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Verschiebung des verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkts der Ă„nderungen an IAS 1 zur Klassifizierung von Verbindlichkeiten

Der IASB hat heute Ă„nderungen an IAS 1 veröffentlicht, durch die der verpflichtende Anwendungszeitpunkts der im Januar veröffentlichten Ă„nderungen an IAS 1 zur Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig (zum Inhalt siehe unseren IFRS direkt) um ein Jahr auf den 1. Januar 2023 verschoben wird.

Eine freiwillige vorzeitige Anwendung ist – vorbehaltlich eines noch zu erfolgenden Endorsements – weiterhin möglich.

IDW zu weiteren Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Rechnungslegung nach IFRS

Das IDW hat auf seiner Homepage ein Update des fachlichen Hinweises des IDW zu Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung und deren Prüfung (Teil 3) veröffentlicht. Wir hatten über den bisherigen Hinweis in einem Blogbeitrag vom 14. April 2020 berichtet.

Zur Rechnungslegung nach IFRS enthält das Update folgende neue FAQs:

  • Aufstockungsbeträge zum Kurzarbeitergeld: Leistet ein Arbeitgeber an die Arbeitnehmer Aufstockungsbeträge zum Kurzarbeitergeld, handelt es sich nach Auffassung des IDW um kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer i.S.v. IAS 19.9 die als laufender Personalaufwand zu erfassen sind. Eine RĂĽckstellung ist nicht zu bilden. Dies entspricht der schon bisher von uns vertretenen Auffassung (siehe HGB direkt/IFRS direkt, Ausgabe 8, April 2020).
  • Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung von FInanzinstrumenten nach IFRS 9: Das IDW thematisiert Einzelfragen zur Zulässigkeit einer Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten infolge der Corona-Pandemie, zur BerĂĽcksichtigung zukunftsgerichteter Informationen und zur Portfoliobildung im Rahmen der Ermittlung von Wertminderungen sowie zu möglichen Folgen der Corona-Pandemie fĂĽr die Anwendung von Hedge Accounting auf die Absicherung geplanter Transaktionen. Wir verweisen zu diesen Themen auch auf unsere Publikationen “IFRS fĂĽr die Praxis: Coronavirus: Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung nach dem 31. Dezember 2019” vom 13. März 2020, “IFRS fĂĽr die Praxis: Die Ermittlung erwarteter Kreditverluste durch Industrieunternehmen in Zeiten der Coronakrise” vom 24. April 2020 sowie “IFRS fĂĽr die Praxis: Post-Model-Adjustments bei der Ermittlung erwarteter Kreditverluste in Zeiten der Coronakrise” vom 14. Mai 2020.
  • Auswirkungen auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16: Ist während der Corona-Pandemie die Nutzungsmöglichkeit einer bspw. angemieteten Immobilie signifikant eingeschränkt, so ist nach Auffassung des IDW die planmäßige Abschreibung des Nutzungsrechts während der Zeit der eingeschränkten Nutzungsmöglichkeit der Immobilie fortzufĂĽhren. DarĂĽber hinaus nimmt das IDW beispielhaft zur Bilanzierung von Mietzugeständnissen (Erlass bzw. Stundung von Leasingzahlungen) im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen beim Leasinggeber (vgl. hierzu auch unsere internationale Publikation “In depth: Accounting implications of the effects of coronavirus”, FAQs 4.6-4.9) und zu den Auswirkungen sog. force majeure-Klauseln in Leasingverträgen auf die Bilanzierung dieser Verträge nach IFRS 16 (vgl. auch “IFRS direkt: Auswirkungen von Covid-19 auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS” vom 23. April 2020) Stellung.
  • Berichterstattung ĂĽber die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Anhang: Das IDW schlieĂźt sich der Empfehlung der ESMA an, Informationen ĂĽber signifikante Effekte der Corona-Pandemie (möglichst auch auf quantitativer Basis) als Teil der Erläuterungen zu den in der GuV dargestellten und ausgewiesenen Beträgen in einer separaten Angabe (single note) im Anhang des Abschlusses darzustellen. Einer ggf. beabsichtigten getrennten Darstellung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in der GuV (z.B. Pro-Forma-Darstellungen o.ä.) steht das IDW kritisch gegenĂĽber. Ăśber die Erwartungen der ESMA an den Zwischenabschluss und den Zwischenlagebericht in Zeiten der Coronakrise berichteten wir auch in einem IFRS direkt vom 28. Mai 2020.

Terminverschiebungen – Sondersitzung des IASB zur Coronakrise

Der IASB hat in einer Sondersitzung zur Coronakrise im April die folgenden vorläufigen Entscheidungen getroffen:

  1. Der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt der kürzlich veröffentlichten Änderung an IAS 1 zur Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig (Amendments to IAS 1 „Classification of Liabilities as Current or Non-current“; Einzelheiten hierzu finden Sie in den International Accounting News 2/2020) soll um ein Jahr auf den 1. Januar 2023 verschoben werden. Ein entsprechender Änderungsentwurf soll im Mai veröffentlicht werden.
  2. Ebenso verlängert werden sollen die Konsultationszeiträume zu nachfolgenden Dokumenten:
    1. ED/2019/7 „Allgemeine Darstellung und Angaben“ („General Presentation and Disclosures“; zu Einzelheiten siehe International Accounting News 1/2020) – Verschiebung auf den 30. September 2020
    2. DP/2020/1 „Angaben, Geschäfts- und Firmenwert und Wertminderung“ („Business Combinations – Disclosures, Goodwill and Impairment“) – Verschiebung auf den 31. Dezember 2020
    3. Informationsanfrage zum umfassenden Review der IFRS fĂĽr kleine und mittelgroĂźe Unternehmen („Request for Information Comprehensive Review of the IFRS for SMEs Standard“) – Verschiebung auf den 27. Oktober 2020

Ă„nderungen an IAS 1 zur Klassifizierung von Verbindlichkeiten

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat gestern Änderungen an IAS 1 zur Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig veröffentlicht.

Demnach ist eine Verbindlichkeit als langfristig einzustufen, wenn das Unternehmen am Abschlussstichtag über ein Recht verfügt, die Erfüllung der Schuld um mindestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben. Dabei genügt das reine Vorhandensein eines Rechts, es muss keine Absicht des Unternehmens vorliegen, dieses auch auszuüben. Bei Rechten, die von dem Vorhandensein bestimmter Bedingungen abhängig sind, ist darauf abzustellen, ob die Bedingungen am Abschlussstichtag erfüllt sind.

Ist eine Schuld mit Bedingungen verbunden, nach denen diese aufgrund einer Option der Gegenpartei durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten erfĂĽllt werden kann, wird klargestellt, dass dies die Klassifizierung der Schuld als kurz- bzw. langfristig nicht beeinflusst, sofern die Option separat als Eigenkapitalkomponente eines zusammengesetzten Finanzinstruments nach IAS 32 ausgewiesen wird.

Die Ă„nderungen treten – ein entsprechendes Endorsement vorausgesetzt – fĂĽr Berichtsperioden, die am oder nach dem
1. Januar 2022 beginnen, in Kraft.

Folge 8 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Der IASB hat sich vorgenommen, die Kommunikation in der Finanzberichterstattung zu verbessern. Informationen über den Unternehmenserfolg in IFRS-Abschlüssen sollen verständlicher und vergleichbarer werden. Dr. Sebastian Heintges und Alexandra Grimm stellen in der nun verfügbaren Folge 8 der „PwC Accounting and Reporting Talks“ den “ED/2019/7 General Presentation and Disclosures” vor.

ED/2019/7 wurde am 19. Dezember 2019 vom IASB veröffentlicht. Teil des Entwurfs ist ein neuer Standard, der IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“ ersetzen wird und neue Anforderungen zur Darstellung in den primären Berichtsbestandteilen und neue Angabepflichten enthält. Darüber hinaus werden die Regeln des IAS 1 übernommen, wobei keine materiellen Änderungen vorgesehen sind. Neben dem neuen Standard umfasst ED/2019/7 Änderungen an IAS 7, IFRS 12, IAS 33, IAS 34, IAS 8 und IFRS 7. Im Einzelnen enthält der Entwurf folgende Neuerungen:

  • Strukturierung der Gewinn- und Verlustrechnung: EinfĂĽhrung von drei zusätzlichen Zwischensummen
  • Definition von “management performance measures” und neue Angaben 
  • Definition ungewöhnlicher Erträge und Aufwendungen und neue Angaben
  • Separierung von integralen und nicht integralen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in der Gewinn- und Verlustrechnung/Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung und bei den IFRS 12-Anhangangaben
  • Beschreibung der Rolle der primären Abschlussbestandteile in Abgrenzung zum Anhang
  • Prinzipien und allgemeine Anforderungen zu Aggregation und Disaggregation von Informationen
  • Gewinn- und Verlustrechnung: Kriterien zur Wahl des Gesamtkosten- oder des Umsatzkostenverfahrens
  • Kapitalflussrechnung: „Operating profit or loss“ als verpflichtender Startpunkt fĂĽr die Ermittlung des operativen Cashflows nach der indirekten Methode 
  • Kapitalflussrechnung: Abschaffung von Darstellungswahlrechten 

 

Neugierig? Dann schauen Sie rein, auf unserer Homepage oder auf YouTube, wie immer nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht.

Disclosure Initiative nimmt Fahrt auf: zwei Veröffentlichungen im September – AuĂźerdem: Veröffentlichung des ED/2017/5

Im September 2017 war der IASB aktiv: Er hat den Exposure Draft (ED/2017/6) „Definition der Wesentlichkeit“ und das Practice Statement (Practice Statement 2) „Making Materiality Judgements“ veröffentlicht. Beide Papiere sind Ergebnis seiner Bemühungen, die Kommunikation zu verbessern. Es geht jeweils um die Wesentlichkeit.

Zusätzlich wurde ein Exposure Draft (ED/2017/5) zu Rechnungslegungsmethoden und rechnungslegungsbezogene Schätzungen veröffentlicht (wir berichteten detailliert in der September-Ausgabe unseres Newsletters).

Hier „kurz und knapp“ (und damit ganz im Sinne der Disclosure Initiative) die wesentlichen Inhalte:

Das Practice Statement 2 „Making Materiality Judgements“ hilft, zu beurteilen, ob eine Information wesentlich ist; hierzu enthält es einen Vier-Schritte-Ansatz sowie zahlreiche praktische Beispiele. Es ist als solches nicht verpflichtend anzuwenden.

Der ED „Definition der Wesentlichkeit“ stellt die Definition der Wesentlichkeit in IAS 1 und IAS 8 klar. Das soll dazu beitragen, die Definition von „Wesentlichkeit“ in einzelnen IFRS-Standards und dem Konzeptionellen Rahmenkonzept (Conceptual Framework) anzugleichen.

Es ist gut, dass die beiden Papiere weitere Klarstellungen und Beispiele bringen. Dennoch wird die Entscheidung zur Wesentlichkeit nicht ohne „professional judgement“ oder pflichtgemäßes Ermessen ablaufen können. Deshalb wird die Entscheidung in einzelnen Fällen schwer bleiben.

Der ED „Rechnungslegungsmethoden und rechnungslegungsbezogene Schätzungen“ schlägt Klarstellungen zur Unterscheidung von Rechnungslegungsmethoden und rechnungslegungsbezogenen Schätzungen vor, um Unternehmen die Abgrenzung zu erleichtern. Die Unterscheidung hat mitunter erhebliche bilanzielle Konsequenzen, da Änderungen von Rechnungslegungsmethoden grundsätzlich retrospektiv, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen jedoch grundsätzlich prospektiv vorzunehmen sind. Deshalb ist eine Klarstellung zu begrüßen, da anhand der bisherigen Kriterien die Abgrenzung nicht immer eindeutig war.

Die Veröffentlichungen können unter den folgenden Links von der Webseite des IASB heruntergeladen werden:

Practice Statement 2: http://www.ifrs.org/issued-standards/materiality-practice-statement/

ED/2017/5: http://www.ifrs.org/projects/work-plan/accounting-policies-and-accounting-estimates/comment-letters-projects/exposure-draft-accounting-policies-and-accounting-estimates/

ED/2017/6: http://www.ifrs.org/projects/work-plan/definition-of-material/comment-letters-projects/exposure-draft-definition-of-material-proposed-amendments-to-ias-1-and-ias-8/

FĂĽr weitere Informationen verweisen wir auf die September-Ausgabe unseres Newsletters.

Disclosure Initiative: Sage klar, knapp nur Wesentliches!

Die Disclosure Initiative des IASB gewinnt an Aufmerksamkeit. Der verpflichtende IASB-Erstanwendungszeitpunkt der Änderungen an IAS 1 zur Disclosure Initiative rückt näher, das EU-Endorsement der Änderungen wird für das vierte Quartal 2015 erwartet und das IASB hat kürzlich einen Entwurf von Leitlinien zur praktischen Umsetzung des Konzepts der Wesentlichkeit veröffentlicht (ED/2015/8: „IFRS Practice Statement: Application of Materiality to Financial Statements“). Auch die European Securities and Markets Authority (ESMA) beschäftigt sich mit der Disclosure Initiative, befürwortet ihre Ziele und empfiehlt eine zeitnahe Umsetzung durch die Unternehmen (vgl. Public Statement: Improving the Quality of disclosures in the financial statements).

Die Initiative wurde vom IASB ins Leben gerufen und richtet sich im Wesentlichen gegen die Ăśberfrachtung der IFRS-Finanzberichte. Grundgedanke ist, dass wesentliche, relevante Informationen nicht durch die Darstellung von unwesentlichen Informationen verschleiert werden sollen.

Wir teilen die Meinung der ESMA und des IASB: Es ist notwendig, die Aussagekraft der Abschlüsse zu erhöhen. Die Änderungen des IASB alleine werden wenig bewirken. Ersteller, Prüfer, Enforcer und Adressaten sollten an einem Strang ziehen. Der Wille der Parteien, etwas zu ändern, muss vorhanden sein, sonst wird die Disclosure Initiative zum „Rohrkrepierer“. Etwas zu ändern lohnt sich, geht es doch darum, ob der Konzernabschluss zum bloßen „Compliance“-Dokument verkommt oder ein Baustein guter Corporate Governance bleibt. PwC hat seinen IFRS Musterkonzernabschluss 2015 grundlegend überarbeitet, um die Ideen der Disclosure Initiative aufzugreifen.

IASB erwägt Klarstellungen zum Ausweis des Anteils am sonstigen Ergebnis (OCI), der auf assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen entfällt

Bereits im Juni 2011 wurde vom IASB eine Änderung an IAS 1 herausgegeben,  nach der Unternehmen die Posten des sonstigen Ergebnisses (OCI) danach zu gruppieren haben, ob diese künftig bei Eintritt bestimmter Bedingungen über die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) umgegliedert, d. h. aufwands- oder ertragswirksam werden (sog. Recycling), oder nicht.

Im Rahmen dessen wurde in IAS 1.82A auch Bezug auf den Ausweis des Anteils am OCI aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen (d. h. assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) in der Gesamtergebnisrechnung genommen. Die hierbei gewählte Formulierung warf in der Praxis jedoch Fragen darüber auf, ob dieser Anteil in der Gesamtergebnisrechnung:

  • als gesonderter Posten (Ergebnis aus „equity-accounted investments“) auszuweisen ist,
  • gesondert auszuweisen ist, jedoch eine weitere Aufgliederung nach Art der Aufwendungen bzw. Erträge, zu erfolgen hat (z. B. Anteil am Gewinn/Verlust aus Ă„nderungen des beizulegenden Zeitwerts von zur VeräuĂźerung verfĂĽgbaren finanziellen Vermögenswerten von „equity-accounted investments“) oder
  • nach Art der dahinter stehenden Aufwendungen bzw. Erträge aufzuteilen und zusammengefasst mit den ĂĽbrigen Aufwendungen und Erträgen gleicher Art auszuweisen ist.

Im Rahmen des kĂĽrzlich veröffentlichten ED/2014/1 „Disclosure Initiative“ schlägt der IASB nunmehr vor klarzustellen, dass der Anteil als gesonderter Posten (ohne weitere Aufgliederung nach Art der Aufwendungen und Erträge) darzustellen ist. Im Ergebnis sind demnach – in Verbindung mit dem oben genannten Gebot zur Gruppierung der OCI-Posten in Abhängigkeit einer kĂĽnftigen Recyclingfähigkeit – zum Ausweis des Anteils regelmäßig zwei Zeilen erforderlich.

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