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Vorläufige IASB-Entscheidungen zur Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen unter gemeinsamer Beherrschung

Der IASB diskutiert schon seit geraumer Zeit die Frage, wie Unternehmenszusammenschlüsse unter gemeinsamer Beherrschung zukünftig abgebildet werden sollen. Auch in seiner Januar-Sitzung wurde das Thema wieder aufgegriffen und Einzelheiten möglicher Bilanzierungsmethoden diskutiert.

Bislang gibt es zur Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen unter gemeinsamer Beherrschung nach IFRS keine Regelungen. In der Praxis hat sich für die Abbildung solcher Transaktionen jedoch ein Methodenwahlrecht etabliert, nämlich die analoge Anwendung der IFRS 3 Regelungen zu Unternehmenszusammenschlüssen oder der Rückgriff auf die sogenannte „predecessor method“, die die Fortführung der im Mutterkonzern erfassten Buchwerte im erwerbenden Unternehmen vorsieht.

Der IASB hat bislang vorläufig entschieden, dass zukünftig eine sogenannte „current value method“, die auf der Erwerbsmethode des IFRS 3 basiert oder die „predecessor method“ anzuwenden ist. Allerdings ist geplant, dass es kein Wahlrecht in der Anwendung mehr geben wird. Vielmehr soll die „current value method“ immer dann Anwendung finden, wenn am erwerbenden Unternehmen nicht beherrschende Anteilseigner beteiligt sind. Ausnahmen bestehen lediglich, soweit die Anteile des erwerbenden Unternehmens nicht öffentlich gehandelt werden und die nicht beherrschenden Anteilseigner verbundene Unternehmen sind oder diese der Anwendung der „predecessor method“ zugestimmt haben. In allen anderen Fällen, ist die „predecessor method“ anzuwenden.

Hintergrund ist, dass nicht beherrschende Anteilseigner wie bei einem Unternehmenszusammenschluss unter fremden Dritten informiert werden sollen. Fraglich ist jedoch, ob diese Überlegung den Anforderungen der Praxis entgegenkommt. So finden häufig Unternehmenszusammenschlüsse unter gemeinsamer Beherrschung statt, um z. B. Abspaltungen für Börsengänge vorzubereiten. In diesem Zusammenhang steht in der Regel jedoch die Vergleichbarkeit der Abschlüsse mit den Vorjahren im Vordergrund, die durch die Anwendung der „current value method“ durchbrochen wird.

Der IASB plant in weiteren Sitzungen noch die notwendigen Anhangangaben festzulegen. Im 2. Quartal 2020 soll ein Discussion Paper zu diesem Thema veröffentlicht werden. Es bleibt abzuwarten, welchen Spielraum die vorgeschlagenen Regelungen haben werden.

UnternehmenszusammenschlĂĽsse unter „common control“ – Es geht weiter!

Im Rahmen der Agenda-Konsultation 2011 wurde das Thema “Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen unter gemeinsamer Kontrolle (common control)” als eines der Schwerpunktthemen für künftige Research-Projekte des IASB identifiziert. Beklagt wurden insbesondere die derzeit fehlenden Bilanzierungsvorschriften und die sich hieraus ergebenden Bilanzierungsunterschiede in der Praxis. Der Mitarbeiterstab des IASB präsentierte nunmehr in der September-Sitzung ein erstes sog. Staff Paper, um den Board über seinen geplanten Research-Ansatz und die bereits durchgeführten Research-Aktivitäten zu informieren. Darin enthalten ist eine Zusammenfassung von wesentlichen Fragestellungen, die sich aus Diskussionen mit interessierten Parteien (im wesentlichen Wirtschaftsprüfern) sowie aus Antworten auf ein im Oktober 2011 von der EFRAG in Zusammenarbeit mit dem italienischen Standardsetter OIC veröffentlichtem Diskussionspapier und einer Ausarbeitung des koreanischen Standardsetters KASB zur Thematik „Transactions under Common Control“ ergeben haben. Diese betreffen:

  • die Definition von gemeinsamer Kontrolle (common control)
  • die Identifizierung eines Unternehmenszusammenschlusses (business combination)
  • die Identifizierung des Erwerbers
  • die Identifizierung des Erwerbszeitpunkts
  • die anzuwendenden Bewertungsprinzipien (insbesondere die Frage nach der Zulässigkeit von push-down accounting)
  • die Behandlung eines entstehenden Geschäfts- und Firmenwerts.

Darüber hinaus beinhaltet das Staff Paper eine Zusammenfassung von Agenda Decisions des IFRS IC, die die Thematik „common control“ betreffen. Basierend auf oben Genanntem schlug der Mitarbeiterstab des IASB dem Board folgende Themenschwerpunkte für den weiteren Research vor:

  • Welche Unternehmen sind direkt vom Fehlen von Bilanzierungsvorschriften fĂĽr Unternehmenstransaktionen unter gemeinsamer Beherrschung betroffen?
  • Was sind die am weitesten verbreiteten Formen von Restrukturierungen unter „common control“?
  • Eine Analyse der Definition von „common control“
  • Unterscheiden sich die Merkmale (features) eines Unternehmenszusammenschlusses unter „common control“ von denen sonstiger UnternehmenszusammenschlĂĽsse?
  • Möglichkeit der Anwendung von „push-down-accounting“?

Der Board stimmte den identifizierten Schwerpunktthemen grundsätzlich zu, betonte jedoch nochmals die Notwendigkeit eines sorgfältigen und umfassenden Researchs, um für künftige Entscheidungen alle grundlegenden Sachverhalte zu identifizieren und zu verstehen.

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