Accounting Aktuell Blog

Weiterentwicklung der EU-Taxonomie: Die Platform on Sustainable Finance nimmt ihre Arbeit auf

Die EuropĂ€ische Kommission hat die Mitglieder der Platform on Sustainable Finance, dem Expertengremium zur Weiterentwicklung der EU-Taxonomie, bekanntgegeben. Die Taxonomie ist das neue grĂŒne Klassifikationssystem fĂŒr WirtschaftsaktivitĂ€ten in der EU. Auf der Grundlage dieses Klassifikationssystems mĂŒssen bestimmte große Unternehmen ihre TĂ€tigkeiten auf ihre ökologische Nachhaltigkeit hin beurteilen und ĂŒber das Ergebnis dieser Beurteilung in ihrer nichtfinanziellen (Konzern-)ErklĂ€rung berichten. Ich habe ĂŒber diese neuen nichtfinanziellen Berichtspflichten in meinem Blogbeitrag vom 4. August 2020 zuletzt berichtet.

Die Platform on Sustainable Finance wird vier Hauptaufgaben haben:

  • Weiterentwicklung der sog. technischen Bewertungskriterien, d.h. der spezifischen Anforderungen an die ökologische Nachhaltigkeit einer WirtschaftstĂ€tigkeit,
  • Weiterentwicklung der Taxonomie zur Erfassung anderer Nachhaltigkeitsziele (insb. soziale Ziele) und zur Klassifizierung von AktivitĂ€ten, die die Umwelt erheblich schĂ€digen.
  • Beobachtung der KapitalflĂŒsse in nachhaltige Investitionen und Berichterstattung hierĂŒber,
  • Beratung der Kommission zu einer nachhaltigen Finanzpolitik.

IFRS Foundation veröffentlicht Konsultationspapier zu Sustainability Reporting – ein bedeutsamer Schritt hin zu einem globalen Standardsetter fĂŒr die nichtfinanzielle Berichterstattung?

Am 30.09.2020 hat die IFRS Foundation ein Konsultationspapier zu Sustainability Reporting (“Consultation Paper on Sustainability Reporting”) veröffentlicht. Das Papier wurde von einer Task Force entwickelt, die von den Trustees der IFRS Foundation eigens dafĂŒr eingesetzt wurde, sich mit kĂŒnftigen Entwicklungen rund um das Thema der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beschĂ€ftigen.

Das Konsultationspapier ist im Kontext des als dringend identifizierten Bedarfs nach konsistenten und vergleichbaren Nachhaltigkeitsinformationen zu sehen. Insbesondere von Investoren und berichtenden Unternehmen sei großes Interesse an qualitativ hochwertigen Nachhaltigkeitsinformationen bekundet worden. Das Papier soll der grundsĂ€tzlichen Zielsetzung dienen, die Nachfrage nach global einheitlichen Nachhaltigkeitsstandards auszuloten und der Frage nachzugehen, inwieweit die IFRS Foundation bei der Entwicklung solcher Standards eine Rolle spielen kann.

Im Konsultationspapier sind 11 Fragen zum grundsÀtzlichen Vorgehen sowie zu den im Papier diskutierten Inhalten enthalten. Interessierte Stakeholder können diese Fragen im Rahmen der öffentlichen Konsultation beantworten. Die Frist zur Kommentierung endet am 31. Dezember 2020.

Wir halten Sie ĂŒber die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

Folge 17 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Ein neuer Beitrag unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ ist online – zu einem aktuellen IFRS-Thema, der Ermittlung bzw. Bewertung belastender VertrĂ€ge. Der Beitrag widmet sich den jĂŒngst erfolgten Klarstellungen des IAS 37 durch den IASB zum Umfang von VertragserfĂŒllungskosten. Rainer Usinger und Maria Naumann erlĂ€utern die Neuregelungen und deren mögliche Auswirkungen auf den IFRS-Abschluss. 

Neugierig? Dann schauen Sie rein, auf unserer Homepage oder auf YouTube, wie immer nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht.

 

European Corporate Reporting Lab@EFRAG: Arbeitsgruppe zur Entwicklung von Empfehlungen fĂŒr europĂ€ische nichtfinanziellen Berichtsstandards benannt

Die EFRAG hat am vergangenen Freitag die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe zur Vorbereitung von europÀischen nichtfinanziellen Berichtsstandards (Project Task Force on preparatory work for the elaboration of possible EU non-financial reporting standards) bekanntgegeben. Die Arbeitsgruppe setzt sich aus Experten verschiedenster Stakeholder der nichtfinanziellen Berichterstattung, u.a. Vertretern der Industrie, der Finanzbranche und von Institutionen der EuropÀischen Union, zusammen. Ich freue mich, dass auch Hendrik Fink, Leiter Sustainability Services von PwC Deutschland, Teil der Arbeitsgruppe ist.

Die EuropĂ€ische Kommission hat die EFRAG mit der Entwicklung von Empfehlungen ĂŒber mögliche europĂ€ische nichtfinanzielle Berichtsstandards zur weiteren Umsetzung der CSR-Richtlinie, welche derzeit ĂŒberarbeitet wird, beauftragt (Auftrag). Die dazu eingerichtete Arbeitsgruppe soll insbesondere VorschlĂ€ge fĂŒr den Anwendungsbereich, Inhalt und Struktur europĂ€ischer Berichtsstandards erarbeiten.  Dieser Auftrag deckt sich mit dem Ergebnis im Rahmen der Konsultation zur Überarbeitung der CSR-Richtlinie, nach der sich 81% der Teilnehmer fĂŒr die Anwendung einheitlicher Berichtstandards aussprachen, um die Vergleichbarkeit der nichtfinanziellen Berichterstattung zu erhöhen. Einheitliche Berichtsstandards könnten zudem die VerlĂ€sslichkeit, Relevanz sowie auch die PrĂŒfbarkeit nichtfinanzieller Angaben erhöhen. Über die Konsultation und die Zusammenfassung der RĂŒckmeldungen auf diese habe ich am 21. Februar bzw. am 30. Juli an dieser Stelle informiert.

FĂŒr die Entwicklung europĂ€ischer nichtfinanzieller Berichtsstandards soll die Arbeitsgruppe möglichst nah auf bereits bestehenden und in der Praxis anerkannten Rahmenwerken und Berichtselementen aufsetzen. Konsistent zum Nachtrag zu den unverbindlichen Leitlinien sollen klimabezogene Angabepflichten dabei besondere Beachtung erfahren. Im Einzelnen ĂŒbernimmt die Arbeitsgruppe u.a. folgende Aufgaben:

  • Analyse der bestehenden Rahmenwerke und Standards (u.a. GRI, TCFD, das Practice Statement des IASB zum Management Commentary, SASB) hinsichtlich ihrer Eignung, die Auswirkungen nichtfinanzieller Aspekte auf das Unternehmen sowie die Auswirkungen des GeschĂ€ftsmodells von Unternehmen auf die nichtfinanziellen Aspekte darzustellen.
  • Erarbeitung einer Struktur fĂŒr Standards unter BerĂŒcksichtigung möglicher branchen- oder themenspezifischer Berichtsanforderungen.
  • Beurteilung, inwieweit spezifische Vorgaben fĂŒr Institute zu entwickeln sind.
  • Förderung einer stĂ€rker integrierten Berichterstattung.
  • BerĂŒcksichtigung der Rolle elektronisch bzw. maschinen-lesbarer Informationen.
  • AbwĂ€gung eines modularen, abgestuften Aufbaus der Standards, so dass eine Umsetzung von grundlegenden Anforderungen (bspw. bestimmter Leistungsindikatoren) leichter zugĂ€nglich wird.
  • Beurteilung der Eignung von möglichweise freiwilligen Berichtsstandards fĂŒr KMU, die vergleichsweise niedrigere Anforderungen stellen.

Dieses Arbeitsprogramm ist sowohl inhaltlich als auch zeitlich ambitioniert. Der Abschlussbericht soll bis zum 31. Januar 2021 vorgelegt werden, dem ein vorlĂ€ufiges Arbeitsprogramm fĂŒr die konkrete Ausarbeitung von europĂ€ischen nichtfinanziellen Berichtsstandards beigefĂŒgt werden soll. Dieses soll die Veröffentlichung solcher Standards bis Juni 2022 ermöglichen.

Folge 16 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Ein neuer Beitrag unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ ist online – zu einem brandaktuellen Thema, den neuen nichtfinanziellen Berichtspflichten aus der EU-Taxonomie-Verordnung. Nicolette Behncke und Nina SchĂ€fer erlĂ€utern die wesentlichen Inhalte dieser neuen Angabepflichten und zeigen, welche Herausforderungen hiermit auf die Unternehmen zukommen.

Neugierig? Dann schauen Sie rein, auf unserer Homepage oder auf YouTube, wie immer nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht.

IASB veröffentlicht Änderungen an diversen IFRS-Standards im Zuge der sog. IBOR-Reform

Der IASB hat am 27. August 2020 Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 veröffentlicht.

Die Änderungen stehen im Zusammenhang mit der Reform von ReferenzzinssĂ€tzen (IBOR-Reform), speziell mit der Abbildung von Änderungen an vertraglichen Zahlungsströmen und Sicherungsbeziehungen, die in diesem Zusammenhang vorgenommen werden.

Die Änderungen betreffen:

  • Änderungen der vertraglichen Cashflows – FĂŒhrt eine Änderung des Referenzzinssatzes zu geĂ€nderten vertraglichen Cashflows, ist der Buchwert der betreffenden Finanzinstrumente nicht anzupassen oder auszubuchen, sondern der Effektivzinssatz zu aktualisieren.
  • Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen – Eine Sicherungsbeziehung muss nicht allein aufgrund von im Zuge der IBOR-Reform erforderlichen Änderungen beendet werden, wenn die Sicherungsbeziehung ansonsten weiterhin die anderen Voraussetzungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfĂŒllt.
  • Angabepflichten – Es sind Informationen ĂŒber neue Risiken, die sich aus der IBOR-Reform ergeben, und darĂŒber, wie der Übergang zu neuen ReferenzzinssĂ€tzen gehandhabt wird, offenzulegen.

Die Änderungen sind fĂŒr GeschĂ€ftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen, anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung ist zulĂ€ssig.

Accelerate Change – Digitales Expertenforum 2020: Trends und Perspektiven der Rechnungslegung

Interaktiv, kreativ, produktiv.

Loggen Sie sich am 15. und 16. September 2020 ein in das neu geschaffene digitale Format unseres Expertenforums – wir freuen uns auf eine spannende Veranstaltung mit Ihnen!

Auf der Veranstaltung diskutieren unsere Experten auch in diesem Jahr wieder aktuelle Themen der internationalen und nationalen Rechnungslegung. Von IFRS- und HGB-Themen wie Anwendungsfragen zum Impairment Test ĂŒber ein ESEF-Update
nach Umsetzung in nationales Recht bis zur Finanzberichterstattung unter den momentanen Herausforderungen der globalen Pandemie – nutzen Sie die Gelegenheit, sich zu diesen relevanten Themen auf den neuesten Stand zu
bringen.

Die vollstÀndige Agenda sowie eine Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter nachfolgendem Link: https://www.pwc-events.com/expertenforum.

DRS 28 zur Segmentberichterstattung im Bundesanzeiger bekanntgemacht

Unternehmen, die ihren HGB-Konzernabschluss freiwillig um eine Segmentberichterstattung erweitern, haben dabei derzeit DRS 3 zu beachten. Dieser Standard ist umfassend ĂŒberarbeitet und als neuer Standard DRS 28 „Segmentberichterstattung“ vom HGB-Fachausschuss in seiner Sitzung am 12. Mai 2020 verabschiedet worden. Ich hatte darĂŒber in meinem Blogbeitrag vom 27. Mai berichtet. Gestern hat das Bundesministerium der Justiz und fĂŒr Verbraucherschutz DRS 28 im Bundesanzeiger Amtlicher Teil bekannt gemacht.

GegenĂŒber der Entwurfsfassung des Standards (E-DRS 36), ĂŒber die ich in meinem Blogbeitrag vom 30. Oktober berichtet hatte, sind die Anpassungen im Wesentlichen redaktioneller Natur. Inhaltlich neu ist eine Regelung zu GeschĂ€ftstĂ€tigkeiten, die keine sogenannten „anzugebenden Segmente“ sind. Sie sind als „Alle sonstigen Segmente“ zusammenzufassen und zu erlĂ€utern, unterliegen aber nicht den weiteren Angabepflichten des Standards. Außerdem wurde die Empfehlung aufgenommen, Vorjahreszahlen anzugeben.

Wird freiwillig eine Segmentberichterstattung erstellt, ist der neue Standard fĂŒr GeschĂ€ftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2020 beginnen. Eine frĂŒhere Anwendung wird empfohlen.

EU-Kommission: Fahrplan zur Konkretisierung der nichtfinanziellen Berichtspflichten nach Artikel 8 der Taxonomie-VO

Die EU-Kommission hat einen Fahrplan zur Konkretisierung der neuen nichtfinanziellen Berichtspflichten nach Artikel 8 der Taxonomie-VO veröffentlicht. Artikel 8 der Taxonomie-VO verpflichtet bestimmte große (Mutter-)Unternehmen anzugeben, wie und in welchem Umfang ihre TĂ€tigkeiten mit als ökologisch nachhaltig einzustufenden „grĂŒnen“ WirtschaftstĂ€tigkeiten verbunden sind. Ich habe hierĂŒber in meinem Blogbeitrag vom 18. Juni 2020 berichtet.

Ziel des nun veröffentlichten Fahrplans ist es, ein geeignetes Regelwerk fĂŒr die Unternehmen zur ErfĂŒllung der neuen Anforderungen zu entwickeln, welche die EU-Kommission bis spĂ€testens zum 1. Juni 2021 durch Erlass eines delegierten Rechtsakts nĂ€her erlĂ€utern muss.

Die Taxonomie-VO regelt bereits, dass Nicht-Finanzunternehmen den Anteil ihrer „grĂŒnen“ Umsatzerlöse und den Anteil ihrer „grĂŒnen“ Investitions- und Betriebsausgaben berichten. Die EU-Kommission prĂŒft, ob diese drei Kennzahlen weiter spezifiziert und ob fĂŒr Finanzunternehmen (insb. bestimmte große Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen) andere Kennzahlen entwickelt werden sollten. Bei der Entwicklung des die neuen Berichtspflichten konkretisierenden delegierten Rechtsakts wird die EU-Kommission u.a. weiteren Expertenrat (z.B. bei den EuropĂ€ischen Aufsichtsbehörden und der demnĂ€chst einzurichtenden Plattform fĂŒr nachhaltiges Finanzwesen) einholen und auch Erkenntnisse aus der laufenden Überarbeitung der CSR-Richtlinie berĂŒcksichtigen.

Auch wenn derzeit noch kein Entwurf fĂŒr den delegierten Rechtsakt vorliegt, kann die interessierte Öffentlichkeit bis zum 8. September 2020 Feedback zur Gesetzesinitiative der EU-Kommission geben. Die Kommission wird die eingegangenen BeitrĂ€ge in einem Bericht zusammenfassen und dabei erlĂ€utern, in welcher Weise sie berĂŒcksichtigt werden bzw. warum bestimmte VorschlĂ€ge nicht aufgegriffen werden können. Es bleibt zu hoffen, dass sich bereits aus diesem Bericht bessere Erkenntnisse ĂŒber die Ausgestaltung der neuen Berichtspflichten ergeben, da Artikel 8 der Taxonomie-VO nur wenige konkrete Vorgaben enthĂ€lt, jedoch bereits ab dem 1. Januar 2022 fĂŒr die beiden klimabezogenen Ziele der Taxonomie von den Unternehmen zu berĂŒcksichtigen ist.

EuropĂ€ische Kommission veröffentlicht Überblick ĂŒber die eingegangenen Stellungnahmen zur Überarbeitung der CSR-Richtlinie

Gestern hat die EU-Kommission eine Zusammenfassung der RĂŒckmeldungen zur öffentlichen Konsultation ĂŒber die Überarbeitung der sog. CSR-Richtlinie (EU-Richtlinie 2014/95/EU) vorgelegt. Der Bericht enthĂ€lt ausdrĂŒcklich keine WĂŒrdigung der Kommission, sondern gibt einen objektiven Überblick ĂŒber die 588 eingegangenen Stellungnahmen.

Das Konsultationsergebnis wird unter diesem Link zum Download zur VerfĂŒgung gestellt. Daraus zeichnet sich folgendes Meinungsbild ab:

  • Die bisherige nichtfinanzielle Berichterstattung weist fĂŒr die Mehrheit der Teilnehmer an der Konsultation insbesondere hinsichtlich der Vergleichbarkeit der Angaben SchwĂ€chen auf (71% Zustimmung). Korrespondierend dazu sprechen sich 82% fĂŒr die verpflichtende Anwendung von einheitlichen Standards aus, um die bestehenden Defizite zu beheben.
  • Zwei Drittel der RĂŒckmeldungen (67%) befĂŒrworten die EinfĂŒhrung einer PrĂŒfungspflicht. Dabei halten sich die Meinungen zur PrĂŒfungstiefe (hinreichende oder begrenzte PrĂŒfungssicherheit) die Waage.
  • Die Teilnehmer sprechen sich mehrheitlich fĂŒr eine Ausweitung des Anwendungsbereichs der nichtfinanziellen Berichtspflicht aus. So befĂŒrworten rund 70%, dass große kapitalmarktorientierte Unternehmen mit Sitz in Europa unabhĂ€ngig vom Ort ihrer Börsenzulassung, sowie große in einem regulierten Markt in Europa notierte Unternehmen unabhĂ€ngig von ihrem Sitz unter die nichtfinanzielle Berichtspflicht fallen sollen. Ferner begrĂŒĂŸen es 70%, auch große nicht-kapitalmarktorientierte Unternehmen in den Anwendungsbereich aufzunehmen.
  • Nur eine knappe Mehrheit der Teilnehmer an der Konsultation sprechen sich dafĂŒr aus, die zulĂ€ssigen Formen der Veröffentlichung zu begrenzen. Lediglich 55% befĂŒrworten die EinfĂŒhrung einer Regelung, dass die nichtfinanzielle Berichterstattung zwingend innerhalb des Lageberichts erfolgen muss, was zur Folge hĂ€tte, dass die Möglichkeit zur Erstellung eines gesonderten nichtfinanziellen Berichts entfĂ€llt.
  • 69% der Teilnehmer befĂŒrworten es, die Anforderungen zur Berichterstattung ĂŒber Umweltbelange an den Vorgaben zu den sechs Umweltzielen der Taxonomie-Verordnung (lesen Sie dazu meine BlogbeitrĂ€ge vom 23. und 18. Juni 2020 sowie vom 20. April 2020) anzupassen. Die Taxonomie-Verordnung stellt zudem die hĂ€ufigste Antwort auf die Frage nach weiteren berichtspflichtigen nichtfinanziellen Belangen dar.

Man darf gespannt sein, inwieweit dieser Meinungsstand Eingang in die Überarbeitung der CSR-Richtlinie finden wird. FĂŒr die Vorbereitung und Entwicklung von einheitlichen nichtfinanziellen Berichtsstandards wurde jĂŒngst die EFRAG mandatiert. Eine dafĂŒr einzurichtende Projektarbeitsgruppe soll bereits im Oktober 2020 einen ersten Fortschrittsbericht und bis Ende Januar 2021 einen Abschlussbericht mit konkreten VorschlĂ€gen veröffentlichen. Der Entwurf der ĂŒberarbeiteten CSR-Richtlinie soll ebenfalls bereits im 1. Quartal 2021 erscheinen.

/* */