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ESMA-Verlautbarung zur Zwischenberichterstattung 2020

In ihrer am 20. Mai ver√∂ffentlichten Verlautbarung f√ľhrt die ESMA ihre Erwartungen an Zwischenabschl√ľsse nach IAS 34 und Zwischenlageberichte in 2020 vor dem Hintergrund der COVID- 19-Pandemie aus.

Im Einzelnen hebt die ESMA folgende Punkte hervor:

Zeitpunkt der Veröffentlichung von Halbjahresberichten
Aufgrund des Ziels der Zwischenberichterstattung, zeitnahe, relevante und zuverl√§ssige Informationen bereitzustellen, fordert die ESMA die Unternehmen auf, die Ver√∂ffentlichung ihrer Halbjahresberichte trotz der derzeit schwierigen Situation nicht unangemessen zu verz√∂gern. Zudem weist sie auf die Pflicht nach IAS 34.16A(h) hin, wesentliche nach der Zwischenberichtsperiode eingetretene Ereignisse, die im Zwischenabschluss nicht ber√ľcksichtigt wurden, anzugeben.

Halbjahresberichterstattung
Vorrangiges Ziel der Zwischenberichterstattung ist eine Aktualisierung der Informationen des letzten Jahresabschlusses. Das Hauptaugenmerk liegt daher auf neuen Tätigkeiten, Ereignissen und Umständen (IAS 34.6). Hinsichtlich des COVID-19-Ausbruchs erwartet die ESMA umfangreiche Erläuterungen und Aktualisierungen der Jahresabschlussinformationen in den Zwischenberichten.
Explizit verweist sie auf die Vorschriften des IAS 34.15ff. zur Erl√§uterung erheblicher Ereignisse und Gesch√§ftsvorf√§lle (z. B. Angaben zur Abschreibung von Vorr√§ten auf den Nettover√§u√üerungswert, zur Erfassung von Wertminderungen, zu Ver√§nderungen im Unternehmensumfeld, die sich auf den Fair Value finanzieller Verm√∂genswerte und Schulden auswirken oder zu Kreditausf√§llen) sowie auf die allgemeinen Vorschriften des IAS 1.17 und .31, die ggf. zus√§tzliche Angaben erfordern, um Abschlussadressaten ein den tats√§chlichen Verh√§ltnissen entsprechendes Bild der Verm√∂gens-, Finanz- und Ertragslage sowie Cashflows des Unternehmens als auch der Auswirkungen einzelner Gesch√§ftsvorf√§lle/Ereignisse auf diese zu vermitteln. So k√∂nnten einige Informationen, die grds. nur f√ľr Jahresabschl√ľsse zwingend gefordert werden, nunmehr auch in den Zwischenberichten
angabepflichtig sein (z. B. Angaben zu Fördermaßnahmen, die die Einhaltung bestimmter Bedingungen erfordern).

Angaben zu wesentlichen Unsicherheiten, Going Concern und COVID-19 bezogenen Risiken
F√ľr die meisten Unternehmen bestehen derzeit Unsicherheiten, die ein erhebliches Risiko von Anpassungen der Buchwerte von Aktiva und Passiva mit sich bringen. Daher sind nachfolgende Angaben im Zwischenbericht zu aktualisieren:

  •  IAS 1.125: Angaben zu den wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie Angaben √ľber sonstige am Abschlussstichtag bestehende wesentliche Quellen von Sch√§tzungsunsicherheiten
  • IAS 34.16A(d): Angaben zu Art und Umfang von √Ąnderungen bei Sch√§tzungen von Betr√§gen, die in fr√ľheren Zwischenberichtsperioden des aktuellen Gesch√§ftsjahres dargestellt wurden oder √Ąnderungen bei Sch√§tzungen von Betr√§gen, die in fr√ľheren Gesch√§ftsjahren dargestellt wurden

Bei Zweifeln am Going Concern sind Angaben nach IAS 1.25 zu den bestehenden Unsicherheiten erforderlich. Bei der Going Concern-Beurteilung erwartet die ESMA die Ber√ľcksichtigung aller verf√ľgbaren zukunftsbezogenen Informationen √ľber einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag. Stark von COVID-19 betroffene Unternehmen, die weiter von Going
Concern ausgehen, haben Angaben zur Going Concern-Beurteilung, zugrunde gelegten Annahmen und dabei getroffenen erheblichen Ermessensentscheidungen zu machen.

Weitere Angabepflichten können sich aus IFRS 7 zu neuen finanziellen Risiken sowie aus IFRS 9 im Zusammenhang mit der Berechnung erwarteter Kreditverluste ergeben.

Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte
Die COVID 19-Auswirkungen d√ľrften lt. ESMA i. d. R. Anhaltspunkte f√ľr die Wertminderung von Verm√∂genswerten i. S. v. IAS 36.9 und .12 mit sich bringen ‚Äď mit der Folge der Notwendigkeit der Sch√§tzung des erzielbaren Betrags betroffener Verm√∂genswerte und hiermit verbundener Anforderungen wie

  • sorgf√§ltige Bestimmung von Cashflow-Projektionen √ľber einen relevanten Zeithorizont,
  • Ber√ľcksichtigung verschiedener Szenarien auf der Grundlage vern√ľnftiger, realistischer Sch√§tzungen und Annahmen,
  • Verwendung eines Abzinsungssatzes nach IAS 36.55.

Angaben zu den wesentlichen Ermessensentscheidungen und Annahmen bei der Sch√§tzung des erzielbaren Betrages sind zu aktualisieren. Ebenso sind die Sensitivit√§tsanalysen anzupassen, z. B. durch Erweiterung der Bandbreite einer f√ľr m√∂glich gehaltenen √Ąnderung einer wesentlichen Annahme, auf der die Ermittlung des erzielbaren Betrages beruht.

Darstellung der COVID-19-bezogenen Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung
Eine gesonderte Darstellung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in der Gewinn- und Verlustrechnung wird von der ESMA grds. nicht bef√ľrwortet. Stattdessen sollten Informationen (auch quantitativer Art) √ľber die wesentlichen Auswirkungen des COVID-19-Ausbruchs auf Posten der Gewinn- und Verlustrechnung in einer gesonderten Anhangangabe zusammenfassend dargestellt
werden.

Sonstige Angabeerfordernisse in Halbjahresberichten
Erg√§nzend erinnert die ESMA an die Einhaltung sonstiger IFRS-Anforderungen im Zwischenbericht. Explizit aufgef√ľhrt werden der Ansatz latenter Steuerforderungen und Steuererleichterungen (IAS 12), die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (IFRS 13), R√ľckstellungen und belastende Vertr√§ge (IAS 37) sowie Verbindlichkeiten aus Versicherungsvertr√§gen. Auch die Entwicklungen in Bezug auf die Rechnungslegung f√ľr COVID-19-bezogene Mietzugest√§ndnisse (siehe Blogbeitrag meines Kollegen Karsten Ganssauge zum Entwurf einer √Ąnderung des IFRS 16) und das damit verbundene Endorsement-Verfahren soll von betroffenen Unternehmen √ľberwacht werden.

Zwischenlagebericht
F√ľr den Zwischenlagebericht empfiehlt die ESMA Informationen zu Zielen und Strategien, zum Gesch√§ftsverlauf und der Lage (insb. der Finanzlage) sowie zur k√ľnftigen Entwicklung inklusive der Risiken, verbunden mit Angaben zu Annahmen und Sch√§tzungen, die diesen Informationen zugrunde liegen. Dar√ľber hinaus weist die ESMA darauf hin, dass sie die Fragen und Antworten zu ihren unverbindlichen Leitlinien zur Anwendung sogenannter Alternativer Leistungskennzahlen (APM) um
eine Frage erg√§nzt hat, wie die Auswirkungen der Corona-Krise auf APM dargestellt werden sollten. Mein Kollege Bernd Kliem hat dar√ľber bereits in einem Blogbeitrag am 20. April berichtet. Ungeachtet dieser Empfehlungen sind bei der Aufstellung des Zwischenlageberichts die gesetzlichen Anforderungen (¬ß¬ß 115 Abs. 4, 117 WpHG), konkretisiert durch DRS 16.34 ff. zu beachten.

Neue Q&A der ESMA zur Darstellung der Auswirkungen der Corona-Krise auf APM

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) erg√§nzt in unregelm√§√üigen Abst√§nden ihre Fragen und Antworten zu ihren (unverbindlichen) Leitlinien zur Anwendung sogenannter Alternativer Leistungskennzahlen (Alternative Performance Measures; APM) unter anderem im Lagebericht. APM sind Finanzkennzahlen, die nicht im einschl√§gigen Rechnungslegungsrahmen definiert sind, z.B. (adjusted) EBIT/EBITDA, Nettoverschuldung oder Free Cash Flow. Werden APM zur internen Steuerung verwendet, sind sie in die Analyse und die Beurteilung des Gesch√§ftsverlaufs, der Lage und der k√ľnftigen Entwicklung des Unternehmens bzw. Konzerns einzubeziehen.

Letzten Freitag, am 17. April, wurde eine Frage erg√§nzt, wie die Auswirkungen der Corona-Krise (COVID-19) auf APM dargestellt werden sollten. Die ESMA empfiehlt dringend zu erl√§utern, wie sich die Corona-Krise auf den Gesch√§ftsverlauf und die Lage des Unternehmens bzw. Konzerns ausgewirkt hat bzw. voraussichtlich auswirken wird ‚Äď ggf. inklusive Details, z.B. zu den Auswirkungen von Wertminderungen oder √∂ffentlichen Zuwendungen auf die bestehenden APM ‚Äď, wie gro√ü das Ma√ü an Unsicherheit ist und welche Ma√ünahmen zur Bew√§ltigung der Corona-Krise ergriffen wurden bzw. k√ľnftig ergriffen werden.

Kritisch sieht es die ESMA, wenn allein aufgrund der Corona-Krise neue oder ge√§nderte APM verwendet werden. Insbesondere h√§lt sie es f√ľr fraglich, dass neue bzw. ge√§nderte APM den Adressaten verl√§ssliche und n√ľtzlichere Informationen √ľber den Gesch√§ftsverlauf, die Lage und die k√ľnftige Entwicklung des Unternehmens bzw. Konzerns liefern, oder ob sie nicht eher ‚Äěmisleading‚Äú sind.

Werden neue oder ge√§nderte APM verwendet, weist die ESMA darauf hin, dass zum einen erl√§utert werden sollte, warum APM per se n√ľtzliche Informationen in Bezug auf die Finanzlage, Cashflows und die finanzielle Leistung liefern (Ziff. 33 und 34 der Leitlinien), zum anderen, warum die neuen oder ge√§nderten APM verl√§sslichere und relevantere Informationen im Vergleich zu den zuvor verwendeten APM liefern (Ziff. 41 und 43 der Leitlinien).

Erleichterungsma√ünahmen des Bundesamt f√ľr Justiz (BfJ) bei nicht fristgerechter Offenlegung von Abschlussunterlagen anl√§sslich der Corona-Krise

Anlässlich der Corona-Krise hat das BfJ folgende, entlastende Maßnahmen zugunsten derjenigen Unternehmen beschlossen, die ihre Abschlussunterlagen bisher nicht fristgerecht einreichen konnten (BfJ Erleichterungen anlässlich Corona-Krise):

  • Zun√§chst wird der Erlass von Androhungs- und Ordnungsgeldverf√ľgungen zur Einhaltung der gesetzlichen Offenlegungspflichten nach ¬ß 325 HGB Das BfJ weist aber in diesem Zusammenhang darauf hin, dass dessen ungeachtet die gesetzliche Jahresfrist f√ľr die Einreichung der Abschlussunterlagen etc. unver√§ndert fortbesteht, d.h. der Jahresabschluss etc. zum 31.12.2018 sp√§testens bis zum 31.12.2019 in elektronischer Form beim Betreiber des Bundesanzeigers einzureichen war.
  • Im Hinblick auf die hohen Belastungen, denen Unternehmen durch die Corona-Krise ausgesetzt sind, gew√§hrt das BfJ au√üerdem allen Unternehmen, die eine Androhungsverf√ľgung mit dem Ausstellungdatum zwischen dem 6.2. und 20.3.2020 erhalten haben, von Amts wegen ‚Äď d.h. ohne gesonderten Antrag ‚Äď Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen entschuldigter Offenlegungss√§umnis. Voraussetzung hierf√ľr ist, dass die vers√§umte Offenlegung der Rechnungslegungsunterlagen innerhalb von sechs Wochen ab dem 1.5.2020, also bis sp√§testens zum 12.6.2020, nachgeholt wird. Erfolgt die Offenlegung bis zum 12. Juni 2020, wird das zuvor angedrohte Ordnungsgeld nicht festgesetzt. Dies gilt entsprechend f√ľr die Androhungsverf√ľgungen, die die bislang unterbliebene Offenlegung von Rechnungslegungsunterlagen fr√ľhere Gesch√§ftsjahre betreffen.
  • Weiter wird das BfJ gegen kapitalmarktorientierte Unternehmen, deren Frist zur Offenlegung ihrer Rechnungslegungsunterlagen bei einem kalenderjahrgleichen Gesch√§ftsjahr f√ľr 2019 regul√§r am 30.4.2020 endet (¬ß 325 Abs. 4 HGB), vor dem 1.7.2020 kein Ordnungsgeldverfahren einleiten und folgt insoweit einer Empfehlung der European Securities and Markets Authority (ESMA) vom 27.3.2020 (ESMA31-67-742 reporting deadlines).
  • Schlie√ülich hat das BfJ mitgeteilt, dass die Zwangsvollstreckung aus EHUG-Ordnungsgeldverfahren ebenfalls im Hinblick auf die Corona-Krise angepasst Es sollen keine neuen Vollstreckungsma√ünahmen eingeleitet und Schuldnern, die vortragen, dass sie von der Corona-Krise entsprechend betroffen sind, eine Stundung gew√§hrt werden.

Weitere IDW-Verlautbarung zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Rechnungslegung

Am letzten Mittwoch, den 8. April 2020, hat das IDW einen dritten fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung und deren Pr√ľfung, diesmal im FAQ-Format, ver√∂ffentlicht. Er erg√§nzt die beiden bereits zuvor ver√∂ffentlichten fachlichen Hinweise und ist auch auf Englisch verf√ľgbar.

Schwerpunkt des Hinweises sind diesmal Ausf√ľhrungen zu den Auswirkungen auf die Pr√ľfung von Abschl√ľssen. Er erh√§lt aber auch Ausf√ľhrungen zu den Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung, und zwar insbesondere zu folgenden beiden Themenbereichen:

  • Nachtragsbericht im Anhang des Abschlusses nach HGB (Fragenkreis 2.1),
  • Bilanzierung des Kurzarbeitergelds und der Erstattung von Sozialversicherungsbeitr√§gen nach der am 25. M√§rz 2020 verabschiedeten Kurzarbeitergeldverordnung im Abschluss nach HGB und IFRS (Fragenkreis 2.2).

Soweit die Themen inhaltlich √ľbereinstimmen, sind die Ausf√ľhrungen grunds√§tzlich deckungsgleich mit unserem Newsletter mit FAQs zum handelsrechtlichen Nachtragsbericht und zum Lagebericht (HGB direkt, Ausgabe 6/M√§rz 2020) und mit unserem Newsletter zu Bilanzierungsfragen rund um das Kurzarbeitergeld nach IFRS und HGB (IFRS/HGB direkt, Ausgabe 8/April 2020).

Coronavirus: Fachlicher Hinweis des FAUB zu den Auswirkungen auf Unternehmensbewertungen

Gestern hat das IDW einen neuen fachlichen Hinweis des Fachausschusses f√ľr Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft (FAUB) zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf Unternehmensbewertungen ver√∂ffentlicht.

Darin analysiert der FAUB den Einfluss der mit der Ausbreitung des Coronavirus einhergehenden Einschr√§nkungen, Verhaltens√§nderungen und wirtschaftlichen Unsicherheit auf Unternehmensbewertungen, die unter Anwendung von sog. Zukunftserfolgswertverfahren erfolgen. Die nach solchen Verfahren (Ertragswertverfahren, Discounted Cash Flow (DCF)-Verfahren) abgeleiteten Werte bilden regelm√§√üig die Grundlage √∂konomischer Entscheidungen bspw. bei Kapitalma√ünahmen, M&A-Transaktionen sowie gutachterlichen Bewertungen und kommen bei rechnungslegungsbezogenen Bewertungen wie bspw. Impairment Tests zur Anwendung. Bei Anwendung der Verfahren ist Unsicherheit dabei grunds√§tzlich an zwei Stellen zu ber√ľcksichtigen, zum einen in den Erwartungen k√ľnftiger finanzieller √úbersch√ľsse und zum anderen hierzu √§quivalent in der Risikopr√§mie, die Investoren f√ľr die √úbernahme der Unsicherheit fordern.

Ein wesentlicher Punkt d√ľrfte daher insbesondere die Absch√§tzung des Ausma√ües und der Dauer der negativen Effekte sein. Der FAUB kommt zu dem Schluss, dass sich vermutlich in der kurz- bis mittelfristigen Betrachtung in vielen F√§llen zeitlich begrenzte negative Folgewirkungen f√ľr die Unternehmen ergeben (z.B. aus Nachfrager√ľckg√§ngen, Lieferengp√§ssen oder Personalausf√§llen bis hin zu Werksschlie√üungen). Auch wenn diese Effekte wahrscheinlich in einer langfristigen Betrachtung tendenziell von geringerer Bedeutung sein werden, wirken sie sich dennoch auf den mit einem Zukunftserfolgswertverfahren ermittelten Wert unternehmensindividuell in unterschiedlichem Ma√üe aus. Au√üerdem wird darauf hingewiesen, dass sich in der langfristigen Betrachtung ‚Äď trotz der zeitlich begrenzten Bedrohung durch das Virus selbst ‚Äď gleichwohl wertrelevante Konsequenzen ergeben k√∂nnen, wenn aufgrund von durch die Krise ausgel√∂sten Ver√§nderungen die langfristige wirtschaftliche Situation nach der Krise voraussichtlich eine andere ist als vor der Krise.

Der fachliche Hinweis geht au√üerdem auf die m√∂glichen Auswirkungen auf die Kapitalkosten ein. So ist die Risikopr√§mie, die insbesondere aus Kapitalmarktdaten abgeleitet werden kann, der zweite Parameter bei einem Zukunftserfolgswertverfahren, in dem das Risiko reflektiert wird. Der FAUB stellt hier insbesondere heraus, dass sich aufgrund der langfristigen Ausrichtung der Zukunftserfolgswertverfahren der Kapitalisierungszins nach seiner Auffassung auch in der Krise an langfristigen Analysen von Renditen orientiert, die er unver√§ndert zu seinen bisherigen und j√ľngst erst aktualisierten Kapitalkostenempfehlungen in einer Gr√∂√üenordnung von 7,0 % bis 9,0 % (nach Unternehmensteuern und vor pers√∂nlichen Steuern) sieht. Daher bleibt er unver√§ndert bei einer empfohlenen Marktrisikopr√§mie in einer Gr√∂√üenordnung von 6,0 % bis 8,0 % (ebenfalls nach Unternehmensteuern und vor pers√∂nlichen Steuern), die am oberen Rand der Bandbreite historisch messbarer Marktrisikopr√§mien liegt.

Bereits einen Tag zuvor hatte das IDW einen neuen fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung und Pr√ľfung ver√∂ffentlicht. Das IDW hat zudem eine Fokus-Seite zum Coronavirus eingerichtet, auf der alle hierzu ver√∂ffentlichten fachlichen Hinweise abrufbar sind.

Neue IDW-Verlautbarung zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Rechnungslegung

Gestern hat das IDW einen neuen fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung und Pr√ľfung ver√∂ffentlicht. Er enth√§lt Ausf√ľhrungen zu am und nach dem 31. Dezember 2019 endende Berichtsperioden und erg√§nzt den fachlichen Hinweis des IDW zu den Auswirkungen auf Berichtsperioden, die am 31. Dezember 2019 enden.

Der neue fachliche Hinweis enth√§lt eine Vielzahl von Ausf√ľhrungen zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf Jahres- und Konzernabschl√ľsse nach HGB sowie (Konzern-)Lageberichte. Behandelt werden u.a. folgende Themen:

  • Ber√ľcksichtigung √∂ffentlicher St√ľtzungsma√ünahmen,
  • Ansatz- und Bewertungsstetigkeit und deren Durchbrechung,
  • Wegfall der Going Concern-Annahme und bestandsgef√§hrdende Risiken,
  • Fristgerechte Aufstellung und Offenlegung des Jahresabschlusses,
  • R√ľckwirkende Ber√ľcksichtigung von Sanierungsma√ünahmen,
  • Wertaufhellende versus wertbegr√ľndende Ereignisse,
  • Auswirkungen auf gebildete Bewertungseinheiten,
  • Bewertung von Verm√∂gensgegenst√§nden des Anlageverm√∂gens, von Verm√∂gensgegenst√§nden des Vorratsverm√∂gens und von Forderungen,
  • Ansatz von Drohverlustr√ľckstellungen f√ľr schwebende Beschaffungs- oder Absatzgesch√§fte,
  • Auswirkungen auf die Bilanzierung von Verbindlichkeiten,
  • Auswirkungen auf den Ansatz aktiver latenter Steuern,
  • Auswirkungen auf Angaben im Anhang,
  • Bewertung eines Gesch√§fts- oder Firmenwerts im Konzernabschluss.

Ergänzend erfolgen zudem ausgewählte Hinweise zur IFRS-Rechnungslegung zu folgenden Themenbereichen:

  • Ber√ľcksichtigungspflichtige oder nicht zu ber√ľcksichtigende Ereignisse nach dem Abschlussstichtag,
  • Umsatzrealisierung,
  • Wertminderungstest von nicht-finanziellen Verm√∂genswerten nach IAS 36,
  • Fair-Value-Bewertungen,
  • Finanzinstrumente,
  • R√ľckstellungen,
  • Vorr√§te,
  • Ertragsteuern.

Die Ausf√ľhrungen sind inhaltlich grunds√§tzlich deckungsgleich mit unseren Newslettern zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Finanzberichterstattung nach HGB und IFRS f√ľr nach dem 31. Dezember 2019 endende Berichtsperioden (HGB direkt, Ausgabe 5/M√§rz 2020; IFRS f√ľr die Praxis, M√§rz 2020).

Folge 11 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Ein neuer Beitrag unserer Webcast-Reihe ‚ÄěPwC Accounting and Reporting Talks‚Äú ist online, zu einem sehr ernsten Thema, dem Coronavirus. Dessen wirtschaftliche Folgen sind f√ľr Unternehmen bzw. Konzerne teilweise gravierend und wirken sich auch auf deren Finanzberichterstattung aus. Peter Flick und Dirk Rimmelspacher verschaffen einen √úberblick √ľber ausgew√§hlte¬† m√∂gliche Auswirkungen auf den Abschluss nach IFRS und nach HGB sowie auf den Lagebericht, sowohl f√ľr den Abschlussstichtag 31. Dezember 2019 wie auch f√ľr sp√§tere Stichtage.

 

Neugierig? Dann schauen Sie rein, auf unserer Homepage oder auf YouTube, wie immer nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht.