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BFA ergänzt Fragen und Antworten zu Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Banken

Der Bankenfachausschuss des IDW hat am 30.06. und am 07.07.2020 seine Fragen und Antworten zu Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Banken (siehe hierzu meinen Blogbeitrag vom 30. April 2020) um zwei neue Fragen und Antworten ergänzt. Die aktualisierten Fragen und Antworten sind auf der Corona-Sonderseite des IDW abrufbar.

Zur Rechnungslegung enthält das Update folgende neue FAQ:

Bilanzielle Abbildung des KfW-Unternehmerkredits 2020 (Frage 2.3):

  • Der BFA vertritt die Auffassung, dass, aus dem KfW-Unternehmerkredit 2020 Kreditforderungen sowie Kreditverbindlichkeiten gegenĂĽber der KfW bestehen, die sowohl nach HGB als auch nach IFRS als originäre Forderungen bzw. Verbindlichkeiten der Hausbank voll zu bilanzieren sind.

 

Bilanzielle Abbildung des KfW-Schnellkredits 2020 (Frage 2.3):

  • Anders als bei dem KfW-Unternehmerkredit 2020 wurden fĂĽr den sog. KfW-Schnellkredit die rechtlichen Rahmenverträge mit dem Ziel geändert, nach HGB fĂĽr den KfW-Schnellkredit eine Bilanzierung als Treuhandkredit gemäß § 6 Abs. 2 RechKredV und nach IFRS eine Durchleitungsvereinbarung (pass-through arrangement nach IFRS 9) zu erreichen.

HGB

  • Bei Ausreichung des KfW-Schnellkredits im eigenen Namen der Hausbank, bedarf es fĂĽr die Einordnung als Treuhandkredit einer Regelung, dass die Kreditvergabe nicht fĂĽr eigene, sondern fĂĽr „fremde Rechnung“ erfolgt. Eine vollständige Haftungsfreistellung durch die KfW kann nach Auffassung des BFA eine Kreditvergabe „fĂĽr fremde Rechnung“ und einen Treuhandkredit bewirken, wenn auch die sonstigen Vereinbarungen einer rechtlichen Einordnung als Treuhandgeschäft in der Gesamt-betrachtung nicht entgegenstehen.

IFRS

  • Nach Auffassung des BFA steht es im vorliegenden Fall einer Durchleitungsvereinbarung nach IFRS 9 nicht entgegen, wenn der Einzug per Lastschrift durch die KfW frĂĽhestens am gleichen Tag erfolgt wie die Zahlungen des Kreditnehmers bei der Hausbank eingehen.
  • Sofern auch die sonstigen Vereinbarungen zum KfW-Schnellkredit die Voraussetzungen einer Durchleitungsvereinbarung nach IFRS 9 erfĂĽllen, werden die Forderung der Hausbank an den Endkreditnehmer sowie die Verbindlichkeit gegenĂĽber der KfW aus dem KfW-Schnellkredit 2020 – anders als beim KfW-Unternehmerkredit 2020 – nach IFRS ausgebucht.

 

Bilanzielle Abbildung privater Moratorien? (Frage 3.4):

  • Die Inanspruchnahme eines privaten Moratoriums kann ein Indiz fĂĽr ein erhöhtes Kreditausfallrisiko oder fĂĽr eine Bonitätsbeeinträchtigung bzw. Einzelwertberichtigung darstellen. Zu möglichen bilanziellen Konsequenzen nach HGB und IFRS verweist der Bankenfachausschuss auf die AusfĂĽhrungen zu den bilanziellen Konsequenzen, die sich bei Inanspruchnahme des gesetzlichen Moratoriums nach Art. 240 § 3 EGBGB ergeben (Frage 3.2).

Wertminderungen von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 im Zwischenabschluss von Kreditinstituten zum 30. Juni 2020 – BFA äuĂźert sich zu den Auswirkungen der Corona-Krise

Der Bankenfachausschuss des IDW (BFA) hatte im März einen Fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Wertminderungen von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 im Quartalsabschluss von Banken zum 31. März 2020 veröffentlicht (Link).

Im heute hierzu veröffentlichten Update stellt der BFA fest, dass die darin getroffenen Aussagen grundsätzlich auch für Zwischenberichte zum 30. Juni 2020 gelten. Danach:

  • fĂĽhrt die Corona-Krise nicht zu einem automatischen Stufentransfer von Finanzinstrumenten von Stufe 1 in Stufe 2 oder 3. Umgekehrt ist es aber auch nicht sachgerecht, Kreditforderungen trotz der Corona-Krise undifferenziert in Stufe 1 zu belassen.
  • ist bei der Ermittlung der Wertminderungen zum 30. Juni 2020 zu berĂĽcksichtigen, dass es im Vergleich zur Erstellung der QuartalsabschlĂĽsse zum 31. März 2020 nunmehr wahrscheinlicher und damit weniger unsicher ist, dass die Krise noch länger andauern wird. Diese veränderten Kenntnisse ĂĽber die wahrscheinliche kĂĽnftige wirtschaftliche Entwicklung mĂĽssen mit in die Berechnungsmodelle (makroökonomische Szenarien und deren Gewichtung) einflieĂźen. Vor diesem Hintergrund ist nach Auffassung des BFA davon auszugehen, dass sich die bilanzielle Risikovorsorge nach IFRS 9 zum 30. Juni 2020 erhöhen wird.
  • sind bestehende Kreditrisikomodelle daraufhin zu untersuchen, ob die auf ihrer Basis ermittelte Risikovorsorge (einschlieĂźlich der Vorgehensweise zum Stufentransfer von Finanzinstrumenten) angepasst werden mĂĽssen (sog. Post Model Adjustments), um die aktuellen Entwicklungen angemessen widerzuspiegeln. Bei ggf. vorgenommenen Modellanpassungen ist der temporäre Charakter der Corona-Krise zu beachten.

Daneben betont der BFA – wie auch die ESMA (siehe hierzu den Blogbeitrag meines Kollegen Andreas Bödecker vom 22. Mai 2020) die Notwendigkeit transparenter Angaben, die es den Abschlussadressaten ermöglichen, die Einschätzungen des Management nachzuvollziehen und sich ein zutreffendes Bild von der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Finanzinstituts zu machen.

BFA veröffentlicht F&A zur bilanziellen Abbildung von durch die Corona-Krise bedingten Moratorien nach HGB und IFRS und ergänzt F&A zur Bilanzierung von KfW-Förderprogrammen bei Kreditinstituten nach IFRS

Der Bankenfachausschuss (BFA) des IDW und die IDW Arbeitsgruppe „Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Kreditinstitute“ beschäftigen sich derzeit mit vielfältigen Fragestellungen rund um Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Rechnungslegung von Kreditinstituten. Hierzu erfolgen fortlaufende Veröffentlichungen in Form von Fragen und Antworten.

In diesem Zusammenhang wurden Ausführungen zur bilanziellen Abbildung von durch die Corona-Krise bedingten Moratorien nach HGB und IFRS, auf der Website des IDW veröffentlicht. Nach IFRS ist der Barwertverlust aus einer unverzinslichen Stundung in der GuV zu erfassen. Nach HGB kommt eine isolierte (Einzel-)Bewertung der Forderung hinsichtlich ihrer Zinskomponente nach IDW RS BFA 3 n.F. unter Anwendung des Imparitätsprinzips – vergleichbar mit marktzinsbedingten Wertveränderungen – nicht in Betracht. Dies setzt jedoch jeweils voraus, dass keine bonitätsinduzierte Bewertung der Forderung vorgenommen werden muss. Darüber hinaus wird auf die Zinsvereinnahmung nach HGB eingegangen.

Weiterhin wurde die Antwort zur Frage, ob an Endkreditnehmer ausgereichte KfW-Kredite (teilweise) nicht im IFRS-Konzernabschluss der Hausbank anzusetzen sind, um detailliertere Ausführungen zu den Voraussetzungen des IFRS 9 für das Vorliegen einer Durchleitungsvereinbarung ergänzt.

BFA veröffentlicht F&A zur Bilanzierung von KfW-Förderprogrammen bei Kreditinstituten nach HGB und IFRS

Der Bankenfachausschuss (BFA) des IDW und die IDW Arbeitsgruppe „Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Kreditinstitute“ beschäftigen sich gegenwärtig mit vielfältigen Fragestellungen rund um Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Rechnungslegung von Kreditinstituten. Hierzu erfolgen fortlaufende Veröffentlichungen in Form von Fragen und Antworten.
 
In diesem Zusammenhang wurden heute grundsätzliche Ăśberlegungen zur Frage, unter welchen Voraussetzungen an Endkreditnehmer ausgereichte KfW-Kredite (teilweise) nicht im HGB-Jahresabschluss bzw. IFRS-Konzernabschluss der Hausbank anzusetzen sind, auf der Website des IDW veröffentlicht.
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