Schlagwort: Finanzinstrumente

Bleiben Sie auf dem Laufenden - der Finanzinstrumente RSS-Feed

IDW zu weiteren bilanziellen Konsequenzen der IBOR-Reform

EONIA, EURIBOR und andere IBOR-Zinssätze werden häufig als Referenzzinssätze für Finanzinstrumente, z.B. variabel verzinsliche Darlehen oder Zinsswaps, verwendet. Mit deren Änderung oder Ablösung – die sogenannte IBOR-Reform – und sich daraus ergebende Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung nach HGB und IFRS haben sich der Fachausschuss Unternehmensberichterstattung (FAB) und der Bankenausschuss (BFA) des IDW schon mehrfach beschäftigt. Mein Kollege Bernd Kliem und ich haben darüber insbesondere in unseren Blogbeiträgen vom 11. November 2019 und vom 6. Juli 2020 berichtet.

Folge 22 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Der neueste Beitrag unserer Webcast-Reihe “PwC Accounting and Reporting Talks” ist nun verfĂĽgbar. In der aktuellen Folge sprechen Peter Flick und Christian Mertes erneut ĂĽber das Thema IBOR-Reform. Aufbauend auf den Inhalten unseres ersten Beitrags zu diesem Thema steht diesmal – anlässlich des kĂĽrzlich erfolgten Endorsements – die Phase 2 des IASB-Projekts zur IBOR-Reform im Fokus. DarĂĽber hinaus wird auch die Verlautbarung des IDW zur Abbildung des sog. „Discounting Switch“ nach HGB thematisiert.

Neugierig? Dann schauen Sie rein, auf unserer Homepage oder auf YouToube, wie immer auf Deutsch und nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht.

IDW zu weiteren Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Rechnungslegung nach IFRS

Das IDW hat auf seiner Homepage ein Update des fachlichen Hinweises des IDW zu Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung und deren Prüfung (Teil 3) veröffentlicht. Wir hatten über den bisherigen Hinweis in einem Blogbeitrag vom 14. April 2020 berichtet.

Zur Rechnungslegung nach IFRS enthält das Update folgende neue FAQs:

  • Aufstockungsbeträge zum Kurzarbeitergeld: Leistet ein Arbeitgeber an die Arbeitnehmer Aufstockungsbeträge zum Kurzarbeitergeld, handelt es sich nach Auffassung des IDW um kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer i.S.v. IAS 19.9 die als laufender Personalaufwand zu erfassen sind. Eine RĂĽckstellung ist nicht zu bilden. Dies entspricht der schon bisher von uns vertretenen Auffassung (siehe HGB direkt/IFRS direkt, Ausgabe 8, April 2020).
  • Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung von FInanzinstrumenten nach IFRS 9: Das IDW thematisiert Einzelfragen zur Zulässigkeit einer Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten infolge der Corona-Pandemie, zur BerĂĽcksichtigung zukunftsgerichteter Informationen und zur Portfoliobildung im Rahmen der Ermittlung von Wertminderungen sowie zu möglichen Folgen der Corona-Pandemie fĂĽr die Anwendung von Hedge Accounting auf die Absicherung geplanter Transaktionen. Wir verweisen zu diesen Themen auch auf unsere Publikationen “IFRS fĂĽr die Praxis: Coronavirus: Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung nach dem 31. Dezember 2019” vom 13. März 2020, “IFRS fĂĽr die Praxis: Die Ermittlung erwarteter Kreditverluste durch Industrieunternehmen in Zeiten der Coronakrise” vom 24. April 2020 sowie “IFRS fĂĽr die Praxis: Post-Model-Adjustments bei der Ermittlung erwarteter Kreditverluste in Zeiten der Coronakrise” vom 14. Mai 2020.
  • Auswirkungen auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16: Ist während der Corona-Pandemie die Nutzungsmöglichkeit einer bspw. angemieteten Immobilie signifikant eingeschränkt, so ist nach Auffassung des IDW die planmäßige Abschreibung des Nutzungsrechts während der Zeit der eingeschränkten Nutzungsmöglichkeit der Immobilie fortzufĂĽhren. DarĂĽber hinaus nimmt das IDW beispielhaft zur Bilanzierung von Mietzugeständnissen (Erlass bzw. Stundung von Leasingzahlungen) im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen beim Leasinggeber (vgl. hierzu auch unsere internationale Publikation “In depth: Accounting implications of the effects of coronavirus”, FAQs 4.6-4.9) und zu den Auswirkungen sog. force majeure-Klauseln in Leasingverträgen auf die Bilanzierung dieser Verträge nach IFRS 16 (vgl. auch “IFRS direkt: Auswirkungen von Covid-19 auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS” vom 23. April 2020) Stellung.
  • Berichterstattung ĂĽber die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Anhang: Das IDW schlieĂźt sich der Empfehlung der ESMA an, Informationen ĂĽber signifikante Effekte der Corona-Pandemie (möglichst auch auf quantitativer Basis) als Teil der Erläuterungen zu den in der GuV dargestellten und ausgewiesenen Beträgen in einer separaten Angabe (single note) im Anhang des Abschlusses darzustellen. Einer ggf. beabsichtigten getrennten Darstellung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in der GuV (z.B. Pro-Forma-Darstellungen o.ä.) steht das IDW kritisch gegenĂĽber. Ăśber die Erwartungen der ESMA an den Zwischenabschluss und den Zwischenlagebericht in Zeiten der Coronakrise berichteten wir auch in einem IFRS direkt vom 28. Mai 2020.

Folge 4 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Der neueste Beitrag unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ ist verfügbar – zu einem brandaktuellen Thema. Die Reform von EURIBOR, EONIA & Co. – auch als „IBOR-Reform“ bezeichnet – ist in aller Munde und betrifft eine Vielzahl von Finanzinstrumenten. In der Novemberausgabe unserer Webcast-Reihe erläutern Peter Flick und Christian Mertes, was sich hinter der Reform verbirgt und welche bilanziellen Folgen sich daraus ergeben, nach IFRS genauso wie nach HGB.

Neugierig? Dann schauen Sie rein, auf unserer Homepage oder auf YouTube, wie immer auf Deutsch und nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht.

IDW zu den handelsrechtlichen Auswirkungen der IBOR-Reform

EONIA, EURIBOR und andere IBOR-Zinssätze werden häufig als Referenzzinssätze für Finanzinstrumente – z.B. variabel verzinsliche Darlehen oder Zinsswaps – verwendet. Über die bevorstehende Änderung bzw. Ablösung dieser Zinssätze habe ich bereits in meinem Blogbeitrag vom 24. Januar 2019 berichtet.

Am 8. November wurde ein Rechnungslegungshinweis zu den handelsbilanziellen Folgen dieser sogenannten IBOR-Reform in der Zeitschrift „IDW Life“ veröffentlicht (IDW RH FAB 1.020), den der Fachausschuss Unternehmensberichterstattung des IDW zusammen mit dem Bankenfachausschuss des IDW verabschiedet hatte. Diese Verlautbarung enthält im Wesentlichen folgende Kernaussagen, die für alle Unternehmen gelten:

  • Eine Ă„nderung des Referenzzinssatzes bei originären, variabel verzinslichen Finanzinstrumenten (z.B. Darlehen) fĂĽhrt nicht zu deren Ausbuchung.
  • Gleiches gilt fĂĽr im Abschluss angesetzte derivative Finanzinstrumente (z.B. Zinsswaps).
  • Ă„ndert sich der Referenzzinssatz bei (originären oder derivativen) Finanzinstrumenten, die in eine Bewertungseinheit einbezogen sind, bleibt die Bewertungseinheit grundsätzlich bestehen, es sei denn, sie ist nicht mehr prospektiv wirksam.
  • Etwaige AusgleichsansprĂĽche und -verpflichtungen infolge der Ă„nderung des Referenzzinssatzes sind ergebnisneutral zu erfassen.

Ergänzend müssen Kreditinstitute eventuelle Änderungen der Zinszahlungsströme aufgrund der Änderung von Referenzzinssätzen bei der Rückstellungsermittlung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs berücksichtigen.

Damit halten sich die handelsbilanziellen Folgen der IBOR-Reform in der Regel in Grenzen.

Da der Rechnungslegungshinweis keinen konkreten Erstanwendungszeitpunkt enthält, ist er ab dem Veröffentlichungszeitpunkt in „IDW Life“ zu beachten.