Entwurf des ersten delegierten Rechtsakts zur EU-Taxonomie-Verordnung

Am 20. November 2020 hat die Europäische Kommission den Entwurf des ersten delegierten Rechtsakts zur Taxonomie-Verordnung für die beiden Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel vorgelegt und zur öffentlichen Konsultation gestellt. Die Taxonomie ist das neue Klassifikationssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten in der EU und verpflichtet bestimmte große (Mutter-)Unternehmen zu einer Erweiterung der nichtfinanziellen Berichterstattung. Ich habe über diese neuen Berichtspflichten in meinem Blogbeitrag vom 4. August 2020 berichtet.

Voraussetzung für die Einstufung einer Wirtschaftstätigkeit als ökologisch nachhaltig ist u.a., dass sie einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung eines oder mehrerer der in der Taxonomie-Verordnung festgelegten Umweltziele leistet. Mit dem vorliegenden Entwurf des ersten delegierten Rechtsakt legt die Kommission nun für zahlreiche Wirtschaftstätigkeiten fest, wann dies im Hinblick auf die ersten beiden Umweltziele (Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel) erfüllt ist.

Der Entwurf orientiert sich zwar in weiten Teilen an den im März 2020 veröffentlichten Empfehlungen der sog. Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG), weicht für einzelne Tätigkeiten und Kriterien jedoch hiervon ab. Unternehmen, die den Umfang der ökologischen Nachhaltigkeit ihrer Tätigkeiten bislang auf der Grundlage der TEG-Empfehlungen untersucht haben, sollten daher analysieren, welche Auswirkungen sich aus diesen Abweichungen ergeben.

Eine Beteiligung an der öffentlichen Konsultation ist bis zum 18. Dezember 2020 möglich. Der finale delegierte Rechtsakt wird ab dem 1. Januar 2022 gelten.