Schlagwort: Konzernabschluss

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DRS 28 zur Segmentberichterstattung im Bundesanzeiger bekanntgemacht

Unternehmen, die ihren HGB-Konzernabschluss freiwillig um eine Segmentberichterstattung erweitern, haben dabei derzeit DRS 3 zu beachten. Dieser Standard ist umfassend überarbeitet und als neuer Standard DRS 28 „Segmentberichterstattung“ vom HGB-Fachausschuss in seiner Sitzung am 12. Mai 2020 verabschiedet worden. Ich hatte darüber in meinem Blogbeitrag vom 27. Mai berichtet. Gestern hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz DRS 28 im Bundesanzeiger Amtlicher Teil bekannt gemacht.

Gegenüber der Entwurfsfassung des Standards (E-DRS 36), über die ich in meinem Blogbeitrag vom 30. Oktober berichtet hatte, sind die Anpassungen im Wesentlichen redaktioneller Natur. Inhaltlich neu ist eine Regelung zu Geschäftstätigkeiten, die keine sogenannten „anzugebenden Segmente“ sind. Sie sind als „Alle sonstigen Segmente“ zusammenzufassen und zu erläutern, unterliegen aber nicht den weiteren Angabepflichten des Standards. Außerdem wurde die Empfehlung aufgenommen, Vorjahreszahlen anzugeben.

Wird freiwillig eine Segmentberichterstattung erstellt, ist der neue Standard für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2020 beginnen. Eine frühere Anwendung wird empfohlen.

DRSC verabschiedet DRS 28 zur Segmentberichterstattung

Unternehmen, die ihren HGB-Konzernabschluss freiwillig um eine Segmentberichterstattung erweitern, haben dabei derzeit DRS 3 zu beachten. Dieser Standard ist zwischenzeitlich umfassend überarbeitet worden. Am 29. Oktober 2019 wurde das Ergebnis dieser Überarbeitung als Entwurf eines neuen Standards – E-DRS 36 „Segmentberichterstattung“ – veröffentlicht. Ich hatte darüber in meinem Blogbeitrag vom 30. Oktober berichtet. Gestern hat das DRSC bekannt gegeben, dass der HGB-Fachausschuss des DRSC in seiner Sitzung am 12. Mai 2020 den finalen Standard als DRS 28 „Segmentberichterstattung“ verabschiedet hat.

DRS 28 liegt in seiner verabschiedeten Fassung noch nicht vor. Nach Aussagen des DRSC wurden in der verabschiedeten Fassung gegenüber der Entwurfsfassung vorwiegend redaktionelle Anpassungen vorgenommen. Inhaltliche Änderungen betreffen eine zusätzliche Regelung zur Zusammenfassung und Erläuterung zu „Alle sonstigen Segmente“ sowie die Empfehlung zur Angabe von Vorjahreszahlen.

Wird freiwillig eine Segmentberichterstattung erstellt, ist der neue Standard für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2020 beginnen. Eine frühere Anwendung wird empfohlen. Dafür muss der Standard durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bekannt gemacht worden sein. Für diesen Zweck soll der Standard dem Ministerium zeitnah vorgelegt werden.

IDW zur Erstanwendung der Neufassung des § 292 HGB

Gestern wurde im Mitgliederbereich der IDW-Homepage die Berichterstattung über die letzte Sitzung des Fachausschusses Unternehmensberichterstattung (FAB) des IDW vom 25. März veröffentlicht. In dieser Sitzung hat sich der FAB unter anderem damit befasst, wann § 292 HGB in der Fassung des ARUG II erstmals angewendet werden darf.

Nach der Neufassung des § 292 HGB darf ein Teilkonzern-Mutterunternehmen, dessen übergeordnetes Mutterunternehmen seinen Sitz in einem Staat außerhalb der EU oder EWR hat, auf die Aufstellung, Prüfung und Offenlegung eines (Teil-)Konzernabschlusses und -lageberichts verzichten, wenn der Konzernabschluss und -lagebericht des übergeordneten Mutterunternehmens entweder in deutscher oder englischer Sprache offengelegt wird. Nach derzeitigem Recht ist eine Offenlegung in deutscher Sprache erforderlich. Über die Änderung hatte ich in meinem Blogbeitrag vom 14. November 2019 berichtet.

Der FAB ist der Auffassung, dass die Neufassung des § 292 HGB – mangels konkreter Erstanwendungsregelung – bereits für wegfallende (Teil-)Konzernabschlüsse und -lageberichte, deren Abschlussstichtag nach dem 31. Dezember 2019 liegt, angewandt werden darf. Er weist allerdings auf das Risiko hin, dass vom Bundesanzeiger, dem Bundesamt für Justiz oder den zuständigen Gerichten befreiende Unterlagen in englischer Sprache für Geschäftsjahre, die vor dem 1. Januar 2021 beginnen, gegebenenfalls nicht anerkannt werden. Dieses Risiko resultiert daraus, dass die konkrete Erstanwendungsregelung für den vergleichbar neugefassten § 291 HGB – für übergeordnete Mutterunternehmen in der EU oder EWR – für § 292 HGB von den genannten Stellen gegebenenfalls entsprechend angewendet wird.

Die Berichterstattung des FAB enthält keine Aussage zu (Teil-)Konzernabschlüssen und -lageberichten, deren Stichtag am 31. Dezember 2019 oder früher liegt. Wie schon in unserem Newsletter HGB direkt, Ausgabe 11/ Dezember 2019 vertreten, ist es unseres Erachtens nicht ausgeschlossen, die Neufassung des § 292 HGB auch schon für diese früheren Stichtage in Anspruch zu nehmen, vorausgesetzt die betreffenden (Teil-)Konzernabschlüsse und -lageberichte waren bei Inkrafttreten der Neufassung – 1. Januar 2020 – noch nicht offengelegt.

IDW zum handelsrechtlichen GuV-Ausweis negativer Zinsen bei Nicht-Kreditinstituten

Gestern wurde im Mitgliederbereich der IDW-Homepage die Berichterstattung über die letzte Sitzung des Fachausschusses Unternehmensberichterstattung (FAB) des IDW vom 25. März veröffentlicht. In dieser Sitzung hat sich der FAB unter anderem mit dem handelsrechtlichen GuV-Ausweis negativer Zinsen für Guthaben auf Bankkonten bei Nicht-Kreditinstituten befasst.

Der FAB hält einen Ausweis innerhalb des Finanzergebnisses für sachgerecht, einen Ausweis unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (als „Verwahrentgelt“) aber ebenfalls für vertretbar. Werden die negativen Zinsen im Finanzergebnis ausgewiesen, kann dies nach Auffassung des FAB jedenfalls durch einen Ausweis eines in einer Vorspalte offen abgesetzten negativen Zinsertrags – unseres Erachtens auch dann, wenn dadurch der Zinsertrag insgesamt negativ wird – oder in einem neu hinzugefügten, eindeutig bezeichneten Posten erfolgen. Andere Ausweisformen innerhalb des Finanzergebnisses werden vom FAB nicht explizit ausgeschlossen und sind deshalb ebenfalls denkbar, beispielsweise ein Ausweis unter den Zinsaufwendungen. Unabhängig vom gewählten Ausweis hat dieser stetig zu erfolgen.

Weitere IDW-Verlautbarung zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Rechnungslegung

Am letzten Mittwoch, den 8. April 2020, hat das IDW einen dritten fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung und deren Prüfung, diesmal im FAQ-Format, veröffentlicht. Er ergänzt die beiden bereits zuvor veröffentlichten fachlichen Hinweise und ist auch auf Englisch verfügbar.

Schwerpunkt des Hinweises sind diesmal Ausführungen zu den Auswirkungen auf die Prüfung von Abschlüssen. Er erhält aber auch Ausführungen zu den Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung, und zwar insbesondere zu folgenden beiden Themenbereichen:

  • Nachtragsbericht im Anhang des Abschlusses nach HGB (Fragenkreis 2.1),
  • Bilanzierung des Kurzarbeitergelds und der Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen nach der am 25. März 2020 verabschiedeten Kurzarbeitergeldverordnung im Abschluss nach HGB und IFRS (Fragenkreis 2.2).

Soweit die Themen inhaltlich übereinstimmen, sind die Ausführungen grundsätzlich deckungsgleich mit unserem Newsletter mit FAQs zum handelsrechtlichen Nachtragsbericht und zum Lagebericht (HGB direkt, Ausgabe 6/März 2020) und mit unserem Newsletter zu Bilanzierungsfragen rund um das Kurzarbeitergeld nach IFRS und HGB (IFRS/HGB direkt, Ausgabe 8/April 2020).

Coronavirus: Fachlicher Hinweis des FAUB zu den Auswirkungen auf Unternehmensbewertungen

Gestern hat das IDW einen neuen fachlichen Hinweis des Fachausschusses für Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft (FAUB) zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf Unternehmensbewertungen veröffentlicht.

Darin analysiert der FAUB den Einfluss der mit der Ausbreitung des Coronavirus einhergehenden Einschränkungen, Verhaltensänderungen und wirtschaftlichen Unsicherheit auf Unternehmensbewertungen, die unter Anwendung von sog. Zukunftserfolgswertverfahren erfolgen. Die nach solchen Verfahren (Ertragswertverfahren, Discounted Cash Flow (DCF)-Verfahren) abgeleiteten Werte bilden regelmäßig die Grundlage ökonomischer Entscheidungen bspw. bei Kapitalmaßnahmen, M&A-Transaktionen sowie gutachterlichen Bewertungen und kommen bei rechnungslegungsbezogenen Bewertungen wie bspw. Impairment Tests zur Anwendung. Bei Anwendung der Verfahren ist Unsicherheit dabei grundsätzlich an zwei Stellen zu berücksichtigen, zum einen in den Erwartungen künftiger finanzieller Überschüsse und zum anderen hierzu äquivalent in der Risikoprämie, die Investoren für die Übernahme der Unsicherheit fordern.

Ein wesentlicher Punkt dürfte daher insbesondere die Abschätzung des Ausmaßes und der Dauer der negativen Effekte sein. Der FAUB kommt zu dem Schluss, dass sich vermutlich in der kurz- bis mittelfristigen Betrachtung in vielen Fällen zeitlich begrenzte negative Folgewirkungen für die Unternehmen ergeben (z.B. aus Nachfragerückgängen, Lieferengpässen oder Personalausfällen bis hin zu Werksschließungen). Auch wenn diese Effekte wahrscheinlich in einer langfristigen Betrachtung tendenziell von geringerer Bedeutung sein werden, wirken sie sich dennoch auf den mit einem Zukunftserfolgswertverfahren ermittelten Wert unternehmensindividuell in unterschiedlichem Maße aus. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass sich in der langfristigen Betrachtung – trotz der zeitlich begrenzten Bedrohung durch das Virus selbst – gleichwohl wertrelevante Konsequenzen ergeben können, wenn aufgrund von durch die Krise ausgelösten Veränderungen die langfristige wirtschaftliche Situation nach der Krise voraussichtlich eine andere ist als vor der Krise.

Der fachliche Hinweis geht außerdem auf die möglichen Auswirkungen auf die Kapitalkosten ein. So ist die Risikoprämie, die insbesondere aus Kapitalmarktdaten abgeleitet werden kann, der zweite Parameter bei einem Zukunftserfolgswertverfahren, in dem das Risiko reflektiert wird. Der FAUB stellt hier insbesondere heraus, dass sich aufgrund der langfristigen Ausrichtung der Zukunftserfolgswertverfahren der Kapitalisierungszins nach seiner Auffassung auch in der Krise an langfristigen Analysen von Renditen orientiert, die er unverändert zu seinen bisherigen und jüngst erst aktualisierten Kapitalkostenempfehlungen in einer Größenordnung von 7,0 % bis 9,0 % (nach Unternehmensteuern und vor persönlichen Steuern) sieht. Daher bleibt er unverändert bei einer empfohlenen Marktrisikoprämie in einer Größenordnung von 6,0 % bis 8,0 % (ebenfalls nach Unternehmensteuern und vor persönlichen Steuern), die am oberen Rand der Bandbreite historisch messbarer Marktrisikoprämien liegt.

Bereits einen Tag zuvor hatte das IDW einen neuen fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung und Prüfung veröffentlicht. Das IDW hat zudem eine Fokus-Seite zum Coronavirus eingerichtet, auf der alle hierzu veröffentlichten fachlichen Hinweise abrufbar sind.

Neue IDW-Verlautbarung zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Rechnungslegung

Gestern hat das IDW einen neuen fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung und Prüfung veröffentlicht. Er enthält Ausführungen zu am und nach dem 31. Dezember 2019 endende Berichtsperioden und ergänzt den fachlichen Hinweis des IDW zu den Auswirkungen auf Berichtsperioden, die am 31. Dezember 2019 enden.

Der neue fachliche Hinweis enthält eine Vielzahl von Ausführungen zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf Jahres- und Konzernabschlüsse nach HGB sowie (Konzern-)Lageberichte. Behandelt werden u.a. folgende Themen:

  • BerĂĽcksichtigung öffentlicher StĂĽtzungsmaĂźnahmen,
  • Ansatz- und Bewertungsstetigkeit und deren Durchbrechung,
  • Wegfall der Going Concern-Annahme und bestandsgefährdende Risiken,
  • Fristgerechte Aufstellung und Offenlegung des Jahresabschlusses,
  • RĂĽckwirkende BerĂĽcksichtigung von SanierungsmaĂźnahmen,
  • Wertaufhellende versus wertbegrĂĽndende Ereignisse,
  • Auswirkungen auf gebildete Bewertungseinheiten,
  • Bewertung von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, von Vermögensgegenständen des Vorratsvermögens und von Forderungen,
  • Ansatz von DrohverlustrĂĽckstellungen fĂĽr schwebende Beschaffungs- oder Absatzgeschäfte,
  • Auswirkungen auf die Bilanzierung von Verbindlichkeiten,
  • Auswirkungen auf den Ansatz aktiver latenter Steuern,
  • Auswirkungen auf Angaben im Anhang,
  • Bewertung eines Geschäfts- oder Firmenwerts im Konzernabschluss.

Ergänzend erfolgen zudem ausgewählte Hinweise zur IFRS-Rechnungslegung zu folgenden Themenbereichen:

  • BerĂĽcksichtigungspflichtige oder nicht zu berĂĽcksichtigende Ereignisse nach dem Abschlussstichtag,
  • Umsatzrealisierung,
  • Wertminderungstest von nicht-finanziellen Vermögenswerten nach IAS 36,
  • Fair-Value-Bewertungen,
  • Finanzinstrumente,
  • RĂĽckstellungen,
  • Vorräte,
  • Ertragsteuern.

Die Ausführungen sind inhaltlich grundsätzlich deckungsgleich mit unseren Newslettern zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Finanzberichterstattung nach HGB und IFRS für nach dem 31. Dezember 2019 endende Berichtsperioden (HGB direkt, Ausgabe 5/März 2020; IFRS für die Praxis, März 2020).