Schlagwort: IAS 19

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Übernahme von Standardänderungen in EU-Recht

Die Europäische Kommission hat kürzlich

  • Änderungen an IAS 19 zur Bilanzierung von Eingriffen (Änderungen, Kürzungen oder Abgeltungen) in leistungsorientierte Versorgungspläne (EU-Amtsblatt vom 14.3.2019) sowie
  • die Jährlichen Verbesserungen an IFRS (Zyklus 2015-2017) mit Änderungen an IAS 12, IAS 23 sowie IFRS 3/IFRS 11 (EU-Amtsblatt vom 15.3.19)

in EU-Recht übernommen (Endorsement).

Sämtliche Änderungen sind erstmals verpflichtend in Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen, in IFRS-Abschlüssen anzuwenden.

Die Änderungen befassen sich im Einzelnen mit Folgendem:

  • IAS 19: Festlegung, dass für die Ermittlung des laufenden Dienstzeitaufwands und des Nettozinsaufwands (bzw. –ertrags) nach einem Eingriff in einen leistungsorientierten Versorgungsplan die versicherungsmathematischen Annahmen und die Nettoschuld (bzw. der Nettovermögenswert) im Zeitpunkt des Eingriffs heranzuziehen sind. Ein Beispiel hierzu finden Sie in den International Accounting News 2/2018.
  • IAS 12: Klarstellung der Erfassung der steuerlichen Wirkung aus Dividendenzahlungen – diese sind grundsätzlich GuV-wirksam zu erfassen, es sei denn, die zum ausschüttenden Gewinn führende zugrundeliegende Transaktion wurde nicht GuV-wirksam erfasst.
  • IAS 23: Noch nicht zurückgezahlte Fremdmittel, die zur Beschaffung eines qualifizierten Vermögenswerts i. S. d. IAS 23 aufgenommen wurden, sind ab dem Zeitpunkt, zu dem dieser Vermögenswert im Wesentlichen für seinen beabsichtigten Gebrauch oder Verkauf hergerichtet ist, mit in die Bestimmung des allgemeinen Fremdkapitalkostensatzes für andere qualifizierte Vermögenswerte, für die keine speziellen Fremdmittel aufgenommen wurden, einzubeziehen.
  • IFRS 3 und IFRS 11: Erlangt ein Unternehmen durch den Erwerb weitere Anteile Beherrschung i. S. d. IFRS 10 über eine vormals gemeinschaftliche Tätigkeit, die einen Geschäftsbetrieb darstellt, hat eine Neubewertung des gesamten zuvor gehaltenen Anteils an der gemeinschaftlichen Tätigkeit zu erfolgen. Erlangt das Unternehmen hingegen nicht die Beherrschung, sondern lediglich gemeinschaftliche Führung, kommt es zu keiner Neubewertung des bisherigen Anteils.

BMF-Schreiben zur Anerkennung der neuen Heubeck Richttafeln 2018 G zur Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen veröffentlicht

Am 22. Oktober 2018 hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) durch ein BMF-Schreiben, datierend auf den 19. Oktober 2018, auf seiner Internetseite bekannt gegeben, dass die neuen Richttafeln für ertragsteuerliche Zwecke als “mit den anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen im Sinne von § 6a Absatz 3 Satz 3 EStG übereinstimmend anerkannt” werden.

Diese Anerkennung durch das BMF für ertragsteuerliche Zwecke stellt nach Auffassung des HFA einen wesentlichen Indikator für die allgemeine Anerkennung der RT 2018 G dar. Maßgebend ist dabei das Datum, zu dem das BMF-Schreiben auf der Website des BMF veröffentlicht wird. Damit sind die neuen Heubeck-Richttafeln RT 2018 G ab dem 22. Oktober 2018 grundsätzlich anzuwenden. Dies gilt sowohl für (Konzern-) Jahresabschlüsse mit Stichtag nach Anerkennung durch das BMF als auch für Abschlüsse auf einen Stichtag vor Anerkennung durch das BMF, deren Wertaufhellungszeitraum bei Anerkennung noch nicht beendet ist. Die Vorgaben des BMF zur zeitlichen Anwendung und zur Verteilung des Umstellungseffekts für steuerliche Zwecke entfalten keine Bindungswirkung für die Bilanzierung nach HGB und IFRS.

Anpassungsbedarf an den Heubeck-Richttafeln RT 2018 G

Die Heubeck AG hat am 26. September 2018 mittels einer Pressemitteilung über Inkonsistenzen in Bezug auf die verwendeten Datengrundlagen in den im Juli veröffentlichten Heubeck-Sterbetafeln RT 2018 G informiert. Diese Unzulänglichkeiten führen zur Überschätzung der Lebenserwartung und damit auch der ermittelten Pensionsrückstellungen, eine genauere Schätzung der Effekte ist derzeit nicht möglich. Die Korrektur der Richttafeln soll voraussichtlich innerhalb von 14 Tagen abgeschlossen sein. Zu den Auswirkungen der RT 2018 G auf IFRS- und HGB-Abschlüsse sowie deren Erstanwendung hat der HFA des IDW am 5. September 2018 eine Berichterstattung veröffentlicht, über die ich am 10. September informiert habe. Wir gehen davon aus, dass die Anpassung der RT 2018 G keine Auswirkung auf die Auffassung des Berufsstands haben wird. Allerdings wird sich das für Ende September/Anfang Oktober 2018 angekündigte BMF-Schreiben und damit ein wesentlicher Indikator für die allgemeine Anerkennung der neuen Heubeck-Richttafeln verzögern.

IDW veröffentlicht Berichterstattung zur Anwendung der Heubeck-Richttafeln RT 2018 G

Am 20. Juli 2018 sind neue Heubeck-Sterbetafeln (RT 2018 G) erschienen. Die bisherigen Heubeck-Sterbetafeln (RT 2005 G) werden bislang von vielen Unternehmen als biometrische Grundlagen für die Bewertung ihrer deutschen Pensionsverpflichtungen verwendet. Anlässlich dieser Veröffentlichung stellt sich die Frage, bis wann eine Bewertung auf der Grundlage der RT 2005 G noch zulässig ist.

Zu dieser Frage hat der Hauptfachausschuss (HFA) des IDW am 5. September 2018 eine Berichterstattung veröffentlicht. Nach Auffassung des IDW stellt die Anerkennung durch das Bundesministerium für Finanzen (BMF) für ertragsteuerliche Zwecke (d.h. die Veröffentlichung des betreffenden, finalen BMF-Schreibens auf der Website des BMF) einen Indikator für die allgemeine Anerkennung der RT 2018 G dar. Diese ist letztlich entscheidend für die Anwendung der Tafeln für die handelsrechtliche Bewertung von Pensionsverpflichtungen (vgl. IDW RS HFA 30 n.F., Tz. 62) sowie für die Ermittlung der bestmöglichen Schätzung der Sterbe- und Invalidisierungswahrscheinlichkeiten, die für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen nach IFRS heranzuziehen ist (vgl. IAS 19.81). Mit der Veröffentlichung des BMF-Schreibens ist Ende September / Anfang Oktober 2018 zu rechnen.

Zusammengefasst gilt somit Folgendes für HGB und IFRS:

  • Jahres-/Konzernabschlüsse – Stichtage nach Anerkennung durch das BMF: Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass die RT 2018 G allgemein anerkannt sind. Falls ein Unternehmen dennoch die neuen Tafeln nicht berücksichtigt, ist dies im Einzelfall zu begründen. Ein möglicher Grund könnte sein, dass das Unternehmen modifizierte Tafeln anwendet, die aktuellere Schätzwerte als die RT 2005 G berücksichtigen, und somit keine wesentlichen Änderungen aus der Anwendung der RT 2018 G erwartet werden. Auch könnte – sofern zutreffend – angeführt werden, dass die Überprüfung und Implementierung der RT 2018 G durch die Rechnungslegungspraxis (d.h. vor allem durch die Aktuare) noch nicht abgeschlossen ist.
  • Jahres-/Konzernabschlüsse – Stichtage vor Anerkennung durch das BMF: Eine freiwillige Anwendung der RT 2018 G vor Anerkennung durch das BMF ist nicht zu beanstanden, wenn der Bilanzierende begründen kann, dass dadurch die tatsächliche wirtschaftliche Belastung am Stichtag zutreffender abgebildet wird. Sofern die Aufstellung solcher Abschlüsse erst nach Anerkennung durch das BMF beendet wird, ist – wie für Stichtage nach Anerkennung durch das BMF – im Einzelfall zu begründen, warum die RT 2018 G nicht berücksichtigt werden.
  • Zwischenberichte nach IFRS: Für vor dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung der neuen Richttafeln im Konzernabschluss endende Quartals- oder Halbjahresabschlüsse nach IFRS ist es aufgrund von IAS 34.B9 und .C4 nicht zu beanstanden, wenn Unternehmen den Effekt der neuen Richttafeln noch nicht berücksichtigen.

IDW RS HFA 50: Weiterer Entwurf zur IFRS-Modulverlautbarung veröffentlicht

Am 9. Juni 2017 hat der Hauptfachausschuss (HFA) des IDW einen Entwurf des zweiten Moduls von IDW RS HFA 50, der sich mit Einzelfragen der IFRS-Rechnungslegung beschäftigt, veröffentlicht. Sie können den Entwurf unter nachfolgendem Link auf der IDW-Website abrufen:

IDW RS HFA 50_Entwurf 2. Modul

In dem Modul geht es um die Übertragung nicht-finanzieller Vermögenswerte auf einen Fonds i.S.v. IAS 19.8 mit anschließender Nutzungsüberlassung an das Trägerunternehmen. Die bilanziellen Auswirkungen der Nutzungsüberlassung sind in IAS 19 nicht geregelt. Daher hat der HFA diskutiert, inwieweit die Regeln für Sale-and-Leaseback-Transaktionen des IFRS 16 analog anzuwenden sind, und zieht die folgenden Schlüsse:

  1. Abweichend von IFRS 16.99 ist nicht zu prüfen, ob die Voraussetzungen des IFRS 15 für einen Verkauf erfüllt sind. Es ist ausschließlich nach IAS 19 zu beurteilen, ob die Voraussetzungen für die Schaffung von Planvermögen erfüllt sind.
  2. Die folgende Regel ist hingegen analog anzuwenden: Nach IFRS 16.100(a) werden stille Reserven in einer Sale-and-Leaseback-Transaktion nur anteilig aufgedeckt. Soweit ein Nutzungsrecht des Unternehmens besteht, ist dieses in Höhe des anteiligen bisherigen Buchwerts des übertragenen Vermögenswerts anzusetzen. Der Entwurf enthält zur Veranschaulichung ein Zahlenbeispiel.

Das erste Modul von IDW RS HFA 50 wurde bereits im März 2017 verabschiedet und geht ebenfalls auf eine IAS 19-Fragestellung ein. Es regelt für Versorgungszusagen mit versicherungsförmigen Dürchführungswegen, für die aufgrund der Niedrigzinsphase ein Übergang von der Bilanzierung als beitragsorientierter Plan (defined contribution plan) auf die Bilanzierung als leistungsorientierter Plan (defined benefit plan) notwendig geworden ist, wie dieser zu erfolgen hat.

IASB veröffentlicht Klarstellung zur Bilanzierung verpflichtender Arbeitnehmerbeiträge zu leistungsorientierten Pensionszusagen

Der IASB veröffentlichte im November Änderungen des IAS 19R (2011) „Leistungen an Arbeitnehmer“, die Erleichterungen bei der Bilanzierung leistungsorientierter Pensionszusagen, an denen sich Arbeitnehmer (oder Dritte) durch verpflichtende Beiträge beteiligen, mit sich bringen.

IAS 19R (2011) schreibt vor, Arbeitnehmerbeiträge, die in den formalen Regelungen eines leistungsorientierten Versorgungsplans festgelegt und an Arbeitsleistungen geknüpft sind, den Jahren des „Erdienens“ der Ansprüche auf Versorgungsleistungen zuzuordnen. Während es vor Inkrafttreten des IAS 19R (2011) gängige Praxis war, geleistete Arbeitnehmerbeiträge im Jahr ihrer Einzahlung in der Versorgungsverpflichtung zu berücksichtigen, müssten bei der Anwendung des IAS 19R (2011) unter Umständen sehr komplexe Verteilungen vorgenommen werden.

Gemäß der nunmehr veröffentlichten Änderung des IAS 19R (2011) ist es künftig alternativ zulässig, an Arbeitsleistungen anknüpfende Arbeitnehmerbeiträge, die nicht an die Anzahl von Dienstjahren gekoppelt sind, weiterhin in der geleisteten Höhe und in der Periode zu erfassen, in der die korrespondierende Arbeitsleistung erbracht wird. Hierzu gehören insbesondere:

  • Beiträge in Höhe eines fixen Prozentsatzes des Gehalts des laufenden Jahres,
  • fixe Beiträge während der gesamten Dienstzeit des Arbeitnehmers sowie
  • Beiträge, deren Höhe ausschließlich vom Lebensalter des Arbeitnehmers abhängt.

Sofern jedoch die Arbeitnehmerbeiträge in Abhängigkeit von der Anzahl an Dienstjahren variieren, sind die Beiträge zwingend auf die Jahre des „Erdienens“ der Ansprüche zu verteilen.

Die Änderung ist erstmals verpflichtend auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen, retrospektiv anzuwenden. Sie darf freiwillig früher angewendet werden. Allerdings steht die Anwendung für EU-Unternehmen noch unter dem Vorbehalt eines erfolgten EU-Endorsements, welches derzeit erst für das 3. Quartal 2014 geplant ist.

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