicht das Geschäftsjahr vom Kalenderjahr ab, ist der erste Entgeltbericht dem „nächsten Lagebericht“, der in 2018 offengelegt wird, als Anlage beizufügen. Endet das Geschäftsjahr bspw. zum 30. Juni 2017 und wird der Lagebericht für dieses Geschäftsjahr in 2018 offengelegt, ist der Entgeltbericht diesem Lagebericht beizufügen. Wurde der Lagebericht für dieses Geschäftsjahr bereits in 2017 offengelegt, ist der Entgeltbericht dem Lagebericht für das zum 30. Juni 2018 endende Geschäftsjahr beizufügen. Entsprechendes gilt für den nächsten Entgeltbericht. Für ein Unternehmen mit Abschlussstichtag 30. Juni und einem dreijährigem Entgeltberichtszeitraum (2017 bis 2019) ist dieser nächste Entgeltbericht dem Lagebericht zum 30. Juni 2020 als Anlage beizufügen, falls dieser in 2021 offengelegt wird, ansonsten dem Lagebericht zum 30. Juni 2021.

IDW veröffentlicht Neufassung einer Stellungnahme zur Rechnungslegung

Das IDW hat gestern auf seiner Website auf die Veröffentlichung der Neufassung der IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Handelsrechtliche Rechnungslegung bei Personenhandelsgesellschaften (IDW RS HFA 7 n.F.) hingewiesen, die der HFA in seiner 250. Sitzung am 29./30.11.2017 verabschiedet hat.

Die wesentliche Änderung des IDW RS HFA 7 n.F. gegenüber der Altfassung besteht in der bilanziellen Behandlung von aus dem Vermögen der Personenhandelsgesellschaft geleisteter (Bar-)Abfindungen an ausscheidende Gesellschafter. Wenn die Abfindung den Buchwert der Kapitalanteile der ausscheidenden Gesellschafter übersteigt, soll der übersteigende Betrag künftig vorzugsweise mit den Kapitalanteilen der verbleibenden Gesellschafter verrechnet werden, soweit er nicht durch vorhandene Rücklagen gedeckt werden kann (sog. Verrechnungslösung). Weiterhin zulässig ist die, bislang allein zulässige,  sog. Aufstockungslösung, nach der in Höhe des positiven Differenzbetrags auf den ausscheidenden Gesellschafter entfallende und durch die Abfindung vergütete stille Reserven einschließlich eines Geschäfts- oder Firmenwerts (anteilig) aktiviert werden.

Weitere Änderungen gegenüber der Altfassung beruhen auf gesetzlichen Änderungen im Zuge des BilRUG (Erleichterungen nach § 264b HGB) und dem Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (Wiederaufleben der Kommanditistenhaftung i.Z.m. der Neuregelung zur Abzinsung von Pensionsrückstellungen).

IDW RS HFA 7 n.F. ist erstmals verpflichtend für Abschlüsse für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2018 beginnen, anzuwenden. IDW RS HFA 7 n.F. wird in Heft 2/2018 der „IDW Life“ abgedruckt.

US Tax-Reform im IFRS- und HGB-Konzernabschluss/-lagebericht

Im Blogbeitrag vom 29.12.17 hatten wir Sie bereits über wesentliche Inhalte der verabschiedeten umfangreichen US-Steuerreform unterrichtet (zu den Auswirkungen der Reform auf IFRS-Abschlüsse siehe im Detail „In depth – IFRS tax accounting effects of the US tax reform“).

Zur Erleichterung der Umsetzung der steuerlichen Konsequenzen in US GAAP-Abschlüssen veröffentlichte die SEC kürzlich SAB 118 (Staff Accounting Bulletin No. 118). Hiernach können Unternehmen, die bei der SEC berichtspflichtig sind (inklusive der nach IFRS bilanzierenden Foreign-Private Issuer), in Abschlüssen für 2017 auf Basis des bislang geltenden Steuerrechts bilanzieren, wenn eine verlässliche Schätzung der Auswirkungen einzelner neuer Vorschriften, aufgrund fehlender Informationen und Untersuchungen im Erstellungsprozess, nicht möglich erscheint.

Eine analoge Anwendung dieser Sondervorschrift auf IFRS-Abschlüsse ist nicht zulässig. Daher sind sämtliche Auswirkungen der US-Steuerreform auf tatsächliche und latente Steuern zu ermitteln und zwingend im IFRS-Konzernabschluss 2017 zu bilanzieren. Unsicherheiten, die sich aus einer Auslegung und Anwendung der neuen steuerlichen Vorschriften ergeben, sind folglich zu schätzen. Dabei sind sämtliche Informationen, die bis zur Freigabe des Abschlusses zur Veröffentlichung vorliegen, zu berücksichtigen. Bestehende Quellen wesentlicher Schätzungsunsicherheiten müssen gem. IAS 1.125ff. im Anhang erläutert werden.

Die Aktualisierung der Informationen in der Folgeperiode stellt grundsätzlich eine Schätzungsänderung (vgl. IAS 8.5) dar. Eine Ausnahme gilt, wenn Informationen  bereits während der Erstellung des IFRS-Konzernabschlusses 2017 hätten eingeholt werden können (could reasonably be expected to have been obtained and taken into account). In diesem Fall handelt es sich bei der Aktualisierung um eine Fehlerkorrektur i.S.d. IAS 8.5.

Entsprechendes gilt für den handelsrechtlichen Jahres- bzw. Konzernabschlusses. Hier besteht die Besonderheit, dass bei bestehenden Unsicherheiten beim Ansatz latenter Steuern (DRS 18.17) sowie bei der Bewertung von Rückstellungen für laufende Steuern das handelsrechtliche Vorsichtsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB) besonders zu beachten ist. Dies bedeutet, dass aus der Bandbreite von möglichen Werten/Alternativen nicht der wahrscheinlichste, sondern stets ein eher pessimistischer Wert zu wählen ist.

Im (Konzern-)Lagebericht ist bei bestehenden Unsicherheiten über die möglichen Auswirkungen der US-Steuerreform auf die tatsächlichen und latenten Steuern dann im Risikobericht zu berichten, wenn sie zu einer negativen Abweichung von Prognosen bzw. Zielen des Konzerns führen können und das Risiko wesentlich ist (DRS 20.149 i. V .m. .11). Entsprechendes gilt für die Chancenberichterstattung (DRS 20.165). Darüber hinaus kann, unabhängig von bestehenden Unsicherheiten, über die US-Steuerreform im Lagebericht zu berichten sein. Dies kann zum einen die Berichterstattung im Wirtschaftsbericht über den Geschäftsverlauf und die Lage des Unternehmens bzw. des Konzerns, zum anderen die Berichterstattung im Prognose- und im Risiko-/Chancenbericht über die künftige Entwicklung betreffen.

IDW veröffentlicht geänderte Stellungnahme zur Rechnungslegung

Das IDW hat gestern auf seiner Website auf die geänderte Fassung der Stellungnahme zur Rechnungslegung: Vorjahreszahlen im handelsrechtlichen Konzernabschluss und Konzernrechnungslegung bei Änderungen des Konsolidierungskreises (IDW RS HFA 44) hingewiesen, die der Hauptfachausschuss bereits am 30.11.2017 verabschiedet hat.

Die wesentlichen Änderungen des IDW RS HFA 44 bestehen in der Klarstellung des Umfangs der in den Konzernabschluss einzubeziehenden Zahlen bei unterjährigem Erwerb eines Tochterunternehmens, da die bisherige Formulierung in diesem Zusammenhang für missverständlich gehalten wurde. Des Weiteren wird der Umfang der einzubeziehenden Zahlen bei erstmaliger Pflicht zur Konzernrechnungslegung klargestellt. Danach sind die Erträge und Aufwendungen sowie die Ein- und Auszahlungen und die Veränderungen des Eigenkapitals des Mutterunternehmens immer für das gesamte (erste) (Konzern-)Geschäftsjahr im Konzernabschluss zu berücksichtigen und nicht erst ab dem Zeitpunkt, zu dem erstmals ein Mutter-/Tochterverhältnis begründet wird.

Die geänderte Fassung der Stellungnahme wird in Heft 2/2018 der „IDW Life“ abgedruckt. Im Mitgliederbereich der Website des IDW ist eine Änderungsfassung im Vergleich zur bislang geltenden Fassung des IDW RS HFA 44 (Stand 25.11.2011) verfügbar.

IDW trifft Entscheidungen zum neuen Entgeltbericht

Nach dem Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz zwischen Frauen und Männern – kurz „Entgelttransparenzgesetz“ – müssen Unternehmen mit in der Regel mehr als 500 Beschäftigten, die zur Aufstellung eines Lageberichts nach dem HGB verpflichtet sind, in Abhängigkeit von der Tarifanwendung alle drei bzw. fünf Jahre einen sogenannten Entgeltbericht erstellen. Diese Pflicht greift erstmals in 2018. In diesem Bericht ist über Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung und zur Herstellung von Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern zu berichten. Außerdem sind bestimmte Angaben zu Beschäftigtenzahlen zu machen. Berichtszeitraum des ersten Entgeltberichts ist das Kalenderjahr 2016. Dieser Entgeltbericht ist bei kalenderjahrgleichem Geschäftsjahr dem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 als Anlage beizufügen und im Bundesanzeiger 2018 zu veröffentlichen.

Der Hauptfachausschuss (HFA) des IDW hat sich in seiner Sitzung am 29./30. November 2017 mit ausgewählten Fragen zum Entgeltbericht befasst, vor allem, in welchen Fällen ein Entgeltbericht zu erstellen ist. Die Ergebnisse wurden gestern im Mitgliederbereich auf der IDW Homepage bekannt gemacht.

Entschieden wurde vor allem Folgendes:

  • Ist ein Tochterunternehmen nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB von der Aufstellung eines Lageberichts befreit und stellt es auch tatsächlich keinen Lagebericht auf, muss es auch keinen Entgeltbericht erstellen. Ist es nur von der Offenlegung, nicht aber von der Aufstellung eines Lageberichts befreit, muss es einen Entgeltbericht erstellen, diesen aber nicht offenlegen. In beiden Fällen ist eine Angabe im Konzernanhang oder -lagebericht des befreienden Mutterunternehmens nicht erforderlich.
  • Unternehmen, die ausschließlich aufgrund ihrer Satzung bzw. ihres Gesellschaftsvertrags oder freiwillig einen Lagebericht aufstellen, müssen keinen Entgeltbericht erstellen. Gleiches gilt für Unternehmen, die nicht nach dem HGB, sondern nach dem Publizitätsgesetz einen Lagebericht aufstellen müssen.
  • Institute und Versicherungsunternehmen mit in der Regel mehr als 500 Beschäftigten müssen einen Entgeltbericht erstellen.
  • Es gibt keine Entgeltberichtspflicht auf Konzernebene, nur auf Ebene des Einzelunternehmens.

Darüber hinaus wurde entschieden, dass auch bei Unternehmen, deren Geschäftsjahr vom Kalenderjahr abweicht, der Berichtszeitraum anhand von Kalenderjahren – und nicht anhand von Geschäftsjahren – zu bestimmen ist. Auch für diese Unternehmen umfasst der erste Entgeltbericht damit das Kalenderjahr 2016 und der nächste Entgeltbericht die Kalenderjahre 2017 bis 2019 bzw. 2017 bis 2021.

Es bleibt abzuwarten, ob weitere Entscheidungen zu Einzelfragen rund um den Entgeltbericht folgen werden. Falls ja, werde ich darüber zeitnah informieren.

US-Steuerreform – wesentliche Inhalte und Auswirkungen auf die Bilanzierung

Durch die am 22. Dezember erfolgte Unterschrift von Präsident Trump wurde die US-Steuerreform noch in diesem Jahr endgültig verabschiedet. Die neuen Vorschriften sind damit nach IAS 12.46 und .48 sowohl bei der Bilanzierung tatsächlicher als auch der Bilanzierung latenter Steuern ab diesem Zeitpunkt, d. h. in IFRS-Abschlüssen, die nach dem 22. Dezember enden, zu berücksichtigen. Wesentliche Inhalte und hieraus ggf. resultierende Bilanzierungsauswirkungen sind:

Regelungen, die US-Unternehmen betreffen
Änderung Bilanzierungsauswirkung
Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 35% auf 21% Berücksichtigung des verabschiedeten künftigen Steuersatzes bereits in Abschlüssen zum 31.12.17 bei der Bilanzierung tatsächlicher und latenter Steuern. Sich ergebende Effekte sind – mit Ausnahme von Beträgen, die sich auf Posten beziehen, die früher im OCI oder direkt im Eigenkapital erfasst wurden – , im Gewinn oder Verlust zu erfassen.
Abschaffung der sog. Alternative Minimum Tax (AMT) – bestehende AMT credit carryforwards dürfen gegen die reguläre Steuerschuld verrechnet werden bzw. werden erstattet Auflösung von Wertberichtigungen auf bestehende AMT credit carryforwards
Sofortabschreibung von Investitionen in qualifizierende abnutzbare Wirtschaftsgüter: Die steuerliche Sofortabschreibung kann zum Ansatz passiver latenter Steuern und mglw. zu Verlusten mit entsprechendem Ansatz von Verlustvorträgen führen.

Einschränkung des Zinsabzugs

 

Wertberichtigungen bestehender Zinsvorträge sind zu überprüfen. Die Übergangsbestimmungen sind noch unklar.
Änderungen der Abzugsfähigkeit bestimmter Mitarbeitervergütungen hinsichtlich Art der Vergütung sowie betroffener Mitarbeiter und Unternehmen In Abhängigkeit von der gewählten Übergangsmethode können sich bereits in 2017 Auswirkungen auf gebildete latente Steuern i. Z. m. anteilsbasierten Vergütungen ergeben.

Änderungen beim Verlustabzug – Abschaffung des Verlustrücktrags, Begrenzung der Nutzung von Verlustvorträgen auf 80% des taxable income, dafür unbegrenzte Vortragsfähigkeit

 

Auswirkungen grds. erst auf Ansatz und Bewertung von ab dem 1.1.2018 entstehenden Verlustvorträgen. Zu überprüfen ist jedoch die Bewertung aktiver latenter Steuern bestehender temporärer Differenzen, die bei Umkehr zu einem Verlustvortrag führen.
Regelungen, die ausländische Beteiligungen von US-Unternehmen betreffen

Wechsel zu territorialem Steuersystem – von  ausländischen Tochterunternehmen erhaltene sog. „qualified dividends“ werden zu 100 % steuerfrei (sog. DRD = dividend received deduction).

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Sofern sich die Thesaurierungspolitik des Unternehmens hierdurch ändert und dadurch bislang dauerhaft thesaurierte Gewinne in absehbarer Zukunft zur Ausschüttung vorgesehen sind, sind diese zwingend bei der Bildung latenter Steuern auf Outside Basis Differences zu berücksichtigen.
„Repatriation toll charge“ – „Einmalbesteuerung“ bisher unversteuerter thesaurierter Gewinne ausländischer Gesellschaften durch Unterstellung einer fiktiven Ausschüttung.

Einbuchung der hieraus resultierenden tatsächlichen Steuerverbindlichkeit noch in 2017; Verrechnung gegen existierende foreign tax credits (FTC) und Verlustvorträge möglich; Abzinsung des langfristigen Teils der Steuerverbindlichkeit ungeregelt.

Das höhere zu versteuernde Einkommen aus der fiktiven Ausschüttung sollte bei der Beurteilung der Werthaltigkeit von aktiven Steuerlatenzen berücksichtigt werden.

„Base erosion and anti-abuse tax“ (BEAT) – Mindestbesteuerungstest, der zu einer höheren Steuerlast führt, wenn die US-Bemessungsgrundlage unverhältnismäßig stark durch bestimmte abzugsfähige Aufwendungen an „related parties“ gemindert ist Mglw. anfallende zusätzliche Zahlungen stellen u.E. Ertragsteuerzahlungen dar und sind somit bei der Ermittlung der tatsächlichen und latenten Steuern zu berücksichtigen. Dabei ist zu ermitteln, ob das Unternehmen künftig voraussichtlich nur dem normalen Steuerregime, nur dem BEAT-Regime oder wechselweise beidem unterliegen wird.
Besteuerung ausländischer Gewinne (GILTI) – dient der Bekämpfung vermeintlicher Missbrauchsstrukturen, insbesondere des „off-shoring“ von immateriellen Wirtschaftsgütern Ob für diese Regelung latente Steuern anzusetzen sind, ist noch nicht geklärt.
Sonderabzug für bestimmte Einkünfte aus Geschäftsbeziehungen mit ausländischen Personen (foreign-derived intangible income, FDII) Die Bilanzierung ist noch nicht abschließend geklärt.

Details zu den genannten Punkten finden Sie in der aktuellen Publikation „In depth“ unserer US-Kollegen.

IDW verabschiedet zwei an DRS 24 angepasste Stellungnahmen zur Rechnungslegung

Gestern hat das IDW bekannt gegeben, dass die Neufassungen zweier IDW Stellungnahmen zur handelsrechtlichen Rechnungslegung vom Hauptfachausschuss des IDW verabschiedet worden sind. Dabei handelt es sich um die Stellungnahmen zur Bilanzierung entgeltlich erworbener Software (IDW RS HFA 11 n.F.) und zur Aktivierung von Herstellungskosten (IDW RS HFA 31 n.F.). Beide Verlautbarungen wurden punktuell an den DRS 24 „Immaterielle Vermögensgegenstände im Konzernabschluss“ des DRSC angepasst. Inhaltliche Änderungen gegenüber den Entwürfen der Neufassungen, über die meine Vorgängerin im National Office, Barbara Reitmeier, in ihrem Blogbeitrag vom 28. September 2017 berichtet hat, sind nicht mehr erfolgt.

Die Neufassungen beider Stellungnahmen sind erstmals verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2017 beginnen. Eine frühere, vollumfängliche Erstanwendung ist aber zulässig. Damit ist ein Gleichlauf mit DRS 24 möglich, der erstmals verpflichtend auf Konzernabschlüsse für nach dem 31. Dezember 2016 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden ist. Ebenfalls in Übereinstimmung mit DRS 24 sind die Neuregelungen nur prospektiv anzuwenden. Dies ist insb. für die Bilanzierung von Software von Bedeutung. Bis zum Erstanwendungszeitpunkt angeschaffte oder hergestellte Software darf damit weiterhin nach den bisherigen IDW-Regelungen bilanziert werden.

Die Neufassungen beider Stellungnahmen werden in Heft 2/2018 der „IDW Life“ abgedruckt. Änderungsfassungen im Vergleich zu den bisherigen (finalen) Fassungen der Stellungnahmen sind ab sofort im Mitgliederbereich der IDW Homepage verfügbar.

Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2015-2017)

Der IASB hat am vergangenen Dienstag die Jährlichen Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2015-2017) veröffentlicht, die nachfolgende Klarstellungen beinhalten:

  • IFRS 3 / IFRS 11: Beim Erwerb der Beherrschung über einen Geschäftsbetrieb, der als gemeinschaftliche Tätigkeit gemäß IFRS 11 klassifiziert ist und an dessen Vermögenswerten und Schulden der Erwerber bereits unmittelbar vor dem Erwerbszeitpunkt beteiligt war, handelt es sich um einen sukzessiven Unternehmenszusammenschluss. Entsprechend sind die Regelungen des IFRS 3 für die Bilanzierung sukzessiver Erwerbe auch in diesem Falle anzuwenden, so dass etwaige bereits vor dem Erwerb gehaltene Anteile zum beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt neu zu bewerten sind. Bei Erlangung gemeinschaftlicher Beherrschung über einen Geschäftsbetrieb, der eine gemeinschaftliche Tätigkeit im Sinne des IFRS 11 darstellt, wird hingegen keine Neubewertung etwaiger bereits vor Erlangung gemeinschaftlicher Beherrschung bilanzierter Anteile an den Vermögenswerten und Schulden vorgenommen.
  • IAS 12: Ertragsteuerliche Konsequenzen von Dividendenzahlungen sind zu erfassen, wenn die Verpflichtung zur Dividendenausschüttung erfasst wird. Ihre Erfassung erfolgt entsprechend der den Dividenden zugrundeliegenden Transaktionen im Gewinn oder Verlust, sonstigem Ergebnis (OCI) oder direkt im Eigenkapital.
  • IAS 23: Die Ermittlung der für einen qualifizierten Vermögenswert zu aktivierenden Fremdkapitalkosten erfolgt – sofern keine Fremdmittel speziell für die Beschaffung/Herstellung dieses Vermögenswerts aufgenommen wurden – auf Basis des gewogenen Durchschnitts aller Fremdkapitalkosten, soweit diese nicht aus Fremdmitteln resultieren, die speziell für die Beschaffung/Herstellung von anderen qualifizierten Vermögenswerten aufgenommen wurden. Bei der Ermittlung des gewogenen Durchschnitts sind jedoch auch die Fremdkapitalkosten einzubeziehen, die aus Fremdmitteln zur Finanzierung anderer qualifizierter Vermögenswerte resultieren, sofern im Wesentlichen alle Arbeiten abgeschlossen sind, um diese anderen qualifizierten Vermögenswerte für ihren beabsichtigten Gebrauch oder Verkauf herzurichten.