Schlagwort: IFRS 9

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IASB ver√∂ffentlicht √Ąnderungen an diversen IFRS-Standards im Zuge der sog. IBOR-Reform

Der IASB hat am 27. August 2020 √Ąnderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 ver√∂ffentlicht.

Die √Ąnderungen stehen im Zusammenhang mit der Reform von Referenzzinss√§tzen (IBOR-Reform), speziell mit der Abbildung von √Ąnderungen an vertraglichen Zahlungsstr√∂men und Sicherungsbeziehungen, die in diesem Zusammenhang vorgenommen werden.

Die √Ąnderungen betreffen:

  • √Ąnderungen der vertraglichen Cashflows – F√ľhrt eine √Ąnderung des Referenzzinssatzes zu ge√§nderten vertraglichen Cashflows, ist der Buchwert der betreffenden Finanzinstrumente nicht anzupassen oder auszubuchen, sondern der Effektivzinssatz zu aktualisieren.
  • Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen – Eine Sicherungsbeziehung muss nicht allein aufgrund von im Zuge der IBOR-Reform erforderlichen √Ąnderungen beendet werden, wenn die Sicherungsbeziehung ansonsten weiterhin die anderen Voraussetzungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erf√ľllt.
  • Angabepflichten – Es sind Informationen √ľber neue Risiken, die sich aus der IBOR-Reform ergeben, und dar√ľber, wie der √úbergang zu neuen Referenzzinss√§tzen gehandhabt wird, offenzulegen.

Die √Ąnderungen sind f√ľr Gesch√§ftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen, anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung ist zul√§ssig.

Angaben zur Risikovorsorge nach IFRS 9 im Zwischenabschluss zum 30. Juni 2020 Рneue Publikation veröffentlicht

In Zeiten der Covid-19-Pandemie steht die Risikovorsorge von Banken in der anstehenden Halbjahresberichtssaison im besonderen Fokus.

Bereits bei der Ermittlung der erwarteten Kreditverluste nach IFRS 9 ergeben sich im gegenw√§rtigen Umfeld vielf√§ltige Herausforderungen (vgl. diesbez√ľglich u.a. meinen Blogbeitrag vom 8. Mai 2020). Neben der Ermittlung der erwarteten Kreditverluste ergeben sich jedoch auch besondere, nicht zu untersch√§tzende Herausforderungen in Bezug auf die Angaben zur Risikovorsorge im Zwischenabschluss zum 30. Juni 2020. Die Erstellung belastbarer und aussagekr√§ftiger Angaben, die sachgerecht in eine Gesamtaussage eingebettet sind und die Besonderheiten der gegenw√§rtigen Lage und der einzelnen Bank angemessen reflektieren, ist dabei von zentraler Bedeutung.

In unserer neuen Publikation IFRS direkt – Schwerpunktthemen f√ľr die Zwischenberichterstattung von Kreditinstituten w√§hrend der Corona-Pandemie¬†stellen wir die Aspekte dar, die unseres Erachtens bei der Erstellung der Angaben zur Risikovorsorge im Zwischenabschluss zum 30. Juni 2020 von besonderer Bedeutung sind: Signifikante √Ąnderungen gegen√ľber dem Abschluss zum 31. Dezember 2019, zukunftsgerichtete Informationen und Beurteilungen sowie Aussagekraft und Grenzen modellbasierter Berechnungen. Die Publikation richtet sich in erster Linie an Banken, die darin enthaltenen √úberlegungen gelten jedoch entsprechend auch f√ľr alle IFRS 9-Anwender.

 

IDW zu weiteren Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Rechnungslegung nach IFRS

Das IDW hat auf seiner Homepage ein Update des fachlichen Hinweises des IDW zu Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung und deren Pr√ľfung (Teil 3) ver√∂ffentlicht. Wir hatten √ľber den bisherigen Hinweis in einem Blogbeitrag vom 14. April 2020 berichtet.

Zur Rechnungslegung nach IFRS enthält das Update folgende neue FAQs:

  • Aufstockungsbetr√§ge zum Kurzarbeitergeld: Leistet ein Arbeitgeber an die Arbeitnehmer Aufstockungsbetr√§ge zum Kurzarbeitergeld, handelt es sich nach Auffassung des IDW um kurzfristig f√§llige Leistungen an Arbeitnehmer i.S.v. IAS 19.9 die als laufender Personalaufwand zu erfassen sind. Eine R√ľckstellung ist nicht zu bilden. Dies entspricht der schon bisher von uns vertretenen Auffassung (siehe HGB direkt/IFRS direkt, Ausgabe 8, April 2020).
  • Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung von FInanzinstrumenten nach IFRS 9: Das IDW thematisiert Einzelfragen zur Zul√§ssigkeit einer Umklassifizierung von finanziellen Verm√∂genswerten infolge der Corona-Pandemie, zur Ber√ľcksichtigung zukunftsgerichteter Informationen und zur Portfoliobildung im Rahmen der Ermittlung von Wertminderungen sowie zu m√∂glichen Folgen der Corona-Pandemie f√ľr die Anwendung von Hedge Accounting auf die Absicherung geplanter Transaktionen. Wir verweisen zu diesen Themen auch auf unsere Publikationen ‚ÄúIFRS f√ľr die Praxis: Coronavirus: Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung nach dem 31. Dezember 2019‚ÄĚ vom 13. M√§rz 2020, ‚ÄúIFRS f√ľr die Praxis: Die Ermittlung erwarteter Kreditverluste durch Industrieunternehmen in Zeiten der Coronakrise‚ÄĚ vom 24. April 2020 sowie ‚ÄúIFRS f√ľr die Praxis: Post-Model-Adjustments bei der Ermittlung erwarteter Kreditverluste in Zeiten der Coronakrise‚ÄĚ vom 14. Mai 2020.
  • Auswirkungen auf die Bilanzierung von Leasingverh√§ltnissen nach IFRS 16: Ist w√§hrend der Corona-Pandemie die Nutzungsm√∂glichkeit einer bspw. angemieteten Immobilie signifikant eingeschr√§nkt, so ist nach Auffassung des IDW die planm√§√üige Abschreibung des Nutzungsrechts w√§hrend der Zeit der eingeschr√§nkten Nutzungsm√∂glichkeit der Immobilie fortzuf√ľhren. Dar√ľber hinaus nimmt das IDW beispielhaft zur Bilanzierung von Mietzugest√§ndnissen (Erlass bzw. Stundung von Leasingzahlungen) im Rahmen von Operating-Leasingverh√§ltnissen beim Leasinggeber (vgl. hierzu auch unsere internationale Publikation ‚ÄúIn depth: Accounting implications of the effects of coronavirus‚ÄĚ, FAQs 4.6-4.9) und zu den Auswirkungen sog. force majeure-Klauseln in Leasingvertr√§gen auf die Bilanzierung dieser Vertr√§ge nach IFRS 16 (vgl. auch ‚ÄúIFRS direkt: Auswirkungen von Covid-19 auf die Bilanzierung von Leasingverh√§ltnissen nach IFRS‚ÄĚ vom 23. April 2020) Stellung.
  • Berichterstattung √ľber die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Anhang: Das IDW schlie√üt sich der Empfehlung der ESMA an, Informationen √ľber signifikante Effekte der Corona-Pandemie (m√∂glichst auch auf quantitativer Basis) als Teil der Erl√§uterungen zu den in der GuV dargestellten und ausgewiesenen Betr√§gen in einer separaten Angabe (single note) im Anhang des Abschlusses darzustellen. Einer ggf. beabsichtigten getrennten Darstellung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in der GuV (z.B. Pro-Forma-Darstellungen o.√§.) steht das IDW kritisch gegen√ľber. √úber die Erwartungen der ESMA an den Zwischenabschluss und den Zwischenlagebericht in Zeiten der Coronakrise berichteten wir auch in einem IFRS direkt vom 28. Mai 2020.

IASB ver√∂ffentlicht √Ąnderungen an IFRS 17

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat gestern den √Ąnderungsstandard zu IFRS 17 ‚ÄúVersicherungsvertr√§ge‚ÄĚ ver√∂ffentlicht. Der Board schlie√üt damit einen Ende 2018 begonnenen Prozess der Entwicklung gezielter √Ąnderungen und Klarstellungen an IFRS 17 ab, um die Implementierung des Standards, vor allem durch Versicherungsunternehmen, zu erleichtern.

Die √Ąnderungen betreffen alle Unternehmen, die Versicherungsvertr√§ge ausgeben. Folgende wesentliche √Ąnderungen wurden an IFRS 17 vorgenommen (u.a.):

  • Der Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 17 wird um zwei Jahre auf den 1. Januar 2023 verschoben, d.h. der neue Standard ist f√ľr Gesch√§ftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, anzuwenden. Gleichzeitig wurde der Zeitraum f√ľr die vor√ľbergehende Befreiung bestimmter Versicherungsunternehmen von der Anwendung des IFRS 9 (temporary exemption from IFRS 9) analog verl√§ngert, so dass f√ľr die betroffenen Versicherungsunternehmen die Anwendung von IAS 39 f√ľr Gesch√§ftsjahre, die vor dem 1. Januar 2023 beginnen, zul√§ssig bleibt.
  • Unternehmen sind verpflichtet, einen Teil der Kosten der Ausgabe von Versicherungsvertr√§gen (insurance acquisition cash flows) den zugeh√∂rigen erwarteten Vertragsverl√§ngerungen zuzuordnen und diese Kosten als Verm√∂genswert abzugrenzen bis die Vertragsverl√§ngerungen eintreten.
  • Bei der Bestimmung des Teils der contractual service margin, der im Gewinn oder Verlust zu erfassen ist, sind sowohl Versicherungsleistungen (insurance coverage) als auch Kapitalanlageleistungen (investment-return services bzw. investment-related services) zu ber√ľcksichtigen.
  • Gewinne aus R√ľckversicherungsvertr√§gen, die den bei Zugang von belastenden Versicherungsvertr√§gen (onerous underlying insurance contracts) zu erfassenden Verlusten gegen√ľberstehen, sind unter bestimmten Voraussetzungen teilweise zum gleichen Zeitpunkt wie die Verluste aus den belastenden Vertr√§gen zu erfassen.
  • Weitere √Ąnderungen, betreffen u.a. den Ausschluss von bestimmten Kreditkarten- und √§hnlichen Vertr√§gen (verpflichtend) sowie bestimmen Darlehensvertr√§gen (wahlweise), die der Definition eines Versicherungsvertrags entsprechen, aus dem Anwendungsbereich von IFRS 17. Diese Vertr√§ge fallen k√ľnftig verpflichtend bzw. wahlweise in den Anwendungsbereich von IFRS 9 und ggf. weiteren Standards.


Die √Ąnderungen sind f√ľr Gesch√§ftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Eine fr√ľhere Anwendung ist zul√§ssig.

F√ľr weitere Details zu den Inhalten des √Ąnderungsstandards verweisen wir auf unsere internationale Publikation ‚ÄúIn brief – Amendments to IFRS 17, ‚ÄėInsurance contracts‚Äô‚ÄĚ.

Wertminderungen von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 im Zwischenabschluss von Kreditinstituten zum 30. Juni 2020 РBFA äußert sich zu den Auswirkungen der Corona-Krise

Der Bankenfachausschuss des IDW (BFA) hatte im März einen Fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Wertminderungen von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 im Quartalsabschluss von Banken zum 31. März 2020 veröffentlicht (Link).

Im heute hierzu ver√∂ffentlichten Update stellt der BFA fest, dass die darin getroffenen Aussagen grunds√§tzlich auch f√ľr Zwischenberichte zum 30. Juni 2020 gelten. Danach:

  • f√ľhrt die Corona-Krise nicht zu einem automatischen Stufentransfer von Finanzinstrumenten von Stufe 1 in Stufe 2 oder 3. Umgekehrt ist es aber auch nicht sachgerecht, Kreditforderungen trotz der Corona-Krise undifferenziert in Stufe 1 zu belassen.
  • ist bei der Ermittlung der Wertminderungen zum 30. Juni 2020 zu ber√ľcksichtigen, dass es im Vergleich zur Erstellung der Quartalsabschl√ľsse zum 31. M√§rz 2020 nunmehr wahrscheinlicher und damit weniger unsicher ist, dass die Krise noch l√§nger andauern wird. Diese ver√§nderten Kenntnisse √ľber die wahrscheinliche k√ľnftige wirtschaftliche Entwicklung m√ľssen mit in die Berechnungsmodelle (makro√∂konomische Szenarien und deren Gewichtung) einflie√üen. Vor diesem Hintergrund ist nach Auffassung des BFA davon auszugehen, dass sich die bilanzielle Risikovorsorge nach IFRS 9 zum 30. Juni 2020 erh√∂hen wird.
  • sind bestehende Kreditrisikomodelle daraufhin zu untersuchen, ob die auf ihrer Basis ermittelte Risikovorsorge (einschlie√ülich der Vorgehensweise zum Stufentransfer von Finanzinstrumenten) angepasst werden m√ľssen (sog. Post Model Adjustments), um die aktuellen Entwicklungen angemessen widerzuspiegeln. Bei ggf. vorgenommenen Modellanpassungen ist der tempor√§re Charakter der Corona-Krise zu beachten.

Daneben betont der BFA ‚Äď wie auch die ESMA (siehe hierzu den Blogbeitrag meines Kollegen Andreas B√∂decker vom 22. Mai 2020) die Notwendigkeit transparenter Angaben, die es den Abschlussadressaten erm√∂glichen, die Einsch√§tzungen des Management nachzuvollziehen und sich ein zutreffendes Bild von der Verm√∂gens-, Finanz- und Ertragslage des Finanzinstituts zu machen.

Ermittlung erwarteter Kreditverluste – Welche Fragen sollten Pr√ľfungsaussch√ľsse stellen?

Der Ausbruch des Coronavirus (COVID-19) und die zu seiner Eindämmung ergriffenen Maßnahmen hatten und haben einen erheblichen Einfluss auf die Kreditfähigkeit vieler Unternehmen und die mit der Schätzung erwarteter Kreditverluste (ECL) verbundenen Unsicherheiten. Im Ergebnis mussten Banken ihre Prozesse zur Schätzung der ECL nach IFRS 9 anpassen.

Ich m√∂chte Sie hiermit auf eine Ver√∂ffentlichung aus dem PwC-Netzwerk hinweisen, die die 10 wichtigsten Fragen bereitstellt, die in diesem Zusammenhang von Pr√ľfungsaussch√ľssen oder CFOs von Banken gestellt werden sollten.

Sie erreichen die Publikation √ľber folgenden¬†Link:

IASB veröffentlicht Konglomerat kleinerer Standardänderungen

Der IASB hat heute ein Konglomerat kleinerer √Ąnderungen an diversen Standards gemeinsam ver√∂ffentlicht. Die Ver√∂ffentlichung wurde gezielt geb√ľndelt vorgenommen, um den Anwendern inmitten der Corona-Pandemie eine effizientere Umsetzung zu erm√∂glichen.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende √Ąnderungen:

  • √Ąnderungen an IAS 37 ‚ÄěR√ľckstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen‚Äú: Die √Ąnderung stellt klar, dass k√ľnftig bei der Bestimmung, ob es sich bei einem Vertrag um einen belastenden Vertrag (onerous contract ) handelt, neben den durch den Vertrag zus√§tzlich entstehenden Kosten (incremental cost) auch weitere der Vertragserf√ľllung direkt zurechenbare Kosten (z. B. anteilige Abschreibung einer zur Vertragserf√ľllung genutzten Sachanlage) mit in die Bestimmung der Vertragserf√ľllungskosten einzubeziehen sind.
  • √Ąnderungen an IFRS 3 ‚ÄěUnternehmenszusammenschl√ľsse‚Äú: Die √Ąnderung enth√§lt:
    • Eine Aktualisierung des Verweises in IFRS 3 auf das √ľberarbeitete Rahmenkonzept der IFRS (2018)
    • Eine Erg√§nzung des IFRS 3 um die Vorschrift, dass ein Erwerber bei der Identifizierung von √ľbernommenen Verpflichtungen, die in den Anwendungsbereich des IAS 37 oder IFRIC 21 fallen, die Regelungen des IAS 37 oder IFRIC 21 anstelle des Rahmenkonzepts anzuwenden hat. Ausnahme hiervon sind Eventualverbindlichkeiten, f√ľr die weiterhin die Ausnahmeregelung des IFRS 3.23 G√ľltigkeit beh√§lt.
    • Eine Erg√§nzung des IFRS 3 um ein explizites Ansatzverbot f√ľr erworbene Eventualforderungen.
  • √Ąnderungen an IAS 16 ‚ÄěSachanlagen‚Äú: Die √Ąnderung stellt klar, dass k√ľnftig kein Abzug von Ertr√§gen, die w√§hrend der Zeit, in der eine Sachanlage zu ihrem Standort oder in ihren betriebsbereiten Zustand gebracht wird, erzielt wurden, von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Sachanlage mehr zul√§ssig ist (√Ąnderung des IAS 16.17(e)). Hierunter fallen insbesondere, jedoch nicht nur, Ertr√§ge aus der Ver√§u√üerung von Produkten, die im Rahmen von Testl√§ufen der Anlage hergestellt wurden. Derartige Ertr√§ge sind k√ľnftig direkt erfolgswirksam zu erfassen. Dar√ľber hinaus wird der Wortlaut des IAS 16.17(e) um eine Erl√§uterung des Begriffs ‚ÄěKosten f√ľr Testl√§ufe, mit denen √ľberpr√ľft wird, ob der Verm√∂genswert ordentlich funktioniert‚Äú erg√§nzt. Hiernach sind hierunter Kosten zu verstehen, die anfallen, um festzustellen, ob der Verm√∂genswert technisch und physisch in der Lage ist, seinen bestimmungsgem√§√üen Gebrauch durchzuf√ľhren. Das Erreichen einer bestimmten finanziellen Leistungsf√§higkeit (z.¬†B. vom Management angestrebte operative Gewinnmarge) ist hingegen unerheblich.
  • J√§hrliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018-2020):
    • √Ąnderungen an IFRS 1: Gem√§√ü IFRS 1.D16(a) darf ein Tochterunternehmen (Ausnahme Investmentgesellschaften), das erstmalig nach seinem Mutterunternehmen einen IFRS-Konzernabschluss aufstellt, seine Verm√∂genswerte und Schulden mit den bisher im Konzernabschluss des Mutterunternehmens hierf√ľr angesetzten Werten ansetzen. Die √Ąnderung erweitert diese Vorschrift um die kumulierten W√§hrungsumrechnungsdifferenzen des Tochterunternehmens, d.¬†h. diese k√∂nnen k√ľnftig ebenfalls unver√§ndert mit den bisher in den Konzernabschluss des Mutterunternehmens eingebrachten Werten weitergef√ľhrt werden. Andere Eigenkapitalposten bleiben jedoch weiterhin von der Ausnahmeregelung ausgenommen.
    • √Ąnderungen an IFRS 9: Der im Rahmen der Abgangspr√ľfung f√ľr finanzielle Verbindlichkeiten durchzuf√ľhrende sog. 10%-Test des IFRS 9.B3.3.6 darf k√ľnftig nur solche Geb√ľhren enthalten, die zwischen dem Unternehmen und dem Gl√§ubiger angefallen sind. F√ľhrt die Abgangspr√ľfung f√ľr modifizierte oder ausgetauschte finanzielle Verbindlichkeiten zur Tilgung, sind jegliche Kosten und Geb√ľhren ergebniswirksam im Gewinn oder Verlust zu erfassen. Resultiert die Modifikation oder der Austausch dagegen nicht in einer Tilgung, sind Kosten und Geb√ľhren √ľber die Restlaufzeit der modifizierten Verbindlichkeit durch Anpassung des Buchwerts und des Effektivzinses zu verteilen (IFRS 9.B3.3.6A), soweit sie nicht eine Kompensation f√ľr die Modifikation der Zahlungsstr√∂me der Verbindlichkeit darstellen (z.¬†B. Geb√ľhr als Ausgleich f√ľr eine Zinssenkung). Letztere sind im Rahmen der Modifikationsbuchung ergebniswirksam zu erfassen.
    • Streichung des Teils zu Leasinganreizen aus dem Illustrative Example 13 zu IFRS 16: Die Ausf√ľhrungen zur Erstattung des Leasinggebers f√ľr Mietereinbauten des Leasingnehmers im Illustrative Example 13 des IFRS 16 hatte u.a. die Frage aufgeworfen, warum diese Erstattungen nicht als Leasinganreize nach IFRS 16.24(b) oder 27(a) zu erfassen sind. Um Missverst√§ndnisse zu vermeiden, wird diese Passage gestrichen.
    • √Ąnderungen an IAS 41: Das Erfordernis der Nichtber√ľcksichtigung von Zahlungsstr√∂men f√ľr Steuern im Zusammenhang mit der Bewertung biologischer Verm√∂genswerte zum beizulegenden Zeitwert wird gestrichen. Hierdurch werden die Bewertungsvorschriften an die Regelungen des IFRS 13 angeglichen und auch eine Konsistenz zu einer 2008 durchgef√ľhrten √Ąnderung des IAS 41 hergestellt, in der klargestellt wurde, dass im Rahmen der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts nicht zwingend ein Vorsteuerzinssatz f√ľr die Diskontierung zu verwenden ist, da potentielle Erwerber im Rahmen ihrer Kaufpreiskalk√ľle auch etwaige markt√ľbliche Steuerzahlungen ‚Äď ungeachtet der konkreten steuerlichen Situation des berichterstattenden Unternehmens – ber√ľcksichtigen d√ľrften. Eine Verwendung eines Nachsteuerzinssatzes setzt aber die Verwendung von Nachsteuer-Zahlungsstr√∂men voraus. Durch die √Ąnderung wird die derzeit bestehende Inkonsistenz beseitigt.

Post-Model-Adjustments bei der Risikovorsorge nach IFRS 9 Рneue Publikation veröffentlicht

In Folge der Covid-19-Pandemie ergeben sich besondere Herausforderungen bei der Ermittlung der erwarteten Kreditverluste nach IFRS 9.

Erwartete Kreditverluste werden nach IFRS 9 unter Verwendung von zukunftsgerichteten Einsch√§tzungen, Modellen und Daten ermittelt. F√ľhrt die alleinige modellbasierte Ermittlung nicht zu einem sachgerechten Ergebnis, weil beispielsweise bestimmte Entwicklungen im Modell oder in den verf√ľgbaren Daten (noch) nicht reflektiert sind, wird das Ergebnis der modellbasierten Ermittlung angepasst, um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen (sog. Overlays oder Post-Model-Adjustments).

Die schwerwiegenden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und das bestehende hohe Ma√ü an Unsicherheit, f√ľhrt tendenziell zu einem erh√∂hten Bedarf an Post-Model-Adjustments bei der Ermittlung erwarteter Kreditverluste.

In unserer neuen Publikation In the Spotlight – Post-model adjustments for expected credit losses during COVID-19 stellen wir √úberlegungen dar, die bei der Vornahme solcher Post-Model-Adjustments sowohl aus fachlicher Sicht, als auch im Hinblick auf das Kontrollumfeld und die Dokumentation erforderlich sind.

Die Publikation richtet sich in erster Linie an Banken, die darin enthaltenen √úberlegungen gelten jedoch entsprechend auch f√ľr alle IFRS 9-Anwender. Die Publikation stellen wir in K√ľrze auch in deutscher Sprache zur Verf√ľgung.

IBOR-Reform: Exposure Draft zur Phase 2 veröffentlicht

Der IASB hat am 9. April 2020 einen Entwurf mit Vorschl√§gen f√ľr √Ąnderungen an IFRS¬†9, IAS¬†39, IFRS¬†7, IFRS¬†4 und IFRS¬†16 ver√∂ffentlicht (ED/2020/1 ‚ÄěInterest Rate Benchmark Reform ‚Äď Phase 2‚Äú).

Die Vorschl√§ge stehen im Zusammenhang mit der Reform von Referenzzinss√§tzen (IBOR-Reform), speziell mit der Abbildung von √Ąnderungen an vertraglichen Zahlungsstr√∂men und Sicherungsbeziehungen, die in diesem Zusammenhang erforderlich geworden sind, d.h., wenn diese als direkte Folge der IBOR-Reform notwendig ist und die neue und alte Basis f√ľr die Bestimmung der vertraglichen Zahlungsstr√∂me wirtschaftlich ausgeglichen sind.

Vorgeschlagen wird hierzu im Wesentlichen Folgendes:

  • Modifikationen von Finanzinstrumenten (einschlie√ülich der Aktivierung bereits bestehender Fallback-Klauseln) sollen gem√§√ü IFRS¬†9.B5.4.5 im Wege der Aktualisierung des Effektivzinssatzes, Modifikationen von Leasingverh√§ltnissen durch Neubewertung gem√§√ü IFRS¬†16.42 abgebildet werden;
  • Ausnahmen von den Vorschriften zur Beendigung von Sicherungsbeziehungen, die es Unternehmen erm√∂glichen sollen, durch die IBOR-Reform erforderlich gewordene √Ąnderungen an Designation und Dokumentation von Sicherungsbeziehungen (Designation eines neuen Referenzzinssatzes als gesichertes Risiko sowie entsprechende Aktualisierung der Hedge-Dokumentation) vorzunehmen, ohne dass dies eine Beendigung der betroffenen Sicherungsbeziehungen zur Folge hat; mit einer weiteren Ausnahme soll ein Recycling der Cashflow-Hedge-R√ľcklage in Folge der √Ąnderung vertraglicher Zahlungsstr√∂me verhindert werden;
  • √Ąnderungen am ‚Äěseparately identifiable‚Äú-Kriterium, nach denen ein neuer Referenzzinssatz als einzeln identifizierbare Risikokomponente betrachtet werden soll, wenn ein Unternehmen vern√ľnftigerweise erwartet, dass dieser innerhalb von 24 Monaten ab seiner Designation als nicht-vertraglich spezifizierte Risikokomponente das ‚Äěseparately identifiable‚Äú-Kriterium erf√ľllen wird (verl√§ssliche Bewertbarkeit muss jedoch bereits bei Designation gegeben sein); sowie
  • Zus√§tzliche Angabepflichten mit dem Ziel, den Abschlussadressaten in die Lage zu versetzen Art und Umfang der Risiken, die sich aus der IBOR-Reform f√ľr das Unternehmen ergeben, den Umgang mit diesen Risiken sowie die Fortschritte des Unternehmens beim √úbergang auf neue Referenzzinss√§tze, nachvollziehen zu k√∂nnen.

Die vorgeschlagenen √Ąnderungen an IFRS¬†4 dienen ausschlie√ülich dazu, dass Versicherer, die IFRS¬†9 noch nicht anwenden, die Erleichterungen zur Abbildung von Modifikationen von Finanzinstrumenten unter IAS¬†39 analog anwenden.

Der IASB schl√§gt vor, dass die √Ąnderungen f√ľr Gesch√§ftsjahre, die am oder nach dem 1.¬†Januar 2021 beginnen, anzuwenden sind. Eine vorzeitige Anwendung soll zul√§ssig sein.

Stellungnahmen werden vom IASB bis zum 25. Mai 2020 erbeten.

Der Hinweis des IASB, zur Ver√∂ffentlichung, der auch den Entwurf enth√§lt, ist √ľber folgenden¬†Link¬†zu erreichen.

IASB verschiebt Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 17 auf 1. Januar 2023

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat in seiner gestrigen Sitzung eine Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS 17 um zwei Jahre auf den 1. Januar 2023 beschlossen, d.h. der neue Standard ist f√ľr Gesch√§ftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, anzuwenden. Gleichzeitig wurde der Zeitraum f√ľr die vor√ľbergehende Befreiung bestimmter Versicherungsunternehmen von der Anwendung des IFRS 9 (temporary exemption from IFRS 9) analog verl√§ngert, so dass f√ľr die betroffenen Versicherungsunternehmen die Anwendung von IAS 39 f√ľr Gesch√§ftsjahre, die vor dem 1. Januar 2023 beginnen, zul√§ssig bleibt.

Der Board plant, den √Ąnderungsstandard zu IFRS 17 im zweiten Quartal diesen Jahres zu ver√∂ffentlichen.

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