Schlagwort: Kapitalflussrechnung

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Ablehnende Agenda-Entscheidung des IFRS IC zu den neuen Angabepflichten in IAS 7 „Kapitalflussrechnungen“

Auf seinen Juni-Sitzungen befasste sich das IFRS IC mit einer Frage zu Angaben zur Kapitalflussrechnung. Das IASB hatte Anfang 2016 ergänzende Regeln in IAS 7 aufgenommen, die Erläuterungen zu den Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten vorsehen (IAS 7.44A-E).

Die neuen Angaben zielen darauf ab, den Abschlussadressaten eine Beurteilung zu ermöglichen, inwieweit die Veränderungen der Verbindlichkeiten des Unternehmens aus Cashflows und aus nicht zahlungswirksamen Vorgängen resultieren. In der Praxis erstellen Unternehmen zu diesem Zweck häufig eine Überleitungsrechnung (reconciliation), die sich an dem Muster in IAS 7.IE C orientiert.

Nachdem die neuen Regeln nun über 2 Jahre hinweg in IFRS-Abschüssen angewendet worden sind, äußerten Investoren gegenüber dem IFRS IC Bedenken, ob die Vorschriften in der Praxis qualitativ hochwertig und konsistent umgesetzt würden. Die von den Investoren vorgetragenen Bedenken richten sich auf Inkonsistenzen in der Definition von „Schulden“ oder „Netto-Schulden“, eine unzureichende Untergliederung der Überleitungsrechnung, unzureichende Erläuterungen und eine Darstellung, die teilweise von derjenigen in der Bilanz oder der Kapitalflussrechnung abweicht.

In Reaktion auf diese Bedenken verzichtete der IFRS IC staff auf den ansonsten üblichen Vorgang des „outreach“, also darauf, Beobachtungen in Form der Stellungnahme von Dritten einzuholen. Vielmehr nahm der IFRS IC staff selbst eine Stichprobe, bei der insgesamt 92 IFRS-Abschlüsse untersucht wurden, die in 82 Fällen eine Überleitungsrechnung enthielten. Hierbei war es dem IFRS IC staff nur in 41 Fällen möglich, auf Grundlage der Überleitungsrechnung die unterjährige Veränderung der Nettoschulden nachzuvollziehen.

Der IFRS IC staff kam dennoch in seiner Analyse zu dem Ergebnis, die Vorschriften in IAS 1 und IAS 7 seien adäquat und führten zu Angaben, die den Informationsbedürfnissen der Investoren Rechnung tragen würden. Aus diesem Grund empfahl der staff dem IFRS IC, das Thema nicht auf seine Agenda zu nehmen. In den Sitzungen am 11. und 12. Juni 2019 ist das IFRS IC nun dieser Empfehlung gefolgt.

Die Entscheidung des IFRS IC enthält u.E. gleich in mehrfacher Hinsicht Gedankensprünge, die nur schwer nachvollziehbar sind. So waren die neuen Angabepflichten in IAS 7 ausdrücklich eingefügt worden, um den Informationsbedürfnissen von Investoren Rechnung zu tragen. Nachdem nun ausgerechnet Investoren (also nicht etwa bilanzierende Unternehmen) Kritik an der Umsetzung dieser neuen Angabepflichten in der Praxis geäußert haben, führt dies nicht dazu, dass das IFRS IC die Bedenken aufnimmt und ein Projekt zur Überarbeitung von IAS 7 anstößt. Dies erscheint umso überraschender, als die Kritikpunkte der Investoren durch die Ergebnisse der empirischen Studie des IFRS IC staff sogar bestätigt wurden. Damit hat der IFRS IC staff gewissermaßen selbst den Beweis dafür geführt, dass die Regelungen in IAS 1 und IAS 7 in der Praxis nicht „adäquat“ zu sein scheinen oder aber nicht adäquat umgesetzt werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Investoren, die ihre Bedenken gegenüber dem IFRS IC vorgetragen hatten, auf die aktuelle „Agenda-Rejection“ reagieren werden

DRS 21 near final Standard „Kapitalflussrechnung“ veröffentlicht

Das DRSC hat am 19. Februar 2014 den DRS 21 „Kapitalflussrechnung“ als near final Standard veröffentlicht und die vorliegende Fassung zur Bekanntmachung an das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz weitergeleitet.

Der Standard gilt für alle Mutterunternehmen, die eine Kapitalflussrechnung für handelsrechtliche Konzernabschlüsse erstellen. Unternehmen, die ihren handelsrechtlichen Jahresabschluss um eine Kapitalflussrechnung erweitern, wird empfohlen, den Standard zu beachten.

Gegenüber dem bisherigen Standard DRS 2 „Kapitalflussrechnung“ enthält DRS 21 einige wesentliche Änderungen und Ergänzungen. Zu diesen zählen u.a.:

  • Jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie andere kurzfristige Kreditaufnahmen, die zur Disposition der liquiden Mittel gehören, müssen künftig in den Finanzmittelfonds einbezogen und offen abgesetzt werden. Bisher bestand lediglich ein Einbeziehungswahlrecht.
  • Erhaltene Zinsen und erhaltene Dividenden sind der Investitionstätigkeit, gezahlte Zinsen und Dividenden der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen. Bisher hatte eine Zuordnung der erhaltenen und gezahlten Zinsen und der erhaltenen Dividenden zur laufenden Geschäftstätigkeit zu erfolgen.
  • Erstmals geregelt ist die Zuordnung von geleisteten Sanierungszuschüssen an Beteiligungen sowie von Auszahlungen für Deckungsvermögen zur Investitionstätigkeit und von erhaltenen Zuschüssen/Zuwendungen zur Finanzierungstätigkeit.
  • Es besteht keine Pflicht mehr, sondern wird nur noch empfohlen, Vergleichszahlen der Vorperiode anzugeben.

Die Anforderungen an Kapitalflussrechnungen von Kredit- und Finanzdienstleistungsinstituten sowie Versicherungsunternehmen sind nicht mehr in separaten Standards, sondern in Anlagen zum DRS 21 geregelt.

Der Standard ist erstmals für nach dem 31. Dezember 2014 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden, darf allerdings auch schon früher vollumfänglich beachtet werden.

DRS 21 ist als near final Standard auf der Homepage des DRSC verfügbar.

E-DRS 28 „Kapitalflussrechnung“ veröffentlicht

Der HGB-Fachausschuss des DRSC hat am 31. Juli 2013 den E-DRS 28 „Kapitalflussrechnung“ veröffentlicht.

Die Grundsätze des Standards sind bei der Erstellung von Kapitalflussrechnungen für handelsrechtliche Konzernabschlüsse zu beachten. Unternehmen, die ihren handelsrechtlichen Jahresabschluss um eine Kapitalflussrechnung erweitern, wird die Beachtung des Standards empfohlen.

Gegenüber dem bestehenden DRS 2 „Kapitalflussrechnung“ wurden im Standardentwurf insb. die Zuordnung einzelner Zahlungsvorgänge zu Tätigkeitsbereichen stark geändert. Wesentliche Änderungen betreffen u.a.:

  • Zahlungsmitteläquivalente dürfen nur dann in den Finanzmittelfonds einbezogen werden, wenn ihre Gesamtlaufzeit nicht mehr als drei Monate beträgt. Ferner entfällt das bisherige Wahlrecht jederzeit fällige Bankverbindlichkeiten in den Finanzmittelfonds einzubeziehen, wenn sie zur Disposition der liquiden Mittel gehören.
  • Der Cashflow aus lfd. Geschäftstätigkeit darf weiter auch indirekt abgeleitet werden. Ausgangsgrundlage soll dann grds. das Konzernjahresergebnis sein. Werden andere Ergebnisgrößen als Ausgangsgröße verwandt, ist eine Überleitung zum Konzernjahresergebnis erforderlich.
  • Erhaltene Zinsen und Dividenden sollen künftig im Cashflow aus Investitionstätigkeit und nicht mehr der lfd. Geschäftstätigkeit zugeordnet werden. Gezahlte Zinsen müssen der Finanzierungstätigkeit zugeordnet werden.

Spezifische Regelungen für die Kapitalflussrechnung von Kredit- und Finanzinstituten sowie Versicherungsunternehmen werden nicht länger in separaten Standards, sondern in einer Anlage zum Standard behandelt. Neu ist auch, dass der Standard um eine ausführliche Begründung erweitert wurde.

Die interessierte Öffentlichkeit hat bis zum 18. Oktober 2013 Gelegenheit, den Entwurf zu kommentieren. Damit ist zu erwarten, dass der HGB-Fachausschuss noch in diesem Jahr eine endgültige Fassung des Standards verabschieden wird und bei einer zeitnahen Bekanntmachung durch das BMJ auch eine freiwillige, vorzeitige Erstanwendung bereits für 2013 möglich sein wird.

Der E-DRS 28 ist auf der Homepage des DRSC (www.drsc.de) verfügbar.

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