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Exposure Draft zu Änderungen an IFRS 17 „Versicherungsverträge“ veröffentlicht

Am 26. Juni 2019 hat der International Accounting Standards Board (IASB) den Exposure Draft (ED) zur Änderung von IFRS 17 veröffentlicht. Mit den vorgeschlagenen Änderungen am Standard hat der Board auf die Herausforderungen reagiert, denen sich Unternehmen im Rahmen der Implementierung des IFRS 17 ausgesetzt sehen, und eine Reihe von Erleichterungen zur Diskussion gestellt. Maßstab für eine Berücksichtigung war zum einen die Konsistenz der vorgeschlagenen Anpassungen mit den bestehenden Grundprinzipien des IFRS 17 und zum anderen, das Ausmaß, in dem die Änderungen die bereits begonnene Implementierung des Standards beeinflussen.

Die vorgeschlagenen Änderungen lassen sich grob in vier Bereiche einteilen:

  • Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkt: Um einerseits dem hohen Implementierungsaufwand Rechnung zu tragen, andererseits die Anwendung des Standards nicht unnötig hinauszuzögern, wird eine Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts um ein Jahr auf den 1. Januar 2022 vorgeschlagen. Analog soll die für Versicherungsunternehmen unter bestimmten Voraussetzungen geltende spätere Frist zur Anwendung des IFRS 9 ebenfalls um ein Jahr verlängert werden.
  • Zusätzliche Ausnahmen vom Anwendungsbereich: Bereits jetzt sind einzelne Verträge, die grundsätzlich die Kriterien eines Versicherungsvertrags erfüllen, vom Anwendungsbereich des IFRS 17 ausgenommen (zum Beispiel von Herstellern im Zusammenhang mit dem Verkauf von Gütern gewährte Garantien). Der Exposure Draft schlägt nun weitere (optionale) Anwendungsausschlüsse vor, die insbesondere für Banken von Relevanz sind. Betroffen sind zum Beispiel bestimmte Kreditkartenverträge, die auch Versicherungsleistungen beinhalten, oder einzelne Kreditverträge, bei denen dem Schuldner bei Eintritt eines Versicherungsfalls Zahlungen erlassen werden.
  • Änderungen im Rahmen des Ansatzes/der Bewertung von Versicherungsverträgen:
    • Verteilung der Anschaffungskosten (acquisition costs): In vielen Fällen beziehen sich vom Versicherungsunternehmen gezahlte Provisionen ökonomisch auch auf erwartete Vertragsverlängerungen. Der Exposure Draft sieht vor, dass diese Kosten – anders als bisher – unter bestimmten Voraussetzungen den erwarteten Vertragsverlängerungen zugeordnet werden können. Ist dies der Fall, müssen die aktivierten Anschaffungskosten regelmäßig auf ihre Werthaltigkeit hin überprüft werden.
    • Verteilung des Gewinns (contractual service margin) über die Vertragslaufzeit: Für Verträge, die neben dem Versicherungsschutz auch Investmentservices beinhalten, schlägt der Exposure Draft vor, beide Leistungen – d.h. nicht nur die Versicherungsleistung – bei der Verteilung zu berücksichtigen.
    • Anwendung der Risikominderungsoption (risk mitigation option): Der Exposure Draft schlägt vor, dass neben Derivaten auch Rückversicherungsverträge als Instrument zur Risikominderung verwendet werden können.
    • Erfassung von Gewinnen bei proportionaler Rückversicherung: Sofern die zu Grunde liegenden Versicherungsverträge verlustbringend sind (und entsprechend bereits im Zugangszeitpunkt ein Aufwand erfasst wird), sollen unter bestimmten Voraussetzungen Erträge aus proportionaler Rückversicherung teilweise ebenfalls bereits im Zugangszeitpunkt erfasst werden können.
    • Übergangsvorschriften: Den Übergangsvorschriften werden durch den Entwurf diverse Vereinfachungen hinzugefügt.
  • Bilanzausweis: Der Ausweis von Versicherungsverträgen soll nicht mehr auf Basis von Gruppen, sondern auf Basis von (i.d.R. größeren) Portfolien erfolgen.

Andere von diversen Stakeholdern aufgeworfene Themen – wie beispielsweise die Definition der unit of account oder der Umfang der bei Rückversicherungsverträgen zu berücksichtigenden Zahlungen – wurden nicht in den Exposure Draft aufgenommen.

Der IASB sieht für den Exposure Draft eine verkürzte Kommentierungsfrist bis zum 25. September 2019 vor; die finalen Änderungen sollen dann Mitte 2020 verabschiedet werden.

IFRS 17 Insurance Contracts: Finaler Standard heute veröffentlicht

Der IASB hat heute den finalen Standard IFRS 17 „Insurance Contracts“ veröffentlicht und damit eine über lange Zeit bestehende „faktische Regelungslücke“ geschlossen (siehe Pressemitteilung des IASB).

Die Regelungen des IFRS 17 ersetzen den in 2004 veröffentlichten Übergangsstandard IFRS 4. Dieser enthielt keine eigenständigen Regelungen zur bilanziellen Abbildung von Versicherungsverträgen, sondern gestattete stattdessen die Anwendung nationaler Rechnungslegungsvorschriften im IFRS-Abschluss. In der Konsequenz kommt somit weltweit eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze zur bilanziellen Abbildung von Versicherungsverträgen in IFRS-Abschlüssen zur Anwendung, die nicht notwendigerweise mit den allgemeinen Grundsätzen der IFRS im Einklang stehen. Dies schränkt die Nutzbarkeit der Rechnungslegungsinformationen für den Bilanzleser gegenwärtig erheblich ein.

IFRS 17 schreibt nunmehr einheitliche Regelungen für die bilanzielle Abbildung von Versicherungsverträgen vor. Künftig erfolgt damit eine konsistente bilanzielle Abbildung von Versicherungsverträgen in allen IFRS-Abschlüssen, die zudem im Einklang mit den allgemeinen Grundsätzen der IFRS steht.

Die neuen Regelungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen, anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung ist möglich.

Um die Abschlussersteller bei den erwartungsgemäß umfangreichen Implementierungsarbeiten zu unterstützen, hat der IASB die Bildung einer Transition Resource Group beschlossen.

IFRS 17: Veröffentlichung des finalen Standards für Mai 2017 avisiert

Die Finalisierung des neuen Standards IFRS 17 zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen steht unmittelbar bevor.

Im Rahmen der März-Sitzung des IASB informierte der Mitarbeiterstab darüber, dass die Arbeiten zur Finalisierung des Standards wie geplant voranschreiten und eine Veröffentlichung von IFRS 17 in der zweiten Maihälfte dieses Jahres erwartet wird.

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