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IASB veröffentlicht Änderungen an IFRS 17

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat gestern den Änderungsstandard zu IFRS 17 “Versicherungsverträge” veröffentlicht. Der Board schließt damit einen Ende 2018 begonnenen Prozess der Entwicklung gezielter Änderungen und Klarstellungen an IFRS 17 ab, um die Implementierung des Standards, vor allem durch Versicherungsunternehmen, zu erleichtern.

Die Änderungen betreffen alle Unternehmen, die Versicherungsverträge ausgeben. Folgende wesentliche Änderungen wurden an IFRS 17 vorgenommen (u.a.):

  • Der Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 17 wird um zwei Jahre auf den 1. Januar 2023 verschoben, d.h. der neue Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, anzuwenden. Gleichzeitig wurde der Zeitraum für die vorübergehende Befreiung bestimmter Versicherungsunternehmen von der Anwendung des IFRS 9 (temporary exemption from IFRS 9) analog verlängert, so dass für die betroffenen Versicherungsunternehmen die Anwendung von IAS 39 für Geschäftsjahre, die vor dem 1. Januar 2023 beginnen, zulässig bleibt.
  • Unternehmen sind verpflichtet, einen Teil der Kosten der Ausgabe von Versicherungsverträgen (insurance acquisition cash flows) den zugehörigen erwarteten Vertragsverlängerungen zuzuordnen und diese Kosten als Vermögenswert abzugrenzen bis die Vertragsverlängerungen eintreten.
  • Bei der Bestimmung des Teils der contractual service margin, der im Gewinn oder Verlust zu erfassen ist, sind sowohl Versicherungsleistungen (insurance coverage) als auch Kapitalanlageleistungen (investment-return services bzw. investment-related services) zu berücksichtigen.
  • Gewinne aus Rückversicherungsverträgen, die den bei Zugang von belastenden Versicherungsverträgen (onerous underlying insurance contracts) zu erfassenden Verlusten gegenüberstehen, sind unter bestimmten Voraussetzungen teilweise zum gleichen Zeitpunkt wie die Verluste aus den belastenden Verträgen zu erfassen.
  • Weitere Änderungen, betreffen u.a. den Ausschluss von bestimmten Kreditkarten- und ähnlichen Verträgen (verpflichtend) sowie bestimmen Darlehensverträgen (wahlweise), die der Definition eines Versicherungsvertrags entsprechen, aus dem Anwendungsbereich von IFRS 17. Diese Verträge fallen künftig verpflichtend bzw. wahlweise in den Anwendungsbereich von IFRS 9 und ggf. weiteren Standards.


Die Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig.

Für weitere Details zu den Inhalten des Änderungsstandards verweisen wir auf unsere internationale Publikation “In brief – Amendments to IFRS 17, ‘Insurance contracts’”.

Wertminderungen von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 im Zwischenabschluss von Kreditinstituten zum 30. Juni 2020 – BFA äußert sich zu den Auswirkungen der Corona-Krise

Der Bankenfachausschuss des IDW (BFA) hatte im März einen Fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Wertminderungen von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 im Quartalsabschluss von Banken zum 31. März 2020 veröffentlicht (Link).

Im heute hierzu veröffentlichten Update stellt der BFA fest, dass die darin getroffenen Aussagen grundsätzlich auch für Zwischenberichte zum 30. Juni 2020 gelten. Danach:

  • führt die Corona-Krise nicht zu einem automatischen Stufentransfer von Finanzinstrumenten von Stufe 1 in Stufe 2 oder 3. Umgekehrt ist es aber auch nicht sachgerecht, Kreditforderungen trotz der Corona-Krise undifferenziert in Stufe 1 zu belassen.
  • ist bei der Ermittlung der Wertminderungen zum 30. Juni 2020 zu berücksichtigen, dass es im Vergleich zur Erstellung der Quartalsabschlüsse zum 31. März 2020 nunmehr wahrscheinlicher und damit weniger unsicher ist, dass die Krise noch länger andauern wird. Diese veränderten Kenntnisse über die wahrscheinliche künftige wirtschaftliche Entwicklung müssen mit in die Berechnungsmodelle (makroökonomische Szenarien und deren Gewichtung) einfließen. Vor diesem Hintergrund ist nach Auffassung des BFA davon auszugehen, dass sich die bilanzielle Risikovorsorge nach IFRS 9 zum 30. Juni 2020 erhöhen wird.
  • sind bestehende Kreditrisikomodelle daraufhin zu untersuchen, ob die auf ihrer Basis ermittelte Risikovorsorge (einschließlich der Vorgehensweise zum Stufentransfer von Finanzinstrumenten) angepasst werden müssen (sog. Post Model Adjustments), um die aktuellen Entwicklungen angemessen widerzuspiegeln. Bei ggf. vorgenommenen Modellanpassungen ist der temporäre Charakter der Corona-Krise zu beachten.

Daneben betont der BFA – wie auch die ESMA (siehe hierzu den Blogbeitrag meines Kollegen Andreas Bödecker vom 22. Mai 2020) die Notwendigkeit transparenter Angaben, die es den Abschlussadressaten ermöglichen, die Einschätzungen des Management nachzuvollziehen und sich ein zutreffendes Bild von der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Finanzinstituts zu machen.

Ermittlung erwarteter Kreditverluste – Welche Fragen sollten Prüfungsausschüsse stellen?

Der Ausbruch des Coronavirus (COVID-19) und die zu seiner Eindämmung ergriffenen Maßnahmen hatten und haben einen erheblichen Einfluss auf die Kreditfähigkeit vieler Unternehmen und die mit der Schätzung erwarteter Kreditverluste (ECL) verbundenen Unsicherheiten. Im Ergebnis mussten Banken ihre Prozesse zur Schätzung der ECL nach IFRS 9 anpassen.

Ich möchte Sie hiermit auf eine Veröffentlichung aus dem PwC-Netzwerk hinweisen, die die 10 wichtigsten Fragen bereitstellt, die in diesem Zusammenhang von Prüfungsausschüssen oder CFOs von Banken gestellt werden sollten.

Sie erreichen die Publikation über folgenden Link:

IASB veröffentlicht Konglomerat kleinerer Standardänderungen

Der IASB hat heute ein Konglomerat kleinerer Änderungen an diversen Standards gemeinsam veröffentlicht. Die Veröffentlichung wurde gezielt gebündelt vorgenommen, um den Anwendern inmitten der Corona-Pandemie eine effizientere Umsetzung zu ermöglichen.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Änderungen:

  • Änderungen an IAS 37 „Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen“: Die Änderung stellt klar, dass künftig bei der Bestimmung, ob es sich bei einem Vertrag um einen belastenden Vertrag (onerous contract ) handelt, neben den durch den Vertrag zusätzlich entstehenden Kosten (incremental cost) auch weitere der Vertragserfüllung direkt zurechenbare Kosten (z. B. anteilige Abschreibung einer zur Vertragserfüllung genutzten Sachanlage) mit in die Bestimmung der Vertragserfüllungskosten einzubeziehen sind.
  • Änderungen an IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“: Die Änderung enthält:
    • Eine Aktualisierung des Verweises in IFRS 3 auf das überarbeitete Rahmenkonzept der IFRS (2018)
    • Eine Ergänzung des IFRS 3 um die Vorschrift, dass ein Erwerber bei der Identifizierung von übernommenen Verpflichtungen, die in den Anwendungsbereich des IAS 37 oder IFRIC 21 fallen, die Regelungen des IAS 37 oder IFRIC 21 anstelle des Rahmenkonzepts anzuwenden hat. Ausnahme hiervon sind Eventualverbindlichkeiten, für die weiterhin die Ausnahmeregelung des IFRS 3.23 Gültigkeit behält.
    • Eine Ergänzung des IFRS 3 um ein explizites Ansatzverbot für erworbene Eventualforderungen.
  • Änderungen an IAS 16 „Sachanlagen“: Die Änderung stellt klar, dass künftig kein Abzug von Erträgen, die während der Zeit, in der eine Sachanlage zu ihrem Standort oder in ihren betriebsbereiten Zustand gebracht wird, erzielt wurden, von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Sachanlage mehr zulässig ist (Änderung des IAS 16.17(e)). Hierunter fallen insbesondere, jedoch nicht nur, Erträge aus der Veräußerung von Produkten, die im Rahmen von Testläufen der Anlage hergestellt wurden. Derartige Erträge sind künftig direkt erfolgswirksam zu erfassen. Darüber hinaus wird der Wortlaut des IAS 16.17(e) um eine Erläuterung des Begriffs „Kosten für Testläufe, mit denen überprüft wird, ob der Vermögenswert ordentlich funktioniert“ ergänzt. Hiernach sind hierunter Kosten zu verstehen, die anfallen, um festzustellen, ob der Vermögenswert technisch und physisch in der Lage ist, seinen bestimmungsgemäßen Gebrauch durchzuführen. Das Erreichen einer bestimmten finanziellen Leistungsfähigkeit (z. B. vom Management angestrebte operative Gewinnmarge) ist hingegen unerheblich.
  • Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018-2020):
    • Änderungen an IFRS 1: Gemäß IFRS 1.D16(a) darf ein Tochterunternehmen (Ausnahme Investmentgesellschaften), das erstmalig nach seinem Mutterunternehmen einen IFRS-Konzernabschluss aufstellt, seine Vermögenswerte und Schulden mit den bisher im Konzernabschluss des Mutterunternehmens hierfür angesetzten Werten ansetzen. Die Änderung erweitert diese Vorschrift um die kumulierten Währungsumrechnungsdifferenzen des Tochterunternehmens, d. h. diese können künftig ebenfalls unverändert mit den bisher in den Konzernabschluss des Mutterunternehmens eingebrachten Werten weitergeführt werden. Andere Eigenkapitalposten bleiben jedoch weiterhin von der Ausnahmeregelung ausgenommen.
    • Änderungen an IFRS 9: Der im Rahmen der Abgangsprüfung für finanzielle Verbindlichkeiten durchzuführende sog. 10%-Test des IFRS 9.B3.3.6 darf künftig nur solche Gebühren enthalten, die zwischen dem Unternehmen und dem Gläubiger angefallen sind. Führt die Abgangsprüfung für modifizierte oder ausgetauschte finanzielle Verbindlichkeiten zur Tilgung, sind jegliche Kosten und Gebühren ergebniswirksam im Gewinn oder Verlust zu erfassen. Resultiert die Modifikation oder der Austausch dagegen nicht in einer Tilgung, sind Kosten und Gebühren über die Restlaufzeit der modifizierten Verbindlichkeit durch Anpassung des Buchwerts und des Effektivzinses zu verteilen (IFRS 9.B3.3.6A), soweit sie nicht eine Kompensation für die Modifikation der Zahlungsströme der Verbindlichkeit darstellen (z. B. Gebühr als Ausgleich für eine Zinssenkung). Letztere sind im Rahmen der Modifikationsbuchung ergebniswirksam zu erfassen.
    • Streichung des Teils zu Leasinganreizen aus dem Illustrative Example 13 zu IFRS 16: Die Ausführungen zur Erstattung des Leasinggebers für Mietereinbauten des Leasingnehmers im Illustrative Example 13 des IFRS 16 hatte u.a. die Frage aufgeworfen, warum diese Erstattungen nicht als Leasinganreize nach IFRS 16.24(b) oder 27(a) zu erfassen sind. Um Missverständnisse zu vermeiden, wird diese Passage gestrichen.
    • Änderungen an IAS 41: Das Erfordernis der Nichtberücksichtigung von Zahlungsströmen für Steuern im Zusammenhang mit der Bewertung biologischer Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert wird gestrichen. Hierdurch werden die Bewertungsvorschriften an die Regelungen des IFRS 13 angeglichen und auch eine Konsistenz zu einer 2008 durchgeführten Änderung des IAS 41 hergestellt, in der klargestellt wurde, dass im Rahmen der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts nicht zwingend ein Vorsteuerzinssatz für die Diskontierung zu verwenden ist, da potentielle Erwerber im Rahmen ihrer Kaufpreiskalküle auch etwaige marktübliche Steuerzahlungen – ungeachtet der konkreten steuerlichen Situation des berichterstattenden Unternehmens – berücksichtigen dürften. Eine Verwendung eines Nachsteuerzinssatzes setzt aber die Verwendung von Nachsteuer-Zahlungsströmen voraus. Durch die Änderung wird die derzeit bestehende Inkonsistenz beseitigt.

Post-Model-Adjustments bei der Risikovorsorge nach IFRS 9 – neue Publikation veröffentlicht

In Folge der Covid-19-Pandemie ergeben sich besondere Herausforderungen bei der Ermittlung der erwarteten Kreditverluste nach IFRS 9.

Erwartete Kreditverluste werden nach IFRS 9 unter Verwendung von zukunftsgerichteten Einschätzungen, Modellen und Daten ermittelt. Führt die alleinige modellbasierte Ermittlung nicht zu einem sachgerechten Ergebnis, weil beispielsweise bestimmte Entwicklungen im Modell oder in den verfügbaren Daten (noch) nicht reflektiert sind, wird das Ergebnis der modellbasierten Ermittlung angepasst, um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen (sog. Overlays oder Post-Model-Adjustments).

Die schwerwiegenden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und das bestehende hohe Maß an Unsicherheit, führt tendenziell zu einem erhöhten Bedarf an Post-Model-Adjustments bei der Ermittlung erwarteter Kreditverluste.

In unserer neuen Publikation In the Spotlight – Post-model adjustments for expected credit losses during COVID-19 stellen wir Überlegungen dar, die bei der Vornahme solcher Post-Model-Adjustments sowohl aus fachlicher Sicht, als auch im Hinblick auf das Kontrollumfeld und die Dokumentation erforderlich sind.

Die Publikation richtet sich in erster Linie an Banken, die darin enthaltenen Überlegungen gelten jedoch entsprechend auch für alle IFRS 9-Anwender. Die Publikation stellen wir in Kürze auch in deutscher Sprache zur Verfügung.

IBOR-Reform: Exposure Draft zur Phase 2 veröffentlicht

Der IASB hat am 9. April 2020 einen Entwurf mit Vorschlägen für Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 veröffentlicht (ED/2020/1 „Interest Rate Benchmark Reform – Phase 2“).

Die Vorschläge stehen im Zusammenhang mit der Reform von Referenzzinssätzen (IBOR-Reform), speziell mit der Abbildung von Änderungen an vertraglichen Zahlungsströmen und Sicherungsbeziehungen, die in diesem Zusammenhang erforderlich geworden sind, d.h., wenn diese als direkte Folge der IBOR-Reform notwendig ist und die neue und alte Basis für die Bestimmung der vertraglichen Zahlungsströme wirtschaftlich ausgeglichen sind.

Vorgeschlagen wird hierzu im Wesentlichen Folgendes:

  • Modifikationen von Finanzinstrumenten (einschließlich der Aktivierung bereits bestehender Fallback-Klauseln) sollen gemäß IFRS 9.B5.4.5 im Wege der Aktualisierung des Effektivzinssatzes, Modifikationen von Leasingverhältnissen durch Neubewertung gemäß IFRS 16.42 abgebildet werden;
  • Ausnahmen von den Vorschriften zur Beendigung von Sicherungsbeziehungen, die es Unternehmen ermöglichen sollen, durch die IBOR-Reform erforderlich gewordene Änderungen an Designation und Dokumentation von Sicherungsbeziehungen (Designation eines neuen Referenzzinssatzes als gesichertes Risiko sowie entsprechende Aktualisierung der Hedge-Dokumentation) vorzunehmen, ohne dass dies eine Beendigung der betroffenen Sicherungsbeziehungen zur Folge hat; mit einer weiteren Ausnahme soll ein Recycling der Cashflow-Hedge-Rücklage in Folge der Änderung vertraglicher Zahlungsströme verhindert werden;
  • Änderungen am „separately identifiable“-Kriterium, nach denen ein neuer Referenzzinssatz als einzeln identifizierbare Risikokomponente betrachtet werden soll, wenn ein Unternehmen vernünftigerweise erwartet, dass dieser innerhalb von 24 Monaten ab seiner Designation als nicht-vertraglich spezifizierte Risikokomponente das „separately identifiable“-Kriterium erfüllen wird (verlässliche Bewertbarkeit muss jedoch bereits bei Designation gegeben sein); sowie
  • Zusätzliche Angabepflichten mit dem Ziel, den Abschlussadressaten in die Lage zu versetzen Art und Umfang der Risiken, die sich aus der IBOR-Reform für das Unternehmen ergeben, den Umgang mit diesen Risiken sowie die Fortschritte des Unternehmens beim Übergang auf neue Referenzzinssätze, nachvollziehen zu können.

Die vorgeschlagenen Änderungen an IFRS 4 dienen ausschließlich dazu, dass Versicherer, die IFRS 9 noch nicht anwenden, die Erleichterungen zur Abbildung von Modifikationen von Finanzinstrumenten unter IAS 39 analog anwenden.

Der IASB schlägt vor, dass die Änderungen für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen, anzuwenden sind. Eine vorzeitige Anwendung soll zulässig sein.

Stellungnahmen werden vom IASB bis zum 25. Mai 2020 erbeten.

Der Hinweis des IASB, zur Veröffentlichung, der auch den Entwurf enthält, ist über folgenden Link zu erreichen.

IASB verschiebt Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 17 auf 1. Januar 2023

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat in seiner gestrigen Sitzung eine Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS 17 um zwei Jahre auf den 1. Januar 2023 beschlossen, d.h. der neue Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, anzuwenden. Gleichzeitig wurde der Zeitraum für die vorübergehende Befreiung bestimmter Versicherungsunternehmen von der Anwendung des IFRS 9 (temporary exemption from IFRS 9) analog verlängert, so dass für die betroffenen Versicherungsunternehmen die Anwendung von IAS 39 für Geschäftsjahre, die vor dem 1. Januar 2023 beginnen, zulässig bleibt.

Der Board plant, den Änderungsstandard zu IFRS 17 im zweiten Quartal diesen Jahres zu veröffentlichen.

IBOR-Reform: Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 von EU endorsiert

Am 15. Januar 2020 wurden die im September 2019 vom IASB im Zusammenhang mit der Reform von Referenzzinssätzen (z. B. LIBOR) veröffentlichten Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 mit der VERORDNUNG (EU) 2020/34 von der Europäischen Union übernommen.

Die Veröffentlichung der Verordnung im Amtsblatt der Europäischen Union erfolgte mit Datum vom 16. Januar 2020. Gem. Artikel 3 der VERORDNUNG (EU) 2020/34 tritt diese am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.

Für weitere Informationen zu den Inhalten der Änderungen verweisen wir auf unseren Blogbeitrag aus September 2019.

IASB trifft weitere vorläufige Entscheidungen zur IBOR-Reform (Phase 2)

Mit diesem Blogbeitrag möchten ich Sie zu aktuellen Entwicklungen der Phase 2 des IASB-Projekts zu den Auswirkungen der IBOR-Reform informieren.

Im Dezember hat der IASB Auswirkungen der Änderung von Referenzzinssätzen auf das Hedge Accounting nach IFRS 9 und IAS 39 diskutiert. dabei hat der IASB vorläufig entschieden weitere Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 vorzunehmen um folgende Erleichterungen zu gewähren:

  • Änderungen der Hedge-Dokumentation, mit der das abgesicherte Risiko sowie die Beschreibung des Sicherungsinstrumentes oder des Grundgeschäfts redefiniert werden um diese auf einen neuen Referenzzinssatz zu beziehen, sollen unter IFRS 9 und IAS 39 nicht zur Beendigung des Hedge Accounting führen, wenn diese Änderungen unmittelbar aufgrund der IBOR-Reform erforderlich waren und auf wirtschaftlich gleichwertiger Basis vorgenommen werden.
  • Eine Änderung der Methode zur Beurteilung der Effektivität von Sicherungsbeziehungen soll unter IAS 39 nicht zur Beendigung des Hedge Accounting führen, wenn es aufgrund der IBOR-Reform nicht praktikabel ist, weiterhin die gleiche Methode anzuwenden, die in der ursprünglichen Hedge-Dokumentation festgelegt wurde.
  • Weitere spezifische Erleichterungen im Zusammenhang mit den Voraussetzungen für Makro Hedges bzw. Portfolio Hedges gegen Zinsänderungsrisiken.

Erleichterungen im Zusammenhang mit der Bewertung von Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten sowie der Erfassung von Ineffektivitäten sind weiterhin nicht vorgesehen.

Bei den nächsten Sitzungen des IASB sollen folgende Themen im Zusammenhang mit der IBOR-Reform diskutiert werden:

  • Ende der Anwendbarkeit der im Rahmen von Phase 1 gewährten Erleichterungen;
  • Auswirkungen der IBOR-Reform auf andere IFRS-Standards;
  • Anhang Angaben (Phase 2) und
  • Übergangsvorschriften und Inkrafttreten der vorgeschlagenen Änderungen (Phase 2).

Für weitere Ausführungen zur Abbildung der im Oktober 2019 erfolgten Änderungen an Euribor und EONIA im Abschluss 2019 verweisen wir auf die Dezember-Ausgabe unserer International Accounting News, die in Kürze erscheint.

PwC Accounting and Reporting Talks zu den DPR-Prüfungsschwerpunkten 2020 gestartet

Im November hat die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) ihre Prüfungsschwerpunkte für die Saison 2020 veröffentlicht. Dies haben wir zum Anlass genommen, als Folge 6 unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ eine fünfteilige Serie zu veröffentlichen, und zwar zu den folgenden DPR-Themen:

  • Leasingverhältnisse (IFRS 16)
  • Umsatzrealisierung (IFRS 15) und Ertragsteuern (IAS 12, IFRIC 23)
  • Impairment Test (IAS 36)
  • Kreditinstitute: Impairment (IFRS 9) & more
  • Konzernlagebericht & more

Der erste Beitrag zu Leasingverhältnissen (IFRS 16) ist bereits online. In diesem diskutieren Dr. Bernd Kliem und Karsten Ganssauge über ausgewählte Aspekte der neuen Leasingbilanzierung, die die DPR im Fokus hat. Die übrigen Beiträge werden in den nächsten Tagen verfügbar sein.

Neugierig? Dann schauen Sie rein, auf unserer Homepage oder auf YouTube, wie immer nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht.

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