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ESMA-Verlautbarung zur Zwischenberichterstattung 2020

In ihrer am 20. Mai veröffentlichten Verlautbarung führt die ESMA ihre Erwartungen an Zwischenabschlüsse nach IAS 34 und Zwischenlageberichte in 2020 vor dem Hintergrund der COVID- 19-Pandemie aus.

Im Einzelnen hebt die ESMA folgende Punkte hervor:

Zeitpunkt der Veröffentlichung von Halbjahresberichten
Aufgrund des Ziels der Zwischenberichterstattung, zeitnahe, relevante und zuverlässige Informationen bereitzustellen, fordert die ESMA die Unternehmen auf, die Veröffentlichung ihrer Halbjahresberichte trotz der derzeit schwierigen Situation nicht unangemessen zu verzögern. Zudem weist sie auf die Pflicht nach IAS 34.16A(h) hin, wesentliche nach der Zwischenberichtsperiode eingetretene Ereignisse, die im Zwischenabschluss nicht berücksichtigt wurden, anzugeben.

Halbjahresberichterstattung
Vorrangiges Ziel der Zwischenberichterstattung ist eine Aktualisierung der Informationen des letzten Jahresabschlusses. Das Hauptaugenmerk liegt daher auf neuen Tätigkeiten, Ereignissen und Umständen (IAS 34.6). Hinsichtlich des COVID-19-Ausbruchs erwartet die ESMA umfangreiche Erläuterungen und Aktualisierungen der Jahresabschlussinformationen in den Zwischenberichten.
Explizit verweist sie auf die Vorschriften des IAS 34.15ff. zur Erläuterung erheblicher Ereignisse und Geschäftsvorfälle (z. B. Angaben zur Abschreibung von Vorräten auf den Nettoveräußerungswert, zur Erfassung von Wertminderungen, zu Veränderungen im Unternehmensumfeld, die sich auf den Fair Value finanzieller Vermögenswerte und Schulden auswirken oder zu Kreditausfällen) sowie auf die allgemeinen Vorschriften des IAS 1.17 und .31, die ggf. zusätzliche Angaben erfordern, um Abschlussadressaten ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie Cashflows des Unternehmens als auch der Auswirkungen einzelner Geschäftsvorfälle/Ereignisse auf diese zu vermitteln. So könnten einige Informationen, die grds. nur für Jahresabschlüsse zwingend gefordert werden, nunmehr auch in den Zwischenberichten
angabepflichtig sein (z. B. Angaben zu Fördermaßnahmen, die die Einhaltung bestimmter Bedingungen erfordern).

Angaben zu wesentlichen Unsicherheiten, Going Concern und COVID-19 bezogenen Risiken
Für die meisten Unternehmen bestehen derzeit Unsicherheiten, die ein erhebliches Risiko von Anpassungen der Buchwerte von Aktiva und Passiva mit sich bringen. Daher sind nachfolgende Angaben im Zwischenbericht zu aktualisieren:

  •  IAS 1.125: Angaben zu den wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie Angaben über sonstige am Abschlussstichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten
  • IAS 34.16A(d): Angaben zu Art und Umfang von Änderungen bei Schätzungen von Beträgen, die in früheren Zwischenberichtsperioden des aktuellen Geschäftsjahres dargestellt wurden oder Änderungen bei Schätzungen von Beträgen, die in früheren Geschäftsjahren dargestellt wurden

Bei Zweifeln am Going Concern sind Angaben nach IAS 1.25 zu den bestehenden Unsicherheiten erforderlich. Bei der Going Concern-Beurteilung erwartet die ESMA die Berücksichtigung aller verfügbaren zukunftsbezogenen Informationen über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag. Stark von COVID-19 betroffene Unternehmen, die weiter von Going
Concern ausgehen, haben Angaben zur Going Concern-Beurteilung, zugrunde gelegten Annahmen und dabei getroffenen erheblichen Ermessensentscheidungen zu machen.

Weitere Angabepflichten können sich aus IFRS 7 zu neuen finanziellen Risiken sowie aus IFRS 9 im Zusammenhang mit der Berechnung erwarteter Kreditverluste ergeben.

Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte
Die COVID 19-Auswirkungen dürften lt. ESMA i. d. R. Anhaltspunkte für die Wertminderung von Vermögenswerten i. S. v. IAS 36.9 und .12 mit sich bringen – mit der Folge der Notwendigkeit der Schätzung des erzielbaren Betrags betroffener Vermögenswerte und hiermit verbundener Anforderungen wie

  • sorgfältige Bestimmung von Cashflow-Projektionen über einen relevanten Zeithorizont,
  • Berücksichtigung verschiedener Szenarien auf der Grundlage vernünftiger, realistischer Schätzungen und Annahmen,
  • Verwendung eines Abzinsungssatzes nach IAS 36.55.

Angaben zu den wesentlichen Ermessensentscheidungen und Annahmen bei der Schätzung des erzielbaren Betrages sind zu aktualisieren. Ebenso sind die Sensitivitätsanalysen anzupassen, z. B. durch Erweiterung der Bandbreite einer für möglich gehaltenen Änderung einer wesentlichen Annahme, auf der die Ermittlung des erzielbaren Betrages beruht.

Darstellung der COVID-19-bezogenen Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung
Eine gesonderte Darstellung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in der Gewinn- und Verlustrechnung wird von der ESMA grds. nicht befürwortet. Stattdessen sollten Informationen (auch quantitativer Art) über die wesentlichen Auswirkungen des COVID-19-Ausbruchs auf Posten der Gewinn- und Verlustrechnung in einer gesonderten Anhangangabe zusammenfassend dargestellt
werden.

Sonstige Angabeerfordernisse in Halbjahresberichten
Ergänzend erinnert die ESMA an die Einhaltung sonstiger IFRS-Anforderungen im Zwischenbericht. Explizit aufgeführt werden der Ansatz latenter Steuerforderungen und Steuererleichterungen (IAS 12), die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (IFRS 13), Rückstellungen und belastende Verträge (IAS 37) sowie Verbindlichkeiten aus Versicherungsverträgen. Auch die Entwicklungen in Bezug auf die Rechnungslegung für COVID-19-bezogene Mietzugeständnisse (siehe Blogbeitrag meines Kollegen Karsten Ganssauge zum Entwurf einer Änderung des IFRS 16) und das damit verbundene Endorsement-Verfahren soll von betroffenen Unternehmen überwacht werden.

Zwischenlagebericht
Für den Zwischenlagebericht empfiehlt die ESMA Informationen zu Zielen und Strategien, zum Geschäftsverlauf und der Lage (insb. der Finanzlage) sowie zur künftigen Entwicklung inklusive der Risiken, verbunden mit Angaben zu Annahmen und Schätzungen, die diesen Informationen zugrunde liegen. Darüber hinaus weist die ESMA darauf hin, dass sie die Fragen und Antworten zu ihren unverbindlichen Leitlinien zur Anwendung sogenannter Alternativer Leistungskennzahlen (APM) um
eine Frage ergänzt hat, wie die Auswirkungen der Corona-Krise auf APM dargestellt werden sollten. Mein Kollege Bernd Kliem hat darüber bereits in einem Blogbeitrag am 20. April berichtet. Ungeachtet dieser Empfehlungen sind bei der Aufstellung des Zwischenlageberichts die gesetzlichen Anforderungen (§§ 115 Abs. 4, 117 WpHG), konkretisiert durch DRS 16.34 ff. zu beachten.

Bekanntgabe von Enforcement-Entscheidungen durch die ESMA

Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat im April 2020 Enforcement-Entscheidungen nationaler Enforcer bekanntgegeben (sog. Extract from EECS database).

Bzgl. der Realisierung von Umsatzerlösen für eine Rahmenvereinbarung (Decision ref EECS/0120-07) kam der Enforcer im zugrundeliegenden Sachverhalt zu dem Ergebnis, dass der Abschluss eines Rahmenvertrags zwischen einem Automobilzulieferer und einem Automobilhersteller zur Lieferung von Teilen ohne eine vertraglich vereinbarte Mindestabnahmemenge keine durchsetzbaren Rechte und Pflichten der Vertragsparteien begründet. Folglich hatte mangels Vorliegens eines Vertrags i.S.d, IFRS 15.9 bzgl. der Teilelieferungen eine bilanzielle Erfassung zu unterbleiben. Erst mit der zeitlich nachgelagerten konkreten Bestellung von Teilen lagen durchsetzbare Rechte und Pflichten der Vertragsparteien vor, welche zu einer bilanziellen Erfassung der Teilelieferung führen. Betont wurde, dass aus einer reinen Erwartung von Teilebestellungen auf Basis von Erfahrungswerten keine durchsetzbaren Rechte und Pflichten entstehen.

Hinsichtlich der Identifizierung von Komponenten in einem Leasingvertrag für eine Mieteinheit und damit verbundenen Prinzipal-Agenten-Fragestellungen (Decision ref. EECS/0120-08) stellte der Enforcer fest, dass die den operativen Kosten des Gebäudes und der Mieteinheit zugrundeliegenden Dienstleistungen Nicht-Leasingkomponenten darstellen und nach IFRS 15 zu bilanzieren sind. Für die bilanzielle Behandlung der auf den Mieter umgelegten operativen Kosten ist entscheidend, ob das bilanzierende Unternehmen für die damit verbundene Dienstleistung als Prinzipal oder Agent anzusehen ist.

Für die operativen Kosten der Mieteinheit wie bspw. Gas und Strom schlussfolgerte der Enforcer, dass das Unternehmen als Agent anzusehen ist, weil es diese nicht kontrollieren kann, bevor sie auf den Mieter übertragen werden. Folglich sind Umsatzerlöse nur in Höhe der Marge zu realisieren, die das Unternehmen für die Beauftragung der anderen Partei erwartet. Die Indikatoren des IFRS 15.B37 unterstützen nach Ansicht des Enforcers diese Einschätzung. Die bloße Tatsache, dass der Vermieter in einem vorgelagerten Schritt den Versorger auswählen kann, gibt ihm noch keine Kontrolle über das zu liefernde Gas bzw. zu liefernden Strom.

Für die Warmwasserversorgung der Mieteinheit sah der Enforcer im Gegensatz zum bilanzierenden Unternehmen eine Prinzipalstellung, weil das Unternehmen die Energieträger (Öl bzw. Gas) einkauft und hieraus zentral im Gebäude Warmwasser erzeugt, bevor dieses auf den bzw. die Mieter übertragen wird und somit das Warmwasser auch kontrolliert.

Insgesamt bestätigen die Enforcement-Entscheidungen unsere langjährige Hausmeinung. Wir möchten darauf hinweisen, dass sowohl Rahmenvereinbarungen als auch Prinzipal-Agenten-Fragen in diversen Branchen und Konstellationen auftreten und sensibilisieren, die zugrundeliegenden Sachverhalte kritisch zu analysieren.

 

Neue Q&A der ESMA zur Darstellung der Auswirkungen der Corona-Krise auf APM

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) ergänzt in unregelmäßigen Abständen ihre Fragen und Antworten zu ihren (unverbindlichen) Leitlinien zur Anwendung sogenannter Alternativer Leistungskennzahlen (Alternative Performance Measures; APM) unter anderem im Lagebericht. APM sind Finanzkennzahlen, die nicht im einschlägigen Rechnungslegungsrahmen definiert sind, z.B. (adjusted) EBIT/EBITDA, Nettoverschuldung oder Free Cash Flow. Werden APM zur internen Steuerung verwendet, sind sie in die Analyse und die Beurteilung des Geschäftsverlaufs, der Lage und der künftigen Entwicklung des Unternehmens bzw. Konzerns einzubeziehen.

Letzten Freitag, am 17. April, wurde eine Frage ergänzt, wie die Auswirkungen der Corona-Krise (COVID-19) auf APM dargestellt werden sollten. Die ESMA empfiehlt dringend zu erläutern, wie sich die Corona-Krise auf den Geschäftsverlauf und die Lage des Unternehmens bzw. Konzerns ausgewirkt hat bzw. voraussichtlich auswirken wird – ggf. inklusive Details, z.B. zu den Auswirkungen von Wertminderungen oder öffentlichen Zuwendungen auf die bestehenden APM –, wie groß das Maß an Unsicherheit ist und welche Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise ergriffen wurden bzw. künftig ergriffen werden.

Kritisch sieht es die ESMA, wenn allein aufgrund der Corona-Krise neue oder geänderte APM verwendet werden. Insbesondere hält sie es für fraglich, dass neue bzw. geänderte APM den Adressaten verlässliche und nützlichere Informationen über den Geschäftsverlauf, die Lage und die künftige Entwicklung des Unternehmens bzw. Konzerns liefern, oder ob sie nicht eher „misleading“ sind.

Werden neue oder geänderte APM verwendet, weist die ESMA darauf hin, dass zum einen erläutert werden sollte, warum APM per se nützliche Informationen in Bezug auf die Finanzlage, Cashflows und die finanzielle Leistung liefern (Ziff. 33 und 34 der Leitlinien), zum anderen, warum die neuen oder geänderten APM verlässlichere und relevantere Informationen im Vergleich zu den zuvor verwendeten APM liefern (Ziff. 41 und 43 der Leitlinien).

ESMA veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2020 – Enforcer sollen neue Berichtsstandards genauestens überwachen

Die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) hat am 22.10. die gemeinsamen Prüfungsschwerpunkte veröffentlicht, die die europäischen Enforcer bei der Prüfung der Jahresfinanzberichte 2019 börsennotierter Unternehmen berücksichtigen sollen (abrufbar unter https://www.esma.europa.eu/document/european-common-enforcement-priorities-2019-annual-financial-reports). Die Schwerpunkte spiegeln einerseits – wie auch in den Vorjahren – die Änderungen durch IFRS 16 sowie IFRS 9 und IFRS 15 wider. Zum anderen wurden Themen aufgegriffen, die von den zuständigen nationalen Enforcementstellen im Rahmen ihrer Tätigkeiten im Jahr 2019 erkannt wurden.

Die gemeinsamen Prüfungsschwerpunkten im Zusammenhang mit dem IFRS-Abschluss 2019 sind:

  • spezifische Fragen im Zusammenhang mit IFRS 16 „Leasingverhältnisse“, da bei ihrer Anwendung, insbesondere bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses und des Abzinsungssatzes, ein erhebliches Ermessen erforderlich ist;
  • Verbesserung der Informationen, die durch die erstmaligen Standardanwendungen in 2018 in den IFRS-Abschlüssen ausgelöst wurden. Dies ist für Kreditinstitute der IFRS 9 „Finanzinstrumente“ in Bezug auf erwartete Kreditausfälle und einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos sowie für Industrieunternehmen der IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ in Bezug auf die Umsatzrealisierung, wenn wesentlichen Annahmen und Bewertungen vorzunehmen sind; und
  • die Anwendung von IAS 12 „Ertragsteuern“ mit Fokus auf aktiven latenten Steuern, die sich aus Verlustvorträgen ergeben (vgl. dazu auch die folgende Verlautbarung der ESMA: https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esma-sets-out-expectations-regarding-application-ias-12).

Die ESMA hebt auch die potenziellen Auswirkungen der IBOR Reform auf die Finanzberichterstattung hervor und betont, wie wichtig eine rechtzeitige Angabe der Folgen daraus ist. Im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten weist sie zudem auf die jüngsten Änderungen des IFRS 9 zum Hedge Accounting hin. Unternehmen sollten sich frühzeitig mit den Auswirkungen beschäftigen und den diesbezüglichen EU-Endorsement-Prozess verfolgen, der voraussichtlich rechtzeitig für den Jahresabschluss 2019 abgeschlossen sein wird.

Bezüglich der nichtfinanziellen Informationen geht die ESMA auf die Grundsätze der Wesentlichkeit und Vollständigkeit der Angaben ein, die für die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen maßgeblich sein sollten, einschließlich der Bedeutung einer ausgewogenen und verständlichen Berichterstattung. Dies sollte auch gelten für Angaben zu Umwelt- und klimabedingten Belangen, Key-Performance-Indikatoren, die Verwendung von Rahmenwerken (wie z.B. GRI) und Angaben zu Lieferketten.

Darüber hinaus erinnert die ESMA die Emittenten daran, wie wichtig es ist, angemessene Angaben zu Gründen und Nutzen von Änderungen an verwendeten Alternative Performance Measures verstehen können, insbesondere in Bezug auf Änderungen aufgrund der Umsetzung von IFRS 16.

Zudem erwartet die ESMA von den Emittenten, alle notwendigen Schritte zur Umsetzung der Anforderungen des Europäischen einheitlichen elektronischen Berichtsformats (ESEF) zu unternehmen, die ab dem Jahresabschluss 2020 gelten. Auch Angaben zu möglichen Auswirkungen eines Brexit seien von den Unternehmen im Auge zu behalten.

Es ist zu empfehlen, dass sich die Bilanzierer im Rahmen der Aufstellung des nächsten IFRS Konzernabschlusses mit den ESMA Prüfungsschwerpunkten auseinandersetzen. Die zusätzlichen nationalen Prüfungsschwerpunkte der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung werden im Rahmen der 11. Jahrestagung Bilanzkontrolle und Abschlussprüfung „Bilanzierung, Berichterstattung und Enforcement in Recht und Praxis“ am 18. November 2019 in Frankfurt a.M. bekanntgegeben werden.

 

DPR ergänzt ESMA-Prüfungsschwerpunkte

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR) hat gestern die von der European Securities and Markets Authority (ESMA) bereits angekündigten einheitlichen europäischen Prüfungsschwerpunkte (wir berichteten in unserem Blog am 29. Oktober) übernommen und um zwei nationale Punkte ergänzt.

Damit sind insgesamt folgende Schwerpunkte für die Prüfung der Abschlüsse kapitalmarktorientierter Unternehmen im Rahmen des Enforcement-Verfahrens in Deutschland für das Jahr 2019 einschlägig:

  1. Ausgewählte Anwendungsfragen zur Implementierung von IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“
  2. Ausgewählte Anwendungsfragen zur Implementierung von IFRS 9 „Finanzinstrumente“
  3. Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen der künftigen Anwendung von FRS 16 „Leasingverhältnisse“
  4. Konzernlagebericht in Bezug auf die Darstellung und Analyse des Geschäftsverlaufs und der Ertragslage entsprechend dem Umfang und der Komplexität der Geschäftstätigkeit (§ 315 Abs. 1 Satz 1 bis 3 HGB)
  5. Segmentberichterstattung unter Berücksichtigung der unternehmensinternen Berichterstattung und folgender Einzelaspekte
    1. Bestimmung der operativen Segmente (IFRS 8.5) und Zusammenfassung zu berichtspflichtigen Segmenten (IFRS 8.11-9.19) nebst erläuternden Angaben (IFRS 8.22)
    2. Darstellung des Segmentergebnisses, insbesondere bei Verwendung alternativer Leistungskennziffern (IFRS 8.23, IFRS 8.25-8.27)
    3. Differenzierung zwischen Informationen in der Kategorie „alle sonstigen Segmente“ und sonstigen Abstimmungsposten in der Überleitungsrechnung (IFRS 8.16, IFRS 8.28)
    4. Informationen über geografische Gebiete differenziert nach Herkunftsland und Drittländern (IFRS 8.33) sowie über Kundenabhängigkeiten (IFRS 8.34)

Zudem weist die ESMA auf folgende Themen hin, die ebenfalls im Rahmen der Prüfungen beachtet werden sollen:

  •  Bilanzielle Auswirkungen aus der Einstufung von Argentinien als Hochinflationsland
  •  Ausgewählte Aspekte der nichtfinanziellen Berichterstattung
  •  Ausgewählte Aspekte der ESMA-Leitlinien zu alternativen Leistungskennziffern (APM)
  •  Angaben zum Brexit

Die Pressemitteilung der DPR, in der für die europäischen Prüfungsschwerpunkte (Punkt 1.-3.) auf die Darstellung der gemeinsamen europäischen „Enforcement-Prioritäten“ der ESMA verlinkt wird, erreichen Sie unter folgendem Link.

ESMA veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2019

Ende letzter Woche hat die European Securities and Markets Authority (ESMA) ihre Prüfungsschwerpunkte für die in 2019 durchzuführenden Prüfungen verkündet.

Im Rahmen des Enforcement-Verfahrens wird dabei bei der Prüfung der Abschlüsse und Lageberichte kapitalmarktorientierter Unternehmen besonderes Augenmerk insb. auf folgende Themen gelegt:

  • ausgewählte Anwendungsfragen zur Implementierung von IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ und von IFRS 9 „Finanzinstrumente“,
  • Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen der künftigen Anwendung von IFRS 16 „Leasingverhältnisse“,
  • bilanzielle Auswirkungen aus der Einstufung von Argentinien als Hochinflationsland,
  • ausgewählte Aspekte der nichtfinanziellen Berichterstattung,
  • ausgewählte Aspekte der ESMA Leitlinien zu alternativen Leistungskennzahlen (APM),
  • Angaben zum Brexit.

Die Themen IFRS 9, 15 und 16 bilden die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte. Genauen inhaltlichen Einzelheiten können dem Public Statement der ESMA entnommen werden.

In Deutschland wird das Enforcement-Verfahren auf der ersten Stufe durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) durchgeführt. Es ist davon auszugehen, dass diese – wie in den Vorjahren – die Prüfungsschwerpunkte der ESMA um eigene ergänzen wird. Unabhängig von den Prüfungsschwerpunkten können auch unternehmensspezifische Themen Gegenstand der Prüfung sein.

DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2018

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat gestern ihre Prüfungsschwerpunkte für die in 2018 durchzuführenden Prüfungen verkündet. Dabei übernimmt sie – wie bereits in den letzten Jahren-, die von der European Securities and Markets Authority (ESMA) veröffentlichten europäischen Prüfungsschwerpunkte und ergänzt diese um eigene. In Deutschland bestehen hiernach folgende Schwerpunkte für die Prüfung der Abschlüsse kapitalmarktorientierter Unternehmen im Rahmen des Enforcement-Verfahrens:

  1. Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen der Anwendung wesentlicher neuer Standards im Erstanwendungsjahr
  2. Ausgewählte Aspekte zu Ansatz, Bewertung und Angaben nach IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“
  3. Ausgewählte Aspekte zu IAS 7 „Kapitalflussrechnungen“
  4. Ansatz und Bewertung von Rückstellungen gemäß IAS 37 sowie zugehörige Anhangangaben
  5. Konzernlagebericht und Konzernerklärungen

Die genauen inhaltlichen Einzelheiten je Prüfungsschwerpunkt können der Pressemitteilung der DPR sowie dem Public Statement der ESMA entnommen werden.

In der November-Ausgabe unserer „International Accounting News“ werden wir einen ausführlichen Beitrag zu sämtlichen Prüfungsschwerpunkten veröffentlichen. Sollten Sie unseren monatlichen Newsletter noch nicht abonniert haben, können Sie sich hier als Empfänger registrieren lassen.

ESMA veröffentlicht neue Enforcement-Entscheidungen

Die europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority – ESMA) hat die 20. Sammlung von Auszügen aus der EECS-Datenbank zu Enforcement-Entscheidungen zur IFRS-Bilanzierung veröffentlicht. Dabei handelt es sich um Auslegungsentscheidungen nationaler Enforcer, die im Rahmen der Sitzungen der europäischen Enforcement-Einrichtungen (European Enforcers Coordination Sessions (EECS)), an denen auch die DPR teilnimmt, im Interesse einer einheitlichen Auslegung der IFRS diskutiert wurden. Die Entscheidungen entfalten keinerlei rechtliche Bindungswirkung, ihnen kommt jedoch bei der Beurteilung vergleichbarer Sachverhalte eine faktische Bindungswirkung zu. Die aktuelle Veröffentlichung enthält 14 Entscheidungen, die zwischen März 2014 und Juni 2016 zu folgenden Themen getroffen wurden:

  • Qualitative disclosures of the risks arising from financial instruments
  • Disclosure of significant judgements and assumptions in determining the existence of significant influence
  • Disclosures relating to determination of value in use
  • Recognition of losses on loans upon conversion to shares
  • Presentation of equal and opposite gains and losses in the statement of profit or loss and other comprehensive income for the period
  • Reclassification of capitalised milestone payments by a pharmaceutical company to the statement of profit or loss
  • Legal requirements that prevent a shareholder from exercising its rights
  • Determining whether an entity is an investment entity
  • Depreciation of vessels in the oil and gas industry
  • Application of value in use methodology in impairment testing
  • Recognition of onerous contract provisions
  • Identification of cash-generating units
  • Purchase of a car fleet with an agreed buy-back agreement
  • Recognition of deferred tax assets for unused tax losses

Sie erreichen die Veröffentlichung unter folgendem Link.

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) veröffentlicht Hinweise zur Implementierung von IFRS 9

Am 10. November 2016 hat die ESMA eine Stellungnahme zur Implementierung von IFRS 9 veröffentlicht (Public Statement – Issues for consideration in implementing IFRS 9: Financial Instruments). In ihrer Stellungnahme betont die ESMA die Notwendigkeit einer konsistenten und qualitativ hochwertigen Implementierung von IFRS 9 sowie die Notwendigkeit einer (frühzeitigen) transparenten Darstellung der hieraus resultierenden Auswirkungen auf den Abschluss. Weiterhin werden spezifische Empfehlungen zur Implementierung von IFRS 9 bei Banken und beispielhafte Angaben zu den Auswirkungen der IFRS 9 Erstanwendung in den Jahresabschlüssen 2016 und 2017 sowie den Zwischenabschlüssen des Jahres 2017 einer Bank dargestellt.

Von den Bilanzierenden wird erwartet, dass sie diese Hinweise bei der Erstellung ihrer Abschlüsse für 2016 und 2017 sowie ihrer Zwischenberichte für 2017 berücksichtigen und u. a. zunehmend mehr unternehmensspezifische qualitative und quantitative Informationen zu den erwarteten Auswirkungen der Anwendung des neuen Standards darstellen. Die ESMA geht davon aus, dass die Auswirkungen der geänderten Regelungen nicht alle Unternehmen in gleichem Maß betreffen. Für die Abschlüsse von Banken erwartet die ESMA wesentliche Auswirkungen in Folge der geänderten Vorschriften zum Impairment. Auswirkungen für die Abschlüsse von Nicht-Banken werden insbesondere im Zusammenhang mit den neuen Regelungen zum Hedge Accounting erwartet.

Die vollständige Veröffentlichung der ESMA zu ihren Prüfungsschwerpunkten finden Sie hier.

DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2017

Nachdem die European Securities and Markets Authority (ESMA) am 28. Oktober die europäischen Prüfungsschwerpunkte für in 2017 durchzuführende Prüfungen verkündet hat (siehe Blogbeitrag vom 1. November), hat heute der nationale Enforcer, die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR), diese übernommen und um folgende zwei zusätzliche nationale Prüfungsschwerpunkte ergänzt:

1. Anteile an anderen Unternehmen (IFRS 10, IFRS 11, IFRS 12, IAS 28, IAS 24)

2. Werthaltigkeitstest von Sachanlagevermögen (IAS 36, IAS 1)

Die genauen inhaltlichen Einzelheiten je Prüfungsschwerpunkt können Sie der aktuellen Pressemitteilung der DPR unter folgendem Link entnehmen.

In der November-Ausgabe unserer „International Accounting News“ werden wir einen ausführlichen Beitrag zu sämtlichen Prüfungsschwerpunkten veröffentlichen. Sollten Sie unseren monatlichen Newsletter noch nicht abonniert haben, können Sie sich hier als Empfänger registrieren lassen.  

 

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