Schlagwort: Leasing

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Fehlendes Endorsement der Änderungen an IFRS 16 zu Mietzugeständnissen i. Z. m. COVID-19

Das Endorsement der Änderungen an IFRS 16 zur Bilanzierung von Mietzugeständnissen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie erfolgt voraussichtlich nicht mehr rechtzeitig vor Aufstellung der (Zwischen-)Abschlüsse zum 30.Juni 2020.

Sofern gleichwohl vor Endorsement der geänderte Standard angewendet wird, entspricht diese Handhabung somit nicht den EU-IFRS.

Weitere Informationen zu möglichen Auswirkungen eines nicht rechtzeitig erfolgenden Endorsements finden Sie in unserem IFRS direkt.

IDW zu weiteren Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Rechnungslegung nach IFRS

Das IDW hat auf seiner Homepage ein Update des fachlichen Hinweises des IDW zu Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung und deren Prüfung (Teil 3) veröffentlicht. Wir hatten über den bisherigen Hinweis in einem Blogbeitrag vom 14. April 2020 berichtet.

Zur Rechnungslegung nach IFRS enthält das Update folgende neue FAQs:

  • Aufstockungsbeträge zum Kurzarbeitergeld: Leistet ein Arbeitgeber an die Arbeitnehmer Aufstockungsbeträge zum Kurzarbeitergeld, handelt es sich nach Auffassung des IDW um kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer i.S.v. IAS 19.9 die als laufender Personalaufwand zu erfassen sind. Eine RĂĽckstellung ist nicht zu bilden. Dies entspricht der schon bisher von uns vertretenen Auffassung (siehe HGB direkt/IFRS direkt, Ausgabe 8, April 2020).
  • Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung von FInanzinstrumenten nach IFRS 9: Das IDW thematisiert Einzelfragen zur Zulässigkeit einer Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten infolge der Corona-Pandemie, zur BerĂĽcksichtigung zukunftsgerichteter Informationen und zur Portfoliobildung im Rahmen der Ermittlung von Wertminderungen sowie zu möglichen Folgen der Corona-Pandemie fĂĽr die Anwendung von Hedge Accounting auf die Absicherung geplanter Transaktionen. Wir verweisen zu diesen Themen auch auf unsere Publikationen “IFRS fĂĽr die Praxis: Coronavirus: Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung nach dem 31. Dezember 2019” vom 13. März 2020, “IFRS fĂĽr die Praxis: Die Ermittlung erwarteter Kreditverluste durch Industrieunternehmen in Zeiten der Coronakrise” vom 24. April 2020 sowie “IFRS fĂĽr die Praxis: Post-Model-Adjustments bei der Ermittlung erwarteter Kreditverluste in Zeiten der Coronakrise” vom 14. Mai 2020.
  • Auswirkungen auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16: Ist während der Corona-Pandemie die Nutzungsmöglichkeit einer bspw. angemieteten Immobilie signifikant eingeschränkt, so ist nach Auffassung des IDW die planmäßige Abschreibung des Nutzungsrechts während der Zeit der eingeschränkten Nutzungsmöglichkeit der Immobilie fortzufĂĽhren. DarĂĽber hinaus nimmt das IDW beispielhaft zur Bilanzierung von Mietzugeständnissen (Erlass bzw. Stundung von Leasingzahlungen) im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen beim Leasinggeber (vgl. hierzu auch unsere internationale Publikation “In depth: Accounting implications of the effects of coronavirus”, FAQs 4.6-4.9) und zu den Auswirkungen sog. force majeure-Klauseln in Leasingverträgen auf die Bilanzierung dieser Verträge nach IFRS 16 (vgl. auch “IFRS direkt: Auswirkungen von Covid-19 auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS” vom 23. April 2020) Stellung.
  • Berichterstattung ĂĽber die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Anhang: Das IDW schlieĂźt sich der Empfehlung der ESMA an, Informationen ĂĽber signifikante Effekte der Corona-Pandemie (möglichst auch auf quantitativer Basis) als Teil der Erläuterungen zu den in der GuV dargestellten und ausgewiesenen Beträgen in einer separaten Angabe (single note) im Anhang des Abschlusses darzustellen. Einer ggf. beabsichtigten getrennten Darstellung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in der GuV (z.B. Pro-Forma-Darstellungen o.ä.) steht das IDW kritisch gegenĂĽber. Ăśber die Erwartungen der ESMA an den Zwischenabschluss und den Zwischenlagebericht in Zeiten der Coronakrise berichteten wir auch in einem IFRS direkt vom 28. Mai 2020.

FAQs zu Auswirkungen von Covid-19 auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16 veröffentlicht

Infolge der Covid-19-Pandemie werden Mietern häufig Zugeständnisse gewährt, z.B. in Form von Erlass, Reduktion oder Stundung von Leasingzahlungen. Diese können sich aus gesetzlichen Regelungen oder auch aus entsprechenden vertraglichen Anpassungen aufgrund von Verhandlungen zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer ergeben.

Uns erreichen viele Rückfragen, welche bilanziellen Folgen sich hieraus ergeben.  Auf PwC Inform wurde vor diesem Hintergrund eine neue FAQ zur Frage veröffentlicht, wie solche Mietzugeständnisse nach IFRS zu bilanzieren sind.

Weiterhin enthalten viele Leasingverträge eine Klausel zu „höherer Gewalt“. Eine weitere FAQ hat die bilanziellen Auswirkungen solcher Klauseln zum Gegenstand.

IFRS 16: Finaler Standard zur Leasingbilanzierung veröffentlicht

Der IASB hat heute, am 13. Januar 2016, nach fast zehn Jahren Projektdauer, einem Diskussionspapier sowie zwei Entwürfen, seinen endgültigen Standard zur künftigen Leasingbilanzierung veröffentlicht. IFRS 16 löst damit die bisherigen Vorschriften des IAS 17 sowie verschiedene Interpretationen ab.

Die neuen Regelungen sehen für Leasingnehmer vor, dass künftig sämtliche Leasingverhältnisse bilanziell in Form eines Nutzungsrechts und einer korrespondierenden Leasingverpflichtung zu erfassen sind. Die Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in allen Fällen als Finanzierungsvorgang, d. h. das Nutzungsrecht ist im Regelfall linear abzuschreiben und die Leasingverbindlichkeit nach der Effektivzinsmethode fortzuschreiben. Die noch im letzten Entwurf von 2013 vorgesehene Klassifizierung in Abhängigkeit vom Leasinggegenstand für Zwecke der Aufwandserfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung wurde zugunsten dieses einheitlichen Modells wieder aufgegeben. Betrachtet man einen einzelnen Leasingvertrag, ergibt sich damit aufgrund des degressiven Verlaufs der Aufwandserfassung der bereits bekannte Front-Load-Effekt, der schon nach Veröffentlichung des ersten Entwurfs von 2010 für erhebliche Kritik sorgte. Von der bilanziellen Erfassung ausgenommen sind lediglich Leasingverträge mit einer Gesamtlaufzeit von maximal zwölf Monaten sowie Leasingverhältnisse über sogenannte geringwertige Vermögenswerte. In diesen Fällen hat der Leasingnehmer die Möglichkeit, eine Bilanzierung vergleichbar dem bisherigen Operating-Leasing zu wählen. Unter geringwertigen Vermögenswerten versteht der IASB in erster Linie IT-Equipment sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung mit einem Neuwert von bis zu USD 5.000, solange diese Vermögenswerte nicht in einem engen Zusammenhang mit anderen Vermögenswerten stehen.

Während IFRS 16 von Leasingnehmern grundlegende Änderungen verlangt, konnte sich der Standardsetzer in Bezug auf Leasinggeber letztlich nicht zu einem neuen Bilanzierungsmodell entschließen. Nach mehreren Reformversuchen hat der IASB die Vorschriften des IAS 17 für Leasinggeber fast unverändert in den neuen Standard übernommen. Somit bleibt es für Leasinggeber bei einer Klassifizierung jedes Leasingvertrags unter Risk- and Rewards-Gesichtspunkten sowohl für Zwecke der bilanziellen als auch der ertragsmäßigen Darstellung. In der Konsequenz verlaufen Leasingnehmer- und Leasinggeberbilanzierung künftig nicht mehr spiegelbildlich, was gerade in großen Konzernen eine erhebliche Herausforderung für Systeme und Abläufe bedeuten wird.

Das Erfordernis, sämtliche Leasingverträge beim Leasingnehmer bilanziell zu erfassen, hat im Laufe des Projekts das Thema „Definition eines Leasingverhältnisses“ in den Mittelpunkt der Diskussionen gerückt. Während in der Vergangenheit der Abgrenzung eines Servicevertrags von einem Operating-Leasingvertrag aufgrund der identischen Bilanzierungsweise (d. h. in der Regel lineare Aufwandsverteilung) keine größere Bedeutung zukam, hat die Einstufung eines Vertrags als Leasing nun weitreichende Konsequenzen. Darüber hinaus hat der IASB in IFRS 16 nun erstmals auch das bereits aus IFRS 10 und IFRS 15 bekannte „Control-Prinzip“ etabliert. Entsprechend liegt künftig ein Leasingverhältnis vor, wenn die Erfüllung des Vertrags von der Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes abhängt und zugleich der Kunde durch den Vertrag das Recht auf Kontrolle der Nutzung dieses Vermögenswertes erhält. Das Recht auf Kontrolle der Nutzung stellt insbesondere darauf ab, wer von beiden Parteien entscheiden kann, wie und für welchen Zweck der Vermögenswert genutzt wird. Sind derartige Entscheidungen während der Vertragslaufzeit nicht mehr zu treffen, da die Art und der Zweck der Nutzung eines Vermögenswertes bereits durch Vertrag oder Design vorbestimmt ist, kommt die Kontrolle derjenigen Partei zu, die für das Design verantwortlich war oder den Vermögenswert bedient. Hat nicht eine der Vertragsparteien vollständig die entsprechenden Entscheidungsrechte, kann sich die Auslegung der neuen Vorschriften schnell als sehr komplex erweisen. Generell erscheint es aus unserer Sicht empfehlenswert, bei Vertragsverhandlungen die Definitionskriterien für ein Leasingverhältnis künftig stärker als bisher im Blick zu behalten, um diesbezüglich Gestaltungsspielräume zu nutzen.

Weitere Änderungen im Vergleich zu den bisherigen Vorschriften ergeben sich u. a. in Bezug auf Sale- und Leaseback-Transaktionen, bei denen nun stets im ersten Schritt zu beurteilen ist, ob eine Veräußerung nach IFRS 15 vorliegt. Nach IAS 17 sind die Regelungen zur Erlösrealisierung in diesen speziellen Fällen dagegen bislang nicht relevant. Darüber hinaus enthält IFRS 16 geänderte Vorschriften zur Trennung von Leasing- und Servicekomponenten, zur Bilanzierung bei einer Modifikation bestehender Verträge sowie eine erhebliche Ausweitung von Angabepflichten sowohl für Leasinggeber als auch Leasingnehmer.

IFRS 16 ist – vorbehaltlich der noch ausstehenden Übernahme in EU-Recht – erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Eine frühere Umsetzung ist möglich, verlangt aber die zeitgleiche Anwendung der Vorschriften zur Erlösrealisierung des IFRS 15.

Leasingprojekt des IASB nähert sich seinem Abschluss

Nach fast neun Jahren Projektdauer, zwei Standardentwürfen und gefühlt unendlichen, teils sehr kontroversen Diskussionen hat der IASB in seiner Sitzung am 17. März 2015 seine Beratungen zum neuen Leasingstandard weitgehend abgeschlossen. Der finale Standard, dessen Veröffentlichung noch für 2015 erwartet wird, wird insbesondere für Leasingnehmer zu weitreichenden Änderungen führen.

Die Vorgabe, grundsätzlich alle Leasingverhältnisse in der Bilanz als Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu erfassen und als Finanzierungsvorgang darzustellen, selbst wenn es sich nach den bisherigen Regeln des IAS 17 eindeutig um sogenanntes Operating Leasing handelt, wird kaum eine wesentliche Kennzahl unberührt lassen. Daran werden auch gut gemeinte Erleichterungen, wie die angedachten Ausnahmen für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von grundsätzlich maximal 12 Monaten oder für das Leasing sogenannter „small ticket leases“, also kleiner Vermögenswerte wie Laptops und Büroausstattung kaum etwas ändern. Wer sich einen Überblick über die zu erwartenden Effekte verschaffen möchte, sei auf die gerade veröffentlichte Broschüre des IASB zu diesem Thema verwiesen, die noch einmal die Hauptmerkmale des zukünftigen Bilanzierungsmodells für Leasingnehmer zusammenfasst und auch anhand von Beispielen die Auswirkungen auf wesentliche Kennzahlen illustriert.

Hält man sich neben diesen Effekten auch die organisatorische Herausforderung für viele Unternehmen vor Augen, die eine bilanzielle Erfassung aller Leasingverhältnisse mit sich bringt, stellt sich für den Anwender einmal mehr die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, eine Bilanzierung nach dem neuen Standard zu vermeiden. Neben den bereits erwähnten Erleichterungen rückt hier die Definition eines Leasingverhältnisses in den Blickpunkt. Der neue Leasingstandard orientiert sich diesbezüglich an den Standards zur Umsatzrealisierung und zu Konzernabschlüssen und stellt dementsprechend die Kontrolle über den betrachteten Vermögenswert in den Mittelpunkt (einen Überblick über die angedachten Regelungen mit Beispielen bietet die IASB-Broschüre „Definition of a lease“). Vereinbarte Preise, wie noch nach der bisherigen Definition des IFRIC 4, spielen dagegen künftig keine Rolle mehr. Angesichts dieser Unterschiede dürfte es für viele von Bedeutung sein, dass der IASB kürzlich in seiner Februar-Sitzung vorläufig entschieden hat, dem Bilanzierenden ein sogenanntes „grandfathering“ für bestehende Verträge im Übergangszeitpunkt zu ermöglichen. Danach kann ein Unternehmen die bisherige Definition eines Leasingverhältnisses auf Alt-Verträge weiterhin anwenden, muss dieses Wahlrechts jedoch konsistent für alle Verträge im Übergangszeitpunkt ausüben und offenlegen. Eine Inanspruchnahme dieser Möglichkeit hätte zum Beispiel zur Folge, dass Verträge, die bislang nicht die Kriterien eines Leasingverhältnisses erfüllten, künftig aber schon, dennoch nicht in den Anwendungsbereich des neuen Standards fielen. Das „Grandfathering“ bezieht sich allerdings ausschließlich auf die Definition eines Leasingverhältnisses. Eine mögliche nachgelagerte Klassifizierung bleibt davon unberührt.

Für Leasinggeber wird sich dagegen, von wenigen Details abgesehen, mit den neuen Vorschriften kaum etwas ändern. Nach langen und kontroversen Debatten hat sich der IASB in diesem Bereich dafür entschieden, bis auf weiteres die bisherigen Regelungen des IAS 17 im Wesentlichen fortzuführen, auch wenn dies mit dem Verlust der bisher typischerweise spiegelbildlichen Darstellung bei Leasingnehmer und Leasinggeber verbunden ist. Weiterhin wird das Ziel der Konvergenz zwischen IFRS und US-GAAP für Leasing, das sich IASB und FASB ursprünglich vorgenommen hatten, nicht umgesetzt werden, da sich beide Standardsetzer im Verlauf ihres Projekts entschlossen haben, in wesentlichen Punkten, insbesondere auf Leasingnehmerseite, getrennte Modelle zu verfolgen.

Der letzte größere, noch ausstehende Diskussionspunkt ist der Erstanwendungszeitpunkt des neuen Standards. Hierzu möchte sich der IASB erst relativ kurz vor Veröffentlichung festlegen. Ein Zeitpunkt vor dem 1. Januar 2017 dürfte aber, allein wegen der Verknüpfungen mit dem Standard zur Umsatzrealisierung, nicht zu erwarten sein.

Leasing – Das Ende der Konvergenz

Am 18. und 19. März 2014 hatten IASB und FASB ihre Beratungen zum Entwurf der Reformierung der Leasingbilanzierung fortgesetzt. Obwohl man gemeinsam an einem Tisch saß, ist es nicht gelungen, in zentralen Punkten eine Einigung zu erzielen. So kamen die Boards dann auch zu sehr unterschiedlichen Beschlüssen was das weitere Vorgehen anbelangt.

Bilanzierung beim Leasingnehmer

Während beide Boards sich darüber einig sind, dass der Bruttoansatz von Leasingverbindlichkeit und Nutzungsrecht in der Bilanz die richtige Lösung ist, werden sie hinsichtlich des Ausweises in der Gewinn- und Verlustrechnung von nun an unterschiedliche Wege beschreiten. Ziel ist bei beiden eine Vereinfachung gegenüber der zuletzt verfolgten Idee mit Unterscheidung von Property und Non-Property-Leases und damit das Finden einer angemessenen Reaktion auf die umfangreiche Kritik aus den Commentlettern der Stakeholder.

Nach IFRS sollen, mit Ausnahme kurzfristiger Leasingverträge, zukünftig sämtliche Leasingverhältnisse beim Leasingnehmer als kreditfinanzierte Anschaffungsvorgänge (nach den bisherigen Vorschlägen sog. Typ A) klassifiziert werden. Die Abschreibung des aktivierten Nutzungsrechts soll dabei getrennt vom Zinsaufwand für die Leasingverbindlichkeit auszuweisen sein.

Der FASB hat sich hingegen für die Beibehaltung eines dualen Ansatzes entschieden, wonach der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung, wie unter den aktuellen Standards, von der Klassifizierung der Leasingverhältnisse abhängt. Leasingverhältnisse vom Typ A werden analog dem Ansatz des IASB abgebildet. Bei Leasingverhältnissen, die als Dauerschuldverhältnisse (sog. Typ B) klassifiziert werden, wird der Gesamtaufwand linear erfasst – ähnlich dem heutigen Operating-Lease. Die Klassifizierung von Leasingverhältnissen nach US-GAAP soll sich an den derzeit gültigen Regelungen orientieren, d.h. eine Beurteilung soll auf Grundlage der Übertragung von Chancen und Risiken erfolgen.

Damit wurden die Vorschläge im gemeinsamen Entwurf von Mai 2013 sowohl vom IASB als auch vom FASB im Wesentlichen verworfen.

Bilanzierung beim Leasinggeber

Im Hinblick auf die Klassifizierung von Leasingverhältnissen beim Leasinggeber sind sich beide Boards nahezu einig. Die aktuell gültigen Vorschriften sollen nun doch im Wesentlichen beibehalten werden. Die Klassifizierung von Leasingverhältnissen wird beim Leasinggeber also nach wie vor auf Basis der Übertragung der Chancen und Risiken erfolgt. Der FASB hat für US-GAAP entschieden, dass Veräußerungsgewinne nur dann erfasst werden dürfen, wenn die Verfügungsmacht über den betreffenden Vermögenswert auf den Leasingnehmer übergegangen ist. Diesem Ansatz wird der IASB nicht folgen.

Einigkeit herrscht bei der Bilanzierung von Typ A-Leasingverhältnissen. Hier verwirft man die zwischenzeitlich verfolgte Idee zur getrennten Bilanzierung einer Leasingforderung sowie eines Restvermögenswertes und kehrt im Wesentlichen zu den derzeit gültigen Regelungen zurück, wonach eine Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswerts aus dem Leasingverhältnis anzusetzen ist.

Neues zu „Small-ticket Leases“

Nach Würdigung entsprechender Anregungen aus dem Anwenderkreis hat man sich dagegen entschieden, spezielle Vorschriften zur Wesentlichkeit aufzunehmen. Dies gilt sowohl nach IFRS als auch nach US-GAAP. Als künftige Erleichterung ist allerdings vorgesehen, für Leasingverhältnisse mit einer großen Anzahl geringwertiger Vermögenswerte (sog. „Small-ticket-Leases“) die Anwendung der Regelungen zur Leasingbilanzierung auf Portfolioebene zu erlauben.

Fazit

Wesentliche Regelungen des Entwurfs aus 2013 sind offenbar vom Tisch. Konvergenzbestrebungen sind in den Hintergrund getreten und in einigen Punkten sollen die derzeit gültigen Vorschriften beibehalten werden. Die Wertschätzung für etwas steigt eben manchmal erst, wenn man sich die Alternativen vor Augen führt. In jedem Fall wartet der Kreis der Interessierten gespannt auf die nächsten offiziellen Dokumente der Standardsetzer zum Thema Leasing.

Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag im Accounting FS Blog

Re – Exposure Draft zum Leasing – erste Kommentierungen!

Der im Mai von IASB und FASB gemeinsam präsentierte Entwurf zur Reformierung der Leasingbilanzierung hat in den Kommentierungen, wie erwartet, hohe Wellen geschlagen. Die Kommentierungsfrist endete am 13. September. In den Stellungnahmen zeigt sich ein Meinungsspektrum, das von punktuellen Anmerkungen über Kritik an einzelnen Regelungen bis hin zu einer grundsätzlichen Ablehnung des Entwurfs reicht. Wie die Boards letztlich auf diese Kritik reagieren werden, bleibt abzuwarten.

Einen Überblick über das vorgeschlagene Konzept und praktische Auswirkungen für Leasingnehmer und -geber finden Sie in dem zweiteiligen Artikel „Neuer Standardentwurf zur Reformierung der Leasingbilanzierung nach IFRS und US-GAAP – eine schöne Bescherung?“ den wir (WP/StB Andrea Bardens, WP/StB Matthias Kroner und WP Dr. Holger Meurer) für die Zeitschrift „KoR – Zeitschrift für internationale und kapitalmarktorientierte Rechnungslegung“ verfasst haben. Der erste Teil des Beitrags erscheint heute.

Re-Exposure Draft zum Leasing

Heute, am 16. Mai 2013, hat der IASB seinen überarbeiteten Entwurf zum neuen Leasingstandard veröffentlicht, welcher zukünftig IAS 17 ersetzen soll.

Die neuen Regelungen sehen auf Leasingnehmerseite vor, dass sämtliche Leasingverhältnisse nach dem right of use-Modell bilanziell als sogenannte Nutzungsrechte mit korrespondierender Leasingverbindlichkeit erfasst werden. Die Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung und in der Kapitalflussrechnung hängt dann von der Klassifizierung des Leasingverhältnisses ab.

Der eigentlichen Klassifizierung soll in Zukunft eine Unterscheidung nach Art des Leasingobjektes vorgeschaltet sein. Nach den vorgegebenen Unterscheidungsmerkmalen ist damit zu rechnen, dass Leasingverhältnisse über Leasinggegenstände, die nicht den Immobilien zuzurechnen sind, grundsätzlich als Finanzierungsvorgänge angesehen werden, während angenommen wird, dass der Finanzierungsgedanke beim Immobilienleasing nicht im Vordergrund steht. Die Grundannahmen können anhand der Laufzeit des Leasingverhältnisses und der zu zahlenden Leasingraten jedoch widerlegt werden.

Auf Leasinggeberseite ähnelt die geplante bilanzielle Abbildung der derzeitigen Vorgehensweise bei Finanzierungs- und Operating Leases nach IAS 17. Auf Grund der geänderten Klassifizierungskriterien werden jedoch insbesondere bei Leasingverhältnissen über Nicht-Immobilien in Zukunft die Leasingobjekte meist auszubuchen und das Leasingverhältnis als Verkauf mit anhängender Finanzierung darzustellen sein.

Sofern nach Ende der Laufzeit ein Restwert aus dem Leasingobjekt erwartet wird, erfolgt der Ausweis beim Leasinggeber getrennt von der Leasingforderung und ggf. unter BerĂĽcksichtigung eines erwarteten Gewinns aus diesem Restwert.

Sowohl auf Leasingnehmer – als auch auf Leasinggeberseite ergeben sich damit erhebliche Auswirkungen auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen. Insbesondere die EinfĂĽhrung der Grundannahme zur bilanziellen Abbildung je nach Art des Leasingobjektes und die Schwellen zur Widerlegung dieser Annahme erhöhen die Komplexität.

Über den Erstanwendungszeitpunkt schweigt sich der Board bisher aus und behält sich eine Entscheidung darüber für die Beratungsphase im Anschluss an die Kommentierungsfrist vor.

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