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BFA des IDW: Pauschalwertberichtigungen bei Kreditinstituten

Der Bankenfachausschuss des Instituts der WirtschaftsprĂŒfer hat am 8. Februar die IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: „Risikovorsorge fĂŒr vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im KreditgeschĂ€ft von Kreditinstituten („Pauschalwertberichtigungen“)“ (IDW RS BFA 7) in der Zeitschrift „IDW Life“ veröffentlicht.

Gegenstand der Stellungnahme sind GrundsĂ€tze und Einzelfragen zur Berechnung von Pauschalwertberichtigungen im KreditgeschĂ€ft von Kreditinstituten. Auch wenn die Bildung von Pauschalwertberichtigungen auf das allgemeine Vorsichtsprinzip des § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB zurĂŒckzufĂŒhren ist, kann daraus nicht abgeleitet werden, dass auch Nicht-Kreditinstitute wie Versicherungs- und Industrieunternehmen dieser Stellungnahme folgen mĂŒssen. Eine freiwillige Anwendung der Stellungnahme von Nicht-Kreditinstituten ist jedoch zulĂ€ssig.

Die wesentlichen Vorgaben lassen sich wie folgt zusammenfassen:


GrundsÀtze

  • Das Handelsrecht gewĂ€hrt grundsĂ€tzlich Methodenfreiheit.
  • Die gewĂ€hlte Methode muss eine nach vernĂŒnftiger kaufmĂ€nnischer Beurteilung sachgerechte und vorsichtige SchĂ€tzung der erwarteten Verluste ĂŒber die Restlaufzeit ermöglichen.
  • Ausgehend von den Erfahrungen der Vergangenheit sind aktuelle Informationen und Erwartungen zur Risikosituation zu berĂŒcksichtigen.
  • Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigungen kann auf Portfolioebene getrennt fĂŒr homogene Teilportfolien erfolgen.


Einzelfragen

  • Anrechnung von BonitĂ€tsprĂ€mien

Bezogen auf das gesamte betrachtete Kreditportfolio gilt der Grundsatz, dass hinreichend konkretisierte, streng kausal zuordenbare zukĂŒnftige wirtschaftliche Vorteile bei der Bilanzierung zu berĂŒcksichtigen sind. Dieser fĂŒr die Bemessung von DrohverlustrĂŒckstellungen entwickelte Grundsatz fĂŒhrt bei der Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen zu einer Anrechnung der in den vertraglich vereinbarten ZinsertrĂ€gen enthaltenen BonitĂ€tsprĂ€mien gegen die erwarteten Verluste. Sofern BonitĂ€tsprĂ€mien nicht fĂŒr interne Risikosteuerungszwecke genutzt werden, ist ihre Anrechnung allein fĂŒr Zwecke der Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen nicht notwendig.

  • Bewertungsvereinfachungen

FĂŒr das KreditgeschĂ€ft kann angenommen werden, dass sich bei Kreditausreichung erwartete Verluste und BonitĂ€tsprĂ€mien entsprechen. Erfolgt – davon ausgehend – bei der Folgebewertung aus VereinfachungsgrĂŒnden kein Nachweis dieser Ausgeglichenheit durch Berechnung der erwarteten Verluste und BonitĂ€tsprĂ€mien, ist es nicht zu beanstanden, wenn die Pauschalwertberichtigung in Höhe des erwarteten Verlusts ĂŒber einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne eine Anrechnung von BonitĂ€tsprĂ€mien geschĂ€tzt wird.

Gilt die vorstehend genannte Annahme der Ausgeglichenheit nicht (mehr) bzw. hat sich das Adressenausfallrisiko des betreffenden Kreditbestands im Zeitablauf deutlich erhöht, ist unter Beachtung der eingangs beschriebenen GrundsÀtze zu beurteilen, ob ein höherer Betrag im Hinblick auf eine angemessene Risikovorsorge anzusetzen ist.

  • Risikovorsorge nach IFRS 9:

Die vereinfachende Ermittlung der Pauschalwertberichtung nach der Methodik des IFRS 9 fĂŒr die Stufen 1 und 2 ist nicht zu beanstanden.


Erstanwendung

IDW RS BFA 7 ist erstmals auf GeschÀftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2021 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulÀssig.