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Angaben zum Übergang auf IFRS 15 im Zwischenbericht

In der Praxis ist es üblich, IFRS-Zwischenberichte in verkürzter Form nach IAS 34 zu erstellen (sog. condensed interim financial statements). Für diese Zwischenberichte sieht IAS 34 bestimmte verpflichtende Angaben – teilweise durch Verweis auf andere Standards – vor. Weitere Angaben, die für jährliche Abschlüsse verpflichtend sind, müssen im Zwischenabschluss nicht gemacht werden. Die direkten Angabepflichten des IAS 34 sind jedoch teilweise auslegungsbedürftig. So fordert IAS 34.16A(a), Art und Auswirkung von Änderungen von Rechnungslegungsmethoden zu beschreiben, lässt jedoch offen, in welcher Form und welchem Detaillierungsgrad dies zu erfolgen hat. Die europäische Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA führt hierzu in ihrem Jahresbericht zu Enforcement-Aktivitäten 2017 aus, dass sie bei der erstmaligen Anwendung des IFRS 15 nach der modifiziert retrospektiven Übergangsmethode Angaben nach IFRS 15.C8 in allen Zwischenberichtsperioden, die den Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 15 enthalten, erwartet.

Dies sind:

  • für jeden einzelnen betroffenen Abschlussposten den aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 15 resultierenden Anpassungsbetrag, der sich im Vergleich zu den bisherigen Regeln zur Umsatzrealisierung ergibt und
  • eine Erläuterung der Gründe für die identifizierten wesentlichen Änderungen.

Sollten sich durch den Übergang auf IFRS 15 wesentliche Änderungen ergeben, empfehlen wir, der Forderung der ESMA im Sinne einer sinnvollen Auslegung des IAS 34.16A(a) zu folgen.

 

Erleichterungen bei der rückwirkenden Anwendung geänderter Rechnungslegungsmethoden aufgrund von Agenda-Entscheidungen des IFRS IC (ED/2018/1)

Das IFRS IC veröffentlicht regelmäßíg sog. NIFRICs, d. h. Entscheidungen zur Nichtaufnahme von Fragestellungen auf seine Agenda. Diese Ablehnungsentscheidungen enthalten oft auch materielle Aussagen zur IFRS-Bilanzierung, denen zwar keine direkte Rechtswirkung zukommt, die jedoch die Auffassung des IFRS IC zu einer standardkonformen Bilanzierung abbilden, so dass ihnen eine faktische Bedeutung zukommt.
In ED/2018/1 schlägt der IASB Erleichterungen für die bilanzielle Abbildung freiwilliger Änderungen von Rechnungslegungsmethoden aufgrund derartiger NIFRICs vor.

Bislang sieht IAS 8 vor, Änderungen von Rechnungslegungsmethoden – außer bei anderweitig bestehenden Übergangsvorschriften – retrospektiv vorzunehmen, es sei denn, die Anpassung von Vergleichsinformationen für eine oder mehrere frühere Perioden ist undurchführbar (impracticable). An den Nachweis der Undurchführbarkeit werden dabei hohe Hürden gestellt, so dass ein Abweichen von einer retrospektiven Anwendung i. d. R. nicht möglich ist.

Für Änderungen von Rechnungslegungsmethoden aufgrund von NIFRICs soll künftig eine Ausnahme gelten. So sollen bei der Frage einer retrospektiven Anwendung Kosten-Nutzen-Überlegungen mit einbezogen werden, d. h. die neu angewandte Rechnungslegungsmethode ist nur insoweit retrospektiv anzuwenden, als der Nutzen aus der retrospektiven Anwendung für die Abschlussadressaten die hierfür anfallenden Kosten übersteigt.

Stellungnahmen zum Vorschlag werden bis zum 27. Juli erbeten. Ein geplanter verpflichtender Anwendungszeitpunkt liegt noch nicht vor.

US Tax-Reform im IFRS- und HGB-Konzernabschluss/-lagebericht

Im Blogbeitrag vom 29.12.17 hatten wir Sie bereits über wesentliche Inhalte der verabschiedeten umfangreichen US-Steuerreform unterrichtet (zu den Auswirkungen der Reform auf IFRS-Abschlüsse siehe im Detail „In depth – IFRS tax accounting effects of the US tax reform“).

Zur Erleichterung der Umsetzung der steuerlichen Konsequenzen in US GAAP-Abschlüssen veröffentlichte die SEC kürzlich SAB 118 (Staff Accounting Bulletin No. 118). Hiernach können Unternehmen, die bei der SEC berichtspflichtig sind (inklusive der nach IFRS bilanzierenden Foreign-Private Issuer), in Abschlüssen für 2017 auf Basis des bislang geltenden Steuerrechts bilanzieren, wenn eine verlässliche Schätzung der Auswirkungen einzelner neuer Vorschriften, aufgrund fehlender Informationen und Untersuchungen im Erstellungsprozess, nicht möglich erscheint.

Eine analoge Anwendung dieser Sondervorschrift auf IFRS-Abschlüsse ist nicht zulässig. Daher sind sämtliche Auswirkungen der US-Steuerreform auf tatsächliche und latente Steuern zu ermitteln und zwingend im IFRS-Konzernabschluss 2017 zu bilanzieren. Unsicherheiten, die sich aus einer Auslegung und Anwendung der neuen steuerlichen Vorschriften ergeben, sind folglich zu schätzen. Dabei sind sämtliche Informationen, die bis zur Freigabe des Abschlusses zur Veröffentlichung vorliegen, zu berücksichtigen. Bestehende Quellen wesentlicher Schätzungsunsicherheiten müssen gem. IAS 1.125ff. im Anhang erläutert werden.

Die Aktualisierung der Informationen in der Folgeperiode stellt grundsätzlich eine Schätzungsänderung (vgl. IAS 8.5) dar. Eine Ausnahme gilt, wenn Informationen  bereits während der Erstellung des IFRS-Konzernabschlusses 2017 hätten eingeholt werden können (could reasonably be expected to have been obtained and taken into account). In diesem Fall handelt es sich bei der Aktualisierung um eine Fehlerkorrektur i.S.d. IAS 8.5.

Entsprechendes gilt für den handelsrechtlichen Jahres- bzw. Konzernabschlusses. Hier besteht die Besonderheit, dass bei bestehenden Unsicherheiten beim Ansatz latenter Steuern (DRS 18.17) sowie bei der Bewertung von Rückstellungen für laufende Steuern das handelsrechtliche Vorsichtsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB) besonders zu beachten ist. Dies bedeutet, dass aus der Bandbreite von möglichen Werten/Alternativen nicht der wahrscheinlichste, sondern stets ein eher pessimistischer Wert zu wählen ist.

Im (Konzern-)Lagebericht ist bei bestehenden Unsicherheiten über die möglichen Auswirkungen der US-Steuerreform auf die tatsächlichen und latenten Steuern dann im Risikobericht zu berichten, wenn sie zu einer negativen Abweichung von Prognosen bzw. Zielen des Konzerns führen können und das Risiko wesentlich ist (DRS 20.149 i. V .m. .11). Entsprechendes gilt für die Chancenberichterstattung (DRS 20.165). Darüber hinaus kann, unabhängig von bestehenden Unsicherheiten, über die US-Steuerreform im Lagebericht zu berichten sein. Dies kann zum einen die Berichterstattung im Wirtschaftsbericht über den Geschäftsverlauf und die Lage des Unternehmens bzw. des Konzerns, zum anderen die Berichterstattung im Prognose- und im Risiko-/Chancenbericht über die künftige Entwicklung betreffen.

DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2018

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat gestern ihre Prüfungsschwerpunkte für die in 2018 durchzuführenden Prüfungen verkündet. Dabei übernimmt sie – wie bereits in den letzten Jahren-, die von der European Securities and Markets Authority (ESMA) veröffentlichten europäischen Prüfungsschwerpunkte und ergänzt diese um eigene. In Deutschland bestehen hiernach folgende Schwerpunkte für die Prüfung der Abschlüsse kapitalmarktorientierter Unternehmen im Rahmen des Enforcement-Verfahrens:

  1. Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen der Anwendung wesentlicher neuer Standards im Erstanwendungsjahr
  2. Ausgewählte Aspekte zu Ansatz, Bewertung und Angaben nach IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“
  3. Ausgewählte Aspekte zu IAS 7 „Kapitalflussrechnungen“
  4. Ansatz und Bewertung von Rückstellungen gemäß IAS 37 sowie zugehörige Anhangangaben
  5. Konzernlagebericht und Konzernerklärungen

Die genauen inhaltlichen Einzelheiten je Prüfungsschwerpunkt können der Pressemitteilung der DPR sowie dem Public Statement der ESMA entnommen werden.

In der November-Ausgabe unserer „International Accounting News“ werden wir einen ausführlichen Beitrag zu sämtlichen Prüfungsschwerpunkten veröffentlichen. Sollten Sie unseren monatlichen Newsletter noch nicht abonniert haben, können Sie sich hier als Empfänger registrieren lassen.

Disclosure Initiative nimmt Fahrt auf: zwei Veröffentlichungen im September – Außerdem: Veröffentlichung des ED/2017/5

Im September 2017 war der IASB aktiv: Er hat den Exposure Draft (ED/2017/6) „Definition der Wesentlichkeit“ und das Practice Statement (Practice Statement 2) „Making Materiality Judgements“ veröffentlicht. Beide Papiere sind Ergebnis seiner Bemühungen, die Kommunikation zu verbessern. Es geht jeweils um die Wesentlichkeit.

Zusätzlich wurde ein Exposure Draft (ED/2017/5) zu Rechnungslegungsmethoden und rechnungslegungsbezogene Schätzungen veröffentlicht (wir berichteten detailliert in der September-Ausgabe unseres Newsletters).

Hier „kurz und knapp“ (und damit ganz im Sinne der Disclosure Initiative) die wesentlichen Inhalte:

Das Practice Statement 2 „Making Materiality Judgements“ hilft, zu beurteilen, ob eine Information wesentlich ist; hierzu enthält es einen Vier-Schritte-Ansatz sowie zahlreiche praktische Beispiele. Es ist als solches nicht verpflichtend anzuwenden.

Der ED „Definition der Wesentlichkeit“ stellt die Definition der Wesentlichkeit in IAS 1 und IAS 8 klar. Das soll dazu beitragen, die Definition von „Wesentlichkeit“ in einzelnen IFRS-Standards und dem Konzeptionellen Rahmenkonzept (Conceptual Framework) anzugleichen.

Es ist gut, dass die beiden Papiere weitere Klarstellungen und Beispiele bringen. Dennoch wird die Entscheidung zur Wesentlichkeit nicht ohne „professional judgement“ oder pflichtgemäßes Ermessen ablaufen können. Deshalb wird die Entscheidung in einzelnen Fällen schwer bleiben.

Der ED „Rechnungslegungsmethoden und rechnungslegungsbezogene Schätzungen“ schlägt Klarstellungen zur Unterscheidung von Rechnungslegungsmethoden und rechnungslegungsbezogenen Schätzungen vor, um Unternehmen die Abgrenzung zu erleichtern. Die Unterscheidung hat mitunter erhebliche bilanzielle Konsequenzen, da Änderungen von Rechnungslegungsmethoden grundsätzlich retrospektiv, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen jedoch grundsätzlich prospektiv vorzunehmen sind. Deshalb ist eine Klarstellung zu begrüßen, da anhand der bisherigen Kriterien die Abgrenzung nicht immer eindeutig war.

Die Veröffentlichungen können unter den folgenden Links von der Webseite des IASB heruntergeladen werden:

Practice Statement 2: http://www.ifrs.org/issued-standards/materiality-practice-statement/

ED/2017/5: http://www.ifrs.org/projects/work-plan/accounting-policies-and-accounting-estimates/comment-letters-projects/exposure-draft-accounting-policies-and-accounting-estimates/

ED/2017/6: http://www.ifrs.org/projects/work-plan/definition-of-material/comment-letters-projects/exposure-draft-definition-of-material-proposed-amendments-to-ias-1-and-ias-8/

Für weitere Informationen verweisen wir auf die September-Ausgabe unseres Newsletters.

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) veröffentlicht Hinweise zur Implementierung von IFRS 9

Am 10. November 2016 hat die ESMA eine Stellungnahme zur Implementierung von IFRS 9 veröffentlicht (Public Statement – Issues for consideration in implementing IFRS 9: Financial Instruments). In ihrer Stellungnahme betont die ESMA die Notwendigkeit einer konsistenten und qualitativ hochwertigen Implementierung von IFRS 9 sowie die Notwendigkeit einer (frühzeitigen) transparenten Darstellung der hieraus resultierenden Auswirkungen auf den Abschluss. Weiterhin werden spezifische Empfehlungen zur Implementierung von IFRS 9 bei Banken und beispielhafte Angaben zu den Auswirkungen der IFRS 9 Erstanwendung in den Jahresabschlüssen 2016 und 2017 sowie den Zwischenabschlüssen des Jahres 2017 einer Bank dargestellt.

Von den Bilanzierenden wird erwartet, dass sie diese Hinweise bei der Erstellung ihrer Abschlüsse für 2016 und 2017 sowie ihrer Zwischenberichte für 2017 berücksichtigen und u. a. zunehmend mehr unternehmensspezifische qualitative und quantitative Informationen zu den erwarteten Auswirkungen der Anwendung des neuen Standards darstellen. Die ESMA geht davon aus, dass die Auswirkungen der geänderten Regelungen nicht alle Unternehmen in gleichem Maß betreffen. Für die Abschlüsse von Banken erwartet die ESMA wesentliche Auswirkungen in Folge der geänderten Vorschriften zum Impairment. Auswirkungen für die Abschlüsse von Nicht-Banken werden insbesondere im Zusammenhang mit den neuen Regelungen zum Hedge Accounting erwartet.

Die vollständige Veröffentlichung der ESMA zu ihren Prüfungsschwerpunkten finden Sie hier.

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